Bisphenol A (BPA) ist eine Chemikalie, die u.a. zur Herstellung von Kunststoffen und Harzen verwendet wird. Solche Materialien sind z.B.  Polycarbonate,  (transparente, hartee Kunststoffe). Daraus werden Mehrweg-Getränkeflaschen, Babyflaschen, Essgeschirr (Teller und Tassen) sowie Lagerbehälter hergestellt. Rückstände von BPA finden sich auch in Epoxidharzen, die als Schutzbeschichtungen und Innenauskleidungen für Lebensmittel- und Getränkedosen und -fässer verwendet werden.
(wikipedia - engl - bisphenol A )

EFSA erniedrigt Grenzwerte (link Jan 2015)  (Presse: NZZ 21.01.2015 )
(AID aktuell, 25.02.2015)
- EFSA Journal 13(1) 3978 (2015) EFSA´s opinion on bisphenol A: no health risks to consumers. EUFIC News
Hot Topic: Bisphenol. link bei www.echa.europa.eu ⇔  link bei www.foodnavigator.com  19.06.2017

- Galloway, T.S. et al.: An engaged research study to assess the effect of a ‘real-world’ dietary intervention on urinary bisphenol A (BPA) levels in teenagers. BMJ Open, 2018 DOI: 10.1136/bmjopen-2017-018742  - ScienceDaily 07.02.2018 -

 Exposure to common chemicals in plastics linked to childhood obesity. Study finds replacement chemicals for BPA aren't safe for consumers.  link bei www.eurekalert.org 25.07.2019 + ScienceDaily 25.07.2019

Erste Meldungen zum BPA Risiko im Jahr 2006; und jetzt (19.9.08) wieder.

Informationen OLT 19_09_08

DGE Pressmeldung - 2.9.09 - Bisphenol A aus Plastikbehältnissen gefährdet Verbraucher nicht - http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=908
Bisphenol A blockiert Zellfunktion . Link -  Bisphenol A inhibits voltage-activated Ca2+ channels in vitro: mechanisms and structural requirements. Molecular Pharmacology [DOI: 10.1124/mol.112.081372].
Informationen der EFSA - zu Bisphenol A 

Zota, A.R. et al.: Recent Fast Food Consumption and Bisphenol A and Phthalates Exposures among the U.S. Population in NHANES, 2003–2010 Environ Health Perspect; DOI:10.1289/ehp.1510803 - link bei www.scinexx.de 13.04.2016 -

NZZ - 24.04.2014 - Wie gefährlich sind hormonaktive Substanzen?
-  The 2013 Berlaymont Declaration on Endocrine Disrupters (download) - der  www.ipcp.ch  - International Panel on Chemical Pollution

"Hormonell wirksame Substanzen – sogenannte endokrine Disruptoren – kommen in vielen Alltagsprodukten wie Spielzeug, Kleidung, Kosmetika oder Möbeln vor. Es sind bis zu 800 Stoffe bekannt, für die eine endokrine Wirkung entweder nachgewiesen oder vermutet wurde (www.who.int/ceh/publications/ endocrine/en/). Dazu gehören Weichmacher in Kunststoffen wie Phthalate sowie Bisphenol A (BPA) oder polychlorierte Bephenyle (PCB). Endokrine Disruptoren finden sich ebenso in Pestiziden und Bioziden. Es gibt wissenschaftlich keinen Zweifel mehr, dass hormonell wirksame Stoffe erhebliche gesundheitliche und ökologische Schäden hervorrufen können (press.endocrine. org/doi/pdf/10.1210/er.2015-1093 ). Die jährlichen Kosten, die sich daraus in der EU ergeben, werden auf mindestens 157 Mrd. Euro beziffert (www. ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4399291/ ). Eine Studie der Health and Environment Alliance (HEAL) geht allein für Deutschland von über 100 Mrd. Euro Kosten durch Gesundheitsschäden und Krankheiten aus, die im Zusammenhang mit endokrinen Disruptoren stehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) sprechen von einer globalen Bedrohung (www.unep.org/pdf/WHO_HSE_PHE_IHE_ 2013.1_eng.pdf ). Im europäischen Pestizid- und Biozidrecht wurde bereits in den Jahren 2009 und 2012 beschlossen, dass Wirkstoffe mit endokrin wirksamen Eigenschaften, die schädliche Auswirkungen auf den Menschen bzw. schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt haben können, künftig nicht mehr verwendet werden dürfen. Danach hatte die Europäische Kommission bis Ende 2013 einen entsprechenden Kriterienkatalog zur Identifizierung solcher hormonell wirksamer Chemikalien vorzulegen. Diese Frist wurde nicht eingehalten und ein entsprechender Katalog liegt bis heute nicht vor." Bundestagsdrucksache 18/7335,  22.01.2016

Eurpean Chemicals Agency (der EU) - website - Arbeitsprogramm für 2014 (download) - 151 kritische Chemikalien werden geprüft, darunter vier wegen hormonähnlicher Eigenschaften, z.B. Nonylpheol, Octylphenol

Bisphenol A: Exposition des Menschen höher als vermutet (Ärzteblatt - 11.06.2009)
– Die Belastung der Bevölkerung mit Bisphenol A könnte wesentlich höher sein als bisher angenommen. Dies zeigt eine auf der Jahrestagung der US-Endocrine Society in Washington vorgestellte Studie. Weitere experimentelle Befunde weisen auf mögliche kardiale Risiken und intrauterine Schädigungen hin. 
Mit der Ausnahme von Health Canada, die im letzten Jahr Babyflaschen aus Polycarbonat verbot, sehen die Kontrollbehörden der meisten anderen Länder keine Gefährdung der Bevölkerung durch die Exposition mit Bisphenol A, das Plastikprodukten oder Kunstharzen zugesetzt wird, um deren Eigenschaften zu verbessern. 
Obwohl weltweit jährlich über 4 Millionen Tonnen der Chemikalie produziert werden, sollen nur geringe Spuren in den menschlichen Organismus gelangen. Frederick vom Saal von der Universität in Columbia/Missouri bezweifelt dies. 
In Experimenten fütterte er fünf weibliche Rhesusaffen mit einer Dosis von 400 µg/kg Körpergewicht. Das ist mehr als das 400-Fache der von der US-Arzneibehörde FDA geschätzten Exposition des Menschen und das 8-Fache der als sicher geltenden Zufuhr. Dennoch waren die Blutkonzentrationen von Bisphenol A bei den Rhesusaffen niedriger als die normalerweise beim Menschen gemessenen Werte (Abstract P 2-61). Vom Saal schließt daraus, dass die Exposition des Menschen in Wirklichkeit wesentlich höher ist, als von der FDA angenommen, was den Experten nicht weiter verwundert.  
Zum einen ist Bisphenol A in sehr vielen Verpackungen enthalten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, neben Babyflaschen sind dies vor allem Kunststoffbehälter und Kunststofffolien. Zum anderen könne die Exposition leicht unterschätzt werden, da Bisphenol A schnell über die Niere ausgeschieden wird. Die Exposition erfolgt typischerweise in kurzen Konzentrationsspitzen, die gleichwohl gefährlich sind, da Bisphenol A eine hormonähnliche Wirkung hat und eine pulsatile Freisetzung ein häufiges Steuerungsmittel im Hormonhaushalt ist. 
Auf der Tagung wurden weitere Studien vorgestellt, die Bisphenol A mit möglichen Gesundheitsrisiken in Verbindung bringen. So fand Hugh Taylor von der Yale Universität in New Haven/Connecticut heraus, dass eine Exposition mit Bisphenol A während der Schwangerschaft zu epigenetischen Veränderungen in HOXA-10 führt (Abstract OR33-4). 
Dieses Gen ist unter anderem für die Entwicklung des Uterus verantwortlich. Die Zellen des Uterus zeigten nach Bisphenol A-Exposition außerdem eine gesteigerte Empfindlichkeit für Östrogene. Taylor glaubt, dass die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Da die obere Grenze einer unbedenklichen Exposition nicht bekannt sei, sollten Frauen während der Schwangerschaft vorsorglich den Kontakt mit Plastikgegenständen meiden, die Bisphenol A enthalten könnten, rät der Gynäkologe. 
In einer anderen Untersuchung fand die Gruppe um Scott Belcher von der Universität in Cincinnati heraus, dass Bisphenol A die Arrhymogenität von Muskelzellen der Ratte erhöht (Abstract OR33-3). Die Forscher hatte ihren Zellkulturen kurzzeitig Bisphenol A in niedrigen Konzentrationen zugeführt. 
Das Kunsthormon steigerte die Freisetzung von Kalzium aus den zellulären Speichern, was eine unkontrollierte Kontraktion auslöst. Dies war allerdings nur bei Herzmuskelzellen weiblicher Tiere der Fall. Belcher vermutet, dass Bisphenol A hier die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen verstärkt. © rme/aerzteblatt.de

Schneider, Achim G.: Unsere tägliche Dosis Hormone. Apotheken-Umschau (15.04.2014) - Bisphenol A nur eine von ca 800 Substanzen mit Hormonähnlichen Eigenschaften; andere: Phytoöstrogene;