Cadmium hat (als Ion Cd++) keinerlei Ernährungsfunktionen (bei Menschen). Es ist als "Verwandter" des Nährstoffes Zink jedoch in der Natur verbreitet und damit auch  in der Nahrung (in niedriden Konzentrationen) vorkommend. Erwachsene Menschen können so ganz natürlich bis zu 30mg im Körper haben. Es ist jedoch toxisch, und dies wurde bekannt durch Vergiftungsfälle in Japan (Itai-Itai-Krankheit). Hier wurde bei industriellem Umgang mit Cadmium das Abwasser mit Cadmium belastet, das dann durch die Nahrungskette (Bewässerung des Landes) bzw im Trinkwasser zu den Vergfitungen führte. (Verlust von Calcium der Knochen; Nierenschäden, ua.)

Grenzwerte
Die Efsa plädiert dabei für einen Grenzwert von 2,5 Mikrogramm Cadmium je Kilogramm Körpergewicht. Die bisherige Grenze liegt bei 7 Mikrogramm.

Informationen:

Cadmium - bei Wikipedia / Cadmium bei www.answers.com

Cadmium - Schadstoffliste bei www.was-wir-essen.de

Rott, B. et al. Cadmium - schleichendes Gift. Ernährung im Fokus Nr.1/2017 S.16-22. (Literatur)

Cadmium im Lexikon "Chemie in Lebensmitteln.de)

Cadmium in Crab Meat (FSA - link) (download der Studie)

Cadmium in food - Scientific opinion of the Panel on Contaminants in the Food Chain  Question number: EFSA-Q-2005-221 -- EFSA-Journal 2009: 1-139
-  Cadmium: Neue Herausforderung für die Lebensmittelsicherheit ? - Pressemeldung 15.7.2009  (Bericht des BFR - Cadmium in Lebensmitteln Dez 2009)

Arévalo-Gardini, E. et al.: Heavy metal accumulation in leaves and beans of cacao (Theobroma cacao L.) in major cacao growing regions in Peru. Sci Total Environ  Vol.605-606: 792-800 (15.12.2017) doi.org/10.1016/j.scitotenv.2017.06.122  - link bei www.foodnavigator.com 04.07.2017

Höhere Cadmium-Blutspiegel reduzieren die Fertilität bei Frauen (Raucher haben z.B. eine doppelt so hohen Spiegel wie Nichtraucher); und bei Männern zeigt ein höherer Blut-Bleispiegel diese Auswirkungen (NIH-Studie – Pressemeldung 8.2.2012)  

Bräutigam, K.-R.; Achternbosch, M.; Hartlieb, N.; Kupsch, Chr.; Sardemann, G., 2007: Ressourcen und Abfallmanagement von Cadmium in Deutschland. Karlsruhe: Wissenschaftliche Berichte des Forschungszentrums Karlsruhe, FZKA 7315 -  Heft Juni 2007 – S. 83 Abfallmanagement – Cadmium – TA-KA Juni 2007

Cadmium (Expertengutachten - Elmadfa, Wien)

Larsson,S.C., Wolk, A.: Urinary cadmium and mortality from all causes, cancer and cardiovascular disease in the general population: systematic review and meta-analysis of cohort studies   Intern.J.Epidemiology doi: 10.1093/ije/dyv086 First published online: May 20, 2015

Evaluation of Certain Food Contaminants. WHO Tech.Report.Serie No.930; Genf 2006  (Acrylamid, Cadmium, Zinn)

Cadmium in Krabbenfleisch - EU-Kommission verlangt Kontrolle /  EU_VO 420/2011(29.4.2011)
- Bayer.Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2011)

 

Cadmium-Belastungen müssen reduziert werden - LEBENSMITTEL Bundesamt für Risikobewertung warnt vor Gesundheitsgefahren durch das Nierengift

BERLIN taz 8.7.2009 | Wer sich vielseitig ernährt, reduziert das Risiko von Cadmium-Schäden. Das giftige Schwermetall gänzlich vermeiden geht allerdings kaum, weil es in sehr vielen Lebensmitteln vorkommt. "Cadmium kann man nicht einfach verbieten; wir brauchen einen integrierten Ansatz, um die Belastungen zu minimieren", erklärte Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), am Dienstag in Berlin. Er appellierte an die Politik, mehr für die Sicherheit der Lebensmittel zu tun. Hintergrund ist eine neue Studie der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), die einen strengeren Höchstwert für die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von Cadmium einfordert. Die Efsa plädiert dabei für einen Grenzwert von 2,5 Mikrogramm Cadmium je Kilogramm Körpergewicht. Die bisherige Grenze liegt bei 7 Mikrogramm.
Das Schwermetall Cadmium kann aus natürlichen Quellen, etwa durch Vulkanausbrüche, aber auch aus Industrie und Landwirtschaft in die Umwelt gelangen. Es findet sich in der Atmosphäre, im Boden und im Wasser und reichert sich in der Nahrungskette an. Neben dem Rauchen sind Lebensmittel die Hauptquelle für Cadmium-Belastungen beim Menschen. Pflanzen nehmen das Schwermetall vorrangig über ihre Wurzeln auf. Vor allem Getreide, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Kartoffeln weisen oft hohe Cadmium-Werte auf. Über pflanzliche Nahrung gelangt das Schwermetall in den Organismus von Tieren und reichert sich dort in Leber und Nieren an. Auch Muscheln, Krebse, verschiedene Fischarten, Pilze, Schokolade und Nahrungsergänzungsmittel aus Algen sind oft stark belastet.
Zwar ist der Cadmium-Ausstoß in der Industrie sowie bei Düngemitteln in den letzten Jahren deutlich gesunken, womit auch die Werte in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln zurückgingen. Doch bei Bevölkerungsgruppen wie Kindern, Rauchern, Menschen, die in hoch belasteten Gebieten wohnen oder sich einseitig mit belasteten Lebensmitteln ernähren, kann die Cadmium-Aufnahme bis zum Doppelten des empfohlenen neuen Höchstwertes betragen. Cadmium schädigt die Nieren, führt zu Knochenkrankheiten und gilt als krebserregend.
Nötig sei es daher, alle Cadmium-Einträge entlang der Nahrungskette zu reduzieren, sagt BfR-Präsident Hensel. "Nationale Sondergesetze sind jedoch nicht zielführend", warnte Uwe Lahl vom Bundesumweltministerium. Hier seien einheitliche, europaweite Regelungen notwendig. Erste Diskussionen auf EU-Ebene hätten bereits begonnen.
Angelika Michel-Drees vom Bundesverband der Verbraucherzentralen forderte von der Politik, Cadmium-Grenzwerte innerhalb der EU-Düngemittelverordnung zu definieren, die Klärschlammverordnung zu novellieren und klare Empfehlungen zum Lebensmittelverzehr zu geben. Verbrauchern rät sie, sich abwechslungsreich zu ernähren und stark belastete Produkte zu meiden. ANNA FEHMEL

 

Stelte, W.: Der Schwermetallgehalt von Dosensuppen in Abhängigkeit von der Lagerdauer. Publikation des Instituts für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Giessen, o.J. (1981) (Zinn, Blei, Cadmium, Quecksilber) (Scan)<b<> </b<>

 

Huisingh, D., Huisingh,J.: Factors influencing the Toxicity of Heavy Metals in Food. Ecol Food Nutr. 3(4) 263-272 (1974) (Cd, Hg, Pb) (Scan im Archiv)