04/24/20

Bärlauch - Waldknoblauch

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Die in Europa und Teilen Asiens vor allem in Wäldern verbreitete und häufige, früh im Jahr austreibende Pflanzenart ist ein geschätztes Wildgemüse und wird vielfach gesammelt seit langem in vielen Regionen gesammelt. Das spiegelt sich in der Vielfalt seiner Namen wider: Bärenlauch, Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Rinsenknoblauch, Hundsknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen oder Waldherre,  Bärenknuflak (Göttingen), Germsel, Hollauch (mittelhochdeutsch), Hollouch (mittelhochdeutsch), großer Knoblauch (mittelhochdeutsch), Kremser (Aargau), Paules (mittelhochdeutsch), Rämsche (niederdeutsch), Rämsen (Göttingen), Rämtern (Entlebuch, Bern), Rame (althochdeutsch), Rames-adra (althochdeutsch), Rames-öre (althochdeutsch), Rampen, Rampsen, Ramsche (Göttingen), Ramsen (Allgäu), Rambs (Schlesien), Ramisch (Schlesien), Ramsel (Schlesien, Thüringen), Ramser (Schlesien, Bern, mittelhochdeutsch), Ramseren, Ransericht (Schlesien), Räpschala (St. Gallen bei Sargans), Ränze (Aargau), Räzschala (St. Gallen), Remese (mittelhochdeutsch), Remsa (St. Gallen, Oberrhein), Remschala (St. Gallen bei Sargans), Remsen (Göttingen) und Zigeunerknoblauch (St. Gallen bei Werdenberg).

Der Bärlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 30 Zentimetern erreicht. Die meist zwei, selten ein oder drei grundständigen Laubblätter haben einen 5 bis 20 Millimeter langen Stiel und verbreitern sich abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite flache, elliptisch-lanzettliche Blattspreite. Die Blattoberseite glänzt und ist von dunklerem Grün als die matte Unterseite. Sein Geruch ist typisch (knob)lauchartig. Die Blütezeit reicht von April bis Mai.
Der Bärlauch ist in fast ganz Europa mit Ausnahme der immergrünen, mediterranen Region sowie der ungarischen Tiefebene bis nach Nordasien (Kleinasien, Kaukasus) verbreitet. Er gedeiht in Höhenlagen von Meereshöhe bis in 1900 Metern (Voralpen). In Deutschland wächst der Bärlauch besonders im Süden, im Norden seltener.  Die Bärlauch-Saison (in Deutschland, Mitteleuropa) beginnt Ende März und endet Ende April. Der saisonale Charakter zeigt sich entsprechend mit den Medienberichten zu Bärlauch.
Trotz der leichten Identifikation durch den knoblauchartigen Geruch, der beim Reiben der Blätter entsteht, wird Bärlauch von unerfahrenen Sammlern immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs verwechselt. Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig und es kommt so immer wieder zu Vergiftungen, teils mit tödlichem Ausgang. Neben dem Geruch ist die Blattunterseite eine weitere Möglichkeit zur Unterscheidung des Bärlauchs von den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Beim Bärlauch ist die Blattunterseite immer matt, bei Maiglöckchen und Herbstzeitlose glänzend.

Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, oft auch mit den Stängeln, frisch als Gewürz, für Dip-Saucen, Kräuterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gemüse in der Frühjahrsküche. Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe verändert, wodurch der Bärlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack verliert. Daher wird er meist roh und kleingeschnitten unter Salate oder andere Speisen gemischt. Im Frühjahr kann Bärlauch auch den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ersetzen.
Nicht so bekannt ist die Verwendung der Knospen zur Herstellung von Bärlauchkapern.
Zum Verbrauch und Verzehr (in Deutschland) sind keine Angaben bekannt. Das ist für die "Statistik" zu speziell. Aus den Daten der Zweiten Nationalen Verzehrsstudie könnte das ermittelt werden (www.was-esse-ich.de )

In der Naturheilkunde kommt Bärlauch als Heilmittel oft zur Anwendung. Die Heilwirkung ist den zahlreichen in ihm enthaltenen, überwiegend schwefelhaltigen ätherischen Ölen zuzuschreiben, die sich positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen auswirken. Des Weiteren ergibt sich eine effektive Heilwirkung bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Darmerkrankungen. Zudem wirkt er stoffwechselanregend, positiv auf den Cholesterinspiegel und hilft bei Wurmbefall. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung wird Bärlauch auch bei Magen-Darm-Störungen (Blähungen,Verdauungsstörungen ) eingesetzt.
Im Mittelalter glaubte an, das Bärluach Unheil abwehren könnte.

Informationen:
wikipedia - engl.- ramsons -
http://www.baerlauch.net/.

Saisonale Meldungen zu Bärlauch (google trend)
2021
Der Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger. dpa-Meldung am 19.04.2021 z.B. in Bürstädter Zeitung + Rhein-Zeitung -
Ein (Knoblauch-)Hauch von Frühling, aber bitte mit Bärlauch. dpa-Meldung am 24.02.2021 z.B. Bürstädter Zeitung + Gießener Anzeiger - mit BuchhinweisStefanie Klein: «Bärlauch», FONA Verlag, Seengen, Schweiz; 2020, 93 S, ISBN-13: 978-3-03780-673-9.
2020
Knoblauchnote im Bärlauch hält nicht lange. dpa/tmn-Meldung am 18.03.2020 z.B. in Bürstädter Zeitung + Rhein-Zeitung
2019
- Bärlauch: Frühlingskraut mit Knoblaucharoma.  BZfE News 10.11.2019
- Bärlauch nicht mit giftigen Maiglöckchen verwechseln. dpa/tmn-Meldung 19.03.2019 z.B. in Rhein-Zeitung + Hamburger Abendblatt -
- Ministerium warnt: Bärlauch nicht nur bei Verwechslung gefährlich. Stuttg Ztg 18.03.2019
- Wiener,S.: Einen Bärlauch-Hunger.  TAZ 16.03.2019
- Bärlauch: Tipps zum Sammeln. Ernährungs-Umschau Nr.04/2019 M189 - AGES, Bärlauch  bei  www.ages.at    /
- Bärlauch-Blätter vor dem Einfrieren pürieren. dpa/tmn-Meldung 06.03.2019 z.B. in Rhein-Zeitung + Münchner Merkur -
2018 - Der kleine Stinker ist gesund. Schwarzwälder Bote 17.04.2018 -
- Mit frischen Kräutern ins Frühjahr: Shootingstar Bärlauch. BZfE News 28.02.2018 - Anbau im Garten (link) - Food Monitor 28.02.2018
2017 - dpa-Meldung: "Reinigt Magen und Darm: Bärlauch ist reich an Sulfiden." (z.B. Rhein-Zeitung und Augsburger Allgemeine 10.04.2017)
2016 - Bärlauch - das erste frische Grün des Jahres . aid aktuell, 02.03.2016 -

Rezepte gibt es viele, besonders in der Badischen Küche, und auch in der Schweiz
- link bei www.bad-bad.de -

SWR2 Wissen: (28.10.2010) Bärlauch und Huflattich - Die Küche der Wildpflanzen (Manusriktipt)
Kandlhofer, P et al.: Kochen mit bioreaktiven Nahrungsmitteln I: Bärlauch - der wilde Bruder des Knoblauchs. ERNO 1(2) 109-112 (2000)  (im Archiv)

Stuttgarter Markt (April 2009) (im Archiv)

Informationen zu Bärlauch - MLR_BW

Bärlauch: Der wilde Bruder vom Knoblauch. Slow Food Magazin Nr.01/2019 S.46-49

Ministerium warnt - Bärlauch nicht nur bei Verwechslung gefährlich. Stuttg Ztg  17.03.2019 (wg Fuchsbandwurm)

Der Bärlauch-Papst aus Saulgrub ("Beim Kargl"). Münchner Merkur 04.08.2009  - Unsere köstliche Heimat:
Der Bärlauchpapst. TV-Film von A.Zimmeck, MDR, 28.04.2019 (Wiederholung vom 05.04.2008 (link)   - www.landgasthaus-beim-kargl.de/

Bärlauchtage - Bärlauchwanderweg in www.eberbach.de  Eberbacher Bärlauchtage (Flyer 2013)  (Tourismus - link)  - 17.03.-15.04.2018  link

- Von Bärlauchkapern, Wildpflanzen und einem Buch.  link im www.lamiacucina.blog  (17.04.2020)

Hier: Der Weg zu Bärlauch in der Philatelie

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