08/02/20

Bittermelone = Bittergurke - Momordica charantia

Die Bittermelone (Momordica charantia), auch Bittergurke, Goya-Gurke, Balsamgurke, Balsambirne, Balsamapfel, und Bittere Springgurke genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bittermelonen (Momordica) innerhalb der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Diese tropischen Gemüsefrüchte sind ein seit Jahrhunderten in vielen Ländern und besonders im asiatischen Raum beliebtes Lebens- und Heilmittel. Die Anbaugebiete sind Afrika, Asien, Südamerika und die Karibik. Die Bittermelone wurde in Amerika wahrscheinlich zur Zeit des Sklavenhandels eingeführt. In den USA ist sie ein verbreitetes "Unkraut". Sie kommt in Afrika in Höhenlagen bis auf 1650 Meter vor. So gibt es viele weitere Namen in Japan (Okinawa)  Gōyā; in Sanskrit Karela; in Malaya Peria katak und Pavaykka; in Honduras Kalaika, usw.
Die Bittermelone ist eine krautige Pflanze. Die niederliegenden oder aufsteigenden Sprossachsen werden bis zu 5 m lang und sind spärlich bis dicht behaart. Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist bis 7 cm lang. Die Blattspreite ist bei einer Länge bis 10 cm sowie einer Breite bis 12,5 cm breit oval bis rund im Umriss, mit herzförmigem Grund. Die Spreite ist tief handförmig geteilt mit drei bis sieben Lappen. Die Lappen sind jeweils mehrfach gelappt oder entfernt gezähnt. Die dünnen Ranken sind einfach und lang.
Die Bittermelone wird in den feucht-heißen Tropen in Höhenlagen bis auf 500 Meter angebaut. Fruchtbare Böden mit gutem Wasserhaltevermögen sind am besten geeignet. Die Pflanzen werden häufig an Spalieren gezogen. Etwa fünf Wochen nach Aussaat beginnt die Blütezeit. Je nach Sorte können die unreifen Früchte ein bis drei Wochen später geerntet werden, die dann 80 bis 120 g wiegen. Die Erträge können bei 8 bis 15 Tonnen pro Hektar liegen. Krankheiten und Schädlinge sind wohl aufgrund der vielen giftigen Inhaltsstoffe selten. Die Bittermelone ist jedoch gegen das Wassermelonenvirus und andere Viren empfindlich.
Die einzelnen Sorten der Bittermelone sind relativ wenig erforscht. Vor allem in China und Indien gibt es eine Anzahl von Sorten, die sich in Wuchsform, Reifezeit und Fruchtmerkmalen wie Größe, Form, Farbe und Oberfläche unterscheiden. In Indien wurden großfruchtige, dickfleischige Hybridsorten gezüchtet.
In tropischen Ländern, in denen die Bittermelone gedeiht, werden die Früchte auf Märkten angeboten. Sie sind ein gute Lieferanten von essentiellen Nährstoffen (Vitamine - z.B. Carotinoide -  und Mineralstoffe), wie auch von sonstigen wertvollen Inhaltsstoffen (sekundäre Pflanzenstoffe, z.B. bitter schmeckende Saponine).
In der Küche Asiens ist ein Gemüsegericht aus unreifen Früchten beliebt. Bittergurke kann nur unreif gegessen werden, weil sie im reifen Zustand zu bitter ist. Vor der Zubereitung wird nach dem Entfernen der Samen das Fruchtfleisch in dünne Scheiben geschnitten und mit Salz eingerieben, um Bitterstoffe zu reduzieren. In Indien, besonders in Bengalen, gilt sie als appetitanregend und wird häufig als Vorspeise gereicht.

Blätter, Früchte, Samen und Samenöl werden in der traditionellen Medizin verwendet. Unreife Früchte werden bei Typ-2-Diabetes eingesetzt. Bei Wurmbefall, Blasenstein, Fieber und Magengeschwür soll die Bittermelone hilfreich sein. Es gibt einige wenige klinische Studien, die die positive Wirkungen der Bittermelone belegen.

Informationen
- wikipedia - engl. Momordica charantia -
- wiki commons -

- Momordica charantia L.  link bei Kew Botanical Gardens www.kew.org  -
- Momordica charantia bei  Useful Tropical Plants -

Morton, J.F.: The balsam pear—an edible, medicinal and toxic plant. Economic Botany 21: 57-68 (1967)
Grover, J.K., Yadav, S.P.:  Pharmacological actions and potential uses of Momordica charantia: a review. J Ethnopharmacol 93(1):123-32.doi: 10.1016/j.jep.2004.03.035. (2004)
Chan, ;L.L. et al.: Reduced adiposity in bitter melon (Momordica charantia)-fed rats is associated with increased lipid oxidative enzyme activities and uncoupling protein expression. J. Nutr. 135(11) 2517–2523 (2005) 
Ooi, C.P. et al.: Momordica charantia for type 2 diabetes mellitus. Cochrane Database of Systematic Reviews  2012, Issue 8. Art. No.: CD007845. DOI: 10.1002/14651858.CD007845.pub3 (2012).

Gesundes Gemüse: Gehaltvolle Gurken für Gärten in Südostasien. MRI-Projekt mit World Vegetable Center (AVRDC)

Krawinkel, M.B. et al. (Gießen): Bitter gourd reduces elevated fasting plasma glucose levels in an intervention study among prediabetics in Tanzania.  Journal of Ethnopharmacology Vol 216,1-7 (24.04.2018) doi.org/10.1016/j.jep.2018.01.016 ⇔ link bei www.heilpraxisnet.de 20.02.2018  / t-online 11.06.2018

- Bittergurke bei www.lebensmittellexikon.de -

- Bittergurke - Bittermelone bei www.superfoods-online.org -

Die Bittergurken gibt es auf Briefmarken.

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