09/27/25
Die Adzukibohne (Vigna angularis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vigna in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosae). Diese Nutzpflanze ist nahe verwandt mit einer Reihe anderer „Bohnen“ genannter Feldfrüchte wie der Mungbohne, aus der die sogenannten Sojasprossen hergestellt werden.
Wildformen der Adzukibohne stammen aus Mittelchina, Taiwan, Korea und Japan. Die Adzukibohne wird seit 2000 Jahren in China, Korea und Japan angebaut. Sie wächst am besten in den Subtropen. Archäologische Befunde lassen vermuten, dass die Wildformen im nordöstlichen Asien an verschiedenen Orten in Kultur genommen wurden, Kulturformen als mehrmals unabhängig voneinander entstanden sind. n Japan, Korea, Taiwan und China existieren Samenbanken. Allein in Japan sind über 300 Sorten, Landrassen und Zuchtlinien registriert.
Bei der Adzukibohne handelt es sich um einen Therophyten. Das Wurzelsystem, das von der Pfahlwurzel ausgeht, breitet sich auf einer Fläche mit einem Durchmesser von 40 bis 50 Zentimetern aus. Der Luftstickstoff wird durch die Symbiose der Wurzelknöllchen der Adzukibohne mit den Knöllchenbakterien Bradyrhizobium bacteria genutzt (Stickstofffixierung). Die Wurzelknöllchen weisen einen Durchmesser von 4 bis 10 mm auf und beginnen ihre Entwicklung, wenn die ersten Laubblätter sich entfalten.
Die Adzukibohne ist eine einjährige, selten zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 30 bis 90 Zentimetern; sie kann auch bis zu 3 Meter hochklettern. Sie wächst aufrecht oder sich gegen den Uhrzeigersinn emporwindend; es gibt auch kriechende Formen. Die meist grünen, bei manchen Sorten auch purpurfarbigen, kantigen Stängel sind fein behaart. An den Knoten (Nodi) werden Wurzeln gebildet. Die Pfahlwurzeln sind 40 bis 50 Zentimeter lang.
Die ersten Blätter des Sämlings sind gegenständig, lang gestielt, einfach und herzförmig. Die wechselständig am Stängel angeordneten, einfachen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang und leicht haarig.
Die Blütezeit reicht in China von Juni bis Juli. In den Blattachseln stehen, auf im unteren Stängelbereich langen und im oberen relativ kurzen Blütenstandsschäften, die traubigen Blütenstände mit je zwei bis zwanzig Blüten. An jedem Fruchtstand hängen zwei bis sechs Hülsenfrüchte. Die hängende, fast kahle, relativ dünnwandige Hülsenfrucht ist bei einer Länge von 5 bis 8, seltener bis zu 13 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 0,5 bis 0,6 Zentimetern schlank, zylindrisch und zwischen den 2 bis 14 Samen etwas eingeschnürt, also sind die Samen als deutliche Wölbungen sichtbar. Die Hülsenfrucht ist bei Reife strohfarben gelb, schwärzlich oder braun. Die Früchte reifen in China von September bis Oktober. Bei Reife zerbrechen die Hülsenfrüchte. Die mit einer Länge von 5 bis 7,5, mm sowie einem Durchmesser von 4 bis 5,5 mm relativ kleinen, harten Samen sind länglich und rund, selten abgeflacht, mehr oder weniger zylindrisch mit gerundeten oberen Enden. Die glatten Samenschalen sind meist weinrot oder kastanienrot, manchmal strohgelb, leder-, cremefarben bis schwarz oder gefleckt. Das weiße Hilum ist bei einer Länge von 2,4 bis 3,3 mm sowie einer Breite von 0,6 bis 0,8 mm ang und schmal. Die Samen wiegen jeweils 50 bis 250 mg. Die Tausendkornmasse beträgt 50 bis 200 g, bei den meisten japanischen Sorten liegt es bei 130 bis 150 g und bei den Dainagon-Adzukibohnen bei 180 bis 200 g.
Die Bohnen (Samen) und das daraus gewonnene Mehl sind bedeutende Handelsgüter in ostasiatischen Märkten.[3] Die meisten Sorten dienen der Kornnutzung.
Sie wird in tropischen, subtropischen bis gemäßigten Gebieten angebaut; die Temperaturansprüche liegen nicht sehr hoch. Die Jahresdurchschnittstemperaturen für optimales Wachstum liegen bei 15 bis 30 °C. Sie tolerieren hohe Temperaturen, sind aber frostempfindlich. In den Tropen sind größere Höhenlagen für den Anbau besser. Abhängig von der Temperatur und Bodenart sollten am besten Jahresniederschlagsmengen von 1000 bis 1500 mm zur Verfügung stehen; bei Wassermangel im Anbaugebiet erfolgt manchmal eine Bewässerung, die Anbaugrenzen liegen bei 500 bis 1750 mm. Der Anbau erfolgt fast nur in Reinkultur; die Adzukibohne ist allerdings auch konkurrenzstark genug im Mischanbau.
Die Samen bleiben mindestens fünf Jahre keimfähig, wenn sie bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 15 % gelagert werden. Zwischen 8 und 30 kg Saatgut pro Hektar sind erforderlich. Meist beträgt der Reihenabstand 60 bis 90 cm bei einem Abstand von 30 cm in der Reihe. Zur Keimung sind Bodentemperaturen oberhalb von 6 bis 10 °C erforderlich und die besten Keimtemperaturen liegen bei 30 bis 34 °C. Die Keimdauer beträgt 7 bis 20 Tage. Das Wachstum ist vergleichsweise langsam. Von der Aussaat bis zur Kornreife dauert es je nach Sorte und Klima meist 80 bis 120 Tage. Die Blütezeit dauert 30 bis 40 Tage, kann allerdings bis zu dreimal so lang dauern, bei sehr frühen Aussaaten.
Hauptsächlich durch die Anbauintensität bedingt liegen Erträge der Bohnen im weiten Bereich von 4 bis 8 dt/ha; für Japan und China gibt es sogar Ertragsangaben von 20 und 30 dt/ha. Die Adzukibohne wird in über 30 Ländern angebaut, außerhalb Asiens gibt es Anbaugebiete in Südamerika, in den Südstaaten der USA, Neuseeland sowie in Afrika, beispielsweise im Kongo sowie in Angola.
Verwendung in der Küche
Man kann die frischen Hülsenfrüchte, die frischen Bohnen oder die getrockneten Bohnen verwenden. Reife Samen und grüne Hülsenfrüchte werden als Gemüse und in Suppen oder in Salaten gegessen. Getrocknete Bohnen können gemahlen werden und aus diesem Mehl können Suppen, Gebäck oder süße Getränke hergestellt werden. Der süße, nussige Geschmack der Adzukibohne führt dazu, dass sie in Asien zur Herstellung traditioneller Süßspeisen dient. Beispielsweise werden Süßigkeiten und Eiscreme hergestellt. Aus Adzukibohnen wird Rote Bohnenpaste hergestellt. Ursprünglich aus Japan stammt die Erzeugung von Adzukibohnen-Sprossen, also einem Sprossengemüse. Die Bohnen werden gepoppt, wie Popcorn. Die Bohnen werden kandiert. Die Adzukibohne ist ein Kaffeesurrogat.
In der japanischen Küche wird die Adzukibohne vielseitig verwendet. In Japan ist die Adzukibohne zusammen mit Reisbrei wichtiger Bestandteil von „azuki-gayu“, bei traditionalen Zeremonien und Feiern. Adzukibohnen werden gekocht in Japan zu „An“, einer Adzukibohnen-Marmelade, oder „Shiruko“, einer süßen Suppe mit Klebreiskuchen. Aus Adzukibohnenmehl wird in Japan beispielsweise Yōkan hergestellt.
Die Adzukibohne soll leichter verdaulich als viele andere „Bohnen“-Arten sein. Ihre Nährwerte sind Bohnen-ge,äß; so haben 100g reife Adzukibohnen: 130kcal, 7,5 g Eiweiß, 0,1g Fett, 25g Kohlenhydrate, 7,3g Nahrungsfaser, sie sind reich an Mineralstoffen (wie Magnesium, Zink) und B-Vitaminen (wie Thiamin, Niacin, Folsäure.
Die Adzukibohne wird in der traditionellen chinesischen Medizin seit der Tang-Dynastie als Heilpflanze verwendet. Adzukibohnen haben dort Bedeutung in Bezug auf das Yin und Yang, da sie den Yang-Charakter stärken. Ihnen wird eine Wirkung bei Nierenproblemen, Abszessen, bestimmten Tumoren, in der Geburtshilfe und anderen Beschwerden sowie bei der Erhöhung des Milchflusses zugeschrieben. Die Yin der Laubblätter der Adzukibohne sollen fiebersenkend wirken. Bei der Behandlung nach Aborten werden Keimlinge angewendet.
Die postulierten gesundheitsfördernden Eigenschaften wurden in einzelnen Studien wissenschaftlich untersucht. Die bisherigen wissenschaftlichen Evidenzen reichen jedoch bei weitem nicht aus, um der Adzukibohne eine gesicherte, über den bekannten Nährstoffgehalt hinausgehende positive medizinische Wirkung zuzuschreiben.
Adzukibohnenmehl wird auch zur Kosmetikherstellung verwendet.
Die Bohnen werden auch als Viehfutter verwendet. Besonders die spätreifenden Sorten dienen zur Erzeugung von Grünfutter und zur Gründüngung. Damit wird beispielsweise die Bodenerosion verringert. Es wurden Werte der Stickstofffixierung von bis zu 100 kg N/ha beobachtet, die Mengen sind von der Bodenfeuchtigkeit und dem Boden-pH-Wert abhängig.
Informationen
wikipedia - engl. Adzuki bean -
Chen, X. et al.: The discovery of adzuki bean (Vigna angularis) in eastern China during the 9th millennium BP and its domestication in East Asia. Proc.Nat.Acad,Sci 122 (39) e2510835122, doi.org/10.1073/pnas.2510835122 (22.09.2025) ⇔ Discovery expands understanding of Neolithic agricultural practices, diets in East Asia. link bei www.eurekalert.org 24.09.2025
Es gibt die Adzukibohne auf einer Briefmarke aus Taiwan
China-Tawian (28.01.2015) Hülsenfrüchte - Erdnuss (Arachis hypogaea) (Abb) - Adzukibohne (Vigna angularis) (Abb) - Sojabohne (Glycine max) (Abb) - Mungbohne (Vigna radiata) (Abb) (FDC)