03/24/22
Als Hopfenspargel, auch Hopfensprossen genannt, werden die Wurzeltriebe der Hopfenpflanze bezeichnet, die unter der Erde liegen. Um dem Hopfen zu einem kräftigeren Wachstum zu verhelfen, werden im Frühjahr die überzähligen Wurzeltriebe bis auf drei Haupttriebe entfernt. Diese tragen dann im Herbst die zur Herstellung von Bier erforderlichen Hopfendolden.
Der durch diese Arbeiten angefallene Hopfenspargel wurde früher zu einer einfachen Mahlzeit zubereitet. Wegen der zunehmenden Massenproduktion geriet er nahezu in Vergessenheit. Seit einigen Jahren vermarkten wieder mehr Hopfenpflanzer die Sprossen als Delikatesse. Die Erntezeit für ein Kilogramm beträgt etwa ein bis zwei Stunden, je nach Witterung und Zustand des Bodens. Die nur wenige Zentimeter kleinen Triebe haben etwa den Durchmesser eines Bleistifts. Optisch erinnern sie eher an Sojasprossen und weniger an echten Spargel.
Die kurze Wachstumszeit von etwa Mitte März bis Anfang April und die aufwändige Ernte machen dieses außergewöhnliche Gemüse zu einer teuren Rarität. Nicht nur die Ernte, auch das Putzen in der heimischen Küche ist mit Aufwand verbunden und erfordert Geduld. Da die frischen Sprossen noch mit Erde behaftet sind, ist mehrmaliges Waschen nötig. Alsdann muss gegebenenfalls das untere holzige Ende abgebrochen werden. Ein Schälen wie beim echten Spargel ist hingegen nicht von Nöten. Das Gemüse kann vielfältig zubereitet werden und eignet sich sowohl für Salate und Beilagen in der warmen und kalten Küche. Wer es puristisch mag, dünstet die Sprossen nur leicht in Butter an, würzt dezent mit Zwiebeln, etwas Petersilie oder Schnittlauch, um den besonderen Eigengeschmack zur Geltung zu bringen. Dieser ist leicht bitter mit einer erdigen Note und erinnert ein wenig an grünen Spargel.
Nährwertangaben findet man in keiner Tabelle, zu „exotisch“ ist diese heimische Rarität.
Informationen:
- wikipedia -
Hopfenspargel: Der teuerste Spargel der Welt, der gar kein Spargel ist BZfE News 23.03.2022
- Herre,S.: Genussreise Niederbayern - Da wächst Hopfen und Spargel. Slow Food Magazin Nr.03/2022, S.18-27 (scan im Archiv)