Linsen (Erve:engl. Lentil <Lens culinaris Medik.>) ist eine traditonelle Hülsenfrucht (Fabaceae oder Leguminosae) (seit ca 8000 Jahre von Menschen genutzt) - Urspung im Mittelmeerraum, vorderer Orient; altes Ägypten, usw. Sie ist in vielen Ländern - vor allem Indien weit verbreitet (dort zählt man > 50 Linsensorten; dal).
(wikipedia - engl. lentil)

Produktionszahlen der FAO (2007 - Chart)

In Deutschland wird sie wenig angebaut und verzehrt (Schwäbische Alb; und schwäbische Spezialität - Linsen mit Spätzle).
- Linseneintopf: "Arme-Leute-Essen" freiert Comeback. Mittelbayrische 25.11.2017

Alblinsen Slow-Food Nr.4/2005, Alb-Leisa – Linsen von der schwäbischen Alb -
- Alblinsen bei www.bio-aus-bw.de
- Geschichte der Linse in Baden-Württemberg. Stuttgarter Zeitung 15.01.2017 / Archeobotaniker Manfred Rösch (Uni Heidelberg) - Interview

Bernd Horneburg: Frischer Wind für eine alte Kulturpflanze. Linse im ökolog Landbau, Geschichte und Verwendung, Göttingen, 2003

Informationssammlung (OLT Jan 2010)

Linsen - kulinarische Winzlinge (Test 2_2011)

französische Linsen: grüne Le Puy Linse ("Kaviar der Armen"); Puy-en-Velay

Linsengericht - Bezug zur Bibel - "Snack Gottes" (Philipp Maußhardt; TAZ 14.12.13) (im eArchiv)
Linsengericht - Ort in Hessen

Achim Schwekendiek: Linsen. Das Kochbuch. Edition Styria; München/Wien; 2011. (neue Auflage - Buchgourmet) Achim Schwekendiek, Simon Vollmeyer: Hülsenfrüchte. Das Kochbuch, Edition styria, 2013, ISBN-13: 9783990110621

Linsen - das neue Fleisch (Mittel gegen Welthunger).  Arte-Magazin (04.11.2017)

Linsen. erdig oder edel - dpa/tmn-Meldung, 28.01.2015 - z.B. Rhein-Zeitung - mit Hinweisen auf folgende Bücher: Petra Kolip: Linsenlust. 45 Rezepte aus aller Welt, Cadmos Verlag,  ISBN-13: 9783840470035 - www.linsenvergnuegen.de - (Petra Kolip - Uni Bielefeld - Prof. f Prävention und Gesundheitsförderung
Ross Dobson: Von Erbsen, Bohnen und Linsen. Das Kochbuch der Hülsenfrüchte, Neuer Umschau Buchverlag,  ISBN-13: 9783865286772

Moravek, D. et al.: Carbohydrate Replacement of Rice or Potato with Lentils Reduces the Postprandial Glycemic Response in Healthy Adults in an Acute, Randomized, Crossover Trial. J Nutrition 148(4) 535–541 doi.org/10.1093/jn/nxy018 (11.04.2018) ⇔ link bei www.eurekalert.org  13.06.2018 + ScienceDaily 13.06.2018

Wiener,S.: Dreierlei von Linsen - TAZ 02.04.2016  (im TAZeArchiv)

Linsen - aid aktuell, 08.07.2015 /  aid aktuell - 25.05.2016
Linsen sind Anpassungskünstler und schmecken fast immer (Voksstimme-Zeitungsbeitrag (link - nicht mehr gültig 7.10.13) 
Bonn - Erdig, herzhaft und nussig bis hin zu einem ganz zarten Geschmack: Linsen bieten eine große Vielfalt. Doch der Umgang mit den Hülsenfrüchten will gelernt sein.
Das geht schon beim Einkauf los: Die Linsen sollten glatt und gleichmäßig gefärbt sein. In keinem Fall dürfen sie muffig riechen, erklärt Gabriele Kaufmann vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Dann könnten die Linsen zu alt oder falsch gelagert sein.
Vor dem Verzehr müssen Linsen immer kochen, denn Hülsenfrüchte enthalten Lektine. Diese Eiweißstoffe bewirken, dass die roten Blutkörperchen zusammenkleben und Entzündungen oder Blutungen hervorrufen. Im schlimmsten Fall kann der Verzehr von rohen Linsen tödlich enden. Deswegen rät Kaufmann, Linsen mindestens 15 Minuten zu kochen und unbedingt für Kinder unzugänglich aufzubewahren.
Getrocknete Linsen müssen vor dem Kochen zwar nicht, wie häufig angenommen, in Wasser einweichen. "Doch durch das Einweichen verkürzt sich die Kochzeit", erklärt Kaufmann. Außerdem können die Blähstoffe, Raffinose und Stachyose, in den Linsen reduziert werden. Das Einweichwasser sollte dann allerdings nicht mitkochen.
Wer sich einen Vorrat an Linsen anlegen möchte, sollte darauf achten, sie nach vier bis sechs Monaten zu verbrauchen, rät die Kochbuchautorin Monica Cacciatore aus Weil der Stadt (Baden-Württemberg). "Je älter die Linsen sind, desto länger ist ihre Garzeit", erklärt sie. Manche Linsen werden dann überhaupt nicht mehr gar. Außerdem lasse durch das Lagern der Geschmack nach. Sollten jedoch mal ältere Linsen zubereitet werden, dann helfe es, sie vor dem Kochen lauwarm einzuweichen. Oft genügt es, die Linsen mit kaltem Wasser abzubrausen. Auch eine Prise Natron im Kochwasser ist hilfreich.
Grüne Linse: Am weitesten verbreitet ist die Grüne Linse. In Deutschland ist sie vor allem als Tellerlinse oder Braune Linse bekannt. "Die Linse ist relativ groß und nicht sehr geschmacksintensiv", erklärt der Kochbuchautor Herbert Walker aus Königsbronn. Denn je kleiner die Linsen sind, desto geschmacksintensiver sind sie. Deswegen rät er zu starken Gewürzen.
Für ein marokkanisches Lammragout mit Linsen zum Beispiel werden für vier bis sechs Portionen 400 Gramm (g) Linsen, 250 g Lammfleisch, 20 g Pflanzenöl, 2 Zwiebeln, 2 rote Chilischoten, 4 Tomaten, 2 Esslöffel (EL) Tomatenmark und 3 bis 4 EL Butterschmalz benötigt. Das in feine Streifen geschnittene Fleisch wird zusammen mit den Zwiebelvierteln und Knoblauch, Safran, Kreuzkümmel, Pfeffer, Petersilie und Olivenöl angebraten, rät Cacciatore.
Die zerkleinerten Chilis, die gehackten Tomaten und das Tomatenmark werden dann untergerührt, mit Wasser oder Lammbrühe aufgegossen und kochen gelassen. "Die grünen Linsen müssen separat mit kaltem Wasser aufgesetzt werden und bei milder Hitzezufuhr 30 Minuten kochen", ergänzt die Kochbuchautorin. Nach dem Kochen werden sie mit dem Schmoransatz vermischt.
Belugalinse: Die Belugalinse ist sehr klein und zeichnet sich durch ihre glänzend schwarze Schale aus, erklärt Cacciatore. Gekocht verändert sich die Farbe zu einem kaviarähnlichen Mattgrau - daher stamme der Name, so die Expertin.
Im Geschmack ist die Linse sehr würzig-aromatisch. Durch den intensiven Eigengeschmack seien nur wenige Zutaten für einen ausgefallen Brotaufstrich nötig, sagt Walker: Die Linsen müssen gut zerkocht und püriert werden. Mit Butter, Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe, Oregano, Garam Marsala, etwas Senf und Schnittlauch vermischt - schon ist der Aufstrich fertig. "Der Brotaufstrich lässt sich durch Majoran oder Basilikum gut variieren", erklärt Walker.
Rote Linse: Rote Linsen sind geschält erhältlich, dadurch ist ihre Garzeit besonders kurz. "Je nach Ernte und Verwendung sind die Linsen schon nach 8 bis 10 Minuten gar", erklärt Cacciatore. Sie verändern ihre Farbe während des Kochens von orange zu gelb. Rote Linsen schmecken mild und etwas süßlich, beschreibt Kaufmann.
Für Linsenfreunde hat Herbert Walker einen besonderen Tipp: ein süßes Dessert aus roten Linsen. Dazu benötigt werden rote Linsen, Zimtrinde, getrocknete Aprikosen, Apfelsaft, Honig, etwas Safran, Kiwis oder Kakifrüchte. Die Linsen müssen gut zerkocht, das Kaki- oder Kiwifruchtfleisch klein geschnitten und mit den Linsen und den restlichen Zutaten gemischt werden. Dazu wird mit Traubensaft pürierter Tofu gereicht.
Literatur: Monica Cacciatore, Feuerbohnen & Kichererbsen: Hülsenfrüchte - international: Warenkunde und Rezepte, Hädecke, ISBN-13: 978-3-7750-0523-4, 17,90 Euro; 
Herbert Walker, Bohnen, Erbsen, Linsen & Co.: Vollwertige Rezepte mit Hülsenfrüchten. Fantastisch vegetarisch, pala, ISBN-13: 978-3-89566-215-7, 8,80 Euro
Vorsicht bei Gicht und NierenbeschwerdenHülsenfrüchte enthalten Purine. Dieser Stoff beeinflusst den Harnstoffwechsel und kann deswegen für Gicht- und Nierenkranke gefährlich werden. Betroffene sollten vor dem Genuss von Linsen mit ihrem Arzt sprechen, empfiehlt der Verbraucherinformationsdienst aid.

Biodiversität auch auf dem Teller: Über die Rückkehr einer fast verschollenen Linse (AID - link - nicht mehr aktuell 7.10.13)
"Die Linse ist eine uralte Kulturpflanze, die den Menschen schon um ca. 8 000 v. Chr. als Grundnahrungsmittel diente. Auf deutschen Böden hat der Linsenanbau eine sehr lange Tradition. Über viele Jahrhunderte wurden auf der Schwäbischen Alb, die mit ihren kalkreichen Böden und dem rauen Klima ideale Bedingungen bietet, Linsen kultiviert. Im 19. Jahrhundert waren noch mehrere Tausend Hektar mit dieser wertvollen Hülsenfrucht bebaut. Denn Linsen waren - wie Erbsen und Bohnen - früher als pflanzliche Eiweißlieferanten überlebenswichtig. Doch trotz ihres hohen Energiegehalts verschwand die eiweißreiche Frucht bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr von deutschen Äckern. Aufgrund der niedrigen Erträge und des großen Arbeitsaufwands für Ernte, Trocknung und Reinigung, gaben die Bauern den Linsenanbau auf. 1960 gab auch der letzte Linsenanbauer Deutschlands auf. Etwa zeitgleich verschwanden hierzulande die letzten beiden gelisteten Linsensorten - die in den 1930er Jahren vom schwäbischen Pflanzenzüchter Fritz Späth gezüchteten "Alblinsen 1 und 2". Die Linse stand zwar weiterhin auf dem Speiseplan der Deutschen, doch die kleinen runden Hülsenfrüchte kamen nicht mehr vom heimischen Acker, sondern aus Kanada oder Indien. Erst in den 1980er Jahren besannen sich wieder einige Bauern darauf, die verschollene Kultur zurück auf ihre Felder zu holen. Da die einzigen und letzten heimischen Linsensorten jedoch nirgendwo mehr auffindbar waren, verwendete man italienische und französische Sorten, die mit dem rauen Alb-Klima zurecht kamen. Mit den Jahren wurden die Leisa - wie die Linse liebevoll von den Schwaben genannt wird - wieder von einer Handvoll Landwirten auf der Alb kultiviert. Mit Erfolg: Die heute über eine Öko-Erzeugergemeinschaft vermarktete "Alb-Leisa" ist schnell zu einem gefragten Produkt geworden. Doch die "echte" Alb-Linse - Späths Alblinse - war trotz intensiver Suche immer noch nicht wieder aufgetaucht. Erst 2006 wurde man endlich in St. Petersburg fündig. Eine Sensation für die Alb und ein Gewinn für die biologische Kulturpflanzenvielfalt, denn die schwäbischen Landwirte setzen nun alles daran, die echte und einzige Alblinse künftig auf ihren Äckern zu kultivieren. So wird die Ur-Alblinse mit etwas Zeit und Geduld ihren angestammten Platz neben den schwäbischen Spätzle bald wieder zurückerobert haben.  aid, Jörg Planer"

Weitere Informationen: www.alb-leisa.de 

Die Wiedergeburt der Alb-Linse - Stuttgarter Zeitung, 08.01.2015 (St.Petersburg - Wawilow-Institut - website)

Verkaufsstart von Heckengäu-Linsen - 10.9.2010 (Heckengäu-Internet) und www.sesslermuehle.de

Wolf von Homburg: Mons lentium. (Linsensuppe und andere Linsenköstlichkeiten; "Märchen vom Leben am Linsenberg") (Spruch: Suppe war der Anfang. Suppe wird das Ende sein. Eva Demski - Lob der Suppe), S.75-78 in Nr.8 - Klink, V (Hg). Cotta´s kulanarischer Almanach 2001/2002 (Klett-Cotta - Verlag -link) (google books) (im Archiv)

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