Der Austern-Seitling oder Austernpilz (Pleurotus ostreatus) ist eine Pilzart aus der Familie der Seitlingsverwandten. Der gute Speisepilz war ursprünglich nur bei niedrigen Temperaturen zu finden. Durch ausgewilderte Zuchtformen, die zur Fruktifikation keinen Kältereiz benötigen, kommt er mittlerweile das gesamte Jahr über vor. Im Handel angebotene, kultivierte Fruchtkörper können ein von Wildformen abweichendes Aussehen zeigen.
Der Austern-Seitling erscheint meist in dichten Büscheln am Substrat. Die einzelnen Fruchtkörper haben zunächst eine zungen- bis spatelförmige Form und später einen muschel- bis halbkreisförmigen Habitus. Der Stiel ist 1–4 cm lang, 1–3 cm breit und sitzt meist seitlich am Hut an. Der Hut kann einen Durchmesser von 5–25 cm erreichen. Die Lamellen an der Unterseite sind weißlich und stehen gedrängt. Auch das Fleisch ist weiß, selten bräunlich, hat jung eine weiche Konsistenz und riecht angenehm. Im Alter wird es rasch zäh und riecht dann muffig.
Der Austern-Seitling ist ein Saprobiont oder Schwächeparasit hauptsächlich an Laubhölzern, insbesondere Buchen, und seltener an Nadelholz. In Deutschland wählt er vorwiegend die Rotbuche als Substrat. Der Pilz besiedelt in der Regel das Stammholz und dickere Äste – an stehenden Bäumen können die Fruchtkörper in mehreren Metern Höhe erscheinen. Er wächst gern in dichten Büscheln.

Austern-Seitlinge sind beliebte Speisepilze und werden in großen Mengen kultiviert. Sie kommen als Kalbfleischpilz (und unter anderen Fantasienamen) in den Handel. Als Substrat dienen hauptsächlich Holz und Stroh, daneben können auch andere landwirtschaftliche Abfall- und Nebenprodukte (Stroh, Papier, Kaffeesatz, Fruchtfleisch von Kaffeebohnen und Weizenkörnern) zur Kultivierung genutzt werden. Optimale Kulturbedingungen werden unterschiedlich angegeben, z. B. auf einem Substrat aus sterilisiertem Sägemehl unter schwacher Beleuchtung, gleichbleibender Temperatur zwischen 16 und 18 °C und einer konstanten Luftfeuchte von 83 bis 85 %.
Der Austern-Seitling gehört mit dem Kulturchampignon und dem Shiitake zu den drei weltweit wichtigsten Kulturpilzen. Für 2005/2006 wurde eine jährliche Erntemenge von 2,5 Millionen Tonnen weltweit angegeben, für 2008 in Deutschland 500 Tonnen. 

In der Tradition unterschiedlicher Kulturen finden verschiedene Pilze als mögliche Heilmittel Verwendung, oft in getrockneter Form. Diätetisch dienen sie einer fettarmen ballaststoffreichen Ernährung und bieten daneben eine Vielfalt an besonderen Inhaltsstoffen, wie Spurenelemente, Mykosterine, besondere Polysaccharide oder auch spezifische enzymatisch wirksame Proteine. Für Pleurotus ostreatus liegen beispielsweise Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung hinsichtlich chemisch induzierter Formen von Darmkrebs vor.

Informationen

- wikipedia - engl. Pleurotus ostreatus

Kunstaktionen um das Thema Pilze herum von 
- Gruppe SPORA  - Kollektiv SPORA - SPORA, collectif: https://www.instagram.com/sporastudioo
 ein extradisziplinäres Projekt, das von dem Konzept des Myzels als Methodik und Beobachtungsinstrument des fast Unsichtbaren geprägt ist. SPORA wurde 2021 von Charlotte Janis (Künstlerin) und Roberto Dell’Orco (Künstler, Landschaftsarchitekt und Architekt) gegründet und hat seinen Sitz in dem von Künstler*innen betriebenen Raum Les Ateliers Wonder in Bobigny (Frankreich).
In Stuttgart im Künstlerhaus - Aktion: Rotting Hegel - Hegel-Bücher als Substrat für Austern-Pilze.
Die Ernte wird bei einem Hegel-Dinner verspeist.
Zum Abschluss von Rotting Hegel lädt das Künstlerhaus Stuttgart zu Dialektik der Myzelien: Ein Bankett ein. An diesem Abend servieren wir den Gästen ein Menü zur Verkostung der Austernpilze, die auf den Seiten von Hegels Gesamtwerk gewachsen sind. Stuttgart 22.06.2024 (link bei www.kuenstlerhaus.de ) 
Weitere Aktionen vom Künstlerhaus - Farm everything!
Heißenbüttel, D.: Künstlerhaus Stuttgart "Rotting Hegel" - Futter für den Weltgeist. link bei www.kontextwochenzeitung.de 22.06.2024

 

Briefmarken mit Austern-Seitlingen: link bei - www.mykothek.de -