01/30/25
Taioba sind die Blätter von Tannia (Xanthosoma sagittifolium), auch Tania oder Malanga genannt. Es ist eine Pflanzenart aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Diese tropische Nutzpflanze ist ein wichtiger Stärkelieferant.
Xanthosoma sagittifolium stammt ursprünglich aus dem tropischen Amerika und der Karibik und wird heute überall in den Tropen angebaut. Sie kommt ursprünglich vor in Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Venezuela, Peru und Brasilien. Spanier und Portugiesen brachten Xanthosoma sagittifolium schon früh nach Europa und sie wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Westafrika eingeführt. Eine wirtschaftliche Bedeutung hat Xanthosoma sagittifolium heute in der Karibik, in Zentral- und Südamerika, in Westafrika und in den tropischen Gebieten Asiens. Größte Produzenten (2014) sind Kuba, Nicaragua und Venezuela.
Die Bezeichnung „Tannia“ ist eine Umbildung aus dem karibischen Namen für das Nahrungsmittel „taia“. Eine häufige andere Bezeichnung ist „malanga“. International bekannt ist sie als „yautia“ und „new cocoyam“.
Tannia ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 2,5 Metern. Die Vegetationszeit dauert neun bis elf Monate, dann vertrocknen die Laubblätter und es kann geerntet werden. Das glatte, knollige Rhizom ist flaschenförmig und bis zu 25 cm lang. Der lange Blattstiel ist gerippt und an der Basis eingelenkt. Das Laubblatt sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist pfeilförmig mit herzförmigem Grund. Der Blütenstand steht auf einem langen, unbeblätterten Blütenstandsschaft.
Die Knollen enthalten bis zu 25 % Stärke sowie Eiweiß. Sie sind reich an Provitamin A, zudem enthalten sie Vitamin C sowie Spuren von Fett. Wie viele Arten der Aronstabgewächse enthält auch Tannia in allen Pflanzenteilen Calciumoxalat. Beim Verzehr kann Calciumoxalat ein Kratzen im Mund und im Hals verursachen, teilweise führt der Verzehr auch zu Verdauungsstörungen. Bei Tannia ist der Stoff so aggressiv, dass er bei der Ernte schmerzhafte Brennreizungen der Schleimhäute hervorrufen kann. Beim Kochen lösen sich die Stoffe aber und gehen in das Kochwasser über. Speisen und Produkte aus Tannia werden als qualitativ hochwertiger angesehen als die aus Taro.
Die Rhizomknollen (Tiquisque-Knolle) werden als Stärkelieferant genutzt.
Die Ernte erfolgt rund 12 Monate nach dem Auspflanzen der Knollen. Die Erträge können 18 bis 20 Tonnen pro Hektar erreichen. Die Weltjahresernte wird auf vier bis sechs Millionen Tonnen geschätzt.
Bei Tannia dienen nur die kleineren Nebenknollen dem menschlichen Verzehr, die Hauptknollen werden ausschließlich als Viehfutter, meist in der Schweinezucht, verwendet. Nach dem Schälen werden die Knollen in Salzwasser gekocht. Wegen des Gehalts an Calciumoxalat muss das Kochwasser mehrfach gewechselt werden. Weiter kann Tannia durch Grillen, Backen oder Frittieren zubereitet und ähnlich vielseitig wie Kartoffeln verwendet werden. Zur Mehlherstellung werden die in Scheiben geschnittenen Knollen in der Sonne getrocknet. Aus dem gewonnenen Stärkemehl werden Brot und anderen Backwaren hergestellt. Außerdem eignet sich die Knolle wegen des hohen Stärkeanteils zur Herstellung alkoholischer Getränke und von Breien (Fufu in Afrika sowie Poi in Hawaii).
Als Karibenkohl werden die jungen Blätter und Blattstiele in den Anbauländern als Gemüse verwendet. Auch bei dieser Zubereitung muss das Kochwasser mehrfach gewechselt werden. In Brasilien als Taioba bekannt, werden die Blätter, nach Entfernen der Blattstiele, klein geschnitten und in der Pfanne mit Öl und Zwiebel sowie Knoblauch und Salz gebraten, bis sie etwa das Aussehen von Spinat bekommen haben, und dann als Beilage zu Fleischspeisen serviert.
Informationen:
wikipedia - Tannia - engl. Xanthosoma sagittifolium, or tannia,
Zoraia Barros, Frank Mangan: Taioba Xanthosoma sagittifolium- link bei https://worldcrops.org -
Taioba - die Blätter von Tannia (Xanthosoma sagittifolium) - ist Teil der Briefmarken-Serie aus Brasilien (23.04.2024) - Unkonventionelle Narungspflanzen (PANC) (Kleinbogen) (FDC)
(1) Vinagreira (Hibiscus sabdariffa) Roselle (ein Malvengewächs) - (link) (Abb)
(2) Taioba (Xanthosoma taioba) Tannia (wikipedia) (Abb)
(3) Jambu (Acmella oleracea) (wikipedia), Toothache plant, Augapfel-Pflanze (Abb)
(4) Mangarito (Xanthosoma riedelianum) (link bei https://wfoplantlist.org ) - (Abb)
(5) Barbados gooseberry; Ora-pro-nöbis (Pereskia aculeata) (Abb)
(6) Indischer Spinat (Basella alba), Bertalha, Mala-bar spinach (Abb)
Weltspiegel - Brasilien - Vielfalt der Arten - Unkonventionelle Nahrungspflanzen. DBZ 14/2024, S.59 (scan im Archiv)
Plantas Alimentícias Não Convencionais (PANC): resgatando a soberania alimentar e nutricional / organizadores Valdirene Camatti Sartori et al. Caxias do Sul, RS : Educs, 2020.
118 p. ISBN 978-85-7061-992- (download bei www.ucs.br )