05/25/25
Das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis), auch als Glattes Zackenschötchen oder Türkische Rauke bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Zackenschötchen (Bunias) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie ist hauptsächlich von Sibirien bis Ost- und Südosteuropa verbreitet Es kam in Mitteleuropa ursprünglich nur gebietsweise, etwa in Ungarn vor, breitet sich jedoch zunehmend nach Mittel- und Nordeuropa aus. In der Schweiz tritt das Orientalische Zackenschötchen nur stellenweise auf. Heute ist die Art auch ein Neophyt in weiteren Ländern Asiens, Europas und Nordamerikas. Das Orientalische Zackenschötchen kommt in Deutschland im mittleren Teil zerstreut bis verbreitet vor. In Norddeutschland ist es bisher selten oder fehlt ganz. Massenvorkommen finden sich inzwischen vor allem in den warmen Muschelkalkgebieten Thüringens, Nordbayerns und Hessens, wo die Pflanze sich insbesondere seit den 1990er Jahren verstärkt vermehrt.
Das Orientalische Zackenschötchen wächst in Mitteleuropa an Verkehrswegen, auf Ruderalstellen, in Frischwiesen sowie an Weinbergen. Es gedeiht am besten auf kalkreichen, mäßig trockenen bis frischen, lehmigen Böden.
Das Orientalische Zackenschötchen wächst als zwei-, seltener auch mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 200 Zentimetern. Sie besitzt eine spindelförmige Wurzel. Der aufrechte Stängel ist im oberen Teil verzweigt, mit warzigen Höckern besetzt und dicht behaart bis fast kahl. Die untersten Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 40 Zentimetern länglich-lanzettlich. Die folgenden Laubblätter sind fiederteilig und besitzen einen großen, mehr oder weniger dreieckigen gezähnten Endlappen und ein bis zwei Seitenlappen. Die obersten Laubblätter sind meist sitzend, ungeteilt und linealisch-lanzettlich geformt.
Die Blütezeit reicht vorwiegend von Mai bis August. Es wird ein umfangreicher, rispiger Gesamtblütenstand gebildet.
Bei Bunias orientalis handelt sich um eine erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa eingeschleppte Pflanze (invasive Pflanze) – manchmal wurde sie wegen ihres Reichtums an Eiweiß sogar als Futterpflanze angebaut. Sie breitet sich hier immer weiter aus. An den bereits besiedelten Standorten kann sich das Orientalische Zackenschötchen bei günstigen Bedingungen (Störungen, Erdtransporte, ungünstiges Mahdregime) sprunghaft vermehren. Die Pflanze wurde aufgrund ihres Ausbreitungspotenzials und der Schäden in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit bzw. Ökonomie in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten der Schweiz aufgenommen.
Nach einer Mahd regenerieren die Pflanzen sehr rasch und bilden große Blattrosetten. Die wirksamste Bekämpfung der Orientalischen Zackenschote besteht im vollständigen Ausstechen der Pflanze mit einem Unkrautstecher. Eine Behandlung mit Herbiziden kann bei großflächigen Beständen die einzige Möglichkeit darstellen, das Orientalische Zackenschötchen mit vertretbarem Aufwand zu kontrollieren.
Die jungen und noch zarten oberirdischen Pflanzenteile können gekocht oder auch als Salat verzehrt werden. Die einjährige Wurzel wird wie Meerrettich verwendet. Die Knospen können wie Broccoli zubereitet werden.
Informationen:
wikipedia - engl. Bunias orientalis -
Orientalische Zackenschote: Essen statt bekämpfen. Obst und Garten. 14.06.2014,
Seyfert, G.: Der Gast für Gier, Genuss und gute Tat. TAZ 24.05.2025
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