05/11/25
Polenta (in Südtirol eingedeutscht: Plent, in Kärnten und der Steiermark auch Plentn oder Sterz genannt) ist ein meist aus Mais-Grieß hergestellter fester Brei, der im Norden Italiens, in der Provence und Teilen der Schweiz, Österreichs, Rumäniens und Moldawiens sowie des Balkans zur regionalen Kochtradition gehört. Als puls oder pulmentum gehörte ein Vorläufer der Polenta zu den Hauptnahrungsmitteln der Küche des alten Roms, anfangs aus Hirse, Dinkel oder Kichererbsenmehl zubereitet, später aus Gerste oder einer besonderen Weizenart, far. Nach 1650 begann Mais als granoturco, „türkisches Korn“, in der italienischen Küche populär zu werden. Im 17. Jahrhundert war Maisbrei ein verbreitetes „Arme-Leute-Essen“ von Spanien bis nach Südrussland. In Norditalien ist Polenta bis heute so beliebt geblieben, dass die Süditaliener ihre nördlichen Landsleute etwas abfällig polentoni (= Polentafresser) nennen. In Venetien gibt es als regionale Spezialität "Polenta bianca", eine weisse Polenta, die aus einer helleren Sorte mit geschälten Maiskörnern besteht.
Das Wort Polenta geht zurück auf lateinisch polenta (Gerstengraupen) und ist verwandt mit Pollen als Bezeichnung für den Blütenstaub (aus lat. pollen ‚feines Mehl‘, ‚Staub‘). Das Wort hat sich primär nicht auf eine Getreideart bezogen, sondern auf die kleinkörnige Konsistenz eines Stoffes. In der Dialektform polenda wird es in der Toskana auch für Brei aus anderen Getreidearten verwendet. Des Weiteren ist Polenta verwandt mit dem deutschen Wort „Pulver“ (aus lat. pulvis ‚Staub‘).
Die traditionelle Zubereitung von Polenta ist einfach, aber kraftraubend. Nachdem man Maisgrieß langsam in kochendes Salzwasser eingerührt hat, muss die schwere Masse beständig bis zu eine Stunde lang in der immer gleichen Richtung gerührt werden, damit sie eine glatte Konsistenz erhält und nicht zu stark anbrennt. Wird Polenta in großen Töpfen für mehrere Tage zubereitet, bildet sich an der Topfwand eine geschätzte, braune Kruste. Die fertige Polenta wird auf ein befeuchtetes Holzbrett gegeben, etwas flachgestrichen und mit einer Schnur in dicke Scheiben geschnitten. Man kann sie auch erst erkalten lassen und dann in Scheiben schneiden, um sie in Butter oder auf dem Grill zu braten. Heute gibt es neben dem einfachen Maisgrieß vorgegarten Polentagrieß, der die Zubereitung auf wenige Minuten verkürzt.
Regional wird Polenta auch aus Buchweizen- oder Esskastanienmehl hergestellt. In Italien wird sie dann polenta nera („schwarze Polenta“) genannt, in Südösterreich auch Haidensterz oder Schwarzplent.
Serviert wird Polenta traditionell sehr einfach: als Brei mit kalter Milch übergossen, mit zerlassener Butter und Parmesan oder wie Pasta mit einer Sauce. Sie dient aber auch – Klößen vergleichbar – als Beilage zu geschmorten, kräftigen Fleischgerichten, Ragouts, Gulasch und Eintöpfen.
Ähnliche Gerichte sind:
Einseitige Ernährung mit Polenta führte zur Erkrankung mit Pellagra, da der Mais in Europa nicht, wie bei den amerikanischen Ureinwohnern üblich, in Kalkwasser gekocht wurde (Nixtamalisation) und somit das lebenswichtige Vitamin Niacin fehlte.
Informationen:
- wikipedia - engl. Polenta -
So wird Polenta cremig oder kross. dpa-Pressemeldung 14.04.2021 z.B. in Bürstädter Zeitung + Rhein-Zeitung -
Polenta zubereiten: Herzhaft und süß, cremig und knusprig. BZfE News 20.03.2019
Polenta punktet mit Vielfalt DPA-Meldung, 29.04.2015 - z.B. bei Freier Presse
Italien - umhüllt z.B. Polenta um die Singvögel - (Gourmet-Lexikon)
Es gibt einige Briefmarken mit dem Motiv Polenta (link).