10/09/16

Canihua - Qañiwa

Das Pseudogetreide Canihua (Chenopodium pallidicaule) ist in den Andenregionen einheimisch, es gibt über 200 Variäteten und ist ein enger Verwandter des bekannteren Quinoa. Die einheimische Quechua Bevölkerung nennt es qañiwa, qañawa or qañawi, die spanischen Eroberer: cañihua, canihua, cañahua, cañahui, kaniwa und kañiwa. Es gehört zu der Artenreiche Gattung der Gänsefüße der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).
Es sind krautige einjährige Pflanzen. Die Früchte sind klein (0,5-1,5mm Durchmesser) und braun bis braunschwarz. Sie wird im Hochland von Bolivien und Peru kultiviert. Canihua ist frost-resistent, und wird in Höhenlagen zwischen 1500-4400m angebaut. Sie blüht von Juli-Oktober und reift von August-Oktober. Sie wird geerntet, wenn die Blätter anfangen sich zu verfärben. Die volle Reife ist dann zwar noch nicht erreicht, aber die Samen fallen aus (hoher Ernteverlust), wenn sie reif sind.  Die Pflanze wird gemäht, getrocknet und gedroschen. Die durchscnittlichen Erträge liegen bei 400–900 kg/ha im traditionellen Anbau, bei intensiver Kultivierung können bis zu 3to/ha geerntet werden. Das 1000 Körnergewicht beträgt 480mg (Quinoa hat bis zu 4000mg). Canihua zählte zu den fast vergessenen Pflanzen, wird nun wiederentdeckt werden und hat ein großes Potential. Da es auch in kalten Regionen wächst, wurde sie z.B. auch erfolgreich in Finnland angebaut.

Die Saatkörnchen und auch die Blätter sind essbar. Der Samen hat nussigen schokoladenartigen süssen Geschmack. Er kann geröstet und gemahlen werden. Als Samen und als Mehl kann er zu Backwaren gemischt werden, in Breie und in Getränken. Canihua ist auch ein Kakao-Ersatz.  Die Samenkörnchen können auch gepufft werden.
Canihua hat einen hohen Nährwert:  377 kcal/100g / 15g Eiweiß; 8g Fett; 56g KH, 13g Nahrungsfaser; nennenswerte Mengen an Eisen, Magnesium, Zink und Folsäure. Es enthält keine Saponine und kein Gluten.
Canihua wird z.B. in dm-Drogiemärkten angeboten (Alverde Kunden-Magazin  Okt 2016)

Informationen:
- Wikipedia -
- Canihua bei Eatsmarter-Lexikon - 
- Canihua – das (Wunder-) Korn der Inkas  link zum Blog www.nutripassion.de 25.01.2016
- Chenopodium pallidicaule -  link bei www.ecocrop.fao.org -
- Chenopodium pallidicaul. Plants for a Future - www.pfaf.org -
- Canihua. Brochure  download - www.underutilized-species.org -
- Novel Food oder nicht?  Aufregung um Canihua. Schrot&Korn April 2017 -

- Repo-Carrasco, R., Espinoza,C, Jacobsen, E.: Nutritional Value and Use of the Andean Crops Quinoa (Chenopodium quinoa) and Kañiwa (Chenopodium pallidicaule), Food Reviews International, 19:1-2, 179-189, DOI: 10.1081/FRI-120018884 (2003).
Repo-Carrasco-Valencia, R., Acevedo de La Cruz, A., Icochea Alvarez, J.C. et al: xxxChemical and Functional Characterization of Kañiwa (Chenopodium pallidicaule) Grain, Extrudate and Bran. Plant Food for Human Nutrition 64: 94. doi:10.1007/s11130-009-0109-0  (2009)
Repo-Carrasco-Valencia, R., Hellström, J.K., Pihlava, J.-M., Mattila, P.H.: Flavonoids and other phenolic compounds in Andean indigenous grains: Quinoa (Chenopodium quinoa), kañiwa (Chenopodium pallidicaule) and kiwicha (Amaranthus caudatus), Food Chemistry, 120 (1), pp. 128–133 (2010)

 

In Bolivien (MiNr.1831-34, 06.07.2011) ist Cañahua durch die Briefmarke-Serie "Einheimische Körnerfrüchte" dokumentiert. (WNS-link
- Quinoa (Chenopodium quinua) (Abb)
- Amarant (Amaranthus sp.) (Abb)
- Cañahua (Chenopodium pallidicaule) (Abb)
- Anden-Lupine (Lupinus mutabilis) (Abb)

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