05/06/24

 Benediktenkraut (Centaurea benedicta)

 

Das Benediktenkraut (Centaurea benedicta, in älterer Literatur meist Cnicus benedictus, früher auch Carduus benedictus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Flockenblumen (Centaurea) in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wird als Heilpflanze verwendet. Sie hat viele Namen:Kardobenedikte, Benediktendistel, Benediktenkarde, Benediktenwurz, Bitterdistel, Bernhardinerwurzel, Bornwurz, Distelkraut, Spinnendistel oder Natter(n)kraut genannt. Für das Benediktenkraut bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Kleine Kreuzwurz, Benedicht (mittelhochdeutsch), Benedicta, Benedicte (mittelhochdeutsch), Benedictenwurz, Benediktinerdistel, Berlinskraut, Bernhardinerkraut (Schlesien), Bernwurz (mittelniederdeutsch), Bitterdistel, Bornwurz (Schlesien), Brunword, Brunworz, Cardobenedict, Kardobenediktenkraut, Crewzwurtz (mittelhochdeutsch), Crucewort (mittelniederdeutsch), Cruswurtz (mittelhochdeutsch) und Crützwurz (mittelhochdeutsch)

Das Benediktenkraut wächst als distelähnliche, einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist zehn bis 40, selten bis zu 60 Zentimetern. Der Stängel ist aufrecht, oben verzweigt, in allen Teilen spinnwebartig-zottig und zusätzlich im oberen Abschnitt drüsig behaart. Die wechselständigen Laubblätter sind bis zu 30 Zentimeter lang und acht Zentimeter breit. Sie sind grün, zottig und drüsig behaart, mit auffallender weißer Aderung der Unterseite. Die typischen körbchenförmigen Blütenstände der Korbblütler sitzen bei der Art einzeln. Die in wenigen Reihen stehenden Hüllblätter des Korbs sind grün gefärbt, die äußeren tragen einen einfachen, die inneren sind länger und tragen einen langen, fiederförmigen Stachel. Die zusätzlich oft von dicht stehenden Laubblättern umgebenen Blütenköpfe erreichen 25 bis 35, selten bis 40 Millimeter Länge bei (15-) 25 bis 30 Millimeter Durchmesser. Sie enthalten viele gelbe Röhrenblüten, deren äußere verkleinert und steril sind. Die Früchte (Achänen) sind zylindrisch, sie sind etwa 6 bis 8 Millimeter lang und gelbbraun gefärbt, mit Längsrippen und gezähntem oberem Rand. Die Blütezeit liegt in Mitteleuropa im Hochsommer, bis in den September.

Das Benediktenkraut ist in der Mittelmeerregion und Kleinasien, von Portugal im Norden bis Frankreich und Italien im Süden und vom Balkan bis zur Türkei im Osten und in Nordafrika beheimatet. In Mittel-, Osteuropa und den Britischen Inseln wurde das Benediktenkraut als Heilpflanze kultiviert und verwilderte. Auch in vielen anderen Teilen der Welt ist es ein Neophyt.

Typisch ist der bittere Geschmack der Pflanzenteile. Medizinisch verwendet werden die Blätter und die blühenden Enden der Stängel. Die bedeutendste Inhaltsstoffgruppe stellen die Bitterstoffe mit den Hauptbestandteilen ArtemisiifolinCnicin und Salonitenolid. Das essentielle Öl des Benediktenkrauts, das im Mittelalter bei eitrigen Hautgeschwüren angewendet wurde, wirkt laut Weiss vor allem gegen Staphylokokken bakteriostatisch. Das Benediktenkraut besitzt ein gewisses Allergiepotential. Betroffen sind dabei vor allem Personen mit Allergien gegenüber Korbblütlern. Die Dosis Cnicin im Rahmen einer Phytotherapie liegt üblicherweise unterhalb der Dosis einer akuten Toxizität. Präparate mit einer hohen Dosis an Cnicin als Reinsubstanz können jedoch Reizungen im Rachen-, Schlund und Speiseröhrenbereich verursachen, die mit Störungen im Magen-Darm-Trakt bis hin zu Übelkeit, Krämpfen und Durchfall mit Fieber reichen.

 Informationen:

- wikipedia - engl. Centaurea benedicta

Gobrecht, Ph. et al.: Cnicin promotes functional nerve regeneration. Phytomedicine 155641, https://doi.org/10.1016/j.phymed.2024.155641 (14.04.2024) ⇔  Neuer Wirkstoff aus Benediktenkraut fördert Nervenreparatur. link bei www.bdh-online.de 22.04.2024

Bisher wurde keine Briefmarke mit Benediktenkraut (Centaurea benedicta) entdeckt.

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