07/31/23

Rosenwurz

 

Rosenwurz (Rhodiola rosea) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rhodiola in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und wächst als ausdauernde sukkulente Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 5 bis 20, selten bis 35 Zentimetern. Es werden Pfahlwurzeln gebildet. Als Überdauerungsorgan wird ein horizontaler oder vertikaler und oft verzweigter, 1 bis 5 cm dicker, knolliger, unterirdischer Stamm ausgebildet, der einen charakteristisch rosenartigen Geruch aufweist (darum der deutsche Trivialname). Aus diesem unterirdischen Stamm werden mehrere oberirdische Stängel gebildet, die dick, fleischig sowie kahl sind und Schuppen besitzen; wenn sie abgeschnitten oder verletzt werden, ist der charakteristisch rosenartige Geruch wahrnehmbar.
Die wechselständig, manchmal pseudo-quirlig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend und sind höchstens eine Vegetationsperiode haltbar. Die dicke, sukkulente, blaugrüne, einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 10 bis 40 mm und einer Breite von 2 bis 10 mm verkehrt-lanzettlich bis etwas löffelförmig. Rosenwurz ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), es gibt also männliche und weibliche Exemplare. Die Blüten stehen in dichten, bündeligen Blütenständen zusammen. Die gut duftenden, eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und besitzen eine doppelte Blütenhülle.  Die 1,5 bis 2,5 mm langen, freien Kronblätter sind bei den weiblichen Blüten gelb, im Verblühen rot-orangefarbenen und bei den männlichen Blüten purpurfarben. Es stehen drei bis sechs aufrechte Balgfrüchte zusammen. Die behaarte, fleischige Balgfrucht ist bei einer Länge von 4 bis 6 mm und einem Durchmesser von 3 bis 5 mm länglich-zylindrisch. Die bei Reife rote bis hellrote Balgfrucht öffnet sich von oben ausgehend. Die Samen sind 0,5 bis 1 mm lang.
Rosenwurz besitzt eine holarktische Verbreitung. Das Verbreitungsgebiet umfasst die arktischen Gebiete und die Gebirgsregionen Eurasiens und Nordamerikas. Rosenwurz gedeiht auf feuchten Böden bis hoch in die obere alpine Zone auf Höhenlagen von rund 3000 Metern. Sie wächst in Bergschluchten, auf feuchten Klippenabsätzen.
Die Inhaltsstoffe der Wurzeldroge sind vor allem phenolische Glycoside wie z. B. Salidrosid und Rosavin sowie das Aglycon Tyrosol. Eine pharmakologische Wirksamkeit bestimmter Inhaltsstoffe ist aber nicht genau belegt, und sie werden vor allem als Marker-Substanzen für die Identifizierung der Rohdroge und Extrakten herangezogen.
In Sibirien wird der Rosenwurz „Goldene Wurzel“ (Золотой Корень, Solotoy Koren) genannt, denn der Wurzelextrakt soll Erinnerungsvermögen, Konzentration und Aufnahmevermögen steigern. Zudem wird er bei Problemen mit Potenzstörungen angewandt. Rosenwurz ist eine Heilpflanze, die seit langem medizinische Verwendung in russischen, baltischen und skandinavischen Ländern findet, sowohl als Tee als auch in Form von Extrakten. Auch in anderen Ländern verbreitet sich die traditionell begründete oder volksheilkundliche Anwendung von Zubereitungen des Rosenwurzrhizoms zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und zum Stressabbau.
In einem Beurteilungsbericht wertete die europäische Arzneimittelagentur (EMA) Studien zu folgenden Anwendungsgebieten aus: stressbedingte Erschöpfung/Müdigkeit, physische Leistungsfähigkeit, mentale/kognitive Leistungsfähigkeit, nachtschichtbedingte Müdigkeit, Schlafarchitektur, Episoden leichter bis mittelschwerer Depressionen, generalisierte Angststörung. Sie kam zu dem Schluss, dass die Studien in ihrer Qualität sehr stark schwanken und daher keine ausreichenden Beweise für eine therapeutische Wirksamkeit vorlägen. Da aber die Ergebnisse der klinischen Studien den Gebrauch in bestimmten Anwendungsgebieten plausibel mache und Rosenwurz in der Naturmedizin seit langem zum Einsatz komme, wird bei gleichzeitigem Fehlen gravierender Nebenwirkungen das Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Anwendung zur vorübergehenden Linderung von Stresssymptomen wie Erschöpfung und Schwächegefühl als positiv beurteilt. (link)
Rosenwurz ist mindestens seit 1542 bekannt, denn Leonhart Fuchs beschreibt ihn in seinem lateinischen Kräuterbuch von 1542.

 

Informationen:
- wikipedia - engl. Rhodiola rosea

Peters, F.: Mit Rosenwurz die sportliche Leistungsfähigkeit fördern? link bei www.heilpraxisnet.de 31.07.2023 ⇒ Sanz-Barrio, P.M. et al.:  Rhodiola rosea supplementation on sports performance: A systematic review of randomized controlled trials. Phytotherapy Research doi.org/10.1002/ptr.7950 (26.07.2023)

 

Es gibt Rosenwurz auf Briefmarken:
Grönland (31.10.2005)  Einheimische essbare Pflanzen - Schottische Mutterwurz (Ligusticum scoticum) (Abb) - Rosenwurz (Rhodiola rosea) (Abb)-  Alpensäuerling - (Oxyria digyna) (Abb)  (Satz)
Korea-Nord (08.09.1989) Gebirgsblumen. u.a. Rhodiola elongata (Synonym zu rosea) (Abb)  (Satz)

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