05/01/20

Echter Salbei - Salvia officinalis

Der Echte Salbei (Salvia officinalis), auch Garten-Salbei, Küchensalbei oder Heilsalbei genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Salbei (Salvia). Diese immergrüne Gewürz- und Heilpflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile in ganz Europa verbreitet. Die Anwendung als Heilpflanze, deren Name Salbei (entlehnt von lateinisch "salvia") auf lateinisch "salvus" (ganz, heil, gesund) beruht, geht bis in die Antike zurück. Die Erstveröffentlichung von Salvia officinalis erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Je nach Autor gibt es von Salvia officinalis mehrere Unterarten.  Als Gewürz hielt er erst im Mittelalter Einzug in unsere Küche.
Wie alle traditionell genutzten Pflanzen hat auch Salbei viele verschiedene Namen: Gartensalbei, Dalmatiner-Salbei, Edelsalbei, Fischsalbei, Kreuzsalbei, Königssalbei, Rauchsalbei, Sabikraut, Scharlachkraut, Scharleikraut, Scharlei, Tugendsalbe, Altweiberschmecken, Gschmackblatteln, Salf, Salser, Selve, Zaffe.

Der Echte Salbei ist eine traditionelle Pflanzenart der Bauerngärten. Als wärmeliebende Pflanze mediterraner Herkunft ist er in Mitteleuropa nur bedingt winterhart und benötigt in klimatisch rauen Lagen Winterschutz. Er ist daher wenig konkurrenzfähig zu Wildpflanzen und in Mitteleuropa nur selten verwildert anzutreffen. Der Echte Salbei gedeiht am besten auf kalkreichen, steinigen und trockenen Böden.  Er wächst als Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von bis zu 80 Zentimetern. Alle seine Pflanzenteile besitzen einen starken aromatischen Geruch. Die in Bodennähe verholzten Stängel des Echten Salbei sind schwach vierkantig bis rundlich und in der Regel von unten an stark verzweigt.

Die Hauptwirkstoffe sind die ätherischen Öle mit den Inhaltsstoffen, wie Z.B. Thujon, Gerbstoffe, sowie eine Vielzahl an Flavonoiden. Bei Überdosierung ist das ätherische Öl durch seinen Gehalt an Thujon giftig. Die Verwendung von Salbei für den Dauergebrauch als Kräutertee wird daher als bedenklich angesehen.
Salbei riecht aromatisch und schmeckt würzig, bitter und ist adstringierend (pelziges Mundgefühl). Das Gewürz wird für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse benutzt. Besonders zu fetten Speisen passt Salbei gut, denn er fördert die Bekömmlichkeit schwerer Kost. Salbei wird die Fähigkeit zugesprochen, das Ranzigwerden von Fetten zu verlangsamen.
Im 19. Jahrhundert waren Salbeiküchlein ein klassisches Gebäck für die Kirchweih, was auf ihren angeblichen Schutz vor Rausch zurückgeht: In vielen Ländern, so z. B. in der Türkei, ist Salbeitee ein traditionelles Getränk.
Die im Salbei enthaltenden Gerbstoffe lassen sich auch für kosmetische Zwecke im Bereich der Haare einsetzen. Angewendet wird Salbei dabei als Sud, der die Haare insgesamt dunkler macht. Salbei lässt sich ferner bei unreiner Haut anwenden.
Die Blüten des Salbeis sind eine hervorragende Bienenweide, der mögliche Honigertrag pro Hektar Anbaufläche kann 600 kg im Jahr überschreiten und übertrifft damit noch deutlich als gute Bienenweide geltende Pflanzen wie den Raps.
Traditionell ist die antivirale, bakterien-, und entzündungshemmende Wirkung des Echten Salbeis bekannt. Bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes werden handelsübliche wässrige oder alkoholische Auszüge zum Gurgeln eingesetzt. Salbeitee kann ebenfalls zum Gurgeln benutzt oder getrunken werden. Ihm wird eine schweißhemmende und verdauungsfördernde Wirkung zugesprochen. Die Inhaltsstoffe des Heilsalbeis sollen außerdem sekretionsfördernd wirken und die Funktion des Nervensystems unterstützen.
Salbeiöl ist ein grünlich gelbes ätherisches Öl, das mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern des Gartensalbeis gewonnen wird. Es besteht vor allem aus Eucalyptol, Kampfer und Thujon und kommt besonders bei desinfizierend wirkenden pharmazeutischen Zubereitungen zum Einsatz.
Die Ärzte und Heilkundigen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit verwendeten Salbei bei akutem Fieber, Harnwegsleiden, Koliken, Erkältungen und Zahnschmerzen. Dem Salbei sagte man eine desinfizierende und konservierende Wirkung nach. So wurden die Zimmer, in denen sich Schwerkranke aufhielten, dadurch gereinigt, dass man Salbeiblätter auf Kohle verbrannte. Zum Schutz vor der Pest rieb man sich mit in Essig eingelegten Salbei ein. Salbei gehörte früher auch zu den Mitteln, die Schwangeren helfen sollten.

 

Informationen

Wikipedia - engl. Sage Salvia officinals -
- Salvia officinalis (Sage) bei www.practicalplants.org -

Salbei war 2003 Heilpflanze des Jahres - link bei www.nhv-theophrastus.de -

- www.sagewisdom.org/ -  Salbei-Wissenschaftler Daniel Siebert -

- Salbei bei www.gernot-katzers-spice-pages.com -

- Salbei bei www.eatsmarter.de  -
- Salbei bei www.lebensmittellexikon.de -
- Echter Salbei: Gewürz und Heilpflanze. Apotheken-Umschau -
- Salbei bei www.heilkraeuter.de -
- Salbei bei www.gartenjournal.net -
- Salbei bei www.herbula.ch -
- Salbei bei www.gesundheit.de -

- Salbei bei Transport-Information-Service - www.tis-gdv.de -

Salbei in der Küche - Aid-Aktuell, 20.04.2016
Salbei: Küchenkraut mit intensivem Aroma. BZfE News 08.05.2018

- Wiener, S.: Die Zutat: Salbei.  TAZ 08.06.2019

Salbei - Multitalent unter den Heilpflanzen - Deutschlandfunk 15.11.2016 -

Tatiana Y. Silla: Salbei - kleine gourmandise Nr. 31. Mandelbaum-Verlag, Wien, 2020

- Salvia - bei www.zeno.org -
- Salbey - bei www.kruenitz1.uni-trier.de

- Salbei im Grimm´s Wörterbuch - www.woerterbuchnetz.de -

Redensarten:
“You'll never die, if you eat sage in May”.(Salbei isst im Mai, wer ewig leben will - Sprichwort aus England)
“Wo der Salbei gedeiht, ist eine starke Frau im Haus.”
“Salbei im Garten, der Tod kann warten.”

- Salbei bei Wortschatz, Leipzig - www.corpora.uni-leipzig.de -

- link bei www.akg-images.de -

LP von Simon&Garfunkel:  "Parsley, Sage, Rosemary & Thyme"  (wikipedia) (Petersilie, Salbei, Rosmarin und Thymian) - dort Lied - "Scarborough Fair" mit entsprechenden Refrain. (YouTube)
 

Salbei gibt es auch auf Briefmarken.

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