11/12/14

Schafgarben

Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist auch die namensgebende Art für die schwer zu unterscheidende Gruppe Achillea millefolium agg. Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet.

Scharfgarben sind ausdauernde, krautige oder halbstrauchige Pflanzen, die eine Wuchshöhe von sieben bis 100 Zentimetern erreichen. Die Wurzel ist dünn und waagrecht. Die Blätter sind zwei bis vierfach fiederteilig. Die Blütenstände bestehen aus zahlreichen Köpfchen, die doldenrispig angeordnet sind. Die Köpfchen haben eine becherförmige Hülle, die drei bis sechs Millimeter lang ist, jedenfalls breiter als zwei Millimeter. Die Köpfchen besitzen Röhren- und Zungenblüten.  Blütezeit ist meist von Mai bis Juni. Als Standort werden Wiesen, (Schaf-)Weiden, Halbtrockenrasen, Acker- und Wegränder bevorzugt. In den Alpen steigt sie auf etwa 1900 m NN. Sie ist fast kosmopolitisch, d.h. weltweit verbreitet. Nur in mediterranen Gebieten ist sie selten.
Die Gemeine Schafgarbe gehört zu den Wurzelkriechern und Pionierpflanzen. Sie gilt als Bodenfestiger und Nährstoffzeiger vor allem für stickstoffhaltige Böden.

Als Arzneidroge werden oberirdische Teile der Gemeinen Schafgarbe wie Stängel, Blätter und die Blüten genutzt (Schafgarbenkraut, lat. Millefolii herba; Schafgarbenblüte, lat. Millefolii flos). Sie können als Aufguss oder als Frischpflanzenpresssaft verarbeitet werden. Zubereitungen aus Schafgarbenkraut wirken gallenflussanregend (choleretisch), antibakteriell, zusammenziehend (adstringierend) und krampflösend (spasmolytisch). Innerlich wird Schafgarbenkraut vorwiegend bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden verwendet (Völlegefühl, krampfartigen Erscheinungen im Magen-Darm-Trakt, Blähungen). Volksheilkundlich wird Schafgarbenkraut zur Anregung der Gallensaftproduktion eingesetzt, sowie bei Blasen- und Nierenerkrankungen und Menstruationsbeschwerden.
Äußerlich werden Schafgarbenauszüge aufgrund ihrer antibakteriellen und adstringierenden Wirkung bei Entzündungen, Wunden, Hämorrhoiden und zur Minderung übermäßiger Schweißbildung verwendet, eine Wirksamkeit ist nicht belegt. Gesichert gilt die Leber schützenden Eigenschaft von Achillea millefolium und deren Extrakte.
Die Gemeine Schafgarbe enthält viele Inhaltsstoffe in sehr variablen Mengen (da es viele Arten gibt): ätherisches Öle, wie Campher, α- und β-Pinen, und Sabinen, azulenogene Verbindungen, Flavonoide, Cumarine, Polyine, Kaffeesäurederivate usw.
In früheren Zeiten ist Schafgarbe zum gelb färben von Wolle verwendet worden. Dazu verwendete man getrocknete Blätter, Stängel und Blüten.
Die Schafgarbe wird schon in der antiken griechischen und römischen Medizin beschrieben, Der Gattungsname Achillea geht auf Achilles, den sagenhaften Helden des trojanischen Krieges zurück, der die Pflanze als Droge entdeckt und zur Wundheilung verwendet haben soll (Ilias, 11. Gesang, Vers 822ff.), während der Artname millefolium (= Tausendblatt) auf die fein zerteilte Blattspreite anspielt.
Für Schafgarben gibt es viele verschiedenen Namen - s.u.
Die Schafgarbe war 2004 die  Heilpflanze des Jahres.

Informationen
(wikipedia) - engl. achillea millefolium -

Als Heilpflanze - link - bei www.awl.ch

Im "Floraweb" - link

- Blüte der griechischen Krieger: Die Schafgarbe. link bei www.bund.net 14.05.2018

Rezepte z.B. für Schafgarbenlikör - link - bei www.imwalde.de
- für Schafgarbensirup - link - bei www.helpster.de

Schafgarbe: Essbare Blüten aus Garten, Wald und Wiese
(aid) - Von Juni bis September blüht die Schafgarbe auf Wiesen und an Wegrändern. Ihr Name leitet sich nicht ohne Grund vom althochdeutschen Wort "garawa" ab, was soviel heißt wie Gesundmacher. Bereits in der griechischen Mythologie soll Achill mit dem blutstillenden Wildkraut Verletzungen behandelt haben. Botaniker bezeichnen die gewöhnliche Schafgarbe deshalb als Achillea millefolium, tausendblättriges Wundkraut des Achill. "Die weißen, doldenähnlichen Blüten haben frisch ein kampferartiges bis harziges Aroma, getrocknet sind sie kamilleähnlich mit Anis-Ton. Frische Schafgarbenblüten eignen sich vor allem für eine erfrischende Kräuterlimonade. Dafür lässt man eine gute Handvoll Blüten über Nacht zusammen mit einer in Scheiben geschnittenen Zitrone und etwas Zucker in einem Liter Wasser ziehen", so Wildkräuter- und Pflanzen-Expertin Helga Schmidt aus Köln. Da die frischen Blüten zum Essen zu zäh sind, verwendet man sie überwiegend getrocknet als Gewürz für Kräutersalz und Tomatengerichte. Wegen ihrer widerspenstigen Stiele empfiehlt Schmidt, die Schafgarbe beim Ernten mit einer Schere abzuschneiden. "Nicht nur die getrockneten Blüten, sondern auch die Stängel und Blätter der Pflanze können gesammelt und als Tee aufgegossen werden", so die Heilpraktikerin. Sowohl frische als auch getrocknete Schafgarbenblüten eignen sich darüber hinaus zum Ansetzen von selbstgemachten Kräuterlikören. Noch vor der Blüte im Frühjahr könne man auch die zarten Blättchen des Wildkrauts als Zutat zu Salaten, Soßen und Wildgemüsen sammeln.
aid, Ira Schneider  - Ausgabe Nr. 20/08 14.05.2008 - nicht mehr gültiger link war -  http://www.aid.de/presse/presseinfo.php?mode=beitrag&id=3403

Weitere bekannte Namen sind:
Achilleskraut, Blutstillkraut, Gänsezungen, Grützblume, Kachel, Zangeblume, Feldgarbenkraut, Grundheil.
Darüber hinaus bestehen bzw. bestanden auch die häufig nur regional gebräuchlichen Bezeichnungen Achillenkraut, Barbune (mittelhochdeutsch), Bauchwehkraut (Österreich o. d. Ems.), Wilder Bienenpfeffer, Bolick, Dusendblad (Oldenburg, Ostfriesland, mittelniederdeutsch), Edelgarb, Fasankraut (Österreich), Fase, Feldgarbe, Gabl (mittelhochdeutsch), Gachheil (mittelhochdeutsch), Gachelkraut (Österreich), Gahrl (mittelhochdeutsch), Gärwel (mittelhochdeutsch), Gahel (mittelhochdeutsch), Garawa (althochdeutsch), Garb (mittelhochdeutsch), Garbe (mittelhochdeutsch), Garbenkraut, Garbewurz (Schweiz), Garwa (althochdeutsch), Garwe (mittelhochdeutsch), Garwel (mittelhochdeutsch), Graue Genge, Gerbel, Gertel (mittelhochdeutsch), Gerwel, Gliedkraut, Gollenkraut (Salzburg), Gor (Siebenbürgen), Gotteshand (Österreich), Gransine (mittelhochdeutsch), Graw (mittelhochdeutsch), Grensing (Göttingen), Grillenkraut (Salzburg), Grünsingkraut, Grüttblom (Mecklenburg), Guer (Siebenbürgen), Harwe (althochdeutsch), Hasenschardele (Loccum, mittelniederdeutsch), Heil allen Schaden (Straßburg), Herigottruckenkraut (Österreich), Reine Jase (Sachsen), Judenkraut, Jungfrauaugbroen, Jungfrauenaug, Jungfraukraut, Kachl (Kärnten), Kachelkraut (Kärnten), Karbe, Karpenkraut, Karwekraut (Schlesien), Katzenkraut (Eifel, Dreis), Katzenagel (mittelhochdeutsch), Katzenschwanz (Eifel), Katzenohl (Eifel), Kelke (Mark Brandenburg), Kerbel (mittelhochdeutsch), Kervele (mittelhochdeutsch), Lämmlizungen (Graubünden, St. Gallen), Margarethenkraut (Österreich), Mannsleuterl, Poorblöme (Spiekeroog), Quer (Siebenbürgen), Rälk (Münsterland), Reinfase, Weiss Reinfaren, Relicken, Relek (Bremen, Unterweser), Releke (Hannover), Relik (Sachsen), Relitz (Altmark), Rels (Fallersleben), Rippel (Schlesien), Weiss Reinfert (Kaisd in Siebenbürgen), Röhlk (Mecklenburg, Norddithmarschen, Helgoland), Röhlke (Hamburg), Röleke (Mecklenburg), Rölitz (Altmark), Rölk (Holstein, Mecklenburg), Rölken (Pommern, Bremen, Unterweser), Rötlich (Grafschaft Mark), Rohlegg (Oldenburg), Rohlei (Oldenburg), Roleg (Bremen, Unterweser), Roleggen (Münsterland), Rolegger (Münsterland), Rolick (niederdeutsch), Rolyk (mittelhochdeutsch), Rülkers (Wangeroog), Rüppel, Rulk (Münsterland), Sachfrist, Sägkraut, Schabab, Schabgrab (mittelhochdeutsch), Schapfgerwe, Schafgarbe (Schweiz), Schaffgarbe (mittelhochdeutsch), Schafkarwe (Schlesien), Schafrippe, Schafschier, Schafzunge (Eifel, Daun), Schapgarbe (Göttingen), Schapgarwer (Mecklenburg, Ostfriesland), Schenken, Schiufkraut (Siebenbürgen), Schnitzelquäck (Eifel, Altenahr), Schofgarb (mittelhochdeutsch), Schweinbauch, Schelkraut (Werfen), Tausendaugbraun, Tausendblatt (Pommern), Tausendplat (mittelhochdeutsch), Tausendspalt (mittelhochdeutsch), Tusendblat (mittelniederdeutsch), Tusendplat (mittelniederdeutsch), Wuntkrut und Zeiskraut.

Schafgarbe gibt es auch auf Briefmarken ⇒⇒ hier

 

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