08/21/16

Ysop - ein heiliges Kraut

Ysop (Hyssopus officinalis) (weitere Namen: Bienenkraut, Duftisoppe, Echter Ysop, Eisenkraut, Eisop, Esope, Gewürzysop, Heisop, Hisopo, Hizopf, Ibsche, Isop, Ispen, Essigkraut, Josefskraut, Weinespenkraut) ist ein Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name Ysop leitet sich vom Hebräischen אֵזוֹב ('ésóv) für ‚heiliges Kraut‘ ab. Die Pflanze wird als Gewürz- und Heilpflanze seit dem 16. Jahrhundert kultiviert.
Ysop ist eine bis 60 cm hohe Staude mit leuchtendblau bis violetten Blüten. Die Blütezeit ist von Juli bis Oktober. Der Ysop kommt in Europa, Westasien und in Nordafrika vor. In Europa findet man ihn nur im Süden (nordwärts bis zu den Südalpen), weiter nördlich wurde er seit dem Mittelalter als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze angebaut. Es gibt verschiedene Unterarten.
Der Ysop braucht kalkhaltigen oder sonst basenreichen, lockeren, trockenen steinig-flachgründigen Boden und ein sehr warmes Klima. Er besiedelt trockene Hügel und Hänge, Felsenheiden sowie Wegränder.

In der Küche wird er ausschließlich frisch zubereitet, da Ysop beim Trocknen sehr an Aroma einbüßt.  Junge Blätter von Ysop werden kleingehackt in Salate und Gemüse gegeben. Dort sollte er aufgrund seiner starken Würzkraft stets nur sparsam verwendet werden. Er ist zudem Bestandteil des Chartreuse-Likör. Auch wird Ysop bei der Parfümherstellung verwendet.
Nicholas Culpeper (1616-1654) bemerkt zu Ysop: Es hilft gegen Ohrensausen, Atembeschwerden und Zahnweh. Das frische Kraut, mit Zucker zerstoßen, hilft bei frischen Wunden und Schnitten. Als Heildroge dienen die getrockneten, blühenden Pflanzenteile. Ysop ist reich an ätherischen Ölen, vor allem Pinocamphon, Kampfer und Pinen. Darüber hinaus lassen sich mehrere Bitterstoffe und Gerbstoffe sowie Flavonoide finden.
Das ätherische Öl und die Gerbstoffe geben der Droge leicht entzündungshemmende, Auswurf fördernde und auch krampflösende Eigenschaften. In der Volksheilkunde wird die Pflanze z.B. zum Gurgeln bei Heiserkeit sowie bei Rachen- und Entzündungen, zu Waschungen und auch innerlich bei übermäßiger Schweißabsonderung eingesetzt. Außerdem wird Ysopkraut noch gelegentlich bei Husten und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Für die Wirksamkeit gibt es bisher keine ausreichenden Belege.
Von Anwendungen in höheren Dosen über längere Zeit und speziell des ätherischen Öls mit dem neurotoxisch wirkenden Pinocamphon sollte man Abstand nehmen.

Der in der Bibel mehrfach erwähnte Ysop (Num 19,18 EU, hebr.: Esov; Joh 19,29 EU) ist nicht mit Hyssopus officinalis gleichzusetzen, der in Israel nicht wächst. Vielmehr handelt sich in der Heiligen Schrift um eine Majoran- bzw. Oregano-Art, die jedoch zur selben Unterfamilie wie Hyssopus officinalis gehört. Entsprechend beinhaltet das auch heute teilweise als „Biblischer Ysop“ verkaufte Gewürz die „Saatar“ genannte Mischung.

Informationen

Wikipedia - engl. Hissopus officinalis -
- Ysop bei Gernot Katzers Spice Pages -
- Ysop im www.Floraweb.de -
- Hissopus officinalis in www.infoflora.ch
- Ysop im www.kraeuter-buch.de -
- Hyssop bei www.botanical.com -

Sarah Wiener - TAZ 20.08.2016

Hans Gerlach - Lexikon - im Magazin der Süddeutschen Zeitung - http://sz-magazin.sueddeutsche.de/front_content.php?idcat=109&sid=61c52cc212128d7e8d1b857aa0da71d5 (nicht mehr gültig; im Archiv)

Ysop gibt es auf Briefmarken und zwar
Jugoslawien (MiNr.943-51, 25.05.1961)  Jugoslawische Flora (Abb)
Pakistan (MiNr.1121) 15.02.2001 - Serie Heilpflanzen (Abb)

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