12/30/13

Die Störe

Die Störe (Acipenseridae) sind eine Familie großer bis sehr großer, primitiver Knochenfische. Sie leben in Europa, Nord- und Zentralasien und Nordamerika. Primär sind sie Meeresfische, die als anadrome Wanderfische zum Laichen in Süßgewässer aufsteigen.
Die nordamerikanischen Schaufelstöre (Gattung Scaphirhynchus) und einige Populationen anderer Störarten, zum Beispiel des Sterlets (Acipenser ruthenus) und des nordamerikanischen See-Störs (Acipenser fulvescens), bleiben ständig im Süßwasser. Störe ernähren sich vor allem von wirbellosen Tieren, die beiden größten Arten als ausgewachsene Exemplare vor allem von Fischen. Sie sind als Erzeuger von KaviarKaviar bekannt.
Störe leben ausschließlich auf der Nordhalbkugel der Erde. Die Störe der Unterfamilie Acipenserinae kommen in der Alten Welt in Europa (nicht in Italien unterhalb der Poebene, aber in der Adria), in den in das Schwarze Meer entwässernden Flüssen der Türkei, im Schwarzen, Asowschen und Kaspischen Meer, im angrenzenden Teil des Iran, in Westsibirien und dem nördlichen Ostsibirien (unteres Stromgebiet der Lena), im Stromgebiet des Amur, auf Sachalin und Hokkaido, in Korea und in den chinesischen Flüssen Jangtsekiang und Perlfluss vor. In Nordamerika kommen sie östlich der Appalachen, in den Großen Seen, im Sankt-Lorenz-Strom, in der Hudson Bay und in den Flüssen des pazifischen Nordamerika (westlich der Rocky Mountains) von den Aleuten über Alaska bis Kalifornien vor. Außerdem besiedeln sie küstennah die angrenzenden Meere, darunter auch die Nord- und Ostsee, die Biskaya, das Weiße Meer, die Karasee, das Ochotskische und Japanische Meer und die Beringsee.
Die Schaufelstöre der Gattung Scaphirhynchus kommen ausschließlich im Süßwasser, in Flüssen im Einzugsgebiet des Mississippi und im Rio Grande vor, ihre Verwandten aus der Gattung Pseudoscaphirhynchus sind auf die Flüsse Amudarja und Syrdarja in Zentralasien beschränkt.
Die meisten Störe werden zwischen einem und drei Meter lang, die kleinste Art, der Kleine Amu-Darja-Schaufelstör (Pseudoscaphirhynchus hermanni), erreicht eine Länge von 27,5 cm, die größten, der Europäische Hausen und der Kaluga-Hausen (Huso huso und Huso dauricus), werden maximal über fünf Meter lang und dabei zwischen einer und zwei Tonnen schwer. Sie sind damit die größten auch in Süßgewässern vorkommenden Fische. Plausibel ist daher die Herleitung des Namens aus althochdeutsch stôr, altnordisch stór„groß“.
Störe sind variabel gefärbt, meist hell- bis dunkelbraun, auch schiefergrau oder fast schwarz bis blauschwarz. Bei den Weibchen können die Ovarien bis zu 20 % des Gesamtgewichts ausmachen. Sie liefern den berühmten Kaviar. Im unteren Teil des Mitteldarms ist eine Spiralfalte ausgebildet.

wikipedia -  engl sturgeon -

fishbase.org - link

World Sturgeon Conservation Society  - www.wscs.info

Stör: Methusalems Rückkehr - Stuttgarter Zeitung 26.04.2016 -
- Stör must go on. TAZ 16.08.2017 (im TAZeArchiv)
- Stör in Nord- und Ostsee. ein Fisch kehrt zurück - TAZ - 26.08.2015
- Vom Aussterben bedroht: Der Stör ist der Fisch des Jahres 2014 (aid-aktuell 13.11.13)  

- Der Stör gilt in Deutschland als sehr gefährdet oder regional sogar als ausgestorben. Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) hat die Art zum Fisch des Jahres 2014 gewählt, um auf den drastischen Bestandsrückgang aufmerksam zu machen. Hauptursachen sind der Verlust von Laichplätzen, Aufstiegshindernisse durch den Verbau von Flüssen und Bächen, Verschmutzung und Überfischung. Der Stör ist ein Wanderfisch, der den größten Teil seines Lebens im Meer und Brackwasser verbringt. Zum Laichen steigt er in die Flussläufe auf und legt die Eier in der Strömung auf Kiesgrund. Die erwachsenen Tiere wandern anschließend zurück ins Meer, während die Jungtiere das erste Lebensjahr im Süßwasser verbringen und erst dann flussabwärts ziehen. Der Verbau von Fließgewässern durch Wehre und Wasserkraftanlagen verhindert die Wiederansiedlung der heimischen Art. Der DAFV fordert mehr Investitionen in Fischtreppen und Umgehungsläufe, um den Tieren das Wandern zu ermöglichen. Andernfalls können sich die Störe nicht selbstständig fortpflanzen. Bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts waren zwei Störarten in Deutschland heimisch: der Europäische Stör (Acipenser sturio) in Elbe und Rhein, der Atlantische Stör (Acipenser oxyrhinchus) in der Oder. Heute kommt der Europäische Stör nur noch selten im Nordostatlantik vor, von wo aus er in die Gironde in Frankreich zum Laichen aufsteigt. Das sei laut DAFV das letzte Fortpflanzungsgebiet in Europa. Mit Unterstützung des Bundesamts für Naturschutz werden seit 1996 einige Vorhaben zur Wiedereinbürgerung beider Arten in Nord- und Ostsee durchgeführt. Heike Kreutz, www.aid.de Weitere Informationen: www.dafv.de    (Pressemitteilung 7.11.13)

Spektrum der Wissenschaften (23.Dez 2013): Der Stör kehrt heim.

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Philatelie - Störe

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