Die Thunfische

Die Thunfische (Thunnus) (auch Tunfische) sind eine Gattung großer Raubfische, die in allen tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren vorkommt. Sie gehören zu den wichtigsten Speisefischen, sind von großer fischereiwirtschaftlicher Bedeutung und einige der acht Arten sind inzwischen durch Überfischung gefährdet. Diese Meeresfische werden heutezutage jedoch auch gezüchtet (z.B. Aquakulturen im Mittelmeer).
Thunfische haben einen langgestreckten, spindelförmigen, seitlich nur wenig abgeflachten Körper, dessen Schwerpunkt im vorderen Teil des Rumpfs liegt. Sie erreichen Körperlängen von etwa 1 Meter bis 4,5 Meter und können zwischen 20 kg und ca. 700 kg schwer werden.
Sie sind in Schwärmen lebende Raubfische, die vor allem die oberen 500 Meter der Wassersäule bewohnen und über längere Zeiträume große Geschwindigkeiten beibehalten können. Sie unternehmen weite Wanderungen über den offenen Ozean und auch tagesperiodische Vertikalwanderungen. Dabei wandern sie vor allem ihren Beutetieren hinterher, deren Wanderungen wiederum Regionen mit hoher Planktondichte zum Ziel haben
Thunfische gehören wegen ihres hervorragenden, roten, fetten Fleisches zu den wichtigsten Speisefischen, sind von großer fischereiwirtschaftlicher Bedeutung.
Der Fang nahm nach Angaben der FAO von etwa 400.000 Tonnen im Jahr 1955 auf über 2 Millionen Tonnen seit 1997 zu. Zu den größten Fängernationen gehören Japan, wo rohes Thunfischfleisch für Sushi und Sashimi genutzt wird, die USA und Südkorea. Thunfische werden mit Langleinen, Ringwaden und Treibnetzen gefangen. Letzteres ist in den Gewässern der EU und vielen anderen Gebieten illegal, da es dabei in erheblichem Umfang zu unerwünschtem Beifang von Delfinen und Haien kommt. Im Mittelmeer fängt man Thunfische mit sehr großen, verankerten Schwimmreusen die Tonnaras genannt werden.
Thunfischfleisch wird als Frischfisch oder gefroren vermarktet. Das in Thunfischdosen konservierte Fleisch stammt vor allem von Bonitos (einer Thunfisch-verwandten Art). In einigen Ländern, z.B. Malta, werden Thunfische, die zuvor als Jungtiere gefangen wurden, in Fischkäfigen im Meer gemästet. 
Das Management der weltweiten Thunfischbestände liegt in den Händen von internationalen und regionalen Fischereikommissionen, im Atlantik und im Mittelmeer die Internationale Kommission für den Schutz des Thunfischs (International Commission for the Conservation of Atlantic Tuna, ICCAT) und die Inter-American Tropical Tuna Commission (IATTC) für die Bestände im Ostpazifik.

In Deutschland wird Thunfisch nur in geringem Maße verzehrt, und dann meist als Konserve (in Öl, Wasser) (edle Thunfischkonserven - wie Ventresca - gibt es ebenso, wie billige <"gepanschte"> Massenware (Verbrauchertäuschungen)

Das Thunfischfleisch ist fest und dunkelrot. Es kann gegrillt, gebraten, gedünstet, gebacken und geschmort werden. In der japanischen Küche wird Thunfisch auch roh gegessen.  Das Angebot an frischem oder tiefgefrorenem Thunfisch ist im Verhältnis geringer.
Beim Thunfisch sind besonders die Bauchlappen (toro) für Speisen (Sushi) beliebt (roher Verzehr; hohe Preise in Japan - Rekord 1 Million Euro für einen 220kg Fisch - Spiegel 5.1.2003)
Thunfisch für 609.000€ ersteigert (212kg) Stuttg.Ztg 05.01.2017
- Für den Rekordpreis von umgerechnet rund 2,7 Millionen Euro ist in Tokio ein riesiger Blauflossenthunfisch versteigert worden. Der Preis entspricht rund 9700 Euro pro Kilogramm. Stuttg Ztg 05.01.2019

Raub-Meeresfische leben am Ende einer Nahrungskette, so sind sie auch mit höherer Wahrscheinlichkeit durch Umweltkontaminanten (wie Schwermetalle; Dioxinen u.a.) belastet. - Beispiel: Quecksilber in Thunfisch - Oekotest  März 2011

Informationen
wikipedia - engl - thunnus

Bei www.fishbase.org ⇒⇒ Thunnus

 Informations-Seite

Thunfisch-Information des Fisch-Informationszentrums

- Thunfisch-Dosen - im Test Sep 2016 -

Gefahr des Aussterbens für den roten Thunfisch (März 2010 Infos)

Der Thunfisch ist im Mittelmeer bald ausgerottet  16. April 2009, World Wide Fund for Nature (WWF) - Im Mittelmeer droht der totale Zusammenbruch der Bestände des Blauflossen-Thunfischs: Nach einer neuen Analyse der Population und der Zahl fortpflanzungsfähiger Tiere soll er bereits in drei Jahren ausgestorben sein. Umweltschützer fordern deshalb einen kompletten Fang-Stopp.
(Die Welt 16.4.2009)
Thunfisch vor der Ausrottung Sushi war sein Schicksal (Südd Ztg - 17.5.2010 ) Die weltweite Sushi- und Carpaccio-Manie hat den Thunfisch an den Rand seiner Existenz getrieben. Albert von Monaco geht mit einer delikaten Idee dagegen vor.  Seit japanische Gerichte wie Sushi und Sashimi weltweit in Mode gekommen sind, kann man nicht mehr sagen, in welcher Darreichungsform der Thunfisch bekannter ist: ob als Dosenfisch im Salat Nizza oder als Rohware auf Reisbällchen mit Soja und Wasabi. Nachdem Roter Thunfisch mittlerweile auch auf Berghütten serviert wird, zum Beispiel im Hochzillertal auf Bananenbrot, ist jedoch sicher: Die meisten Menschen der industrialisierten Welt sind mit Thunfisch als Speise bestens vertraut. Ebenso sicher ist aber auch: Die wenigsten Menschen sind je einem lebenden Thunfisch begegnet. 
Dabei könnte genau das dem in Millionen Tonnen verspeisten Fisch etwas mehr Respekt verschaffen. Ein ausgewachsenes Exemplar des im Mittelmeer laichenden Blauflossen-Thunfischs, aufgrund seiner Fleischfarbe auch Roter Thun genannt, ist ein wahrhaft majestätisches Tier: Viereinhalb Meter lang kann es werden und mehr als 600 Kilogramm schwer. Dank seines stromlinienförmigen Körpers, der kräftigen Muskeln und der sichelförmigen Flossen kann ein Thun auf 80 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Doch die weltweite Sushi-, Tartar- und Carpaccio-Manie hat ihn an den Rand seiner Existenz getrieben.   
Nun wendet sich Fürst Albert von Monaco, seit Jahren als Freund gefährdeter Spezies bekannt, mit deutlichen Worten an das Nachbarland Frankreich: "Die Durchschnittsgröße der im Mittelmeer gefangenen Roten Thunfische hat sich in zehn Jahren halbiert", warnt Albert in der Zeitung Le Parisien. Der einzige Weg zur Erneuerung der Bestände sei es, die Art zwei bis drei Jahre lang in Ruhe zu lassen. "Man kann nicht untätig bleiben, wenn das System der Fangquoten nicht funktioniert und die illegale Fischerei andauert", mahnt der Fürst. 
Mit seiner Kritik spricht der Monegasse einen neuralgischen Punkt an. Denn einerseits schaffen es die Regierungen weder in der EU noch weltweit, die aus wissenschaftlicher Sicht nötigen Fangbeschränkungen zu beschließen. Und selbst wo es Moratorien gibt, wird deren Einhaltung kaum überwacht. Das gilt besonders im Mittelmeer, von wo aus erhebliche Mengen Thun nach Japan exportiert werden. Mehr als 600 Spezialschiffe orten dort teils mit (illegaler) Unterstützung aus der Luft die seit Jahren schrumpfenden Thunfischschwärme und umzingeln sie mit Spezialnetzen. Allein die Größe der Flotte lässt darauf schließen, dass weit mehr Thunfisch zwischen Tel Aviv und Gibraltar gefangen wird, als erlaubt wäre; von Fischerbooten und Sportfischern gar nicht erst zu reden. 
Weil internationale Abkommen zu Fangquoten und deren Einhaltung in der Praxis meist scheitern, setzen Naturschützer nun auf einen anderen Hebel: Gelänge es, für den Roten Thun ein Handelsverbot im Rahmen des Washingtoner Artenabkommens zu erwirken, so wären plötzlich nicht mehr Fischer oder Fischereiaufseher zuständig, sondern der Zoll. Der Handel mit Thunfisch wäre dann ähnlich beschränkt wie die Ein- und Ausfuhr von Gorillas, Tigern oder exotischen Papageien. Eine solche Hürde könnte die globalisierte Thunfisch-Industrie empfindlich einschränken. Japanische Konzerne, die rund ums Mittelmeer an Mästanlagen für die dort gefangenen Thunfische beteiligt sind, hätten das Nachsehen. 
Ein Antrag auf ein Handelsverbot für Roten Thun aus Mittelmeer und Ostatlantik steht bereits auf der Tagesordnung des nächsten Treffens der 175 am Washingtoner Abkommen beteiligten Staaten im März. Antragsteller: das Fürstentum Monaco.

Finnwatch-Report: Thunafish Production in Thailand, 2015 - download  - bei www.supplychainge.org -

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