07/22/23

Eukalyptusöl

 

Eukalyptusöl (lat. Oleum eucalypti, franz. essence d'eucalypte, engl. eucalyptus oil) ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene ätherische Öle, die aus den Blättern von Eukalyptus-Arten (über 600 Arten sind in Australien und Indonesien heimisch) gewonnen werden. Eukalyptusöl ist eine dünne, farblose, blassgrünliche oder blassgelbe Flüssigkeit von aromatischem, schwach an Kampfer erinnerndem Geruch, mit geringer Rechtsdrehung und einem spezifischen Gewicht von 0,910 bis 0,930.

Von der Pflanzengattung Eucalyptus gibt es über 600 Arten, jedoch werden nur aus rund 20 Arten ätherische Öle gewonnen. Die wichtigste dieser Arten ist Eucalyptus globulus. Hauptanbaugebiet ist China (3000–4000 Tonnen Eukalyptusöl/Jahr), früher waren es Spanien, Portugal, Brasilien, Argentinien. Eukalyptusbäume wachsen mehrmals nach einer Fällung wieder nach, allerdings wächst jede aus dem Baumstumpf sprießende Generation langsamer als die vorige.

Durch Wasserdampfdestillation des Holzes wird ein Rohöl mit einem Anteil von 60 % 1,8-Cineol und zahlreichen hustenreizenden Aldehyden erhalten. Durch Behandlung mit Lauge (Kalk oder Natronlauge) und Rektifikation – wobei die hustenreizenden Monoterpene abgetrennt werden – wird das Eukalyptusöl gewonnen (1,8-Cineol-Gehalt bis zu 90 %). Reines Eukalyptusöl besteht zu 60 bis 80 % aus dem früher Eukalyptol genannten 1,8-Cineol (über 70 %). 
Eukalyptusöl findet Anwendung bei Husten, Grippe (Influenza), Heiserkeit in Form von Eukalyptus-Bonbons (bzw. vier bis sechs Tropfen Eukalyptusöl (200 mg) auf ein Zuckerstück) oder mittels Inhalation (20 Tropfen) der Dämpfe eines heißen Wasserbads mit Eukalyptusöl. Ferner wird es bei rheumatischen Beschwerden und Muskelschmerzen empfohlen. 
Eukalyptusöl hat eine antimikrobielle Aktivität gegen Bakterien wie E. coli, Staphylococcus aureus, Streptococcus faecalis, Mycobacterium avium. Es wirkt fungizid gegen Candida tropicalis, Candida albicans, Aspergillus niger, Aspergillus aegypticus und andere.
Teebaumöl und Manukaöl sind ähnliche Öle mit antimikrobieller Wirkung.
Eukalyptusöl wird technisch als Lösungsmittel für Harze zur Herstellung von Lacken empfohlen und dient als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Cineol.

Eukalypten sind die Futterpflanzen des Koalas und einiger anderer Beuteltiere. Für die meisten anderen Tierarten sind sie dagegen giftig und nutzlos. Auch die Koalas fressen bevorzugt alte Blätter, in denen die Giftstoffe nicht mehr so konzentriert sind wie in den jungen Trieben und Blättern.

Informationen
- wikipedia - engl. Eucalyptus oil

Stindt., A.: Eukalyptus hilft auch bei rheumatoider Arthritis. link bei www.heilpraxisnet.de   08.07.2023 ⇒  Quispe, Chr. et al.: Insights into Eucalyptus genus chemical constituents, biological activities and health-promoting effects. Trends in Food Science & Technology 91: 609-624 doi.org/10.1016/j.tifs.2019.08.003 (Sep 2019) - Darji, D.R. et al.: Bioactivity of Eucalyptus Essential Oil. International Journal of Engineering Applied Sciences and Technology  5(12) 103-106 (April 2021)

Es gibt in Australien eine Briefmarke mit Eukolyptusöl (Abb), und weitere Briefmarken rund um Eukalyptus sind hier zusammengestellt.

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