Die Aprikose (Prunus armeniaca)
(Marille in Österreich; Barille – Ostschweiz; engl. apricot; franz. abricotier;  ital. albicocco) (wiktionary)
ist eine Steinfrucht und gehört wie Mandel, Mirabelole, Pflaume, Schlehdorn u.a. zu den Rosengewächsen zählenden Gattung Prunus.
Die Aprikose ist ein Strauch oder kleiner Baum mit runder Krone und erreicht meist Wuchshöhen bis 6 Meter, selten auch bis 10 Meter.

Die Aprikosen-Früchte haben einen Durchmesser von 4-8 cm und sind fast kugelig, samtig behaart, hellgelb bis orangerot (bes. an der Sonnenseite) gefärbt.
Das Fruchtfleisch löst sich vom Steinkern, ist fest, süß-duftend und enthält relativ wenig Saft. Der Steinkern ist bauchig linsenförmig, leicht rau und bis zu 3 cm lang.

Die Blütezeit (in Europa) reicht von März bis April; Aprikosen sind frühe Blüter (Name lat. praecox – frühes blühen); so beginnt auch die Erntezeit relativ früh. Einheimische Aprikosen gibt es von Mitte Juli bis Ende August. In der südlichen Mittelmeerregion werden die ersten Früchte bereits ab Ende Mai geerntet, die Hauptsaison endet schließlich im September.

Die Aprikosen haben eine lange Geschichte, die in China beginnt. Sie kamen über Persien und Armenien (Namenshintergrund – armeniaca), und Alexander der Große brachte sie nach Südeuropa; ins antike Griechenland und ins Römisches Reich; sie wurden auch „goldene Sonneneier“ genannt: Weiter nördlich in Europa wurden sie erstmals im 16.Jahrhundert kultiviert. In Deutschland war es1565/67 im Lustgarten in Stuttgart (link).

Es gibt viele Aprikosen-Sorten (Liste nach Wikipedia) (LWG-Bayern - download)
- Albergen (Muskateller Aprikosen)
- Alexandrinische schwarze Marille
- Ananas-Marille
- Aprikose von Nancy
- Bergeron
- Frühe Rosenmarille
- Große Frühaprikose
- Hargrand
- Heidesheimer Frühe Königsaprikose
- Kuresia
- Luizet
- Marena
- Mombacher Frühe
- Niedersulzer Pfirsichmarille
- Orangered
- Schmelzende von Gaweinstal
- Temperao de Vila Franca
- Ungarische Beste
- Vinschger Marille

Wachauer Marille keine Sorte, aber geschützte Ursprungssbezeichnung (EU) (link) (website)
Marille, Mirabelle, Reneklode - was bist du? Spektrum der Wissenschaft 08.08.2019

Aprikosen reifen nach der Ernte nicht nach (d.h. keine blassen Aprikosen kaufen). Sie sind recht gut zu transportieren; sind bei Zimmertemperatur einige Tage haltbar (im Kühlschrank etwas länger).
Aprikosen werden auch getrocknet (bei uns häufig aus der Türkei) und in Dosenkonserven angeboten.

Beginn der Aprikosen-Saison - Meldung aus der Schweiz - link bei www.foodnews.ch 01.07.2016 -

Aprikosen werden frisch/roh verzehrt; und finden Verwendung in Obstsalat; als Kuchenbelag, gekocht (poschiert) in süßen Sirup (süßen Wein); als Marmeladen; Beilage zu Lamm, Geflügel, Reisgerichte. Bekannte Rezepte aus Österreich sind Marillenknödel; die Marillenmarmelade in der Sachertorte. Sehr beliebt (und teuer) ist ebenfalls Marillenessig.
Es gibt Aprikosen/Marillen-Likör u.- Brandy; Apricot Brandy; Amaretto-Likör; Barack.

Aprikosenkerne (-samenI dienen als Mandelersatz; und zur Herstellung von Aprikosenkernöl; Ratafia (katalanischer Kräuterlikör);
Aprikosensamen sind giftig, da sie ca. acht Prozent blausäureabspaltendes Amygdalin enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Verbrauchern deshalb, „nicht mehr als ein bis zwei bittere Aprikosenkerne zu verzehren, bzw ganz darauf zu verzichten") (link) (Stellungnahme vom 3.52007 - download) - "Rückrufaktion bei Mandelkernen".  link bei www.heilpraxisnet.de  03.08.2017

Die japanische Küche kennt eingelegte Aprikosen (Umeboshi), die über einen sehr langen Zeitraum genießbar bleiben.
Die noch grün geernteten Aprikosen werden gereinigt und in große Holzbottiche zusammen mit Salz geschichtet. Der Salzgehalt beträgt dabei zwischen 12 und 25 Prozent. Durch das Salz wird den Aprikosen Wasser entzogen, ein beschwerter, passender Deckel drückt durch sein Gewicht zusätzlich Wasser aus den Früchten. Gleichzeitig beginnt die erwünschte Milchsäuregärung (analog der Sauerkrautherstellung). Nach ein bis zwei Monaten Gärung in den Bottichen werden die Früchte je nach Witterung vier bis sieben Tage im Freien getrocknet. Die Früchte sind nun weiß, ein Teil von ihnen wird als Shiroboshi verkauft.  Der andere Teil wird mit Shiso-Blättern  in Fässer geschichtet, wo sie noch ein bis zwei Jahre reifen. Während dieser Zeit nehmen die Umeboshis ihre charakteristische Farbe von den ebenfalls purpurnen Shiso-Blättern auf. Traditionelle Japaner verzehren morgens ein oder zwei dieser Salzfrüchte zusammen mit reinem Reis.  Dabei erinnert die rote Frucht inmitten des weißen Reises optisch an die japanische Flagge.  („Hinomaru-Bentō“; Hinomaru=japanische Flagge).

Aspekte des Nährwerts von Aprikosen : Vitamin C, Vitamin A(Carotin), Calcium, Eisen

Anbaugebiete in Europa – Österreich, Ungarn (im Prinzip in Weinanbaugebieten - Rheintal)

Weltweite Produktionszahlden der FAO: (link)
Hauptproduzent (im Jahr 2011) die Türkei 676.138 MT; gefolgt von Iran 452.988; Usbekistan 356.000; Algerien und an 5.Stelle Italien 263.132 MT.

- Weltmarkt Übersicht Steinfrüchte - link bei www.freshplaza.de 04.06.2018 und link 24.09.2018 + link 31.05.2019
Globaler Aprikosenmarkt wächst moderat um 2,8%. link bei www.fruchtportal.de 14.08.2019

In China gilt die Aprikose als Symbol für ein junges Mädchen, aber auch für den Wunsch nach Kindern.

In den Gebieten mit großer Aprikosen-Anbaudichte spielt der wirtschaftliche Aspekt des Tourismus eine eine große Rolle. Beispielhaft dafür steht die Wachau, mit Blütenfesten, und Marillenfesten zur Erntezei; z.B. in Krems an der Donau; Spitz an der Donau (Marillenkirtag)

- Aprikosen auf Gemälden - bei www.akg-images.de

Aprikosen auf Briefmarken

weitere Informationen:
Wikipedia - engl apricot

Fruit Crops (US Website) - link

Vermarktungsnormen der EU für Aprikosen (link)

-- Lebensmittel-Warenkunde - link
-- GU- Küchengötter - link
-- Öster.Händler Müllner - link

Alnatura – Frucht des Monats – Aprikose  (link)  

Saison für die Aprikose. Slow Food Magazin Nr.3/2018, S.44-47 (Scan im Archiv)
Slow Food Nr.03_2010, S.26-27 (Aprikosen) - Saison - Süßer Sommertags-Traum
alte Sorten in Buch von George Brookshaw; Nicholas Gaucher - 1894 - Pomologie des praktischen Obstbaumzüchters.
heute größtes Anbaugebiet - osttürkische Provinz Malatya; Oberlauf des Euphrat
frisches Obst, gedörrt, Aprikosenkerne (Öl)
Kompott; Kuchenbelag, Marmelade; (Sachertorte); Zutat bei Schmorfleissch; in Pilaw (mit Pinienkerne) Tip von Vincent Klink - nur reife Früchte kaufen; entkernen, halbieren; Schnittstelle nach unten - Backpapier - Blech - über nacht 50-60 Grad (Säure weg) - dichter süßschwerer Geschmack

Dreierlei von der Marille – Sarah Wiener - TAZ 13.7.13

Aprikosen passen zu Süßem und Herzhaftem. dpa/tmn-Pressemitteilung 11.07.2018 z.B. in Rhein-Zeitung + M O Z mit Buchempfehlungen:
Ralf Mackert: Fruit Revolution - 70 überraschende Rezepte mit Obst. ars vivendi verlag.  192 S., ISBN 9783869137155 (2016)
Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser, Helmut Bachmann: 33 x Marille. Athesia Buch GmbH.  88 S., ISBN 9788868392789 (2017)

Die Informationen zu Marillen-Briefmarken  wurde in der Festschrift: "Marmor+Marille" genutzt (link) (Download) (Marillenfest - im Marmorsteinbruch) 01.-03.08.2014  (Schlanders-Laas/Vinschgau-Südtirol)