Durian - die exotische Stinkfrucht, die "göttlich" schmeckt

Durian (früher auch Durione genannt) ist die stachelige Frucht des Durian- oder Zibetbaumes (Durio zibethinus),  der zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) gehört und der ursprünglich aus Indonesien und Malaysia stammt; er wird bis zu 40 Meter hoch. Heute wird Durian überall in Südostasien und anderen tropischen Gebieten kultiviert.
Der Name der stacheligen Durian-Frucht (Kapselform ("Rugbyball"); 15-30cm lang, bis zu 9kg schwer) wird vom malaiischen Wort „duri“, das Stachel oder Dorn bedeutet, abgeleitet.
Sie wird häufig auf Grund ihres Geruches auch als Stink- oder Käsefrucht bezeichnet. Nur wenn Durian ganz frisch geerntet stinkt sie nicht; sie beginnt aber bald danach zu riechen. Die Durian wird als Obst verwendet.  Das gelbliche „Fruchtfleisch“ ist von der Konsistenz her mit faserigem Pudding vergleichbar, es ist süß und hat einen unvergleichlichen Geschmack und aromatischen Geruch, der für "Fremde" stark gewohnheitsbedürftig ist. Der Geschmack erinnert an Walnuß und Vanille, jedoch mit einer kräftig fruchtigen Kopfnote und einem deutlichen zwiebligen Geschmacksanteil. Durian wird auch als „Königin der Früchte“ bezeichnet. Es gibt Verkostungen der unterschiedlichen Sorten und Provenienzen, vergleichbar mit Weinproben bei uns. Diese alljährlich stattfindenden Durianverkostungen und die Durianfeste in den Anbauregionen ziehen aus aller Welt Liebhaber an. In den Hauptanbauländern, wie Malaysia oder Thailand, gibt es viele unterschiedliche Sorten, welche sehr geschätzt werden und entsprechende Preise erzielen. Das Haupthandelszentrum für Durian-Früchte ist Singapur. Neben dem Rohverzehr dienen Durianfrüchte zur Herstellung von Marmelade, Pasten; Kuchen, Speiseeis, Fruchtsaft und Currygerichten.
Die Samen werden in den Anbauländern ebenfalls zubereitet, z. B. dünn geschnitten und geröstet als eine Art Chips. 

Aufgrund der Geruchsbelästigung ist die Mitnahme von Durianfrüchten in Hotels oder Flugzeugen meist nicht gestattet. Setzt sich der Geruch erst einmal fest, ist es schwierig, ihn wieder loszuwerden. Deshalb ist es in Hotels üblich, bei Verstoß gegen das Durian-Verbot das Zimmer für eine weitere Woche bezahlen zu müssen. In Singapur ist auch das Mitführen von Durians in der MRT (U-Bahn) untersagt, worauf entsprechende Schilder hinweisen; auf eine Strafe wird allerdings verzichtet (s. Cartoon - Briefmarke aus Malaysia - Passanten fürchten sich vor Durian-Händler).

In der Volksmedizin werden Blätter, Früchte, Rinde und Wurzeln des Durianbaumes bei Fieber und Gelbsucht verwendet. 

Informationen zu Durian
Wikipedia -  english - durian)
bei www.answers.com  - durian

Purdue University - Crop Index - Durian
J.Morton (1987) Durian

FAO - Fruits of Vietnam - Durian

Durian - kann man das essen? BZfE News 10.01.2018 -

Österreichischer Großhändler - K.Müllner - Durian

Brigitte Kranz: Das große Buch der Früchte: exotische und einheimische Arten. Südwest-Verlag, München 1981. ISBN 3-517-00732
Nadja Biedinger: Die Welt der Tropenpflanzen. DuMont, Köln 2000. ISBN 3-7701-5294-8. 
Roland Hanewald: Essbare Früchte Asiens. Reise Know-How, Bielefeld. ISBN 3-89416-771-8
Rolf Blancke: Farbatlas exotische Früchte: Obst und Gemüse der Tropen und Subtropen. Stuttgart: Ulmer 2000, ISBN 3-8001-3520
Michael J. Brown: Durio – A Bibliographic Review. International Plant Genetic Resources Institute, 1997, ISBN 92-9043-318-3
Food and Agriculture Organization of the United Nations = FAO: Durio zibethinus - Datenblatt bei Ecocrop (online). 
Multilingual Multiscript Plant Name Database (MMPND) - link zu Duiro

Sara Leonhardt: Durian: Götterfrucht oder Stinkfrucht ? - Spektrum direkt 2008

 (Informationssammlung - OLT 2009 - WIKIs)

Whiteman, K., Mayhew, M.: The world encyclopedia of fruit (Anness London, 1998) (deutsch: Monte, Dumont; 1999)

Durian gibt es auch auf Briefmarken