01/24/18

Guave - Psidium guajava

Die Echte Guave (Psidium guajava), auch Guava, Guayave, Guayaba oder Goiaba genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Guaven (Psidium) in der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Anwendung findet sie vor allem als Nutz-, aber auch als Medizinalpflanze.
Es gibt viele verschiedene Sorten, die sich in Größe, Gewicht und Schalenfarbe unterscheiden und vor allem im Fruchtinneren in der Anzahl der kleinen Körnchen. Es kann grünlich-weiß, gelb, rosa oder lachsrot sein. Die thailändische Variante Guave Fareng kann bis zu 1kg schwer werden. Die  ⇒ Erdbeer-Guave) dagegen sind recht klein. Die brasilianische Ananas-Guave - Feijoa - sieht zwar ähnlich aus, aber gehört zu einer anderen Familie.
Die Echte Guave ist ein Baum, der Wuchshöhen bis zu 13 Meter erreicht. Sie trägt kugel-, ei- oder birnenförmige, etwa 3-8cm lange Beerenfrüchte (bis zu 200g schwer). Die Guavenfrucht enthält zahlreiche harte Samen, die in der Mitte der Beere liegen.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet und das Genzentrum der Echten Guave liegen in Südamerika. Bedingt durch den angenehmen Geschmack hat sich der Anbau weltweit in tropischen und subtropischen gebieten verbreitet, vor allem in Sekundärwäldern bis 1500 Meter. Anbaugebiete liegen heute in Mexiko, Florida, Kalifornien, Hawaii, Brasilien, Südafrika, Indien, Malaysia, Thailand, Pakistan sowie in Israel, Ägypten und auf Sizilien. Guaven sind das ganze Jahr über erhältlich, zwischen Februar und Mai in der Hauptsache aus Brasilien.

Vor allem die Früchte werden vom Menschen konsumiert. Sie sind drei bis vier Monate nach der Blüte pflückreif, können aber nur wenige Tage gelagert werden, gekühlt sind sie jedoch zwei bis drei Wochen haltbar.
Guaven erreichen unseren Markt im sogenannten hartreifen Zustand, auf Grund ihrer besseren Transportfähigkeit. Ihre wachsige Schale ist dann grün bzw. blaßgelb. Die runden bis eiförmigen Früchte (Größe eines Tischtennisballes) reifen aber ohne Probleme bei Zimmertemperatur nach. In einer Tüte kann der Prozeß beschleunigt werden, da Guaven Ethylen produzieren. Hartreife Guaven sind 1-3 Wochen lagerbar. Reife Früchte sollten in 1-2 Tagen verzehrt werden, zur Not im Kühlschrank aufbewahren.  Die Reife zeigt sich je nach Sorte an einem tiefgelben bzw. hellgrünen Farbumschlag. Die Schale ist deutlich weicher und läßt sich leicht eindrücken. Reife Guaven sind charakteristisch für ihren intensiven und blumigen Geruch.
Guave eignet sich zum rohen Verzehr. Sie kann mit Schale verzehrt werden oder ,wie eine Kiwi aufgeschnitten, ausgelöffelt werden. Das Fruchtfleisch ist fest und saftig, weiß bis blaßgelb. Im Inneren befinden sich viele Kerne bzw. kleine Körnchen, die aber mitverzehrt werden können. Im Geschmack ähnelt sie einem Erdbeer-Birnen-Pfirsichkompott. Unreife, grüne Früchte sind sauer und oft adstringierend (pelzig).
In Asien sind sie mit Zimt und Zucker bestreut beliebt. Die Guave wird aber vor allem zur Zubereitung von Marmelade, Gelee und Desserts verwendet. In Brasilien wird ein dick eingekochtes, pastenartiges Mus, die Goijabada, zusammen mit Käse als Nachtisch "365" gereicht, da es täglich gegessen wird. Weiter kann man durch Auspressen der Guaven einen schmackhaften Fruchtsaft erhalten, das Fruchtmark gehört zur Rezeptur einiger Multivitaminsäfte. Guavensaft wird auch zu Wein vergoren.
Die Schale reifer Beeren dient als Zugabe zu Salaten und Puddings.

Die Früchte enthalten recht unterschiedlich hoch Vitamin C (100-300mg/100g) und reichhaltig Pektine.

Die Echte Guave ist in der traditionellen Medizin vieler Kulturen bedeutsam. In Hawaii, der Karibik und Mittelamerika wird vor allem ein Aufguss der Blätter bei Durchfall verabreicht. In Mittel- und Südamerika werden die Blätter bei Zahnschmerzen verwendet. Die Fang aus Westafrika bereiten einen wurmtötenden Saft aus den Blättern.

Die Rinde der Guavenbäume wird dank ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen als Gerbmittel verwendet.

Informationen

- Wikipedia - engl. Psidium guajava

- Guava. p. 356–363. In: Fruits of warm climates. Julia F. Morton, Miami, FL (1987).- link bei Purdue University
- Guave - Erdbeere der Tropen. link bei www.fruitlife.de -
- Guava - bei www.fruitipedia.com -

Gutiérrez, R.M.P. et al.: Psidium guajava: A review of its traditional uses, phytochemistry and pharmacology J Ethnopharmacology117(1) 1-27 (2008)

Guave gegen Bluthochdruck. link bei www.freshplaza.de 18.12.2018

Aid Aktuell - Nr.47_20.11.2013https://www.bzfe.de/inhalt/pressemeldung-6724.html - Die exotische Guave: Viel Vitamin C und erfrischendes Aroma
- Die Guave: Viel Vitamin C und wenig Kalorien. BZfE News 24.01.2018
- Guave bei www.kuechengoetter.de -
- Guave bei www.eatsmarter.de

- Guave bei österreichischem Händler www.obst-gemuese.at

- Wissenswertes über exotische Früchte. download bei www.pistor.ch

Herrmann, K.: Exotische Lebensmittel. Springer, Berlin, Heidelberg, NY 1983

Bilder von Guaven link bei www.akg-images.de

Es gibt eine ganze Reihe von Briefmarken mit Guaven als Motiv.

 

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