09/17/14

Kaktusfeigen - Früchte von Opuntia ficus-indica

Die Opuntia ficus-indica gehört zur Familie der Kakteengewächsen (Cactaceae). Deren Früchte sehen ähnlich wie Feigen aus und sind essbar; so werden sie Kaktusfeigen genannt, andere Namen sind Distelfeigen, Feigenopuntien, Indische Feigen, Kaktusbirnen, Nopal, Stachelfeigen, Tunas.

Opuntia ficus-indica wächst strauchig oder baumartig und erreicht Wuchshöhen zwischen 1 bis 6 Metern. Die Dornen sind unauffällig und fehlen oft ganz. Die Blüten stehen endständig am Spross, sind gelb bis rot und haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimeter. Die eiförmigen bis länglichen, grünen, orangen oder roten Früchte sind 6 bis 10 Zentimeter lang.

Opuntia ficus-indica stammt vermutlich aus Mexiko. Die Art ist in Südamerika, Australien und im Mittelmeergebiet verwildert. Die Erstbeschreibung als Cactus ficus-indica wurde 1753 von Carl von Linné vorgenommen.
Die Hauptanbaugebiete liegen in Mexiko (75% der Welternte), Italien (ca 10%), danach Chile, Südafrika, Israel, USA  und Ägypten.

Verzehrt wird das Innere der Frucht mit den ebenfalls essbaren Kernen. Das, je nach Sorte, gelborange bis rote Fruchtfleisch hat einen süß-säuerlichen Geschmack. Die Farbe zeigt nicht sicher den Reifegrad an. Die Frucht kann man wahlweise roh, als Marmelade oder als Likör Bajtra (in Malta) genießen.
Die jungen Blätter sind ebenfalls essbar und gehören zur mexikanischen Standardküche.

Ihr Zuckergehalt liegt zwischen 9-14%; der Vitamin C Gehalt bei 20-40mg/100g; nenneswert ist auch der Anteil an Thiamin und Niacin. Sie enthalten wichtige bioaktive Stoffe (Xanthine; Betalaine).

Die Früchte sind relativ haltbar (z.B. Raumtemperatur eine Woche; im Kühlschrank länger). Der Verzehr erfordert Übung (Vorsicht vor den Stacheln); schälen; oder halbieren und auslöffeln. Die geschälten Kaktusfeigen können als (als alternative zu Melonen) mit rohem Schinken serviert werden.
In den USA durch die Latino-Küche (Tex-Mex) genießt die Kaktusfeige einen gewissen Kultstatus, z.B prickly pear Margarita (www.latinkitchen.com - link) (Kaktusfeigen in USA auch Prickly Pear genannt - wiki)
(Rezepte z.B. bei Küchengötter)
Wie ist man Kaktusfeigen - aid aktuell, 17.02.2016 -

Die besten Kaktusfeigen kommen aus Sizilien, Spanien, Türkei; es gibt auch Angebote aus Australien, Nordafrika, Südafrika, Israel; Mittel- und Südamerika.
(Marketingbeispiel - Tunesien - food monitor, 29.10.2015) (Aussenwirtschaftsportal - Import Promotion Desk - link)

Informationen (link zu Lebensmittel-Informationen)

- wikipedia - engl. opuntia ficus-indica 
- USDA(GRIN) - Opuntia ficus-indica
- bei Green24 - Feigenkaktus
- Purdue University - Cactus Pear in Mexico - Mediterranean Fruit
- Practical Plants - Opuntia ficus-indica

- FAO Traditional Crop of the Month: Cactus pear -

- Herrmann,K.: Exotische Lebensmittel. Springer-Verlag 1983, S.61f

- Herbach, KM, Carle,R. u.a. (Uni Hohenheim): Die Opuntie – mehr als eine stachelige Zimmerpflanze – Ernährung im Fokus Jan 200, S24-28 (im Archiv)
Verarbeitung der Früchte zu Saft, Nektar, Pulpe, Püree, Konfitüre, Gelee,  Fruchtleder Sirup, Süßungsmittel, Bioethanol, Wein, „Colonche“,  Dosenfrüchte, tiefgekühlte Früchte,  Saftkonzentrat, sprühgetrocknetes Fruchtpulver.
Bei uns weitgehend unbekannt ist der Verzehr von Feigenkaktus-Kladodien (Stammsegmente; "Blätter") als Gemüse. Kladodien stellen aber unter anderem in Lateinamerika ein wichtiges traditionelles Nahrungsmittel dar, das vor allem in Trockenzeiten der Nahrungssicherung dient („Brot der Armen“).
Historisch:  Opuntienstacheln wurden früher als Grammophon Nadeln genutzt (link).

- Feugang JM, Konarski P, Zou D, Stintzing FC, Zou C: Nutritional and medicinal use of Cactus pear (Opuntia ssp.) cladodes and fruits. Frontiers in Bioscience 11, 2574–2589 (2006)
 -Inglese P, Basile F, Schirra M: Cactus pear fruit production. In: Nobel PS (Hrsg.): Cacti: Biology and uses. University of California Press, Berkeley (2002)   -
- Carvador-Martinez,A. et al.: Revalorization of cactus pear (Opuntia spp.) wastes as a source of antioxidants. Ciênc. Tecnol. Aliment. vol.31 no.3 Campinas July/Sept. 2011 http://www.scielo.br/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0101-20612011000300036

Moßhammer M, Stintzing FC, Carle R: Cactus pear fruits (Opuntia ssp.): A review of processing technology and current uses. Journal of the Professional Association for Cactus Development 8 (2006)
(Download),
Stintzing FC, Carle R: Cactus stems (Opuntia ssp.): A review on their chemistry, technology, and uses. Molecular Nutrition and Food Research 49, 175–194 (2005) (link)
Stintzing FC, Carle R: Kaktusfrüchte – mehr als Farbe. Flüssiges Obst 73, 430–434 (2006)

Lentini, F, Venza, F.: Wild food plants of popular use in Sicily. J Ethnobiol Ethnomedicine. 2007; 3: 15. Published online 2007 March 30. doi: 10.1186/1746-4269-3-15 PMCID: PMC1858679 

Durch hohen Vitamin C-Gehalt positive Einflüsse auf Gesundheit
(Tesoriere, L. et al. Amer J clin Nutr. 80(2) 391-5 (2004) 

Schmandke, H.: Betalaine in Beten und Feigenkaktusfrüchten. Ernährungs-Umschau 52(2) 56-58 (2005) (im Archiv)

- Kaktusfeigen richtig öffnen. dpa-Meldung z.B. Rhein-Zeitung, Münchner Merkur 23.08.2017
- Vorsicht stachelig - Die exotische Kaktusfeige in der Küche aid Aktuell - 19.12.12
- Lexikon Hüttenhilfe - Katkusfeige
- Lebensmittellexikon - Kaktusfeige
- Müllner öster.Großhändler - Kaktusfeige
- Nutrition Worldwide - Kaktusfeigen
- Growzilla - Kaktusfeige
- Tropenland (Österreich) -  Kaktusfeige
- Biothemen - Kaktusfeige
- Süß-säuerliche Kaktusfeige: Kaktus des Jahres 2019. BZfE News 21.11.2018

Die Kaktusfeige ist ein beliebter "Wohnort" für die  Cochenille-Läuse und diese liefern einen roten (Lebensmittel)Farbstoff (E 120 - Karmin).  (Deutschlandradio - Farbstoff aus Läuseeiern 28.10.12 - Link)

Kaktusfeigen - köstliche Früchte mit Tücken - bei www.experto.de (link)

Powerfrüchte aus der Wüste. Sonntag aktuell 30.11.2008 

 

 

Briefmarken - Feigenkaktus

 

 

To top