01/18/26

Mönchsfrucht - Luo Han Guo


Luo Han Guo (Siraitia grosvenorii), auch Mönchsfrucht genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Siraitia in der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie wird wegen ihrer extrem süßen Frucht in China kultiviert, sie dient als natürlicher Süßstoff sowie als Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin. Im englischen Sprachraum sind folgende Namen bekannt: Arhat fruit, Monk fruit, Sweet fruit, auch Luohanguo oder Lo Han Kuo, Guo, Luo Han Kao, Guo und Lo Han Kao genannt.
Siraitia grosvenorii ist wahrscheinlich in den Bergen im Nordosten des chinesischen Autonomen Gebiets Guangxi beheimatet. Wild ist diese Pflanzenart jedoch nur selten zu finden, sie wird jedoch im Süden Chinas vor allem in den Bergen um Guilin auf etwa 1600 Hektar angebaut. Sie wächst vor allem an schattigen Hängen, die oftmals nebelverhangen sind und somit weiteren Schutz vor zu intensiver Sonneneinstrahlung geben. Die Temperaturen der Region sind jedoch trotzdem warm.
Der Legende nach stammt das Wissen über die Verwendung der Luo-Han-Guo-Früchte von Mönchen des 13. Jahrhunderts, die in Guilin lebten. Die älteste schriftliche Beschreibung des Anbaus der Pflanzen stammt aus dem Jahr 1813. Der Anbau der Pflanzen war lange Zeit ein von der Zhuang-Zu-Minderheit gehütetes Geheimnis. Der Gebrauch der Früchte wurde jedoch mehr und mehr bekannt, so dass die Zhuang Zu mehr und mehr Früchte auf lokalen Märkten verkauften. Nach 1900 waren die getrockneten Früchte nahezu im gesamten kantonesischen Bereich Chinas bekannt und die Anbauressourcen gerieten an ihre Grenzen. In der kantonesischen Hauptstadt Guangzhou waren die Früchte sehr bekannt, ohne dass es dort Informationen über das Aussehen der Pflanze gab.
Eine erste Erwähnung der Frucht in der botanischen Literatur stammt von George Weidman Groff, einem Professor für Landwirtschaft in Guangzhou. Im Jahr 1932 besuchte er die Gegend um Guilin, von dort wurden ihm einige Wurzelstöcke von Luo-Han-Guo-Pflanzen zugesandt, die er daraufhin in Guangzhou kultivierte.

Luo Han Guo ist eine krautige, ausdauernde Pflanze, die jährlich aus einem Sukkulentencaudex neu austreibt. Der Caudex ist ein fleischiger, langgestreckter oder eiförmiger Wurzelstock von 7 bis 23 cm Länge und 6 bis 12 cm Durchmesser. Die Triebe sind mit gelblich-braunen Trichomen behaart, zwischen denen schwarze drüsige Schuppen stehen. Die leicht behaarten Sprossachsen sind fünfkantig. Die Ranen sind gegabelt. Die einfachen und gestielten Laubblätter werden 12 bis 30 cm lang und an der Basis 5 bis 25 cm breit, sie sind herz- bis pfeilförmig und spitz bis zugespitzt. Der Blattrand ist gewellt oder fein entfernt gezähnt.
Luo Han Guo ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Pflanzenexemplaren haben die gelben, fünfzähligen, eingeschlechtlichen Blüten mit doppelter Blütenhülle einen Durchmesser von 2,5 bis 4,5 cm.
Die vielsamigen und grünlichen Beeren (Panzerbeere, Scheinfrucht) sind bei einer Länge von 5 bis 8 cm und einem Durchmesser von 4 bis 6,5 cm ellipsoid bis kugel- oder birnenförmig. Die Beeren sind anfänglich filzig, zottig oder samtig behaart und verkahlend, die Oberfläche ist dann glatt oder unauffällig gestreift oder wird von sechs bis elf vom Fruchtstiel ausgehenden Furchen durchzogen. Durch das Trocknen werden sie bräunlich und besitzen eine dünne und brüchige Schale von 1 mm Dicke. Die gelblichen bis beigen, abgeflachten Samen sind etwa 1,5 Zentimeter lang und länglich, eiförmig oder fast rundlich, der Rand ist verdickt, rau und tief gefurcht.
Die Frucht besteht zu 25 bis 38 % aus verschiedenen Kohlenhydraten, vor allem aus Fructose und Glucose. Die Süße der Früchte wird jedoch hauptsächlich von den Mogrosiden, einer Gruppen von Triterpen-Glykosiden (Saponine), bestimmt. Frische Früchte sind zudem sehr Vitamin-C-haltig. Eine Untersuchung ergab ein Maximum von 461,12 mg Vitamin C je 100 g bei einer wild wachsenden Pflanze, bei kultivierten Sorten lag der Anteil zwischen 339,68 und 389,31 mg je 100 g. Durch Trocknung verliert die Frucht zwar etwa 90 % dieses Vitamins, enthält dann aber immer noch annähernd soviel Vitamin C wie frische Orangen. Die Samen der Luo Han Guo enthalten verschiedenste Fettsäuren.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird die Frucht als Mittel gegen Hitzschlag, zur Befeuchtung der Lungen, gegen Phlegma und Husten und zur Förderung der Verdauung eingesetzt. Die Frucht wird auch verschiedenen Tees oder Dekokt beigesetzt, die dann unter anderem zur Vorbeugung oder Linderung von Husten oder Kopfschmerzen und zur Entgiftung dienen sollen. In der kantonesischen Küche in der Gegend Guangdongs wird ein kleines Stück der Frucht zu Suppen gegeben, um beispielsweise deren Geschmack zu verbessern.
Seit 2019 experimentieren einige Craft-Brauereien in den Vereinigten Staaten mit Mönchsfrucht als Zutat. Sie eignet sich auch als Zusatz in anderen Getränken. (z. B. Pocari Sweat). Luo Han Guo ist in Pulverform etwa 200–400-mal süßer als Zucker, es wird daher auch als Süßstoff, vor allem für Getränke, verwendet. Es hat einen typischen Lakritzgeschmack.

Informationen:
- Wikipedia - engl. Siraitia grosvenorii -

Huahong Liu et al.: Metabolomics, network pharmacology, and molecular docking guided discrimination of constituents in four varieties of luohan guo (Siraitia grosvenorii): an assessment of core active ingredients and their potential antioxidant mechanisms. Journal of the Science of Food and Agriculture  DOI: 10.1002/jsfa.70400 (14.01.2026 ) ⇔  This sweet fruit is packed with hidden health compounds.  ScienceDaily 14.01.2026 / How do the active ingredients of monkfruit affect health. link bei www.eurekalert.org 14.01.2026

(keine Briefmarke)

To top