08/08/17

Die Frucht des Nonibaums - die indische Maulbeere

Die Noni-Frucht (und deren Saft) zählen zu der Reihe von exotischen Früchten, die als "Wunderbeeren"  (Superfoods) vermarktet werden.

Der Nonibaum (Morinda citrifolia L., Syn.: Morinda bracteata Roxb.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Morinda innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Die Noni ist die Frucht des Nonibaumes. In englischer Sprache gibt es den Trivialnamen „Indian mulberry“, dies wird manchmal als „Indischer Maulbeerstrauch“ oder „Indischer Maulbeerbaum“ wiedergegeben
Die Noni-Frucht ist ein Fruchtverband aus Steinfrüchten und etwa hühnereigroß. Der Geschmack und Geruch der reifen Früchte ist ähnlich dem von Handkäse oder Gorgonzola-Käse mit leichter Schärfe, wird daher manchmal als unangenehm empfunden.
Vermutlich war Morinda citrifolia ursprünglich im australischen Bundesstaat Queensland heimisch. Von dort verbreitete sie sich sowohl über den Indischen Ozean als auch in die polynesische Inselwelt. Polynesische Seeleute brachten sie vor über 2000 Jahren nach Hawaii, wo sie unter dem Namen „Noni“ bekannt wurde. Heute findet man die Pflanze auch in vielen Küstenregionen Mittelamerikas und Westindiens sowie auf Madagaskar.
Noni wird auf dem Markt hauptsächlich als Fruchtsaftgetränk (Nonisaft) angeboten und vielfach per Netzwerk-Marketing vertrieben. Als Argument für den Konsum von Nonisaft werden auf pseudowissenschaftliche Behauptungen gestützte, gesundheitsfördernde Eigenschaften angegeben
Dem Saft werden von seinen Befürwortern viele gesundheitsfördernde und heilende Wirkungen nachgesagt. Ein Wirkstoff namens Xeronin sei dafür verantwortlich. Dieser ist jedoch in der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaft unbekannt. Das Einsatzspektrum des Saftes reiche von Diabetes und Arthritis über Depressionen und Übergewicht bis hin zu Krebs. Tatsächlich gibt es zu den angepriesenen Wirkungen keinerlei wissenschaftlich gesicherten Belege.
Die US-Aufsichtsbehörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit FDA verwarnte bereits mehrfach Firmen, die mit medizinischer oder gesundheitsfördernder Wirkung von Noni-Produkten warben.
Das österreichische Testmagazin Konsument berichtete 2005 über drei Fälle schwerer Leberentzündung nach der Einnahme von Noni-Saft. Diesem Bericht wurde seitens der Herstellerfirma widersprochen, die diverse Gründe aufführte, warum der Noni-Saft nicht verantwortlich für die Leberschäden gewesen sei. Ergänzend zu der bereits im Jahr 2003 veröffentlichten Unbedenklichkeitsbescheinigung durch das EU Scientific Committee on Foods (SCF) veröffentlichte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) einen eigenen Untersuchungsbericht, in dem ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Tahitian Noni Juice und Lebertoxizität verneint wird („Eine lebertoxische Wirkung durch das oben beschriebene Produkt ist aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse nicht nachvollziehbar.“) (AGES-Link, 20.10.2016).
In zwei wissenschaftlichen Publikationen aus dem Jahr 2005 wurden drei Fälle von akuter Leberentzündung (Hepatitis) beschrieben, bei denen ein Zusammenhang mit dem Verzehr von Noni-Säften bestehen könnte. Nach diesen Berichten hatte die französische Lebensmittelbehörde Agence française de sécurité sanitaire (AFSSA) im Oktober 2005 eine Warnung an Konsumenten veröffentlicht, nicht mehr als 30 ml Noni-Saft pro Tag einzunehmen.
In Deutschland prüfte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (link) Anfang 2006 einen Fall von Leberentzündung nach Verzehr von Noni-Saft.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte sie ihren Untersuchungsbericht (06.09.2006), der besagt, dass der Konsum von Tahitian Noni Juice unbedenklich sei. Betont wird, dass die Untersuchung sich ausschließlich auf mögliche Leberschädigungen bezog und keine Aussagen zur medizinischen Wirksamkeit des Produktes gemacht werden.
Dieser Beurteilung der EU schließt sich das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz an, wo zudem auch jegliche gesundheitsfördernde Anpreisungen in Zusammenhang mit Noni-Saft nicht zulässig sind. Heilanpreisungen sind sowohl in der EU wie auch in der Schweiz verboten.

Informationen:
- wikipedia - engl. Morinda citrifolia -
- Literaturliste des - www.ctahr.hawaii.edu -
- Können Noni-Säfte die Gesundheit schädigen?  BfR- Nr. 045/2006  (06.03.2006)

Noni - Gesundheitselixier aus der Südsee. (Barbara Simonsohn)  - www.biomagazin.de   Heft 02_2009
(Simonsohn, B.: Heilkraft aus den Tropen. Integral-Verlag 2008)

C-P Leonhardt: Noni - Die Frucht des Indischen Maulbeerbaums. Goldmann
Martina Seifen: Noni - die Wunderfruchxt aus Polynesien. Michaels Verlag

Neues aus der Noni-Küche: Früchte zwischen Wirkung und Werbung - AID Newsletter Nr.17/(22.04.2009)(aid) - Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 3. April 2009 eine Stellungnahme über die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Püree und Konzentraten aus Noni-Früchten veröffentlicht. Sie bewertet darin die Produkte als sicher für den menschlichen Verzehr. Noni-Saft aus den Früchten des Indischen Maulbeerbaums (Morinda citrifolia) ist bereits seit 2003 als neuartiges Lebensmittel nach der Novel Food-Verordnung zugelassen. Liebhaber des exotischen Getränkes preisen ihn als wahres Wundermittel der Natur. Das Loblied reicht von Heilwirkungen gegen Arthritis, Rheuma und sogar Krebs bis hin zu Anti-Aging-Effekten, Leistungssteigerung oder einer allgemeinen Förderung der Gesundheit. Dass die versprochenen Wirkungen wissenschaftlich nicht nachgewiesen und zum Teil wegen ihres Krankheitsbezugs verboten sind, scheint viele nicht zu interessieren. Besonders im Internet, wo die Möglichkeiten der Lebensmittelüberwachung an ihre Grenzen stoßen, wird der Saft aggressiv beworben. Auch zwischenzeitlich geäußerte Vermutungen einer leberschädigenden Wirkung taten seinem Siegeszug durch die europäischen Münder und Mägen keinen Abbruch. 2006 traten mehrere Fälle von akuten Leberentzündungen bei Noni-Konsumenten in Deutschland und Österreich auf. Die EFSA prüfte daraufhin die Datenlage, gab jedoch Entwarnung: ein wissenschaftlich überzeugender Zusammenhang zwischen den Leberentzündungen und Noni-Saft ließ sich nicht bestätigen. In ihrer aktuellen Stellungnahme zu Noni-Fruchtpüree und Konzentrat widmete sich die Behörde nun erneut der Frage einer lebertoxischen Wirkung von Noniprodukten. Denn dem zuständigen Bewertungsgremium lagen fünf neue Fälle vor, bei denen es für möglich gehalten wurde, dass der Verzehr von Noni-Saft Leberschädigungen ausgelöst hatte. Wieder blieb jedoch unklar, ob die Entzündungsreaktion tatsächlich den Noni-Erzeugnissen zuzuschreiben sei. Die EFSA zog daher den Schluss, dass es offenbar Konsumenten gibt, deren Leber sensibel auf Noni-Erzeugnisse reagiert. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung folgte im Jahr 2006 der Einschätzung der EFSA, dass eine generelle Schädigung der Leber durch Noni-Saft unwahrscheinlich sei. Es nutzte aber die Gelegenheit, erneut auf die oft übertrieben und unzulässige Bewerbung von Noni-Säften hinzuweisen. Das Institut warnte zudem vor anderen Noni-Produkten wie Nahrungsergänzungsmitteln oder Noni-Konfekt. Solche Erzeugnisse sind bislang nicht geprüft und zugelassen, werden aber trotzdem über das Internet vertrieben. Seit Dezember 2008 dürfen nunmehr Noni-Blätter für die Zubereitung von trinkbaren Aufgüssen auf den Markt. Und im Falle einer positiven Entscheidung der Europäischen Kommission werden bald auch Fruchtpüree und Konzentrate das Noni-Sortiment am Markt ergänzen. aid, Dr. Christina Rempe

(nicht mehr gültig -http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/970/345809/text/ - http://www.konsument.at/konsument/detail.asp?category=Essen+%2B+Trinken&id=23683&cookie_test=1)

NoniResearch.org provides you a with comprehensive look at research done on the noni plant (Morinda citrifolia) and showcases the history and botanical properites of noni.-  www.NoniResearch.org

(Nicht mehr gültige links -http://www.tahitiannoni.com/germany/german/retail/company/press/spokespeople/doctors/19315-Dr.JohannesWestendorf.html www.tahitiannoni.com - http://www.noniresearch.org/united_states/english/research/scientist/bios/8262-Dr.JohannesWestendorf.html

Nonibaum - Nonifrucht gibt es auch auf Briefmarken

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