01/15/18

Papaya - Carica papaya

Papaya (Carica papaya), auch Melonenbaum oder Papayabaum genannt (auch Paw Paw z.B. in Australien), ist die einzige Art der Pflanzengattung Carica innerhalb der Familie der Melonenbaumgewächse (Caricaceae). Die Wildform kommt vom südlichen Mexiko bis Costa Rica vor.  Die Kulturform ist eine wichtige tropische Nutzpflanze. Die Kulturform stammt aus dem Tiefland sowie Küstenregionen der Neotropis und ihr Name Papaya aus der Sprache der Arawak-Indianer. Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts begannen die Spanier damit, diese Pflanzenart auch auf den Antillen und den Philippinen anzupflanzen. Sie wird weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert; 60 Länder gelten als Papaya-Produzenten.
Papaya Verbrauch steigt deutlich an. Unter den tropischen Früchten ist sie an 3.Stelle (11,2 Mill to) (hinter Nr.1 Mango - 38,6 Mill To; #2 - Ananas (19,4 Mill to).
Hauptproduktion (2010) in Indien mit 4,7 Mill to; #2 Brasilien (1,8), #3 Indonesien (0,7), #4 Nigeria (0,7), #5 Mexiko (0,6), #6 Äthiopien (0,2 Mill to). Weitere Anbauorte sind Australien, Costa Rica, Kenia und Elfenbeinküste.
Produktion (2014) - Welt 12,6 Mill to - #1 Indien 5,6 - #2 Brasilien 1,6 - #3 Nigeria 0,85 - #4 Indonesien 0,84 - #5 Mexiko 0,84 - #6 Dominikanische Republik 0,70 - #7 Kongo DR 0,22 Mill to

Die Papaya war 2008 die fünfte Pflanzenart, deren Genom komplett sequenziert wurde.

Die Papaya ist eine mächtige, meist unverzweigte, aufrechte, baumartige Pflanze. Der einzelne „Stamm“, der – bis auf die Tracheen – nicht verholzt, erreicht Wuchshöhen von 5 bis 10 Metern. Aufgrund der fehlenden Verholzung, der Wuchsform und der Langlebigkeit kann die Papaya weder als Baum, noch als Strauch oder Staude bezeichnet werden. Manche sprechen von einem „baumförmigen Kraut“.
Die Laubblätter sind spiralig um den Stamm angeordnet und werden kontinuierlich nach einer gewissen Zeit (also nicht in bestimmten Jahreszeiten) abgeworfen, so dass der Stamm unten kahl ist und oben einen „Schopf“ von Blättern trägt. Die großen Blätter sind gestielt und die Blattspreite besitzt einen Durchmesser von 50 bis 70 cm, sie sind tief handförmig gelappt; meist in sieben Lappen.
Die Blüten entspringen den Blattachseln und stehen somit direkt am Stamm (Kauliflorie). Die Frucht zählt zu den tropischen Beerenfrüchten und wird länglich-oval etwa 15 bis 45 cm (70cm) im Längsschnitt und 10 bis 30 cm im Durchmesser groß und kann ein Gewicht von 3 bis 6 kg (15kg) erreichen. Es gibt ca. 50 verschiedene Sorten. In Europa kommt fast ausschließlich die hawaiische oder brasilianische Papaya in den Handel, deren Exemplare lediglich 0,5 kg erreichen. Die Schale der vollständig ausgereiften Beere  ist gelblich-grün, das Fruchtfleisch ist hellorange bis rosa und enthält in der Fruchtmitte schwarze Samen, die von einem Häutchen umgeben sind.
Unreife Früchte können wie Gemüse verarbeitet werden und werden unter anderem für Chutneys, Currys, und Salsas verwendet. Im Nordosten Thailands, dem Isan, und in Laos ist Som Tam, ein (sehr) scharfer Salat aus unreifen Früchten mit in Fischsauce eingelegten Krebsen und Klebreis das Nationalgericht.
Das reife Fruchtfleisch kann roh als Obst verzehrt werden; es schmeckt süßlich, mit etwas Zitronensaft und Zucker oder Ingwer wird der Geschmack noch verstärkt. Die Frucht muss beim Kauf gelbliche Streifen oder Flecken aufweisen, dann reift sie noch vollständig nach. Den Grad der Reife kann man vor allem an der Festigkeit erkennen: Je leichter sich die Frucht mit dem Finger eindrücken lässt, desto reifer ist sie. Sie zeichnet sich dann durch einen besonders intensiven und süßen Geschmack aus; lediglich der Einsatz als Dekor kann durch die mangelnde Festigkeit problematisch werden.
Das Papaya-Fruchtfleisch enthält viele Nährstoffe (z.B. ß-Karotine, Folate, Pantothensäure,Vitamin C; Kalium, Magnesium) und bioaktive Substanzen (Antioxidantien, Flavonoide).
Auch die Kerne der Papaya sind prinzipiell essbar; sie haben einen scharfen Geschmack, der an Kapuzinerkresse erinnert, doch bei uns werden sie in der Regel nicht verzehrt.
Die „Kerne“ der Papaya enthalten große Mengen an Papain, einem eiweißspaltenden Enzym. Sie wurden früher in der Volksmedizin als Entwurmungsmittel verwendet und heute in Pulverform als Zartmacher für Fleisch. Eine ähnliche Wirkung wird erreicht, wenn man rohes Fleisch in die Blätter des Papayabaums einwickelt oder in frischen Papayasaft einlegt.  
Rohpapain, Caricae papayae succus (Syn.: Papainum crudum), der eingetrocknete Milchsaft der unreifen Früchte, enthält verschiedene proteolytische Enzyme (Eiweiß-Verdauung), u. a. Papain und Chymopapain A und B enthalten.  Man nutzt es in Fertigpräparaten erfolgreich bei Verdauungsbeschwerden, die vor allem auf eine Minderung der Eiweißverdauung zurückzuführen sind, die z. B. auf einem Pepsinmangel beruhen. Da auch die Bauchspeicheldrüse eiweißverdauende Enzyme bildet (Trypsin, Chymotrypsin, Elastase), können auch bauchspeicheldrüsenbedingte Verdauungsbeschwerden durch Papaingabe gelindert werden. Weiterhin sind Kombinationspräparate im Handel, die bei verschiedenen Entzündungen, Ödemen und Schwellungen nach Verletzung und Operationen Linderung versprechen. Die Enzyme sollen entzündliche Stoffwechselprodukte beschleunigt abbauen und die Fließgeschwindigkeit des Blutes verbessern.
Um die heilenden Kräfte der Papaya winden sich Mythen und Legenden, sodass es nicht verwunderlich erscheint, dass die Papaya auch als "Gesundheitsmelone" oder "Medizinbaum" bezeichnet wurde und deshalb in Aufzeichnungen früher Forscher und Historiker immer wieder auftauchte und eine nicht unwesentliche Rolle in der Tradition der heilenden Künste vieler Völker spielte.
Papaya könnte für Krebs und andere Krankheiten schützen. link bei www.freshplaza.de 07.11.2017 (Studien aus Costa Rica  - International Seminar on Papya - link), das ist jedoch umstritten.
Es werden auch kosmetische Anwendungen propagiert, z.B. entzündungshemmende Wirkung bei Akne.

Informationen:
wikipedia - engl. Papaya -

e-Monograph Caricaceae (Univ Oxford) - website -
- Papayas - Broschüre der UCLA, Davis 2016 (download)
- Morton, J. 1987. Papaya. p. 336–346. In: Fruits of warm climates. Julia F. Morton, Miami, FL.  Purdue-University (dazu noch link)
- Papaya bei Plants for a Future - www.pfaf.org -
- Papaya: Post-harvest operations. FAO, 2014 (download)

- Evans, E.A., Ballen, F.H.: An Overview of Global Papaya Production, Trade, and Consumption.  University of Florida- IFAS Extension - Electronic Data Inforamtion (link)
- Papaya Production bei www.factfish.com

- Pereira, L.F.S. et al.:  Predicting the ripening of papaya fruit with digital imaging and random forests.  Computers and Electronics in Agriculture 145, p76-82 doi.org/10.1016/j.compag.2017.12.029 (Feb 2018) ⇔ Mechanical harvesting of papayas might be a reality with computational technique. link bei www.eurekalert.org 07.03.2018

- Weltmarkt Papaya Übersicht bei www.freshplaza.de -

- Nährwerteangaben zu Papaya - link bei Nutrient Data Laboratory: USDA -

- Papaya bei www.eatsmarter.de  -
- Papaya bei www.kuechengoetter.de -

- www.hawaiipapaya.com -
- Papaya bei österr.Großhändler Müllner www.obst-gemuese.at -

Papaya richtig schneiden. dpa-Meldung z.B. Rhein-Zeitung 28.06.2017 - Münchner Merkur  28.06.2017.
Vorbereiten (Schälen, Öffnen) - Watson (Schweiz) 25.03.2018

Informationssammlung (OLT 2008 im Archiv)

Atlanta - Broschüre Exotische Früchte
Wissenswertes über exotische Früchte. download bei www.pistor.ch

Die saftige Papaya - aid aktuell, 24.02.2016 (link 25.02.2016 bei www.Heilpraxisnet.de )

Papaya Bilder bei www.akg-images.de

Papaya - Song der Jazz-Sängerin Urszula Dudziak  (Hit in Phillipines)

Papaya ist in vielen Ländern als Motiv auf Briefmarken zu finden.