06/25/14

Lebensmittel "Free from..."

Es gibt immer mehr Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten (individuelle physiologische Besonderheiten).
Schon relativ früh wurden für diese Gruppen diätetische Lebensmittel entwickelt.
(z.B. Glutenfreie Lebensmittel für Menschen mit Zöliakie; Lebensmittel mit geringem Phenylalaningehalt - Phenylketonurie - angeborene Stoffwechselstörung).
Dazu kommen Typen von Menschen, die bestimmte Nahrungsinhaltstoffe bzw. Lebensmittel meiden wollen.
So gibt es im ganz normalen Lebensmittelhandel immer mehr Angebote, die mit "frei von..." deklariert werden:  glutenfrei, laktosefrei, frei von Milch, Hefe oder Weizen.
Dieses hat sich zu einem eigenen Segment entwickelt.
- z.B. Website bei Tesco
So gab es am 3.+4.Juni 2014 in Brüssel die Messe "Free From Food".
- Programm der Messe 08.+09.06.2017 in Barcelona - www.freefromfoodexpo.com - link bei www.foodnavigator.com 16.06.2017
Dazu gibt es Informationen bei aid aktuell - 25.06.2014 (Julia Icking): Lebensmittel "frei von..." : Ein Trend und seine Folgen. "Laut den Veranstaltern ist der Markt für solche Produkte groß und sie erwarten einen enormen Umsatzanstieg für die internationalen Märkte. Dabei sei Deutschland ein wichtiger Abnehmer. Doch was für die einen Klarheit und Sicherheit beim Lebensmitteleinkauf bedeutet oder dafür gehalten wird, führt andere in die Irre und lässt sie überflüssig Geld ausgeben. Denjenigen, die unter einer Gluten- oder Laktoseintoleranz leiden, erleichtert die Kennzeichnung der entscheidenden Produkte mit Sicherheit den Alltag. In Deutschland kommen derzeit besonders viele neue glutenfreie und laktosefreie Produkte auf den Markt. Aber brauchen wir diese tatsächlich? Beispiel Laktoseintoleranz: rund 15 bis 20 Prozent der Deutschen haben unter ihr zu leiden. Sie vertragen keinen Milchzucker, der natürlicherweise in Milch enthalten ist. Der Grund: Das Enzym Laktase, das den Milchzucker normalerweise im Darm abbaut, wird nur noch unzureichend oder gar nicht gebildet. Die Folgen des Milchzuckerverzehrs sind für die Betroffenen meist sehr unangenehm. Aber nicht jeder Patient mit einer Laktoseintoleranz leidet gleich. Denn je nach Vorhandensein von Laktase muss die Diät unterschiedlich konsequent eingehalten werden. Fehlt das Enzym völlig, ist eine milchzuckerfreie Kost richtig. Liegt ein Enzymmangel vor, genügt eine milchzuckerarme Kost. Grundlage des großen Erfolgs derartiger Produkte könnte das positive Gefühl sein, das ein "frei von"-Label dem Verbraucher vermittelt. Ein schönes Beispiel ist Sojamilch. Sie ist laktosefrei - und zwar immer, von Natur aus. Trotzdem klingt es offenbar "extra-gesund", wenn Sojamilch eben diese Kennzeichnung trägt. Doch die Aufschrift verrät leider nichts über den Allergengehalt, die Herkunft des Sojas oder die Verarbeitungswege des Produktes. Für die meisten Verbraucher ist die Kennzeichnung "glutenfrei" oder "laktosefrei" ohnehin bedeutungslos, da sie sowohl Gluten als auch Laktose unbeschadet verdauen können. Das scheint aber längst nicht allen Verbrauchern bekannt zu sein. Wer den Verdacht hat, bestimmte Nahrungsmittel nicht zu vertragen, sollte das unbedingt zunächst von einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft diagnostizieren lassen. Eine Selbsteinschätzung, womöglich noch eine falsche, belastet nur unnötig den eigenen Geldbeutel, was allerdings die Hersteller freuen dürfte.

„Frei von“ auf Siegeszug in Deutschland, Österreich und der Schweiz -  Mintel-Pressemitteilung 05.08.2016 -  „frei von“ wird von Mintel als Produkte mit mindestens einer der folgenden Kennzeichnungen definiert: „glutenfrei“, „laktosefrei“, „allergenfrei“, „hormonfrei“, „GMO-frei“, „ohne künstliche Zusatzstoffe“, „ohne tierische Bestandteile“

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