Die Bewertung der Lebensmittel, der Speisen, der Ernährung stellt praktisch einen Endpunkt in der Ernährungsforschung dar. Es wird dazu nie zu einem "objektiven" Ergebis kommen, vor allem wenn es allgemein gültig (für alle Zeiten, alle Räume und alle Menschen) sein sollte.

Jede zu beurteilende (abhängige) Variable (Lebensmittel, Speisen usw) wird sehr unterschiedlich beurteilt werden, welcher Forscher (welches Modell - welhe unabhängigen Variablen, Konstrukte) genutzt werden. - Die Ernährungswissenschaflter stammen aus verschiedenen Disziplinen, und selbt bei den Physiologen und biochemisch orientierten sind untergruppen zu finden, z.B. für jeden essentiellen Nährstoff gibt es Spezialisten, und diese unterscheiden sich in ihrem Urteil bezüglich eines Lebensmittel. (Fleisch sieht aus Vitamin B12-Sichtn anderes aus, als aus der Sicht des Fett-Wissenschaftlers). (CHART)
Zur Ermittlung der Werte aus der Sicht der Wissenschaften muss dazu ein Bewertungsgitter erarbeitet werden, und dies ist wie der Untersuchungsraum der Ernährungswissenschaft recht weit.
Die "objektive" differenzierte Sichtweise der Wissenschaften zu den "Werten" der Lebensmittel ist nur eine Seite, die mehr theoretische. Aus diesen Entstehen war die Normen - Emfpehlungen der Wissenschaft - was gesund "isst". (Gesundheitswert).  Lebensmittel(gruppen) bezogene Ernährungsempfehlungen (dietary pyramids)

Die Perspektive der "normal" alltäglich essenden Menschen unterscheidet sich grundsätzlich (siehe OLT 106).
- Lebensmittel Image der deutschen Bevölkerung - aid aktuell, 11.02.2015 ⇔ Lebensmittel-Reputationstracking der www.lebensmittelwirtschaft.org -    Beispiel 3.Welle, Jan 2015, TNS-  download - Präsentation

Die Bewertung der verschiedenen Lebensmittel und Speisen durch unterschiedliche Menschen ist noch ungenügend erforscht. Es stellt ein riesiges Forschungsfeld da (und vergleichen mit den geringen Ressourcen in der Ernährungsverhaltensforschung) wird es so bleiben. Zumal die Bewertung der Verbraucher nicht zeitstabil ist, sondern "Moden" unterliegt.
Folgende allgemeine Studienmodelle sind hier aufzuarbeiten:
- jedes Lebensmittel, jede Speise (als abhängige Variable)(und es gibt tausende, wenn nicht mehr) wird durch verschiedene Menschen/Typen/Gruppen beurteilt nach verschiedenen Dimensionen (unabhängige Variablen) (Analogie zu Stoff-Dimension - Nährwert)
- "Wert" für welche (Mahl)Zeit (Setting)
- "Wert" für welche Menschen (Säugling-Senior; Familie, Fremde, Gäste,  Kranke, usw. )
- "Wert" für welche Verzehrssituation (Alltag / Wochenende / Feier / Urlaub,  usw.
- "Wert" bei bestimmten Lebenssituationen (z.B. Diäteinhaltung).
Bewertung der sinnlichen Wahrnehmung von Lebensmitteln (z.B. Geruch, Aussehen - Farbe; usw) / bunte Lebensmittel (obst und gemüse enthalten viele biokative Stoffe (Beispiel OLT 26)

Informationen sind wichtig für Kaufentscheidungen - hier gibt es unterschiedliche Bereiche der Bewertung von Informationen
-solche die man vor dem Kauf nutzen kann - die Sucheigenschaften (z.B. bei Lebensmitteln - das Erscheinungsbild (frisch aussehend; farbig, usw.
- solche, die man nach dem Kauf erfährt - die Erfahrungseigenschaften (der Geschmack, die Bekömmlichkeit usw);
- solche, die man nicht selbst überprüfen kann, die man glauben, denen man vertrauen muß - Vertrauenseigenschaften (wie Gesundheitswert; ökologische Produktion, usw); die Zusammenwirken (Schema).
  (Tabelle)  (Vertrauenseigenschaften bei LM - Hanf, Kiel)  (Text Wiki)

In den "Medien" sind immer wieder "Rankings" von Lebensmitteln - die besten Schlankmacher (niedrige Energieeghalte) bzw. ungekehrt - die Dickmacher (Kalorienreichsten Lebensmittel)
Analog - können "!Rankings für alle Inhaltstoffe" aufgestellt werden / Vitamine usw
so entstehen - gesund/ gesündesten Lebensmittel
Gesellschaftliche Bewertung auch bei Aussagen wie zwischen
Currywurst & Kaviar / oder Fritten und Brillanten (Austellung Dieter Krieg - Stuttgart) 
http://www.swr.de/nachtkultur/archiv/-/id=3096936/nid=3096936/did=3352786/hp6pld/index.html 
   (nicht mehr im Internet - 29.01.2010)

Cultural Superfoods - wie Kokos-Palme (Tree of Life); Rentiere bei den Samen. (und bei uns noch das Brot).

Zu den verschiedenen Facetten der Bewertung des Lebensmittel   führen folgende "links" zu weitergehenden Informationen

Nährwert – Nährstoffzusammensetzung – Nährwerttabellen     (Vertrauenseigenschaft)  (Kennzeichnung . Labels)

Genußwert – Geschmack, Aussehen – sensorische / Sinne (Erfahrungseigenschaft)

Gesundheitswert – objektiv (Medizin) – Funktionen der LM  (Vertrauenseigenschaft) (Kennzeichnung - Health Claims)

Bekömmlichkeit – mehr subjektiver Wert – Funktionen der LM, z.B. Kosmetik; sexuell anregend  (Erfahrungseigenschaft)

Sozialer (Ernährungssoziologie) und kultureller Wert / soziokulturelle Bewertung (Ernährungskultur) / 
Sozialverträglichkeit (faire Bedingungen für alle Beteiligten) (siehe auch Ernährungsökologie)  (Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaft)  (Kennzeichnung - Label)

Ökomischer Wert – Preis (Ernährungsökonomie) (Sucheigenschaft) (Preisauszeichnung vorgeschrieben)

Handhabungswert – Verarbeitung, Haltbarkeit (Lebensmitteltechnologie, Kochkunst – Bromatologie) (Such- und Erfahrungseigenschaft) ("Gebrauchsanweisung)

Zeitwert – Convenience  (Such- und Erfahrungseigenschaft) ("Haltbarkeits-Datum)

Ökologischer Wert (Energieeinsatz, Ressourcenverbrauch) - Nachhaltigkeit (Ernährungsökologie) (Vertrauenseigenschaft)-  Nachhaltiger Warenkorb - http://www.nachhaltigkeitsrat.de/projekte/eigene-projekte/nachhaltiger-warenkorb/     (Broschüre 3.Aufl)

Verbraucher nutzen solche Bewertungen (Verhalten - indivdiuell) - Orte des Handelns (der Entscheidungen) - beim Einkauf (POS) (Speiseplanung, Einkaufszettel); beim Essen (Mahlzeit, POEM)
Die Verhältnisse anpassen (PHN); Regelung der Informationspflicht ( Kennzeichnungen, Labels; ) 

Probleme der Gesamtbewertungen - umfangreiche Diskussionen - der Mehr-Wert von konventiell-erzeugten Lebensmitteln vs. alternativ-erzeugten (SENAT-AG Studie)

Kontrolle und Richtlinien

Lebensmittelrecht

Lebensmittelkontrollbehörden

Andere Seite der Beurteilung der Lebensmittelqualität - nicht durch die verschiedenen Experten - sondern durch den Verbraucher; Summe aller Fähigkeiten = Ernährungskompetenz - Verbraucher sollten Grundkenntnisse darüber haben, wie sie Lebensmittelqualität erkennen; Informationsmaterialien des aid; Ilona Zubrod, Monika Röhlich: Richtig einkaufen, gesund essen. Beuth-Verlag, 2007

Sehr unterschiedlicher Beurteilung der Ernährungskompetenz - Gastro-Kritiker sprechen fast allen anderen Menschen ab, die Qualität des Essens und Trinkens richtig wahrzunehmen; meist auch eigene Gastro-Krtikiler-Sprache (Gastro-Intellektuelle). - diese geben die Regeln vor; wer abweicht - eigenen Geschmack hat (oder entwickelt) - wird abgewertet ("geschmacklose Zeitgenossen")

Geschmackswahrnehmungen hängen vom Umfeld (Ambiente) ab - im Urlaub anders , als in der Kantine; am sonnigen Sommermorgen auf der Terasse frühstücken - vs - Coffee and Food on the go)

Je nach Umfeld und Situation auch andere Sprache; andere Worte (Setting - Imbiss; Pizzeria; Gourmet-Restaurant usw) - Auch einfaches Essen - Pommes - Ketchup usw - schmeckt unterschiedlich, und kann "einfach" beschrieben werden; nicht nur "Edel-Food"

(gute Kommentare zu diesem Bereich - Jürgen Dollase (in der Kunst Zeitung)

Rauner,M.: Wie Sie beim Essen die richtigen Entscheidungen treffen – für Genuss mit gutem Gewissen.Zeit Wissen Nr.4/2014

Qualitätsmanagement (QM) - Qualitätssicherung (QS)  (Aufgaben für Oecotrophologen)
- VDOe-Position Heft 3, 2014 - Themenschwerpunkt QM/QS  (link zum QM/QS-Netzwerk)
S.5 - Tab. Typische Aufgaben eines "Qualitäters"  / S.12 - Helga Fehrentz (Giessen)
(auch link)

Sicht der Lebensmittelindustrie: "FAKT: ist - Lebensmittelqualität (download)
Pressemeldung der www.BVE-online.de  18.08.2016

Zeitschriften
Food Quality and Preferences     http://www.elsevier.com/wps/find/journaldescription.cws_home/405859/description#description
Editors - H.J.H. MacFie  - H.L. Meiselman -  J. Prescott
Seit 1988 (Vol.1) - alles elektronisch verfügbar (aber nicht kostenfrfei, nur Abstracts)

Kongresse
4th European Conference on Sensory and Consumer Research  - 5-8 September 2010, Palacio Europa, Vitoria-Gasteiz, Spain
Scientific Committee - Hal MacFie, Chair, UK  - Marta Albisu, Spain - Mechthild Busch-Stockfisch, Germany - Elvira Costell, Spain - Catherine Dacremont, France - Sylvie Issanchou, France - Jos Mojet, The Netherlands  -  Erminio Monteleone, Italy -  Francisco J. Pérez-Elortondo, Spain - John Prescott, Australia - Einar Risvik, Norway -  Hely Tuorila, Finland - http://www.eurosense.elsevier.com/

Studie der BFEL-Senatskommission - Bewertung von Lebensmitteln verschiedener Produktionsweisen (2003)  (Literaturliste)

Lebensmittelqualität - Übersicht zu unterschiedlichen Qualitätsbegriffen (Sicht der Verbraucher / Produzenten / Wissenschaft) (Vortrag Bruhn -2003 Charts)

EU Agricultural Product Quality Policy - link  Europe - taste the quality (download)

Forschungsförderung der EU im Rahmen des 7.Förderungsprogrammes - zum Bereich Lebensmittelqualität und -sicherheit (Vortrags-Charts)

Hoffmann, I.: Verschiedene Ernährungsweisen; integrativ und mehrdimensional bewertet, S.86-95 in Hoffmann, I., Schneider, K., Leitzmann, C (Hrsg). Ernährungsökologie -komplexen Herausforderungen integrativ begegnen. oekom-verlag, München  (Dimensionen - Gesundheit; Umwelt; Wirtschaft)

Nestlé Qualitätsinitiative Q4
- Ernährung (Hochwertige Zutaten; Nährwertprofile; Geschmack; Ernährungswissen)
- Sicherheit (Produkt-Sicherheit, -Kennzeichnung, -Standard; Herkunft)
- Umwelt (verantwortungsvolle Beschaffung; Resourcen-schonende Produktion, Verpackung; Distribution)
- Gesellschaft (Engagement für Gemeinschaft; Mitarbeiter; Soziale Standards; verantwortungsvolle Partnerschaften)
(Nestlé Zukunftsmagazin "Good" - 2012 - 2013)
(Transparenz Initiative - www.one-globe.info )

Slow Food Magazin - Nr.3/2015 - Schwerpunkt: Was ist ein gutes Lebebensmittel - Qualität ist keine Frage von Preis&Siegel (link) - Zusatzstoffe braucht es nicht - link / gut (Geschmack) - sauber (Sicherheit) - fair
Slow Food Qualitätskriterien - link