Die ökologischen Werte der Lebensmittel

Jeder Mensch verbraucht zum (Über)Leben Ressourcen aus der Natur - (Grundbedürfnisse - Ernährung; Schutz - Häuser, Wohnungen;  usw.)
Die Mengen sind beträchtlich. Sie "fließen" durch den Menschen: der Jahresverbrauch an Lebensmittel beträgt pro Person und Jahr deutlich mehr als eine Tonne - Karlsruher Ernährungspyramide.  Analog werden die Stoffflüsse durch den (privaten) Haushalt (Poster);  durch Gemeinden; Staaten sowie globale Stoffzyklen betrachtet.

Der Verbrauch der Lebensmittel (Lebensgüter) besteht nicht nur im direkten Verbrauch, sondern auch in den Vorleistungen, die notwendig sind, dass wir diese Güter konumsieren können (Produktionsketten; Handelsketten - komplexe Nahrungssysteme.  Diese Ressourcen-Nutzung führt zur (Um)Gestaltung der Lebensräume (Raumnutzung) (Bodennutzung); es werden Güter transportiert (Food Miles); Produktionsstätten und Handelshäuser errichtet und in Betrieb gehalten.  Die Betrachtungen dieser Zusammenhänge erfolgt durch Wissenschaftsbereiche, wie Ernährungsökologie und New Nutrition Science

Nach diesen Erkenntnissen werden die Lebensmittel (Speisen, Ernährungsstile) nach ihrem Ressourcen-Verbrauch bewertet. Diese ökologische Bewertung zählt zu den Vertrauenseigenschaften.  Es gibt eine Reihe von verschiedenen Bewertungszahlen (und darausentwickelten Ansatzen für Kennzeichen "Labels"), wie z.B.
Materialinput pro Service-Einheit - MIPS -
Ökobilanzen - Life Cycle Assessment  Ökologischer Rucksack; ökologischer Fußstapfen (footprint)
Energie-Nutzungs-Quotienten
Produktlinien-Analysen
Wasser-als Maßstab - virtuelles Wasser
CO2-Ausstoß  - Klimabilanz der Ernährung (des Essens) (Klima und Ernährung) CO2 , Wasser - Infos -  http://www.co2online.de/start/index.html

Clark, M.A. et al.: Multiple health and environmental impacts of foods. Proc Nat Acad Sci  doi.org/10.1073/pnas.1906908116 (28.10.2019) ⇔ "Nutritious foods have lower environmental impact than unhealthy foods." ScienceDaily 28.10.2019 + link bei www.eurekalert.org 10.2019

Zu diesen Bewertungsbereich zählt ebenso die Beachtung der Abfall-Mengen und deren Weiterbehandlung (Recycling, Wiederverwertung).

Die Nutzung solcher Informatonen und Kennzeichen erfordert eine entsprechende ökologischen-orientierten Bildung der Verbraucher.

Die Beachtung der "Grenzen des Wachstums" auf dem (blauen) Planet Erde sind erst seit wenigen Jahrzehnten z.B. (Meadows - 1970) in einem weiteren Maße in der öffentlichen (politischen) Diskussion. Diese Gedanken machten sich anfangs nur "Aussenseiter"-Gruppen zu eigen ("Geschichte der Grünen; ökologisch-orientierten NGO´s; Greenpaece usw.), so ist es heute (2010) bereits eher eine Mehheit.
Bedeutend für die dauerhafte Gestalung des (Über)Lebens auf der Erde ist die Steuerung der Verbrauchs der Menschen zu einer Balanz zwischen der Erneuerung der Ressourcen (durch die Biosphäre; Biomasse) und der Nutzung (Ökobilanz). Gegenwwärtig (und dies schon seit vielen ) Jahren übernutzeh wir die Ressourcen, und machen Schulden (bzw. Leben von den Reserven, "erspartem" - den fossilen Rohstoffen). (Earth Overshoot Day) (2009 - siehe 30.09.2009)

Die (Öko)Bilanz zu erreichen ist das Zeil der Nachhaltigkeit, dies stellt die wesentliche gesellschaftlich-politische Zukunftsaufgabe dar: Dazu gehören der Natur- und Artenschutz (Erhalt der Artenvielfalt; Biodiversität); der Landschaftsschutz (Bodennutzung- und erhalt); die Wassernutzung und Klimakontrolle. Es müssen  gefunden, erprobt und dauerhaft eingeführt werden: Im Agrar- und Lebensmittel-Bereich ist das z.B. die ökologische Landwirtschaft - ökologische Lebensmittelproduktion (Bio- und Öko-Produkte) (Informationen z.B. BOELW - 28 Argumente). 

Die Nachhaltigsziele im Bereich Ernährung passen gut zu den gültigen Ernährungszielen - "dietary goals"; z.B. weniger Fleisch essen (als bisher in Deutschland) hilft der "Gesundheit", dem "Klima" (Klima-Diät) und der "Zukunft" (Nachhaltigkeitsziel). Ebenso wird dabei zunehmend der soziale Wert mit bedacht (fair-hergestellte Waren) (s. auch sozial-ökologische Forschung).  (Ernährungswende)

Globaler Pakt der UN (seit 2000): die Unternehmer sollen soziale und ökologische Grundsätze berücksichtigen:
www.unglobalcompact.org - in Deutschland: www.globalcompact.de    / Wikipedia  - engl. global compact

- Christiane Grefe: Gekaufte Unschuld. Die Zeit 18.08.2016 -  Großkonzerne belasten die Umwelt - Naturschützer wollen Umwelt bewahren - Kooperation - Diskussion darüber zB. WWF/Edeka - Nabu/Rewe - Wuppertal-Institut/McDonald (Diskussion - Lobbyarbeit - "Greenwash") - Konzerne tragen immer öfter grün. TAZ 27.11.2007 -

Weitere Informationen

Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur im Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel
(Leitung: Prof. Dr. Angelika Ploeger)  (Methoden - Dr.habil. Johannes Kahl)

Sanders J, Hess J (eds):Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft . Thünen Rep 65, Braunschweig
DOI:10.3220/REP1547040572000; 364S.(Jan 2019)  (download) (link bei www.agrarheute.com  22.01.2019)

Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Uni Witten/Herdecke - website

Vorlesung Wien - Einheit 30

Dossier Umwelt  - Zahlen und Fakten   Wie hoch ist das Abfallaufkommen? Wie viele Erwerbstätige arbeiten im Umweltschutz? Und wie hat sich der ökologische Landbau entwickelt? Fünfzehn Grafiken und Erklärtexte geben Antwort auf diese und andere wichtige Fragen zum Umweltschutz.
http://www.bpb.de/themen/NITM29

Sustainable Food Production and Consumption - SUSFOOD-Projekt

Ranking der Nachhhaltigkeitsberichte von Industrie, Organisationen u.a. - durch das IÖW (Institut für nachhaltige Wirtschaftsforschung; www.ioew.de - ⇒⇒ website - )

Holzapfel, H. (Kassel): Lebensmittel auf Reisen. Ein ökologisches Disaster. SWR2 Aula - 30.11.2014

Lehrmaterialien-Übersicht - zur Nachaltigen Ernährung (website) (download)

Unterrichtsmaterial zum Thema Nachhaltigkeit
- Bereich - Wasser (website)  (downloads bei Edition Spohns Haus)
- Broschüre - Wasser - Lebensmittel für die Welt (Download)
- Broschüre - Auch der Mensch is(s)t Natur (Download)
- Broschüre Bienen - Artenvielfalt und Wirtschaftsleistung (Download)
- Broschüre - Biosphäre - Mensch und Natur im Einklang (download)
- Broschüre - Wald- Reservoir des Lebens (Download)
- Broschüre - Klima - Vorsorge für unseren Planeten (Download)

Foster, C., Green, K., Bleda, M., Dewick, P., Evans, B., Flynn A., Mylan, J. (2006). Environmental Impacts of Food Production and Consumption: A report to the Department for Environment, Food and Rural Affairs. Manchester Business School. Defra, London. -

 (siehe Abfall)

7.Symposium des IAKE; Was der Mensch essen darf. Ökonomischer Zwang, ökologisches Gewisen und globale Verlockungen. Regensburg, 8-9.2012
(Bericht - IAKE-Mitteilungen, Heft 20, S.38-40, 2013) (Schwerpunkts-Beispiel Fleisch) (Stellungnahme)

dgh-Tagung 2009 - "Nachhaltig leben und arbeiten"

Themenschwerpunkt -Ökologie - Alles Öko ! - NZZ Folio 03_2010

Kommentar: Ein Tegel braucht kein Mensch. TAZ 09.09.2017 (N.B.Schulz) Der Philosoph Hans ­Jonas hoffte, dass ökologische Ideen ins selbstverantwortliche Handeln einfließen. Seine Aufforderung, sich so zu verhalten, dass die Wirkungen eigenen Handelns „verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden“, mag sofort einsichtig erscheinen. Doch der "homo consumens" tut sich damit schwer, wenn damit Einschränkung und Verzicht verbunden ist; die Angebote der kapitalistischen Warenindustrie locken, mit Schnäppchen, SUV, Coffee to go und Smartphone-Innovationen. 

zeithistorische Informationen

Interview mit Günter Grass zu Ökologie, der Zukunft; den "Grünen" u.a. Spiegel 41_1982