03/30/19

Schwarzmarkt

Unter einem Schwarzmarkt (auch Schleichhandel) versteht man einen illegalen Teil der Schattenwirtschaft.

Schwarzmärkte entstehen typischerweise dort, wo der Staat bestimmte Marktfaktoren ausschaltet (z. B. durch Preisgesetze oder Rationierungen) oder ganze Märkte verbietet. Der Schwarzmarkt ist vom Grauen Markt zu unterscheiden, auf dem Handel stattfindet, der zwar ordnungspolitisch nicht gewünscht, aber nicht illegal ist.
Ein Schwarzmarkt weist zwar einige Funktionalitäten des Marktes (z. B. Preisbildung) auf, kann in der Regel aber nicht zur allgemeinen Wohlfahrtsbildung beitragen, denn jeder Marktteilnehmer muss damit rechnen, dass ihm der Staat die Vorteile des Geschäfts nimmt, z. B. indem die Waren bzw. die Einnahmen eingezogen werden. Auf einem Schwarzmarkt finden Geschäfte in der Regel so statt, dass die gegenseitigen Verpflichtungen entweder schnell vollzogen (Bargeschäfte Zug um Zug) oder einfach besichert (Faustpfand) werden können.
Die Schwarzmarktpreise bilden bei staatlich fixierten Preisen bzw. Abgabebeschränkungen den eigentlichen Marktpreis ab.  Da die Durchsetzung des Rechts nicht über staatliche Stellen erfolgen kann, kann es zu Gewaltphänomenen („Recht des Stärkeren“) kommen.
Nach dem Ersten und  Zweiten Weltkrieg war die Versorgungslage der Bevölkerung sehr schlecht. Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs waren nur gegen Lebensmittelmarken und in geringen Mengen legal in Geschäften erhältlich. Neben diesem legalen Markt entwickelte sich ein illegaler Schwarzmarkt, auf dem alles erhältlich war, allerdings zu stark überhöhten Preisen oder gegen Bezahlung in Zigaretten (Zigarettenwährung). Er verschwand trotz häufig durch die Polizei stattfindender Razzien z.B. erst nach der Währungsreform 1948, als staatliche Reglementierung abgeschafft und dadurch Marktpreisbildung möglich war („Plötzlich waren die Läden wieder voll“).
Weitere Güter von Schwarzmärten sind Alkohol (Drogen), Zigaretten, Geld (Währungen), Kulturgüter, Dienstleistungen (Schwarzarbeit), usw.

Informationen:
Wikipedia - engl Black Market - franz Le Marché noir -
Havocscope - www.havoscope.com - bietet Informationen zu Schwarzmärkten weltweit.

Auf einer Briefmarke (Block) aus Luxemburg wird an den Schwarzmarkt nach dem Ersten Weltkrieg erinnert - MiNr. 2177(Block 42) - Blockausgabe: 100. Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkriegs.  Menschen mit Schubkarren und Bündeln; Detail aus der Zeichnung „Schwarzmarkt“ von Pierre Blanc (1872-1946) - PhillatéLux Nr.3/18.09.2019 (und Agrarphilatelie Nr.176/April 2019, S.37

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