02/19/18

Migros Schweiz

Die Migros (weiblich, da Kurzform von Migros-Genossenschaft z. T. umgangssprachlich auch männlich; auch sächlich - das Migros-Geschäft)) ist das grösste Detailhandelsunternehmen in der Schweiz. Das Unternehmen ist in allen Kantonen und im grenznahen Ausland vertreten. (wikipedia) (www.migros.ch )

Migros wurde 1925 von Gottlieb Duttweiler (⇒ G Duttweiler Institut) in Zürich gegründet. Der Name soll für die ursprüngliche Positionierung des Unternehmens stehen, als preislich in der Mitte zwischen en-gros (Grosshandel) und en-détail (Detailhandel) liegend; "mi-gros" ("Mittelhandel") spielte darauf an, dass die Preise beinahe wie bei Engros-Produkten seien. Das Logo von Migrosist orangefarben, daher wird sie häufig als "oranger Riese" bezeichnet.
Organisation Migros ist ein Konglomerat verschiedener Genossenschaften, Aktiengesellschaften und Stiftungen, das sich zusammenfassend als "Migros-Gemeinschaft" bezeichnet. Sie wird durch die Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), Zürich.  Den Kern der Migros bilden die regionalen Genossenschaften.

Gottlieb Duttweiler war ein Pionier und Visionär mit dem Ziel, den Lebensmittelhandel zu revolutionieren. Am 25. August 1925 fuhren die ersten fünf Ford T-Verkaufswagen der Migros in Zürich aus. Die Migros erhielt von den Hausfrauen - dank Tiefpreisen - sofort Zuspruch. Seit 1928 stellt die Migros auch Eigenprodukte her, das erste war ein Süssmost, von der neu zugekauften "Alkoholfreie Weine AG". Zu Duttweiler´s Prinzipien zur "Volksgesundheit" gehört der Verzicht auf den Verkauf von Alkohol und Tabak. 1926 wurde der erste Migrosladen (in Zürich) eröffnet. Angestammte Lebensmittelhändler fühlten sich attackiert. So versuchten sie zusammen mit Parteien, Politikern und Gewerkschaften, die Migros zu ruinieren. Die Konsumenten jedoch erkannten den Wert der Migros und diese war immer erfolgreicher. Kurz darauf expandierte die Migros in anderen Kantonen und eröffnete – neben den Verkaufswagen – auch Läden. In einigen Kantonen wurde die Migros daraufhin durch politische Beschlüsse für Jahre bzw. Jahrzehnte verboten.
1936 gründete Gottlieb Duttweiler eine eigene politische Partei, den Landesring der Unabhängigen (LdU). Die Partei hatte den Übernamen Migros-Partei. Ab 1942 gibt es eine Migros-Zeitschrift, zuerst Brückenbauer genannt; seit 2004 heisst die Zeitschrift Migros-Magazin, sie ist heute eine der auflagenstärksten Zeitschriften der Schweiz.
1944 wurden die Migros-Klubschulen gegründet, mit dem Ziel, Weiterbildung für das Volk zu günstigen Konditionen zu ermöglichen. Heute sind die Klubschulen eine der erfolgreichsten Institutionen in der Erwachsenenbildung.
1948 wurden Selbstbedienungsläden eingerichtet. Anfangs der 1950er Jahre führte die Migros eigene Restaurants ein,  und gründete die Buchhandlung Ex Libris. Seit 1954 hat Migros eine eigene Tankstellenkette, Migrol genannt. 1957 wurde das Migros Kulturprozent ins Leben gerufen; seit damals investiert die Migros 1 % des Umsatzes in Kultur und Weiterbildung. 1957 stieg die Migros mit der Migros Bank in das Bankwesen ein. 1967 wurde die Produktdeklaration und die Angabe des Haltbarkeitsdatums eingeführt (migros-data). 1974 führte Migros das M-Sano (Produkte aus naturnaher Landwirtschaft). 1986 führte Migros das erste Freizeit-Center ein, den Säntispark in Abtwil SG. Seit 2009 gibt es das Migrolino ein Convenience-Shopformat für Bahnhöfe und Tankstellen.   2010 wird M-Way gegründet, welche die umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität fördert.
Im Angebot sind Elektrofahrzeuge. Im gleichen Jahr lanciert die Migros migipedia.ch. Die Plattform bietet den Kunden die Möglichkeit, Produkte zu bewerten und Kommentare abzugeben. 2011 eröffnet die Migros Zürich zusammen mit dem deutschen Biosupermarkt Alnatura die erste Filiale Migros-Alnatura Schweiz. Im Jahr 2013 übernimmt die gleiche Genossenschaft den deutschen Detailhändler Tegut aus Fulda. 2013 gab Migros bekannt, dass die vier Filialen in Deutschland zum 1. Oktober des Jahres an die REWE Group verkauft werden.
In den 1960er Jahren begann in der Schweiz der Bau von Einkaufszentren,  Migros hat ein einfaches Benennungssystem für ihre Filialen der Genossenschaften, welches die Grösse des Standorts und den Umfang des Sortiments andeutet. Eine M-Migros (durchschnittlich 650 m²) ist ein eher kleiner Lebensmittelladen, der als Nahversorger Waren des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Hygiene) führt; eine MM-Migros (durchschnittlich 2'250 m²) hat eine grössere Auswahl an Lebensmitteln sowie ein breites Non-Food-Angebot und umfasst häufig auch eine Bäckerei, ein Restaurant, einen Take-Away oder einen Fachmarkt. Eine MMM-Migros (durchschnittlich 8'500 m²) bietet praktisch die gesamte Produktepalette der Migros an und findet sich in der Regel in Einkaufszentren an guten Verkehrslagen. Zur Steigerung der Standortattraktivität der "orangen" Filialen wurde an konzerneigenen Standorten (Liegenschaften, Einkaufszentren) früh mit der Vermietung von Verkaufsflächen an kleinere Einzelhandelsunternehmen mit stark komplementärem Sortiment an Genussmitteln – namentlich Tabakwaren und Alkohol – begonnen.
Die ersten Migros-Fachmärkte entstanden als etwas abgetrennte Abteilungen innerhalb der grossen Supermarkt-Standorte (MM und MMM), denen aufgrund des Platzbedarfs schnell auch räumlich komplett getrennte Verkaufslokale folgten. Das sind: Do it + Garden Migros (Baumarkt); melectronics (Elektronik-Fachmarkt); Micasa (Einrichtungsfachhandel); Obi (Baumarkt, Schweizer Obi-Lizenznehmer);  SportXX (Sportartikel und -bekleidung) und Outdoor by SportXX.
Die Migros-Gastronomie Migros verfügt über zahlreiche Gastronomiebetriebe, die je nach Grösse und Lage den Migros-Läden angeschlossen sind; wie in Selbstbedienung geführten Migros-Restaurants, die Verkaufsstände Migros-Gourmessa und Migros Take Away sowie Migros Party-Service als Lieferservice. Darüber hinaus werden auch die Formate Cha ch  (Franchising-Betriebe), Coffee & Time (Café) und Sessibon (Restaurant und Take Away) geführt.
Seit 1954, mit einem Unterbruch von 1974 bis 1992, ist die Migros auch ausserhalb der Schweiz aktiv. 1954 gründete die Migros das Tochterunternehmen Migros Türk.  Seit 1992 unterhält Migros einige Standorte in Frankreich und Deutschland.

Die Unternehmensgruppe Migros-Industrie umfasst die Produktionsbetriebe der Migros-Gemeinschaft. Durch die politisch motivierte Lieferverweigerung diverser Hersteller in den Anfangsjahren der Migros war das Unternehmen gezwungen, ein eigenes Herstellernetz aufzubauen. Weitere Fabriken wurden von der Migros gekauft. Dadurch konnte die Migros günstig eine eigene Produktpalette herstellen. Erst in jüngerer Zeit sind Markenprodukte in grösserer Auswahl erhältlich. Produkte der Migros-Industrie werden, oft unter anderen Markennamen, auch ins Ausland exportiert. Zu den wichtigsten Produktionsbetrieben gehören:
- Bischofszell Nahrungsmittel AG (BINA), Bischofszell Konserven, Fruchtsäfte, Kartoffelprodukte, Convenience-Produkte
- Chocolat Frey AG, Buchs AG Schokolade, Confiserieprodukte, Kaugummi, Süsswaren
- Delica AG, Birsfelden Kaffeerösterei, Verpackungsstrasse, Trockenprodukte; ehemals Migros Betriebe Birsfelden AG (MBB)
- Estavayer Lait SA (ELSA), Estavayer-le-Lac Milch, Milchprodukte, Convenience-Produkte (Salatsaucen, Essige, Tofu)
- Jowa AG, Volketswil, mehrere Standorte Backwaren, Konditoreiprodukte, Frischback-Produkte, Teigwaren
- Mibelle AG, Buchs AG (Mibelle Group) Kosmetika, Pflegeprodukte
- Micarna SA, Courtepin, mehrere Standorte Fleischwaren, Geflügelfleisch (seit 2006, ehemals Optigal SA)
- Mifa AG, Frenkendorf (Mibelle Group) Waschmittel, Reinigungsmittel, Flüssigfette, Brotaufstriche
- Midor AG, Meilen Biscuits, Gebäck, Glacé, "Partysnacks"
- Mifroma SA, Ursy, mehrere Standorte Käsereifung und -vertrieb
- Riseria Taverne SA, Torricella-Taverne Reisverarbeitung
- Aproz Sources Minérales SA, Nendaz Mineralwasser, Getränke
Es gibt eine  Reihe von weiterenBetrieben im Großhandel, im Tourismus (z.B. M-Travel, Globus-Reisen; Belair Airlines); die Migros Bank und Migros-Pensionskasse; und hat bedeutende Immobilienbesitze.

- Gottlieb Duttweiler Institut (wiki) als Denkfabrik sowie im Bereich Qualitätssicherung die Swiss Quality Testing Services.
- Die größte Erwachsenenbildungs-Institution der Schweiz ist die Klubschule Migros.
- Sprachreiseanbieter Eurocentres
- Migros Museum für Gegenwartskunst ("Migros-Kulturprozent")
- Medien: Wichtigste Publikation bildet das wöchentlich erscheinende Migros-Magazin, das auf Deutsch, Französisch und Italienisch (Azione) veröffentlicht wird; dasmonatlich erscheinende Kochmagazin Saisonküche gibt es in den drei Landessprachen; sechs Mal jährlich das Nachhaltigkeitsmagazin Vivai.
- Freizeit und Sport:  Die Migros führt auch mehrere Freizeit- und Sportbetriebe, dazu zählt die Fitness- und Wellnesskette Fitnesspark, verschiedene Parkanlagen unter dem Namen Park im Grünen sowie mehrere Golfplätze.

- Produktlinien, Labels und Programme M-Budget, M-Classic und Migros Sélection M-Budget-Logo 1996 lancierte Migros die Billiglinie M-Budget. Anfangs waren es 70 Produkte. Bis 2006 wurde das Sortiment auf 500 M-Budget-Produkte erweitert.

Unter dem Dachlabel Engagement schliesst Migros mehrere national und international tätige Organisationen zusammen, die unter besonders sozialen oder umweltfreundlichen Bedingungen hergestellte Produkte anbieten. Dazu gehören Bio, Produkte aus biologischer Landwirtschaft Max Havelaar, Produkte aus fairem Handel Marine Stewardship Council, Fisch aus nachhaltiger Fischerei Eco umweltfreundliche, besonders hautverträgliche Textilien, soziale Arbeitsbedingungen Bio-Baumwolle, Baumwolle aus biologischer Landwirtschaft, wird nach Eco-Richtlinien verarbeitet Forest Stewardship Council, Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung Terrasuisse, Produkte aus nachhaltiger Schweizer Landwirtschaft. Terrasuisse ersetzt die bisherigen Labels IP-Suisse und M7 (7-Punkte-Fleisch-Garantie).
Die Migros hat einen Verhaltenskodex ausgearbeitet, der alle Lieferanten zu sozialen Arbeitsbedingungen verpflichtet. Alle von der Migros produzierte Margarine wird aus nachhaltig angebautem Palmöl produziert.

Kritik an der Führungspolitik - Einige Kritiker, wie beispielsweise der Verein Sorgim, (rückwärts Migros) (website) / Dossier Migros in Wochenzeitung - www.woz.ch /
behaupten, dass die Migros den Idealen ihres Gründers nicht mehr entspricht. Bemängelt wird, dass die Genossenschaft nicht demokratisch geführt wird, wie es einst von Duttweiler gewünscht worden wäre und stattdessen ausschliesslich die Geschäftsleitung über alle wichtigen Geschäftsstrategien entscheidet. Vorwurf einer antiisraelischen politischen Kampagne 2012 erntete das Unternehmen starke Kritik, nachdem angekündigt wurde, Produkte aus den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten zu deklarieren. Die israelische Botschaft in der Schweiz warf Migros eine Beteiligung an einer „antiisraelischen politischen Kampagne“ vor; welche darauf abziele, „Israel anzuschwärzen und schon im Voraus den zukünftigen Status der umstrittenen Gebiete festzulegen.“

⇒⇒ Nutrition ProgramsMigros

Qualitäts-Management - Nachhaltigkeit - Interview  in der NZZ 19.01.2015

Die neue Bilanz ist da: Beste Feinde Migros - Coop.  Migros und Coop beherrschen den Schweizer Markt, drängen in branchenfremde Bereiche und halten die Konkurrenz klein. Tagesanzeiger  23.02.2017

Kundenzeitschrift "Migusto" eingeführt Feb 2017 praktisch Zeitgleich mit Coop - www.fooby.ch -
(Kochduell zwischen Coop und Migros. Blick 14.02.2017 )

Informationen
⇒⇒ Wikipedia

Historisches Lexikon der Schweiz ⇒ Migros

Gottlieb Duttweiler - Helfer der Konsumenten - zum 125.Geburtstag - NZZ 15.08.2013

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