Für sozial-schwache Personen gibt es eine Reihe von meist privaten (aber auch kirchlich, karativ) Initiativen - für  Verteilung, Einsatz von Bezugscheinen; Organisation spezieller Läden - CAP-Läden, Tafeln. (siehe auch bei Gemeinschaftsverpflegung - Suppenküchen, Vesperkirche)

Eine große Organisation ist die Tafel.  (Verband - www.tafel.de)

Jahrespressekonferenz des Bundesverbandes (link) Jahresbericht 2013: 20 Jahre Tafeln in Deutschland (download)  (TAZ - 03.06.2014 - Immer mehr Bedürftige )
(Stuttg Ztg 04.06.2014 - Die Helfer der Tafelrunde)

Tafeln schlagen Alarm. Flüchtlingsandrang lässt vielerorts Ware knapp werden. LZ 13.11.2015, S.49  (WDR1 27.10.2015) (Pressemedlung Tafel 3.11.2015)
Fast jeder vierte Tafel-Kunde ist Rentner. TAZ 22.12.2017 (U. Hermann)
Das System Tafel ist am Ende. TAZ 02.03.2018  /  Stuttg Ztg 23.02.2018

Schnellbächer, C. et al.: "Lecker tafeln! Von der Tafel auf den Familientisch." Ernährungs-Umschau Nr.1/ Jan 2017, S1-S4  (Projekt)

- Steinel, M., Schulz,E., Völkel, V.: Ernährungsphysiologischer und ökonomischer Nutz der Tafelangebot. HuW 63(4) 192-96  (2015) (Völkel - Bachelorarbeit)

Buch - Selke, Stefan; - Fast ganz unten
Wie man in Deutschland durch die Hilfe von Lebensmitteltafeln satt wird
2. Auflage 2009 - 231 S. - € 19,90 - ISBN: 978-3-89691-754-6
Knapp 800 Lebensmitteltafeln gehören mittlerweile zur fast selbstverständlichen Grundausstattung des erodierten Wohlfahrtsstaates in Deutschland. Sie versorgen Woche für Woche fast eine Million bedürftige Menschen mit Waren aus der Überproduktion der Lebensmittelbranche. Die Innenwelt der Tafeln und die mit ihrer Praxis verbundenen Paradoxien sind Gegenstand der Sozialreportage Fast ganz unten. Sie enthält viele konkrete Antworten auf die Frage, wie man heute an der Peripherie der Gesellschaft satt wird. Ein Jahr lang beobachtete der Autor die Arbeit von Helfern und das Leben Bedürftiger. Herausgekommen sind ein hintergründiger Erfahrungsbericht und ein vielschichtiges Bild von einem sozialen Ort, der schleichend Teil unserer Gesellschaft wurde. Armut bekommt so viele neue Gesichter. Der Autor nimmt darüber hinaus kritisch Stellung zur gesellschaftlichen Bedeutung der Tafeln. Seine Thesen regen zu einer notwendigen Diskussion um die Zukunft der Tafeln und des Sozialstaates an. Das Buch – illustriert mit 34 Fotos – ist von hohem analytischen Wert für alle, die am Phänomen der neuen Armut interessiert sind, aber auch für die Mitglieder der Tafelbewegung selbst.
Parallel zum Erscheinen seines Buches startete Stefan Selke eine Internetseite zum Thema: www.tafelforum.de
http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/754-6.html

(neue Infos dazu - Feb 2010)

(Promotion zu diesem Thema  - von Normann - jetzt Münster früher Bonn)

Thema bei AGEV - Abstract Rehaag

(Informationssammlung zu Tafeln) (Zeitschrift "Feedback" 1/2004 für deutsche Tafeln)  /  Heft 1_2009

Der Bundesverband Deutsche Tafel e. V. gibt in regelmäßigen Abständen das Magazin Feedback heraus, das sich an Freunde, Förderer und Mitarbeiter der Tafeln in Deutschland richtet. Neben einem Schwerpunkt zu einem Tafel(-nahen) Thema berichtet Feedback über Aktionen, Entwicklungen, Beobachtungen und Pläne der deutschen Tafeln.  http://www.tafel.de/der-bundesverband/publikationeninfomaterial/feedback-magazin

Schweiz - www.schweizertafel.ch  - www.tischlein.ch -
Sponsor Coop - link

Österreich: www.wienertafel.at

England - Foodbank - website

International - Global FoodBaning Network  Website

Every Meal Matters. Food Donation Guidelines der European Federation of Food Banks (FEBA)- www.eurofoodbank.org 2016 -

Stephan Lorenz: Tafeln im flexiblen Überfluss- Ambivalenzen sozialen und ökologischen Engagements; Transcript-Verlag, Jan 2012; 312 S. ISBN: 978-3-8376-2031-3  

Schaden die Tafeln den Armen? (TAZ-pro und contra - 19.6.2010 )
- Alternative Formen der Armutsbekämpfung: die neue Mitleidsökonomie. Bestandsaufnahme und Exploration- link zu Projekt an der Universität Duisburg-Essen (Studie zu "Tafeln" in Deutschland)
- Projektgruppe »Neue Mitleidsökonomie« (Hg.): Die neue Mitleidsökonomie. Transcript-Verlag 2017
- Tafeln und Vesperkirchen: Die Ökonomie des Mitleids stößt auf Kritik.  Stuttgarter Zeitung 25.02.2017
- 25 Jahre Tafeln Der Kampf um Lebensmittel wird härter. Stuttg Ztg 20.02.2018

Die Wirtschaftskrise bringt Tafelläden in Bedrängnis   Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 05.05.2009 - Initiativen rechnen mit mehr Kunden und bangen um Spender

Im Land können sich Bedürftige bei 129 Tafelläden zu Sozialpreisen mit Lebensmitteln versorgen. Die Betreiber rechnen krisenbedingt bald mit mehr Kundschaft. Ob die Spenden mit der wachsenden Nachfrage mithalten, ist aber noch offen. Auch die Lieferanten sind unter Druck.  -  Von Thomas Breining  
Sozialromantik hat bei Rolf Göttner wenig Raum. "Eine Tafel ist ein betriebswirtschaftlich aufzustellendes Sozialprojekt", sagt er. Wenn irgendwo im Land ein neuer Tafelladen eröffnet werden soll, "bin ich dabei und lasse mir den Wirtschaftsplan für die zwei ersten Jahre zeigen". Ohne den sei die Gefahr des Schiffbruchs zu groß.
Göttner weiß, wovon er spricht. Er hat die Schwäbische Tafel in Stuttgart mitbegründet, war Armutsreferent beim Diakonischen Werk Württemberg und ist derzeit Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in Baden-Württemberg und der Ländervertretung beim Bundesverband Deutsche Tafel. Eine Tafel ist nicht einfach ein Laden, in dem sich Bedürftige günstig mit Lebensmitteln eindecken können. Tafeln fallen genauso wie Supermärkte unter die Lebensmittelkontrolle. Sie müssen für verderbliche Waren eine geschlossene Kühlkette vorweisen. Fürs Kühlen im Laden muss mehr Geld aufgebracht werden als für die Heizung. Auch die Miete will erstmal hereingeholt sein, dazu das Geld, mit dem die Telekommunikation bezahlt wird. Die Initiativen müssen sicherstellen, dass regelmäßig die Waren beim Spender abgeholt werden, also auch dann, wenn der Laden gar nicht geöffnet hat. Und, und, und.Mit gutem Willen allein kommt man also nicht weit. Dabei ist die Tafelbewegung in kürzester Zeit herangewachsen. Im Mai 1995 ist in Heidelberg die erste Tafel im Land gegründet worden. Inzwischen sind 8000 Menschen im Land bei Tafeln aktiv. Diese Zahl ist laut Göttner eine belastbare Hochrechnung: "Auch eine noch so kleine Tafel kommt nicht mit weniger als 50 Helfern aus", sagt er. Dabei sind die Tafelbewegten selbst ein kunterbunter Haufen. Hier tun sich wackere Bürgersleute zusammen, dort werden selbst von Bedürftigkeit betroffene Hartz-IV-Empfänger oder Alleinerziehende aktiv, woanders arbeiten in dem Projekt "Schwitzen statt sitzen" Verurteilte Geldbußen ab, die sie niemals bezahlen könnten. Diakonie, Caritas, Rotes Kreuz und Arbeiterwohlfahrt sind die Hauptträger solcher Läden, oft tun sich aber auch mehrere Verbände zusammen, teilweise auch eigens dafür gegründete.Der Druck in den Kommunen ist ungebrochen, neue Tafeln zu gründen. Mit Beginn des Hartz-IV-Zeitalters sei "auch den Bürgermeistern kleiner Flecken deutlich geworden, wie viele Bedürftige es im Ort gibt, deren man sich vorher gar nicht bewusst war", sagt Göttner. Da kann es dann schon mal sein, dass eine Gemeindeverwaltung mit Mietzuschüssen die Gründung einer solchen Hilfseinrichtung befördert.
Dabei gibt es laut Göttner "seit zwei Jahren genug Tafelläden im Land". Das hat vor allem mit dem Spendenaufkommen zu tun. Denn das wächst nicht, im Gegenteil. Die Tafeln versuchen, ihre Warenakquise zu optimieren. Das heißt zum einen, dass im Verband sein muss, wer sich Tafel nennen will; der Name ist geschützt. Immerhin 13 andere Träger im Land sind das nicht und dürfen den Namen auch nicht verwenden. Sie wollen sich den Regeln des Verbandes nicht unterwerfen. Eine solche Regel ist, dass man Ware nicht zukauft. Das, so Göttner, würde Spendern signalisieren, dass Tafeln doch Geld in die Hand nehmen; dann aber muss man ihnen ja nichts schenken. Auf der anderen Seite hat man im Tafelangebot aber auch nur, was man geschenkt bekommen hat - und damit bei weitem nicht alles.
Eine andere in Stuttgart geprägte Regel setzt sich allmählich durch: im Tafelladen soll die Ware etwas kosten und nicht umsonst sein. Die Preisgestaltung unterscheidet sich aber: Die einen nehmen einen Festpreis pro Einkauf, 1,50 Euro vielleicht. In anderen wird je nach Ware ein Preis von fünf bis 20 Prozent des ortsüblich niedrigsten Preises verlangt. "Wir haben gewollt, dass der Warenwert erhalten bleibt", sagt Göttner. Zumindest einen kleinen Preis zu verlangen, habe auch mit Menschenwürde zu tun; genauso wie die Praxis, die Kunden im Laden aussuchen zu lassen und ihnen nicht eine fertig gepackte Plastiktüte zu überreichen - wie das auch noch gemacht wird.
Was den Tafelleuten zu schaffen macht, ist das sich beständig ändernde Spenderverhalten. "Es gibt keine Sicherheit von Tafelware", sagt Göttner. Die Lagerbuchhaltung der Discounter sei immer besser geworden. Dank der Scanner wissen sie, wo was gut oder nicht so gut verkauft wird. Die Märkte richten sich darauf ein, und es bleibt weniger übrig. Manche Handelsbetriebe gehen dazu über, Produkte mit ablaufender Haltbarkeitsdauer als Halbpreisware selbst zu vermarkten und noch ein paar Cent damit zu machen.
Ein neues Problem entsteht den Tafeln beim scheinbar sichersten Lebensmittel - Brot und Backwaren vom Vortag. Altstoffhändler kaufen altes Brot auf und verscherbeln es an Betreiber von Biogasanlagen. "Wir schicken jetzt Tafelbotschafter in Bäckereien und fordern zu einer Wertentscheidung heraus", sagt Göttner. "Warenakquise ist ein ständiges Geschäft." Es gebe keinen Discounter, "der nicht mit uns in Verbindung steht." Die Tafelleute müssten sich aber alle vier bis sechs Wochen bei den Spendern sehen lassen und Rückmeldungen abfragen. "Natürlich ersparen wir denen Entsorgungskosten", sagt Göttner. Aber es gibt gute Ware dafür. Daneben aber auch Schrott: von einer Tonne sind das 25 bis 33 Prozent - vor allem Verpackungen; das müssen die Tafeln entsorgen.
Wie sieht Rolf Göttner die Kritik an der Tafelbewegung? "Das ist eine ganz heiße Diskussion." Er plädiert freilich dafür, "das eine zu tun und das andere nicht zu lassen". Tafeln hätten den direkten Kontakt zu den Bedürftigen, seien also ein niederschwelliges soziales Angebot. Bislang seien sie unpolitisch. Aber das ändere sich, grummelt Göttner. Schließlich hinke das Regierungshandeln der Realität deutlich hinterher.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2015760_0_9264_-die-wirtschaftskrise-bringt-tafellaeden-in-bedraengnis.html

 

Sozialkaufhäuser
z.B. in Stuttgart - Fairkauf der www.caritas-stuttgart.de
Das Kaufhaus - www.daskaufhaus.de
Secondhandkaufhaus Zora - www.zora-ggmbh.de
Dritte CAP-Laden in Stuttgart am 27.07.2010 am Hölderlinplatz eröffnet. www.cap-markt.de  (www.neuearbeit.de)

 

CAP ist eine Supermarktkette mit einem integrativen Konzept: Beschäftigt werden bevorzugt Menschen mit Behinderungen, die Märkte sind im Ortskern angesiedelt (Aspekt der Nahrversorgung). Der Name leitet sich von Handicap ab - http://www.cap-markt.de/index.php?id=28

BONUS-Märkte - www.bonusmarkt.de " Ausgangslage für die Idee und Umsetzung war die Tatsache, dass bereits einige Stadtteile Stuttgarts immer weniger ortsnahe und zu Fuß erreichbare Vollversorgungen im Lebensmittelbereich haben. Leidtragende dieser Entwicklung sind insbesondere ältere Menschen, Familien oder Einzelpersonen, die für den Einkauf ihres täglichen Bedarfs auf eine wohnortsnahe Versorgung angewiesen sind. Ziel der SBR gGmbH ist - entsprechend ihrem Auftrag - die Verbesserung der Vermittlungsfähigkeit von Menschen mit geringeren Chancen am Arbeitsmarkt. Zu diesem Ziel wurde das neue Bonus-Konzept entwickelt und zugeschnitten.

(Infos zu Bonus + CAP)

 

Aufschwung geht an Millionen Menschen vorbei (Pressemeldung:

http://www.tafel.de/aktuell//artikel/aufschwung-geht-an-millionen-menschen-vorbei.htm  ) (Juni 2011)

Die Zahl der Tafeln ist auch in den vergangenen zwölf Monaten leicht gewachsen. Seit Juni 2010 entstanden 12 neue Tafeln in fast allen Teilen Deutschlands. Die Gesamtzahl liegt aktuell bei 884 Tafeln.

 

Die Zahl der Menschen, die in den zurückliegenden zwölf Monaten regelmäßig die Hilfe der Tafeln in Anspruch genommen haben, ist nach Schätzungen des Bundesverbandes auf etwa 1,3 Millionen gestiegen. Der Anteil der Senioren an den Tafel-Nutzern ist in den vergangenen Jahren von rund 12 Prozent 2007 auf aktuell etwa 17 Prozent gestiegen. „Angesichts der zahllosen Geringverdiener wird die Zahl der Altersarmen in Zukunft sicher weiter steigen“, befürchtet Gerd Häuser. Die Tafeln stellten sich bereits heute mit Bringdiensten und speziellen Angeboten für Ältere darauf ein.

 

LAIB und SEELE. Neue Ausgabestellen für Lebensmittel in Berliner Kirchen. -Eine Aktion der Berliner Tafel, der Kirchen und des rbb.

http://www.laib-und-seele-berlin.de/

http://www.rbb-online.de/unternehmen/organisation/engagement/laib_und_seele/laib_und_seele_die.html

"Am Essen wird zuerst gespart" - Eine Million Menschen holt sich in Deutschland ihr Essen regelmäßig von den Lebensmitteltafeln. brandeins Nr.05_2009

Initiative "foodsharing" - website -  www.foodsharing.de soll eine Internet-Plattform werden, die Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Über www.foodsharing.de kann man sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden um überschüssige Lebensmittel mit Anderen zu teilen, statt sie wegzuwerfen. Die Grundidee ist: Menschen teilen Essen. Es soll dabei kein Geld fließen, denn teilen hat auch eine ethische Dimension. Wir wollen den Lebensmitteln damit wieder einen ideellen Wert geben, denn sie sind mehr als bloß eine Ware - das ist die Idee hinter www.foodsharing.de. (Text am 21.12.12 von website "abgeschrieben")

Briefmarke der Deutschen Bundespost (01.02.2018) - 25 Jahre Tafeln in Deutschland  (link)