07/27/25
Die Wasserverfügbarkeit ergibt sich aus dem natürlich vorhandenen oder technisch gespeicherten Aufkommen von Wasser, der Bewirtschaftung und den Zugriffsmöglichkeiten seiner Nutzer. Es werden dabei Grund- und Oberflächenwasser sowie technische Wasserkreislaufsysteme betrachtet. Die Verfügbarmachung und anschließende Bevorratung und Verteilung bezeichnet man als Wassermanagement.
Die Menge an Süßwasser, die einer Person pro Jahr zur Verfügung steht, kann rechnerisch ermittelt werden. Je nach Größe dieser Menge definieren sich untergeordnete Begriffe wie Wasserknappheit, Wassermangel und Wassernotstand, bis hin zur Wasserkrise.
In der deutschsprachigen Zusammenfassung des Weltwasserberichts der Vereinten Nationen von 2019 wird definiert: "„Verfügbarkeit von Wasser hängt davon ab, wie viel Wasser physisch verfügbar ist, wie es gespeichert, bewirtschaftet und verschiedenen Nutzern zugewiesen wird. Sie umfasst Fragen der Bewirtschaftung von Oberflächenwasser und Grundwasser sowie Fragen des Wasserrecyclings und der Wiederverwendung.“ (UN Water, 2019; UNESCO-Kommissionen von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg"
Siehe auch: Liste der Länder nach Wasserressourcen .-
Entwicklung der Süßwasservorräte nach „World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice“ 2017
Weltweit haben etwa vier Milliarden Menschen bzw. die Hälfte der Weltbevölkerung mindestens einen Monat im Jahr nicht ausreichend Wasser zur Verfügung, sodass sie unter schwerer Wasserknappheit leiden. 1,8 bis 2,9 Milliarden Menschen leiden 4–6 Monate im Jahr unter schwerer Wasserknappheit, ca. 500 Millionen Menschen ganzjährig.
Von den etwa 1,6 Milliarden Kubikkilometern Wasser, die sich auf dem Planeten Erde befinden, sind 35 Millionen Kubikkilometer Süßwasser (2,5 %). Nur etwa 213.000 Kubikkilometer davon sind relativ leicht für den Menschen zugänglich, vor allem in Seen, Flüssen und in den rund 45.000 weltweiten Großtalsperren. Der Rest liegt in Form von Gletschern, Schnee, Eis, Grundwasser, Grundeis, Dauerfrost, Bodenfeuchtigkeit und Sumpfwasser vor, ist also nicht leicht zugänglich. Zur Berechnung der Wasserverfügbarkeit legt die UNESCO die gesamte Süßwassermenge zugrunde, unabhängig von deren Zugänglichkeit.
Die Wasserverfügbarkeit ist von weiteren Faktoren abhängig, wie Regen und anderen Niederschlägen, die zeitlich und regional ungleichmäßig fallen, und der Wasserqualität, die durch Umwelteinflüsse beeinflusst wird.
Die UNESCO prognostiziert aufgrund der Tatsache einer bisherigen Versechsfachung des Wasserverbrauchs zwischen 1930 und 2002 durch eine Verdreifachung der Weltbevölkerung bei gleichzeitiger Verdoppelung des durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf ein dramatisches Schwinden der Wasserverfügbarkeit bis 2025 und darüber hinaus. Begründet wird diese Prognose mit kontinuierlich steigendem Wasserverbrauch, verursacht sowohl durch globales ökonomisches Wachstum als auch durch die Verbreitung verbrauchsintensiver Lebensstile in sogenannten Drittländern. Da die steigende Entnahme aus Süßwasservorkommen zwangsläufig mit einer steigenden Einleitung von Abwässern einhergeht, gehen Schätzungen der UNESCO von einer globalen Abwasserproduktion von etwa 1.500 Kubikkilometern im Jahr 2050 und einer damit einhergehenden Abwasserbelastung von bis zu 12.000 Kubikkilometern weltweit aus, da angenommen wird, dass ein Liter Abwasser acht Liter Süßwasser verunreinigt.
Lösungsansätze zur Bewältigung der prognostizierten Verringerung der Wasserverfügbarkeit bis 2025 hat Mark W. Rosegrant 2002 anhand dreier Modellszenarien aufgezeigt. (Mark W. Rosegrant u. a.: World Water and Food to 2025: Dealing with Scarcity. Washington, D.C. 2002)
Informationen:
- Wasserverfügbarkeit - wikipedia -
- Kategorie: Wasserversorgung (wikipedia) - engl. Water supply -
- Der oder das Aquädukt (lat. aquaeductus „Wasserleitung“) ist ein Bauwerk zum Transport von Wasser. (wikipedia) (Agrarphilatelie)
- Acequia (Wasserkanal; Wassermanagement Andalusien (wikipedia)
Fokken, U.: Bewässerung in Spanien - Die Wasserflüsterer. In Andalusien hilft ein tausend Jahre altes Bewässerungssystem gegen die Dürre TAZ 16.07.2025
(kein Briefmarken-Motiv)