Die Mahlzeiten

Die Mahlzeit ist das wichtigste Konstrukt und Setting in der Ernährungsverhaltensforschung = Point of eating - the Meal - POEM

Hier kommen alle Bemühungen, das Grundbedürfnis Essen zu befriedigen zusammen (Darstellung nach Tolksdorf)

Hier münden die Nahrungsketten, und die Bemühungen (der vielen beteiligten Menschen) werden belohnt. Der Lebens- und Arbeitsrhythmus (die Tageszeitstrukturen) orientieren sich daran. Es ist eine großartige, erstaunliche Leistung (LebenskulturI, dass "just at meal-time" Menschen sich mit dem gerade fertig gestellten Essen zum gemeinsamen Mahl treffen.

Soziale Bedeutung - Begrüssungsrituale - "gesegnete Mahlzeit" - "säkularisiert" als banales "Mahlzeit"  / Satiren darüber - You Tube Sammlung - www.wn.com/mahlzeit -
Tischgebete

Mahlzeit kann auch im Mittelpunkt des Ernährungstoffflusses (Ökobilanz) gesehen werden.

Mahlzeiten als soziale "Veranstaltung" - Familienessen - Gast-"Essen" (im Bereich - Umwelt - Privataufhalt - Gemeinschaftsverpflegung"

(90% der Deutschen essen (auch) auswärts - 2008 - Meldung Stat.Bundesamt 11.01. 2011)

Einerseits durch Zeit- und Marketing-Druck - Auflösung von (Zeit)Strukturen (normale Mahlzeiten-Situation - Entwicklung im Prozess der Zivilisation - im Sitzen am Tisch; Essen mit Besteck und auf einem Teller)

(Essen im Stehen - wenn Mensch in Eile ist; sowohl zu Hause, als auch ausserhalb - siehe Imbiß; Fußballplatz - Sportplatz) (auch Verköstigung von vielen Personen - Steh-Empfang; Eröffnungen, Vernisagen, us.w) (und noch schneller - "fast" - fast food - im Gehen (to go) (selbst Genußmittel - wie Kaffe - nebenher - coffee-to go Cartoon) - "food-to go" - multitasking) (gibt noch Grenzen, nicht vorstellbar - Wein to go; aber bei Jungendlichen werden zum "Vorglühen" auf dem Weg zum "entertainment" - Supermarkt-Sekts aus der Flasche konsumiert); andererseits immer noch Wunsch nach gemeinsamen Mahlzeiten (mit traditionellen Funktionen) (z.B. DAK-Forsa Umfrage - Juni Okt 2009)  (Einhandesser - Infos / Schlagzeile / Übergewicht bei Kindern-Paderborn)  / Fingerfood)

Speisen sind in jeder Kultur in bestimmter Weise miteinander verbunden. Aus solchen Zusammenstellungen ergeben sich Mahlzeiten.

(Struktur - einer Mahlzeit in Deutschland - manchmal Vorspeise - das ist z.B. eine Suppe); dann kommt das Hauptgericht; und dann die Nachspeise.

Das Hauptgericht - der Teller auf dem dies verzehrt wird - ist in vielen Kulturen sehr ähnlich.

Es gibt die Hauptspeise, die sich aus einem Grundnahrungsmittel (Hauptbestandteil - Core) als zentralrem Bestandteil der Hauptspeise, sowie einer Beilage zusammensetzt; dazu kommen noch geschmacks-intensive "Kleinigkeiten" (Saucen, Gewürzpasten, usw).

Zentral ist in unserer Kultur - ein Stückfleisch (das Schnitzel) - die Säittigungsbeilage (die Pommes) - und eine Sauce (Ketchup).

Grundspeisen (core foods) gibt es in jeder Kultur; interessant ist, dass in vielen Kulturen - Getreide (zB. Mais, Reis) und Leguminosen (z.B. Bohnen) - als Hauptspeisen-Teile verzehrt werden. Als "Seiten-Speisen" (secondary foos, fringe) werden Gemüse, Salate, usw benutzt.

So ist ein Core-Fringe-Model für Speisen (bzw. dem "Bild/Essen auf einem Teller") ein weit verbreitetest Model. Von Sidney Mintz ist es als CFLM (Core-Fringe-Leguminosen-Model) benannt worden.

Hauptautoren - siehe auch INFO-Sammlung - sind Mintz, Schlettwein-Gesell und Koctürk.

Historisch: G Simmel - Soziologie der Mahlzeit -

Mahlzeiten (einschl. Portionsgrößen) sind ebenso physiologisch ein wichtiger Parameter.  Es ist ein Unterschied (für den Stoffwechsel), ob  die gleiche Nahrungsmenge kontinuierlich aufgenommen wird (pathologisch z.B. am "Tropf" hängend, Sonden-Ernährung), in vielen gleichen kleinen Portionen über einen Zeitraum verteilt oder ob alles auf einmal (z.B. eine große Mahlzeit am Tag) verzehrt wird. (Nibbling vs Meal eating.) Bezüglich der Energiebilanz (aus der Sicht des Überflusses, eher ein ungünstiger Futterverwerter zu sein) sind mehrere kleine Mahlzeiten wirkungsvoller; die "Nibbler" nehmen weniger in Körpergewicht zu als die "Meal Eater"(bei Tier"mast"-ernährung ist eine effiziente Futterverwertung  wichtiger )  (die Hauptreferenz für diese These ist die Publikation Fabry P,Fodor J,Hejl Z,Braun T,Zvolankova K. The frequency of meals: its relation to overweight, hypercholesterolaemia, and decreased glucose tolerance. Lancet 1964;ii:614–615. In der Tendenz stimmt die Fabry-These, doch für den Ernährungsalltag von Menschen ist es nicht sehr praxis relevant. (Ernährungskontrolle - bewusst Mahlzeiten essen erscheint für die Meisten leichter, als die gleiche Menge unstruktriert über den Tag hin zu "vernaschen" (viele kleine Snack; "Tapas").
Informationssammlung zu Fabry-Zitaten /  Publikationen zu Meal frequency and energy balance von Belisle / Duval /  Westerterp /

 

Kartoon - Fernsehmahlzeiten (aus 1978)

Liste der Mahlzeiten

Hauptmahlzeiten - Frühstück - Mittagessen - Abendessen

Mahlzeiten in besonderen Situationen:
Festmahlzeiten - Event Dinners
TV Dinner
Kantinenmahlzeiten; Schulmahlzeit; Kindergartenmahlzeit; Mensamahlzeit
Grillen - Barbecue
Picknick -
Henkersmahlzeit

Zwischenmahlzeiten (kleine Mahlzeit)
Im deutschen Sprachraum existieren für solche Mahlzeiten zahlreiche verschiedene Ausdrücke, wie Vesper, Brotzeit, Zweites Frühstück, Foftein; Jause, Marend/Marende, Znüni und Zvieri, Imbs, Imbiss, Unternessen, Gabelfrühstück und Neinerln. (Nachmittags)Kaffee; Pausenbrote;
Teepause; Zwipf (Schweiz; Zwischenmalhzeit der Soldaten); Rastmahlzeit
Outdoor Essen - To-Go-Essen
Snack - englisch - deutsch: Imbiss

Naschen

11 Teepause

11.1 Tea time

11.2 Ostfriesland

12 Zwipf

13 Kuriosa

14 Weblinks

15 Einzelnachweise

 

Brotzeit [Bearbeiten]

 

Vorträge OLT - Wandel der Mahlzeiten _ Potsdam 2006  / Kaltern - Weinakademie - 30 05 2006

 

Viele Publikationen dazu:

(OLT 19 / Teil 1 / Teil 2 / Mahlzeitenhäufigkeit /

(227) (BFEL-Nr. ) Ulrich Oltersdorf, Erika Claupein, Cornelie Pfau, Jennifer Stiebel (Hrsg.): Consumer & Nutrition Challenges and Chances for Research and Societey. 9. Karlsruher Ernährungstage – 9th Karlsruhe Nutrition Congress, 10.-12. Oktober, 2004 in Karlsruhe. Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, Band 2, ISSN 0933-5463, 1-267 S., 2005, elektronisch vorhanden

(214) (BFE-Nr. S 1460) Ulrich Oltersdorf: Die Zeit für´s Essen - ein Teil unserer Lebenszeit. In: Erntedank 2003 - ErnteZeiten. Kirche im ländlichen Raum. Verl. Evangelische Landjugendakademie, 2. Quartal, 54. Jg. 2003, 23-29

(215) (BFE-Nr. A 382) Ulrich Oltersdorf: Trends in Meal Pattern in Germany - Comparison of Surveys from 1995 till 2003. Abstracts, 9th European Nutrition Conference, October 1-4, 2003, Rome, Italy. Annals of Nutrition & Metabolism, 47.2003, 431

(211) (BFE-Nr. W 1599) Oltersdorf, U.: Better Understanding of Eating Pattern for Better Understanding of Human Nutrition. In: Elmadfa, I., Anklam, E., König, J.S. (eds.): Modern Aspects of Nutrition. Present Knowledge and Future Perspectives. Forum Nutr. Basel, Karger, Vol. 56. 2003, 123-125

(205) (BFE-Nr. S 1410) Oltersdorf, U.: "Zeit für`s Essen - Zeit zum Essen. Mahlzeitenstrukturen in Deutschland: Neue Perspektiven in der Ernährungsforschung". Moderne Ernährung heute, 2002(1), 1-6; sowie in Gordian, 102.2002(7-8), 116-120 und DGE info, 2002(12), 179-181, sowie in Obst, Gemüse Kartoffel Verarbeitung, Fruit, Vegetable and Potato Processing, 88.Jg. Ausgabe 5+6, 2003, S. 26-29

(181) (BFE-Nr. W 1357) Oltersdorf, U., Schlettwein-Gsell, D., Winkler, G.: Assessing eating patterns – an emerging research topic in nutritional sciences: introduction to the symposium. Appetite, 32.1999(1), 1-7

(178) (BFE-Nr. A 0078) Oltersdorf, U.: Meal Patterns in Germany - Results from a comparison of surveys in 1995 and 1997. (Abstract) 3th International Conference on Dietary Assessment Methods; Arnhem, Netherlands, 6-9, May 1998. European Journal of Clincal Nutrition, Suppl. 2, 52.1998, 37

(147) (BFE-Nr. S 1116) Oltersdorf, U., Grimm, E.: Zu Mahlzeitenstrukturen in Deutschland - Ergebnisse empirischer Untersuchungen im Zeitvergleich. Zeitschrift für Ernährungswissenschaft, 35.1996(1), 102 (V52)
(Manuskript - Charts 1978-1995 - deutsch / englisch)

 

ots.Audio: Familienessen in Deutschland kommt oft zu kurz - tns(TM) Infratest-Studie für Coca-Cola: Fast zwei Drittel der Familien wünschen sich, öfter zusammen zu Hause zu essen www.coke.de

http://www.presseportal.de/pm/7974/1387351/coca_cola_gmbh

Sammlung von Bildern zu Mahlzeit-Situation

Hirschfelder Ernährung Publikation - Essplatz der Neandertaler - bis bürgerliche Küche
hier ein Beispiel - Mahlzeiten Idylle Familie 16 Jahrhundert

Nahrungskultur - Essen und Trinken im Wandel; Zeitschrift "Bürger im Staat" 52(4) 2002; 93.S (Landeszentrale für politische Bildung, Baden-Württemberg - Hans-Jürgen Teuteberg Der essende Mensch zwischen Natur und Kultur
Peter Lesniczak Ländliche Kost und städtische Küche
Kirsten Schlegel-Matthies „Liebe geht durch den Magen“ (Mahlzeiten, Tischgemeinschaft)
Brigitte Schmid Küche und ethnische Identität (Migranten)
Ulrike Thoms Essen in der Arbeitswelt (Kantine)
Ulrike Thoms Krankenhauskost
Eno Blankson Ikpe „Essen wie die Zivilisierten“ (Wandel Ernährungsgewohnheiten Westafrika)

Falk, Pasi 1994: Essen und Sprechen. Über die Geschichte der Mahlzeit. In: Schuller, Alexander/ Kleber, Jutta A. (Hg.): Verschlemmte Welt: Essen und Trinken historischanthropologisch. Göttingen, 103-131 (digitales Buch - download link)   (Chart - Dimensionen Situationen / Zeit /  vom Festessen bis hin zum Snack - etwas in Mund schieben) 

Mäkelä - Mahlzeiten-Modell

ZMP-MAFO-Brief Nr.6_2005 - Das Verzehrverhalten der Deutschen zu Haus und außer Haus (VeCoM-Produkt+Markt-Studie) (Brief - sacn, im Archiv) (Studie K 571)
ZMP-MAFO-Brief Nr. 7_2005 - Das Verzehrerhalten der Deutschen nach Regionen - z.B.Kartoffelverzehr/Bundesländer - Mittagsmahlzeit - Uhrzeit (traditionell - 12-13 Uhr; (Brief - scan, im Archiv) (Inhaltsverzeichnis) (Studie K581)