Food to Go - das Essen im Gehen

Essen im Gehen (food to go; coffee to go; soup to go usw.) ist ein Kennzeichen der modernen Zeit;  der Nuller-Jahre (multitasking; rastlos, Zeitdruck-getrieben; Stress-Überforderung) mit einem Rückgang der Ernährungskultur. Im Prozeß der Zivilisation entwickelte sich die Tischkultur. Selbst beim Essen in der Natur wird Eßkultur gepflegt, wie. z.B. das Picknick

Das Essen ist beim "to go eater"  im Wortsinn "Nebensache". Der in Cities allgegenwärtige  "Coffee-to-go" (ähnlich den Plastikwasserflaschen) ist ein eindrückliches Symbol für den Esskulturverlust. Kaffee zählt(e) zu den Genußmitteln; zum Kaffeetrinken nimmt man sich Zeit; es gibt eine Kaffehauskultur z.B. in Wien (Briefmarke) und auch an vielen anderen Orten.
Fürs Essen im Gehen braucht der moderne Mensch neue "Kulturtechniken" , so gibt es den Einhandesser (Verbraucherministerin Künast; Mai 2001 - (Infos)  (LZ-Ausschnitt), der mit der zweiten Hand noch gut die Arbeit ohne Unterbrechung fortführen kann.
(⇒⇒ Nestle Studie 2011 - link - Typen "Mobile Eater" und Heavy Snacker"

Süßwaren mit einer Hand. Lebensmittel-Praxis 28.08.2017

Für Essen im Gehen werden entsprechende Speisen (z.B. finger food) entwickelt (Fertiggerichte, convenience) (Smart Food 2013 - Messe)
Potential für Außer-Haus-Verpflegung - Food & Mobility Konzept-Studie  (GVManager Aug 2017, S.68-69 - scan im Archiv) - Pressemitteilung- www.spin.partners 17.03.2017 + www.np-id.de -
Rollen von Mobilitätsdienstleistern:
- Mobile Health Food - Personalisierte Essenspläne für eine bewusste und gesunde Ernährung unterwegs (Diäten, Unverträglichkeiten, Schwangerschhaft, Kleinkinder, Glaubensrichtungen usw.).
- Automotive Dining Room - Autos werden zum mobilen Wohnraum. mit zunehmenden Fahrassistenzsystemen wird sich Trend verstärken
- Canteen on wheels - für die Versorgung mobiler
- Region-as-a-restaurant - Reisende, die eine ländliche Region durchqueren , können einfach authentische regionale Gerichte genießen (Touristische Regionen, Agrar-Direktvermarkter).
- Ghost Restaurants + Foodcourt 4.0 sind Küchen ohne Gastraum, mit zugehörigen Lieferdiensten. Das Pendant kann der Foodcourt 4.0 sein, ein belieferbarer Essplatz.
- Food subscriptions - Customer Convenience durch ein Food / Snack / Getränke-Abo. Teil eines Mitarbeiter-Bonus-Systems

(historischer Bezug - belegte Brote, Sandwich; Imbiß; Snack); und es werden passende Haushaltsgeräte angebot (der Einmal-Becher, Einweggeschirr; Papierservietten).

Das Essen-to-go ist ernährungsphysiologisch (vom Nährwert) her identisch mit dem Essen am Tisch; die Bewegung verändert nicht das Essen; doch andere Werte werden beeinflusst, z.B. der Genußwert). Nachteile sind darin zu sehen, dass durch die geringe Beachtung des Essens, dem schnellen essen (fast), man nicht spürt, ob man satt ist: Man vergisst die gesunde Ergänzung (bzw das Angebot des "to go" ist zu einseitig; noch zu selten wird der "appel-to-go" angeboten). Das "to go"-Essen verbraucht mehr Ressourcen (Einwegmaterialien; Abfall ökologischer Aspekt); es vermindert die notwendigen Zeiten zur Entspannung ("mach mal Pause") (Stressreduktion) und der Aspekt das die Mahlzeit auch eine sozio-kulturelle Dimension hat, wird vernachlässigt.
Essen im Gehen sollte nur eine Notfall-Mahlzeit sein, und nicht den Ernährungs-Alltag dominieren.

- Trend nach gesundem Snack beginnt gerade erst: Obst und Gemüse to go. aid aktuell 15.02.2017 - BZfE News 31.05.2017

Kampagne gegen Abfallflut durch Coffee-to-go-Becker. Deutsche Umwelthilfe - Pressemeldung 02.09.2015, ref. TAZ 16.11.2014 / Tagesspiegel, 03.09.2015 -
Fast jeder Fünfte hat schon einmal einen Mehrwegbecher genutzt. YouGov-Umfrage 08.06.2017 ⇔ BZfE News 18.07.2017-  Jeden Tag werden in Deutschland unterwegs rund 7,7 Millionen Becher Kaffee getrunken.
Pfand-Becher: Kaffee to go geht auch umwelt­freundlich. Test Jan 2018  ⇒⇒  www.recup.de -

Mehrwegbecher für Kaffee-to-go - Fairkehr Nr.1/2015
(Wegwerfkultur: "320.000 Kaffeebecher landen stündlich im Müll"  Spiegel, 31.08.2015 - Kampagne "Becherheld" der Deutschen Umwelthilfe  - www.duh.dedownload des Hintergrundpapiers)
- 2,8 Mrd Einweg-Kaffeebecher jährlich in Deutschland verbraucht. (Die Zeit 03.09.2017)
- 70 Prozent befürworten ein Verbot von Papp-Kaffeebechern. YouGov-Umfrage 09.12.2016 
Kaffeebecher: Greenwashing to go? Wie umweltfreundlich sind die Pfandsysteme?  Die Zeit 03.09.2017
- Biemann, K.: Coffee to go Becher: Schlechter Ruf, aber gigantische Nachfrage. Was tun?   link bei www.wertpack.de 07.12.2017
- Mißlunge Versuche mit Bambus-Mehrweg-Bechern. "Ökolüge to go" TAZ 04.01.2018; " Wie umweltfreundlich sind Bambusbecher wirklich?" Augsburger Allgemeine 16.11.2017
Mitgebrachte Coffee-2-go-Becher sollten sauber sein: Neue Hygiene-Leitlinie als Merkblatt erschienen. BZfE News 04.04.2018 

Informationen:
Wikipedia - Trinkkultur in Europa
Anbieter von Pickup Meals - wikipedia - diet to go

Auf der Internorga 2013 gibt es Anbieter für "Snacks to go" und "Delivery and Take-away-Geschäfte"

Von der Hand in den Mund - Fingerfood (bei magellanworld) - link

Ernährungsstudie der TK (2013) "Iß was, Deutschland" (download) zeigt besonders viele Jugendliche Essen im Gehen  (Europ News Agency 3.2.13)

Smart Food 2013 ist die 1.Food-to-go-Messe (Fachmesse für Smart Food; Food-to-go, Snack, Party- und Lieferservice.) 10.-11.4.2013 in München - www.easyfairs.com - Infos-Link

Convenience - Fertigerichte - Unterwegs-Essen - Studien finanziert von Lekkerland - Stiftungs Professur - Europ. School Business - (Informationen - 2010) Studie 2008  (Europa) -Rumänien, Niederlande, Deutschland

Food to go  (Essen auf Räder - cartoon) 
Satirischer Text "Menschen, die beim Gehen essen, sollten ihren Kaurhythmus ihrem Gehrhythmus unterordnen, damit die Verdauung folgen kann "  Freie Honnefer & Rhein-onliner 30.6.2009 ((link)

Obstsalat-to-go (fertiger Obstsalat) - Oekotest 03/2016 - (link 26.02.2016 bei www.heilpraxisnet.de ) - viele Proben waren "vergammelt"

 Mulvaney-Day NE, Womack CA, Oddo VM. Eating on the run. A qualitative study of health agency and eating behaviors among fast food employees. Appetite. 2012 Oct;59(2):357-63. doi: 10.1016/j.appet.2012.05.019. Epub 2012 May 22.

Celnik,D. et al.: Time-scarcity, ready-meals, ill-health and the obesity epidemic. Trends in Food Science & Technology Volume 27, Issue 1, September 2012, Pages 4–11