12/17/17

Brei

Brei (von der indogermanischen Wurzel *bher[e] für „quellen, aufwallen, sieden“) ist ein Gericht aus geschrotetem oder gemahlenem, in Flüssigkeit gekochtem Getreide (Grütze, Grieß oder Mehl) oder auch anderen Zutaten von dickflüssiger bis halbfester Konsistenz. Er ist die älteste und einfachste Zubereitung für Getreide und bis heute weltweit die wichtigste.
Spätere Abkömmlinge des Breis sind das Fladenbrot und seit Erfindung des Backofens das aus vergorenem Brei bestehende gesäuerte Brot sowie das Bier.
("verdünnte" Breie - Übergang zu Suppen)
Wann der Brei erfunden wurde, ist ungewiss. Funde aus der Altsteinzeit (von geröstetem Wildgetreide, Mahlsteinen und mörserartigen Steingefäßen) lassen vbermuten, dass das roh ungenießbare Getreide bereits damals zerkleinert und gekocht wurde, was vor Erfindung der Töpferei vermutlich in Tiermägen, Lederbeuteln, Körben oder Lehmgruben mit erhitzten Steinen geschah. Mit Sicherheit bekannt war die Zubereitung von Brei in der Jungsteinzeit zu Beginn des Ackerbaus vor mindestens 10.000 Jahren.
In Europa war Brei bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Hauptnahrungsmittel eines Großteils der Bevölkerung – all derer, die nicht über einen Backofen, genügend Brennmaterial und Zugang zu einer Getreidemühle verfügten, den Voraussetzungen zur Herstellung des aufwendigeren Brots. Abgelöst wurde er dann weitgehend durch die Kartoffel und auch durch Brot.
(Geschichte des Frühstücks in Deutschland: bis zum 19.Jahr. Breie; danach Brot+Brötchen; jetzt auch wieder Breie - wie Müsli).
Heute noch verbreitet sind Breie wie das englische Porridge, die italienische Polenta und verschiedene, meist süße Zubereitungen wie Grießbrei als Dessert oder Kinder- und Krankennahrung.
Bei traditionell lebenden Bevölkerungsgruppen, besonders in Afrika sind Breie heute noch Hauptspeisen (Fufu, Nshima, Ugali u.a.).


Einteilung von verschiedenen Breisorten, geordnet nach Grundstoff:
Getreidebrei - Weizenbrei  -  Grießbrei
Weizenflocken für Müsli
- Maisbrei -  Mămăligă - Polenta - Ugali -
- Haferbrei/Hafergrütze - Müsli - Havregrøt -  Oat -  Porridge/Oatmeal
Reisbrei -  Risotto - Gemüsebrei - grüne Smoothies
Fufu - Kichererbsenbrei - Hummus
Obstbrei - Apfelbrei -  Bananenbrei
- Smoothies -

Informationen:
- wikipedia -

Heseker, H.: Die Verbreiung der Welt . Ern Umschau Jan 2017, S.M56
(Tendenz zu Smoothies; Quetschies)

Becker, S. u.a.: Porridge im Test: "Sehr gut" in den Tag starten – mit elf Produkten. Öko-Test März 2026 ⇔ Instant-Mischung mit Früchten - Öko-Test: Mit Bio-Porridges auf «sehr guter» Seite.  dpa-Meldung am 26.02.2026 z.B. in Darmstädter EchoNeue Westfälische

Burger, K.: Jugendwahn: Babybrei auch für Vati - Warum immer mehr Produkte für Kinder auch von Erwachsenen konsumiert werden.   Zeit  27.08.2009 (durch Geburtenrückgang - wird Zielgruppe kleiner - "Ziel dieser Vermarktungspraxis ist die Erweiterung der Zielgruppe." Nach dem Motto: Was man als Kind mochte (Nutella, Milchschnitte, Gummibärchen), mag man als Erwachsener oft auch noch. Beim Konsum von Babyprodukten steht oft sogar die Gesundheit im Vordergrund. Schließlich ist Babybrei bekömmlich, kalorienarm und nach Wunsch sogar bio.)

"Pulsierenden Afrobeat gibt es in „Same Fufu“, ein Loblied auf die verbindende Kraft des Essens, das sich als Gleichnis auf die Musik verstehen lässt. Denn bei beiden Kulturtechniken geht es nicht um eine vermeintliche Homogenität, sondern um ein ständiges Mischen von Zutaten, seien es Kräuter und Gewürze oder Klänge und Rhythmen: Hauptsache, es schmeckt – oder klingt gut! " (aus Beckstette, S.: Afrikanisches Jazzalbum über New Orleans. Vom Mischen der Zutaten - Der senegalesische Musiker Alune WadeTAZ 20.05.2025)  (YouTube