Verbraucher in besonderen Lebenslagen
Eine Reihe von Verbrauchern bzw. Haushalten lebt in besonderen Lebenslagen, z.B. dadurch, dass sie fremd, anders sind als die Mehrheit in Deutschland, bzw. sich durch ihre besondere Lebenslage fremd im gesellschaftlichen „Mainstream“ fühlen.
„Völkerwanderungen“ gab es schon immer in der Historie der Menschheit, doch heute ist die Wanderung von Menschen, Gütern und Informationen gängig – das Schlagwort „Globalisierung“ kennzeichnet dies. Daraus ergeben sich Vor- und Nachteile: Fremdes wirkt auf Vertrautes ein, bereichert und stört. Jede Wanderung (jede Migration) löst Auswahl- und Anpas-sungsprozesse aus (Keller 2000).
http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerwanderung
(Link zu Migrationsforschung)
Neues zu Migration in Deutschland (Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung - www.bpb.de - 20.01.2011) -
Migrationsbericht 2009 der Bundesregierung Deutschland
Zahl der Ausländer in Deutschland (2010): 6,75 Mill.; leichter Anstieg; #1 Türken (Anteil 24%); #2 Italien (8%); #3 Polen (6%) (Stat.Bundesamt 31.03.2011)
Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) (www.svr-migration.de; (infos) Deutschland eher ein Auswanderland / Graphik - Stat.Bundesamt 2009) (Zeit 12.10.2010) (TAZ 14_04_11) (Spiegel 15.10.2010 - FaktencheckMigration)
Literatur - Übersicht 71 - Ernährungs/Gesundheitsstudien an Migranten-Gruppen
Deutschland hat 82 Millionen Einwohner, darunter sind 7,3 Millionen Ausländer (Statistisches Bundesamt et al. 2000). Die größte Gruppe davon sind Türken mit über 2 Millionen (Keller 2000). (zunehmend mehr Senioren unter den Migranten - Bericht)
Es gibt „Ausländer“, die nicht als solche erscheinen, denn sie sind uns nicht fremd, z.B. die Österreicher oder Schweizer. Je unterschiedlicher ihre Lebensart (im Vergleich zu der ihrer Umgebung) ist, desto eher werden sie auch eine andere Lebensmittelnachfrage haben und damit zu einem speziellen Markt.
Die Vielzahl der verschiedenen ausländischen Kulturen bereichern das Angebot an Lebensmitteln in unserem Land. Das betrifft den Lebensmitteleinzelhandel, den Wochenmarkt, die Gaststätten und Imbissbuden. Vieles Exotische ist heute attraktiv, die Tex-Mex-Welle und das Asian Food (hier besonders Japan) sind „in“. Die Unterscheidung wird hier als Attraktion empfunden.
Der Aufenthalt von Ausländern in Deutschland hat unterschiedliche Beweggründe und Ziele. Viele wurden zur Arbeit angeworben (wie früher beispielsweise die Gastarbeiter aus Italien und heute erhalten IT-Experten aus Asien „greencards“). Für den Unterhaltungsbereich sind Ausländer attraktiv (es gibt einige Sportarten, bei denen Ausländer sehr schnell eingebürgert werden). In anderen Tätigkeitsfeldern, vor allem den eher unangenehmen Dienstleistungen wie Reinigung, Gastgewerbe, usw., gibt es nicht genug Deutsche, die dies für geringen Lohn leisten wollen. Für viele Ausländer sind unsere „niedrigen“ Löhne sehr attraktiv und sie kom-men, um Geld zu verdienen. Teils nur für kurze Zeit (Saisonarbeiter), andere wollen bleiben. Wieder andere müssen ihre Heimat verlassen, weil sie bedingt durch Natur- und „Menschheitskatastrophen" (Krieg, politische Verfolgung, rassistische Verfolgung) ihre Heimat verlas-sen müssen. 95.000 Personen suchten 1999 um Asyl nach, rund 3 % der Anträge wurden genehmigt.
Die per Gesetz Deutschen sind nicht alle „heimisch“, sondern können auch als Fremde hier leben. So sind gegenwärtig Spätaussiedler (z.B. aus Osteuropa) fremd in Deutschland. Andere Personenkreise, die häufig diskriminiert werden, bzw. die sich fremd fühlen können, sind auch die Fremdaussehenden (z.B. dunkelhäutige) und die Anderslebenden (Sekten, Roma und Sinti, Homosexuelle, s. auch folgendes Kapitel 1.3.4.7).
(Sachverständigen Rat Migration - www.svr-migration.de ) (Jahresgutachen 2011) (Migrationsbarometer 2011)
Zweiter Integrationsindikatorenbericht der Bundesregierung (download); Dez 2011.
Schließlich gibt es noch Personengruppen, die durch nichtauffällige „Minder“-Funktionen in besonderen Lebenslagen sind. So gibt es in Deutschland ca. 4 Millionen Analphabeten, aber auch Legastheniker, Farbenblinde und Schwerhörige haben besondere Probleme, den Alltag zu bewältigen. Das betrifft auch das Essen.
Diese Gruppen von Verbrauchern überlappen sich wieder untereinander und differenzieren sich in anderen Dimensionen. So leben auch die chronisch gesundheitlich Beeinträchtigten (Kap. 1.3.4.3) und die Menschen, die in Anstaltshaushalten untergebracht sind (Kap. 1.3.3.2.3), in besonderen Lebenslagen.
www.ethno-medizinisches-zentrum.de
Dissertation Stuttgart - Gesundheit Migranten (2001)
Sinus-Milieu-Studien zu Migranten-Typen (Download) (CHARTS)
Informationen bei www.bpb.de - zu Migration
Stadt Stuttgart - www.migrationsgeschichte.de
Geschichte der Völkerwanderungen / Vertreibungen - nach Kriegen / Deutschland - integrierte viele Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten (Böhmen und Mähren; Ostpreussen; Pommern, Schlesien) (Landsmannschaften; Vertriebenenverbände)
Geschichte der Zuwanderungen nach Deutschland - z.B. Industrialisierung des Ruhrgebietes; Gastarbeiter aus Italien, usw.
Spiegel-Report über sozial benachteiligte Gruppen in der Bundesrepublik (II): Gastarbeiter; Spiegel 43_1970
(Susanne Lachenicht: Hugenotten in Europa und Nordamerika. Migration und Integration in der Frühen Neuzeit. www.campus.de - 2010)
"alter Spiegel-Artikel" (Geschichte – z.B. Hugenotten) –http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514780.html
Migranten und Ernährung - Experten (siehe auch AGEV-Workshop dazu)
Nicole Darmon - http://nicole.darmon.free.fr /
"An overview of the health status of migrants in France, in relation to their dietary practices" Public Health Nutrition 4(2) 163-172 (2001) (Download)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?cmd=Retrieve&db=PubMed&dopt=Citation&list_uids=11299088
Großbritannien (United Kingdom 2001)
(Songpoet Gianmaria Testa weist darauf hinm dassviele Italiener im Ausland leben – Auswanderung seit 1870 – ca 50 Millionen)
Wieviel Deutsche gingen ins Ausland / wieviele Österreicher usw ?)
Auswanderer-Museum in Bremerhaven (website)
(Wikipedia - Auswanderung - engl. emigration )
Weltflüchtlingsstatistik 2008: 42 Millionen Menschen auf der Flucht
http://www.unhcr.org/4a37c9076.html
Gibt zu jedem Land auf der www.unhcr.org - Website - einen "Country Report"
20. Juni - Weltflüchtlingstag
Britisches Foresight Program - "help government to think systematically about the future" - - International Dimenstions of Climate Change
-- Global Environmental Migration -
Verschiedene Kulturen - Menschen verschiedener Herkunft - werden mit charakteristischen Eigenschaften verknüpft; (Geschichte - Beschreibung - fremde Völker - Bild - Völkertafel); verschiedene Völker charakterisiert mit Lebensmittel (z.B. Deutschland - the Krauts; Kartoffelesser usw)
Nahrungskultur - Essen und Trinken im Wandel; Zeitschrift "Bürger im Staat" 52(4) 2002; 93.S (Landeszentrale für politische Bildung, Baden-Württemberg - Hans-Jürgen Teuteberg Der essende Mensch zwischen Natur und Kultur
Brigitte Schmid Küche und ethnische Identität (Migranten)
Eno Blankson Ikpe „Essen wie die Zivilisierten“ (Wandel Ernährungsgewohnheiten Westafrika)
American Indian or Alaska Native Population (NHSReport No 20; 9.3.2010)
Andere Seite - die Auswanderer (Deutsche im Ausland; Österreicher im Ausland..) (für immer, langfristig, oder nur "saisonal" - z.B. Renter auf Mallorca - Spiegel 10_1988) (Spiegel-Serie+Titel 39_1982 - "Auswandern: Ein deutscher Traum; Teil Zwei; Teil Drei)
Auswanderungen - Migrationen Deutsche im Ausland - historisch - "deutsche Wurzeln"
Großbongardt Klußmann Pötzl (Hg) Die Deutschen im Osten Europas - bei www.bpb.de - Schriftenreihe (Bd. 1160) - Bonn, 2011 (ca 900 Jahre zurück - Beginn der Wanderung von Deutschen gen Osten)
Dirk Hoerder:"Geschichte der deutschen Migration" (vom Mittelalter bis heute), CH Beck, München 2010. (Leseprobe) (Hoerder - Inst.f. Geschichtswissenschaften; Uni Bremen - Verabschiedung 2008)
Migration und Integration: Kulturelle Vielfalt in hauswirtschaftlichen Handlungsfeldern. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft; 15.+16.09.2011 (Bonn) (link)
Maren Möhring "Ausländische Gastronomie. Migrantische Unternehmensgründungen, neue Konsumorte und die Internationalisierung der Ernährung in der Bundesrepublik Deutschland". Habilitation; Oldenbourg-Verlag 2012 (Website Maren Möhrung - Historisches Seminar Köln) (Projekt-Website) (dazu Bericht "Die türkische Gastronomie in der Bundesrepublik. Eine Migrations- und Konsumgeschichte" bei Böll-Stiftung)