Es gibt keine gleichmäßige Verteilung in Gesellschaften - es gibt Wohlhabende und Habenichtse.
Ökonomisches Maß - GINI-Koeffizient der Einkommensverteilung; ist ein Maß der relativen Konzentration beziehungsweise Ungleichheit und kann einen Wert zwischen Null und Eins annehmen. Im Falle der Gleichverteilung ergibt sich für den Gini-Koeffizienten ein Wert von Null und im Falle der Konzentration des gesamten Einkommens auf nur eine Person ein Wert von 1.
(OLT 134 - Übersicht 69 - Literatur - Ernährung und soziale Merkmale)-
(OLT 134 - Übersicht 68 - Literatur - Gesundheit und soziales Netz)
(Informationen - Vorlesung) (neuester Armuts- und Reichstumsbericht - 19 Mai 2008 - Kurzfassung)
(Statistisches Bundesamt - Soziale Mindestsicherung 2007)
(link zu Armutsgefährdung)
(Armutsgefährdung in Deutschland/EU - Info Mai 2010)
Armutsatlas - Paritätischer Wohlfahrtsverband (link)
- (viele Meldungen dazu - 18.+19.5.09, z.B "Die Zeit"
(Text aus 2000): Die Nachfrage nach Lebensmitteln ist immer noch stark vom Einkommen abhängig, doch in einer anderen Weise als früher. In traditionellen Gesellschaften wird und wurde eine enge Beziehung beobachtet, die zum Engel´schen Gesetz führte. Danach wird mit steigendem Ein-kommen zwar absolut mehr für Lebensmittel ausgegeben, doch relativ gesehen weniger. Die Preis- und Einkommenselastizitäten sind deutlich, besonders bei „Luxus-Lebensmitteln" und weniger bei Grundnahrungsmitteln. Diese Beziehungen sind heute nur noch schwach, da der Anteil an den Ausgaben für Lebensmittel für die meisten Personengruppen deutlich unter 20 % liegt. Vor 25 Jahren waren es ca. 30 %. Selbst bei der niedrigsten Einkommensgruppe sind es derzeit nur 21 % (Statistisches Bundesamt 2000c).
Jeder Haushalt gibt statistisch 706 DM/Monat fürs Essen aus. Oder anders ausgedrückt 17,8 % (dies entspricht 125 Milliarden DM) des gesamten privaten Verbrauchs (706 Milliarden DM) werden fürs Essen ausgegeben.
Die absatzfördernde Wirkung von kleinen Preisen bzw. Sonderangeboten zeigt, und dies ist auch ein Mittel im gegenwärtigen Preiskampf im Lebensmittelhandel, dass ökonomische Faktoren für Lebensmittelnachfrage bedeutend bleiben. Sie werden allerdings in weit stärkerem Maße als früher durch weitere Einflussfaktoren (wie Gesundheit, Geschmack, etc.) moduliert. Die klassischen ökonometrischen Nachfragemodelle sind schon lange ergänzt durch solche, die psychosoziale Bestimmungsfaktoren mit aufnehmen (Ernährungsverhalten)
Die ökonomischen Dimensionen der Lebensmittelnachfrage werden durch folgende Indikatorenbereiche beschrieben:
- monetäres Einkommen: Einkommensgruppierungen;
- soziale Schichten (SES): Grund-, Mittel-, Oberschicht-Haushalte; (Mittelschicht)
- Lebensstandard: Ausstattung und Besitz der Haushalte;
- Zahl der Personen mit Einkünften: Doppelverdiener.
Bei der Betrachtung der Ausgaben für Lebensmittel sollte jedoch berücksichtigt werden, dass der Einsatz der Lebensmittelkosten nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten für Ernährung ist (Kap. 4.2). Denn zur Beschaffung, Lagerung, Zubereitung und Nachbereitung des Essens, sowie dem Essen selbst, benötigt man:
- Zeit (Arbeitslohn eines Haushaltsmitglieds)
- Räume (Vorratsraum, Keller, Küche, Essplatz)
- Einrichtungen (Küchenausstattung, Ess-Möbel, Großgeräte)
- Gerätschaften (Geschirr, Besteck, Kleingeräte, etc.)
- Informationsmaterial (Kochbücher, Zeitschriften, usw.)
- Dekorationsmaterial (Tischschmuck, etc.)
Gerade durch diese „Nebenkosten“ zeigen sich die „feinen“ Unterschiede der verschiedenen Verbraucher. Dabei wirken höher gestellte ökonomische Gruppen häufig als Initiatoren und Trendsetter für neue Nachfragewellen.
Waren früher (in Deutschland noch zu Zeiten des Wirtschaftswunders in den 50ziger Jahren) die Herrschenden mächtige Gestalten (z.B. Wirtschaftsminister Ludwig Erhard), so sind sie heute eher von schmächtiger Gestalt (Cartoon). Im Zeichen der allgemeinen Demokratisierung der Gesellschaft hat sich auch der Zugang zu Nahrung „demokratisiert“. Die Lebensmittelmengen und –preise sind so, dass die Mehrheit im Überfluss lebt, und unsere Zivilisationskrankheiten sind auch Überflusserscheinungen (BML 2000). Die oberen Schichten zeigen einen deutlichen Trend zu gesünderem Ernährungsverhalten, wie ein geringerer Anteil an Übergewichtigen, ein erhöhter Verzehr an Obst, und ähnliches in dieser Gruppe zeigt (National Public Health Institute 2000). (OLT 189)
Dieses positive Bild hat Flecken, denn z.B. nehmen, bedingt durch den gefühlten Druck bestimmte Erfordernisse erfüllen zu müssen (schlank, jugendlich, fit) (Body-Image), Verhaltensstörungen zu (Ess-Störungen wie Anorexia nervosa, Bulimia nervosa) (Kap. 3.3.1.4). Andererseits gibt es nicht nur Gewinner in der Gesellschaft. Der Trend zum Ausgleich zwischen den gesellschaftlichen Schichten hat sich seit einigen Jahren umgekehrt und die Schere zwischen reich und arm nimmt wieder zu. So verdienen Personen mit niedrigem Einkommen verstärkt Beachtung. Zu den Armen in Deutschland zählen viele Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, und unter den alleinstehenden älteren Frauen sowie Familien mit mehreren Kindern sind sie zu finden. Es gibt keine einheitlichen Klassifizierungen (eine gängige ist, alle die <50 % des Durchschnittseinkommens haben werden als arm bezeichnet). Dabei handelt es sich nicht um einige Wenige, denn es gibt 4 Millionen Arbeitslose, 2,6 Millionen Sozialhilfeempfänger und 900.000 Obdachlose in Deutschland (Bordieu 1989, Barlösius et al. 1995, Feichtinger 1995, Mascher 2000).
Poverty and Food in Welfare Societies. B.M. Köhler, E. Feichtinger, E. Dowler, E. Barlösius (Hg.), 1996 Publikationen in der Schriftenreihe des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, edition sigma, Reiner Bohn Verlag, Berlin (Dokumentation zur 18. AGEV-Jahrestagung, Freising, 1995
Projekt - "CHANCE" - Gesunde Ernährungsmöglichkeiten für Armutsgefährdete (www.chancefood.eu ) (EUFIC Feb 2012)
weitere (vermischte) Informationen zum Thema
Armut in Deutschland (Meldung om 3.11.11 - Stat.Bundedsamt)
Armut in Europa (OECD) (Infos) --- Statistisches Bundesamt - Bericht
erster Armuts-Reichtumsbericht 2001 (Download) - Materialband dazu
Zweiter Armuts-Reichtumsbericht (Anlagen) - Zweiter- Bericht
Neues Wort für Arme - Prekariat - (Infos)
Soziale Mindestsicherung 2006- Publikation Stat Bundesamt
Hartz IV-Empfänger - ausreichende Ernährung (Warenkorb-Analyse) Infos
(siehe auch Arme-Leute-Speisen)
Infos Armutskonferenz - www.nationale-armutskonferenz.de
- AGEV 2008 Tagung (Infos) - www.agev.net - 30.Tagung
Armutsprävention - DGH - Piorkowski Bericht 2000)
Neues zu Tafeln in Deutschland (Infos + Karte)
Armut und Ökologie (INFO - WZB)
UNICEF - Kinderarmut (INFOs) (Presse-UNICEF-Infos)
Kinderarmut (PuZ-Heft)
Armut und Gesundheit / RKI / Armut und Gesundheit - Kinder - Bundesgesundheitsblatt
Lehmkühler - Armuts-HaushalteDissertation Giessen
Soziale Situation in Deutschland (Informationen bei www.bpb.de )
Die Armutsgefährdungsquote ist in Deutschland in den Bundesländern unterschiedlich (18.5.09 - Stat.Bundesamt)
Armutsgefährdung - neue Informationen zu Deutschland und Europa (Mai 2010); Publikation - "Leben in Europa (EU-SILC) - 2005+2006" (Stat. Bundesamt 2008) (Sozialhilfe-Empfänger Infos OLT 10_2010)
sozialer Gradient - Wohlhabende (Oberschichten) leben länger - Lebenserwartung von Ruheständlern differiert je nach wirtschaftlicher Lage um bis zu fünf Jahre (WSI der Hans-Böckler-Stiftung - Publikation)
Dick, doof und arm (Schorb-Buch)
Rezessions-Übergewicht - USA - Studien - Armut macht dick US-Experten: Die Krise macht Kinder fettleibig
Christine Muff - Soziale Ungleichheiten im Ernährungsverhalten:... Lit Verlag ISBN: 0003643800304; 2009 - Google Buch (Inhaltsverzeichnis)
Müssen Arme früher sterben? - Soziale Ungleichheit und Gesundheit (link - google book)
Mielck, A., Bloomfield, Kim (Hr):Sozial-Epidemiologie; Juventa, Gesundheitsforschung – Google Buch
Kongressreihe - Armut und Gesundheit - http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/ --- http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/bot_Seite6287.html - - www.gesundheitberlin.de
SACN, UK (Scientific Advisory Committee on Nutrition: Position paper on the Low Income Diet and Nutrition Survey - May 2009; link / download) (2007 Survey - Zusammenfassung)
Bilder der Armut (UNICEF Bild des Jahres)
http://www.equalitytrust.org.uk/ Informationen zur Ungleichheit und den Folgen für Gesellschaft, Gesundheit usw - Info-Sammlung / Charts-Vortrag / Publikation / Chart Infant Mortality / Obesity /
WHO - Social Determinants of Health (Publikation) (Lancet) /Armut / soziale Ungleichheit (Model)
Europa - Health Data (Publikation WHO 2009) - (Trends and Analyses) - Social determinants (SES); disparity; Lebenserwartung; subjektives Befinden; CHD - Herz; Krebs; Diabetes; Lunge; Leber; psychische Erkrankungen (mental health); Prävention; Rauchen; Alkohol, Drogen; Übergewicht
Armutsgefährdung in den deutschen Bundesländern ist weiter unterschiedlich - Pressemitteilung 22.09.11 - Stat.Bundesamt
Schwerpunktsthema - Ungleichheit - WZB-Mitteilungen Nr.134 (Dez 2011)
Armut, Einkommen und sozialer Schutz (in Europa) - Informationen im Internet bei www.bpb.de
Zeithistorisch im Spiegel gab es ab Spiegel 40_1970 eine Serie zu "Sozial Benachteiligten" (nicht hintereinander; )
(I) Obdachlose -
(II), (III); (IV);
(V) – Behinderte - Spiegel Nr.13_1971 -
(VI) – Geistig Behinderte
Daraus entstand das Buch: Unterprivilegiert. Eine Studie über sozial benachteiligte Gruppen in der Bundesrepublik
Deutschland. Herausgegeben von der Spiegel-Redaktion. Mit einem Literaturverzeichnissen. - (=Kritische Texte Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Soziale Probleme. Herausgegeben von Hanns Eyferth, Paul Hirschauer, Joachim Matthes, Wolfgang Nahrstedt, Hans-Uwe Otto, Hans Thirsch). Erstausgabe. Neuwied, Darmstadt: Luchterhand Verlag, 1973. ISBN: 3472580135 (EAN: 9783472580133 / 978-3472580133) Stichworte - Sozial Benachteiligte, Schwache, Prekariat, Unterschicht, , Gastarbeiter, Obdachloser, Behinderte, Geisteskrankheit, Geisteskranke, Frauenarbeit, Lehrlinge, Vorbestrafte, Jugendkriminalität,
Leseprobe - transcript Verlag - Report über sozial benachteiligte Gruppen in der Bundesrepublik www.transcript-verlag.de/ts1267/ts1267_1.pdf
Armut – Prespektiven in Gesellschaft und Kunst – www.armut-ausstellung.de - Stadtmuseum Simeonstift und Rheinisches Landesmuseum Trier Sonderausstellung 10.04. – 31.07.2011 (Begleitbroschüre) (Art-Report)
WZB-Mitteilung - Nr.128 - Arm an Bildung, Lebenschancen, Teilhabe Ausgegrenzt
Website - www.gerechte-gesundheit.de
Armutsrisiko-Bericht des DIW www.diw.de (SOEP-Daten)
(Atypische Arbeitszeiten - Gewerbebereiche - Armutsrisiko - Chart Aug 2009 - Stat.Bundesat)
Der Beginn der Verhandlung (20.10.09) über die Hartz IV-Regelsatz für Kinder (z.B. reichen knapp 3€ am Tag für´s Essen) vor dem Bundesverfassungsgericht (link) fand eine angemessene Würdigung in den Medien (s. Infos) - Regelsatz für den Nahrungsbedarf on Hartz-IV-Empfängern - etwas mehr als 3€ pro Tag ( Charts bei www.leben-mit-hartz-iv.de ) (Charts - Diakonie) (Tabelle - Die Linken)
Kochbuch für Hartz-Iv_Empfänger -(Die Welt 20-11-08)
Soziale Indikatoren (Society at a glance) - Neueste Publikation April 2011 - (website) - Download Report) (deutsch)
(erscheint alle zwei Jahre; Archiv - 2009; 2007 usw)
(Pressemeldung - Standard, Wien 12.4.2011)
Zeitverwendung; bezahlte + unbezahlte Arbeit; Hausarbeit; Kochen, Kindererziehung; Haushaltseinkommen; Arbeitsloisgkeit, soziale Gerechtigkeit - arm/reich; Sozialhilfe
Gesundheitskosten: Lebenserwartung; Säuglingssterblichkeit; Geburtenrate; Senioren-Betreuung
Bildungausgaben; Bildung, Vertrauen; soziale Kohärenz; Toleranz, Gewalt
Umwelt - Luft, Wasser