Schulkinder

Der Prozess des Erwachsenwerdens gehört in unser Gesellschaft die Schulpflicht - jeder Mensch wird zeitweise zum Schulkind. Die Bildungsaufgaben der Eltern (Familie; Mikroebene, primäre Sozialisation) wird durch ausgebildete Pädagogen ergänzt und fortgeführt (Bildungsziele, Bildungspläne). (Professionalisierung, Outsourcen von Aufgaben eines Haushaltes) (Setting (Gemeindeebene) - Schule)

Die Einschulung ist ein wichtiger Lebensabschnitt in der Kindheit. Der Besuch der Schule ist Pflicht. (Grundtexte zu Schulkinder sind bei VL Wien 09; OLT 218 Kap.13413; Ernährung 14413; Gesundheit 3313)  (Brauch - seit 19.Jahrhundert - in Deutschland - Schul-(Zucker)Tüte - Infos)

Dabei wird nicht nur das biographische Alter berücksichtigt (Einschulungstermin), sondern auch die Entwicklung des Kindes wird (schulamtsärztlich) überprüft. Dazu gehört auch die körperliche Entwicklung (Körpergewicht und -höhe), aus der sich der Ernährungszustand ableiten lässt (Hamill et al. 1979, Brandt 1979a, 1979b, 1980). (Schulreife wird in Baden-Württemberg bereits im Kindergarten ermittelt (Vorsorgeganken) (Test-Manual) (siehe auch Familien-Handbuch)  http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_1374.html

In den ersten vier Schuljahren sind in allen deutschen Bundesländern alle Kinder noch auf dem selben Bildungsweg, erst danach differenziert sich der Bildungsgang. Ab dem 10. Lebensjahr beginnt in der Regel (zumindest bei Mädchen) die Pubertät. Danach differenziert sich die Physiologie nach dem Geschlecht, und damit auch die entsprechende Auftrennung der Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr in weiblich und männlich (vgl. DGE et al. 2000).

Wie bei Kleinkindern angemerkt, so gilt auch hier und in allen anderen folgenden Alters-gruppen, dass sich die möglichen Differenzierungen mit zunehmendem Alter steigern.

Kennzeichen des Schulkindlebensabschnittes ist, dass diese kleinen Verbraucher nun lesen und schreiben können. Sie haben immer mehr Möglichkeiten, sich selbst am Nahrungs¬angebot zu orientieren und zu handeln. Selbstständige Kaufentscheidungen werden getätigt, Taschengeld ist eine feste, mit dem Alter zunehmende, Größe. Schulkinder sind ein eigenes Marktsegment, und es gibt eine Reihe von Studien, die diese Zielgruppe zum Gegenstand haben, wobei sie nicht immer von der Gruppe der Jugendlichen (Kap. 1.3.4.1.3) zu trennen ist (Deutsche Shell 2000).

Die demographische Entwicklung führt dazu, dass auch die Zahl der Schulkinder in den nächsten Jahren abnehmen wird, d.h. die entsprechende Nachfrage nach (Kinder-) Lebens-mitteln wird mengenmäßig nachlassen (Statistisches Bundesamt 2000a).

Neue Daten-  Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS)_Ergebnisse  - Informationen im Internet

http://www.rki.de/cln_100/nn_197060/DE/Content/GBE/Erhebungen/Gesundheitsurveys/Kiggs/Basiserhebung/Basiserhebung__node.html?__nnn=true

DOWNLOADS

Lebensphasenspezifische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland  (RKI)-  Lebensphasen

So ernähren sich Kinder und Jugendliche in Deutschland. Spiegel 25.07.2019 -

Umwelt und Kindergesundheit (flugs-Bericht)

Roser, M.: Child mortality: achieving the global goal for 2030 would be a huge achievement – but we are currently far away. link bei www.ourworldindata.org 23.04.2019

Spinelli, A. et al.: Prevalence of Severe Obesity among Primary School Children in 21 European Countries.  Obes Facts 2019;12:244–258 doi.org/10.1159/000500436 (ref. Food Navigator 02.05.2019)

Juonala, M. et al.: Early clinical markers of overweight/obesity onset and resolution by adolescence. Int J Obesity DOI: 10.1038/s41366-019-0457-2- (07.10.2019) ⇔ ScienceDaily 16.10.2019  (höhere BMI in Kindheit; höhere BMI der Mutter, niedriger Bildungsstatus)

Morbiditätsdaten - Grundschüler (CHART)  / Stress-Symptome

Ausgewählte Laborparameter       Labordaten

Migranten-Kinder

Gesundheitpolitische Konsequenzen

Behinderte Kinder (funktionelle Beeinträchtigungen; sensorische Störungen - hören; sehen, Mobilitätsstörung - Gehbehinderungen; geistige Einschränkungen - Erinnerungsstörungen, Downs Syndrom; Autismus; ADHD; emotionale Störungen) - Statistik für USA (LIteratur; Methoden)

Kinderarmut in Deutschland und in der Welt - UNICEF - z.B. Report 2016 (download)
(Spiegel 14.04.2016)  - Kinderarmut in Deutschland (UNICEF 2008)

Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung (Band 23) Andreas Storm (Herausgeber, DAK): Kinder- und Jugendreport 2018. link bei www.dak.de -  (ref."Neuer Gesundheitsreport - Wenn schon Kinder leiden. Stuttg Ztg 26.03.2019 + Leipziger Internet-Zeitung 15.03.2019

(Notizen - hier neue Informationen zur Ernährung von kleinen Schulkindern - 6-10 Jahre - vor der Pubertät; Schulkinder - Pubertätszeit)

Ernährungsverhaltens  - Studie in Bayern /

Trinkverhalten (Paderborn-Studie)


Übergewicht bei Kindern The aetiology of childhood obesity: a review -  Nutr Res Rve
gefühltes und echtes Übergewicht - KIGGS - Daten - Kurth ua. Dt.Ärzteblatt 2008
- Regelmäßiger Tagesablauf - Schlafzeiten, Mahlzeiten - günstig für gute körperliche Entwicklung, bzw. unregelmäßig - höhere BMI-Werte - Kelly, Y. et al.:   BMI Development and Early Adolescent Psychosocial Well-Being: UK Millennium Cohort StudyPediatrics Nov. 2016  ⇔  (aid aktuell 30.11.2016)

 Garrido-Miguel, M. et al.: Prevalence and Trends of Overweight and Obesity in European Children From 1999 to 2016A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Pediat. doi:10.1001/jamapediatrics.2019.2430 (05.08.2019) ⇔ link bei www.eurekalert.org 08.2019

Hadjiyannakis, S. et al.:  Obesity class versus the Edmonton Obesity Staging System for Pediatrics to define health risk in childhood obesity: results from the CANPWR cross-sectional study. Lancet Child & Adolescent Health doi.org/10.1016/S2352-4642(19)30056-2 (02.04.2019) ⇔ link bei www.eurekalert.org 02.04.2019

NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC): Worldwide trends in body-mass index, underweight, overweight, and obesity from 1975 to 2016: a pooled analysis of 2416 population-based measurement studies in 128,9 million children, adolescents, and adults. Lancet dx.doi.org/10.1016/ S0140-6736(17)32129-3 (10.10.2017) - Data Visualisation link bei www.ncdrisc.org - ref. Spiegel   11.10.2017 - NZZ 11.10.2017 - link bei www.scinexx.de  11.10.2017 - idw-Presse-Mitteilung 12.10.2017

Rippin, H.L. et al.: Child and adolescent nutrient intakes from current national dietary surveys of European populations. Nutr Res Reviews doi.org/10.1017/S0954422418000161 (2018) ⇔ link bei www.eurekalert.org 31.10.2018

EU Actionplan on Childhood Obesity 2014-2020 (24.02.2014)  - (download)
u.a. EU-Projekt "Joint Action on Nutrition and Physical Activity – JANPA " - www.janpa.eu  mit Beteiligung der DGE (link)

Mead, E. et al.: Diet, physical activity and behavioural interventions for the treatment of overweight or obese children from the age of 6 to 11 years. Cochrance Library DOI: 10.1002/14651858.CD012651(22.06.2017) - Al-Khudairy, L. et al.:  Diet, physical activity and behavioural interventions for the treatment of overweight or obese adolescents aged 12 to 17 years  Cochrane Library DOI: 10.1002/14651858.CD012691 ⇔ ScienceDaily 22.06.2017 - link bei www.eurekalert.org 22.06.2017

- Laktosefrei, zuckerfrei oder vegan. Wie Kinder mit Diäten gestresst werden. Stuttg.Ztg. 18.02.2017

Referenzwerte für Kinder - Sonderheft - Obesity determinants and reference standards for health parameters in pre-adolescent European children: Results from the IDEFICS study. Int J Obes; Vol 38 (Issue S2), September 2014.  (idw-Meldung 23.09.2014)

Laura C. Senese, Nisha D. Almeida, Anne Kittler Fath, Brendan T. Smith, Eric B. Loucks: Associations Between Childhood Socioeconomic Position and Adulthood Obesity Epidemiol Rev. 2009; 31: 21–51. Published online 2009 July 31. doi: 10.1093/epirev/mxp006 

Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) (website)- (WHO Studie in 39 Ländern bzw. Regionen) - Pressemeldung - Mai 2012 - Collaborating Center in Deutschland (website) - Uni Bielefeld (Pressemeldung). Deutsche Jugendliche finden sich zu dick. (Internationaler Bericht - Pressemitteilung / download)
HBSC-Österreich (Website - beim Gesundheitsminsiterium) (Download)
(Pressekonferenz 22.2.2012 - Charts)

GBD 2017 Child and Adolescent Health Collaborators: Diseases, Injuries, and Risk Factors in Child and Adolescent Health, 1990 to 2017- Findings From the Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors 2017 Study.  JAMA Pediatr doi:10.1001/jamapediatrics.2019.0337  (29.04.2019)  ⇔ link bei www.eurekalert.org 29.04.2019

Empfehlungen zur Kinderernährung (von Säuglingen bis Jugendliche) (SGE, 2007 - Schweiz)

Gesund aufwachsen: Lebenskompetenz, Bewegung, Ernährung
(www.bundesgesundheitsministerium.de   - Sep 2010)
- Kompetenz
- Bewegung - körperliche Aktivität
- richtige Ernährung
Schwerpunkt - Verhalten + Verhältnisse (Settings) - Schulen 

Übergewicht bei Kindern  H.P. Brandl-Bredenbeck - Uni Paderborn(Vortrag-Charts)- Problematik - Zu viel Inaktivität (Medien) - Homo Zappiens; Generation F@t; Einhandesser

- Studie: Eltern sind blind für das Übergewicht ihrer Kinder.  Oekotest 07.05.2019 ⇒  ScienceDaily 27.04.2019

Bild - Couch Potato - Snack+TV-Sofa-Kind

Studie aus den USA - TV-Viewing and Snacking

VanWormer, J.J. et al.: Circannual growth in Wisconsin children and adolescents: Identifying optimal periods of obesity prevention. Pediatric Obesity  doi.org/10.1111/ijpo.12572 (08.10.2019) ⇔ link bei www.eurekalert.org 09.10.2019 (Körpergewichtsanstieg im Sommer)

Zeitgeschichtlich - Spiegel 52_1977 - Titel - Die süße Sucht - übergewichtige Kinder

Kinder beeinflussen das Kaufverhalten der Eltern (Wien, 2008)
Kinder nutzen ihre Freiheit, mitbestimmen zu dürfen: Bei Käufen sind sie eine wichtige Informationsquelle für ihre Eltern.  Boersenblatt  06.08.2019 + Lebensmittel-Zeitung ⇒ Kinder-Medien-Studie  2019 - 

Ernährungs- und Gesundheitszustand (Monitoring) - Wachstum / Über- und Untergewicht  /  neue (okt_2008) Übergewichtsdiskussion (Infos)

Schulspeisung - Public Health Nutrition - Präventionsprogramm  /  Ratgeber - Schulen - Pausen-Buffet (für Österreich)

Werbung - Marketing - Kinderlebensmittel

Lebensmittelzeitung Spezial Nr.1/2002. "Junge Kunden" (6-19Jährige) (scan im Archiv)

Zeitverwendung bei Kindern (Zeit-Budget) (allg Schema)
Medien-Nutzung/körperliche Inaktivität von Schul-Kindern (TKK-Studie 2010 Infos /  Zivilisationskrankheiten)

Price, L. et al.: Are We Overestimating Physical Activity Prevalence in Children? J Physical Act Health doi.org/10.1123/jpah.2018-0030 (2018) ⇔ "3 percent of children hit daily activity target " link bei www.eurekalert.org 31.10.2018

Mobilitätsmuster von Kindern (körperliche Aktivtität) 

Settings (ernährungs- und bewegungsrelevante) - Zeitaufwand / Mobilität

Werte-Einstellungen (UNICEF-Monitor)  (2006)  (2008)

BzGA Schule / Kinder –http://www.bzga.de/ernaehrung-klasse1-6/

http://www.bzga-kinderuebergewicht.de/

Sylvetsky, A.C. et al.: Consumption of low‐calorie sweetened beverages is associated with higher total energy and sugar intake among children, NHANES 2011–2016. Pediatric Obesity doi.org/10.1111/ijpo.12535 (02.05.2019) ⇔ Water is the best choice for kids. Food Navigator 13.05.2019
Donald-Studie: Kinder und Jugendliche konsumieren weiterhin zu viel Zucker. Deutschlandfunk 21.05.2019

13. Kinder- und Jugendbericht - Bundestagsdrucksache - 30.04.2009 - http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/128/1612860.pdf 

(Stichworte: Altersgruppen - Kleinkindern - bis junge Erwachsene / Stillen / Entwicklung der Kleinkinder / Aktivitäten - körperliche / Medienkonsum / Ernährung - Essstörungen, Diäten; Einstellungen, Übergewicht / Tabak - Rauchen / Alkohol / Gesundheitszustand - Wohlbefinden

http://www.der-paritaetische.de/22/?tx_ttnews[tt_news]=2688&cHash=53abb9c233

12.Kinder- und Jugendbericht - http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=260&Jump1=LINKS&Jump2=2

- Kinder- und Jugend-Report der DAK - Pressemitteilung bei www.dak.de 28.08.2018/ Präsentation / (download)  zitiert in Presse z.B. "Gebildete Eltern haben gesündere Kinder." Zeit 28.08.2018+ "Wenn das Elternhaus krank macht." Südd Ztg 28.08.2018-

 Kinderbarometer - der Landesbausparkassen (LBS) -  (Informationen)
Bericht 2009 - (Stichworte - Kinder 9-14 Jahre / Schulstufe 4-7)  Taschengeld / Geldausgaben - auch für Ernährung / Wohlfühlen / Kranksein / Körperbewusstsein / Ernährung in Familie / in Schulen / Fragebogen

Im Herbst 2006 beteiligten sich erstmals Kinder in sieben Bundesländern am LBS-Kinderbarometer. Gesundheit, Ernährung, Gewalterfahrungen in der Schule, Werte und Mediennutzung waren die Schwerpunktthemen der Befragung. - durchgeführt vom Institut ProSoz-Herten  (LBS-Kinderbarometer 2007)   (Stichworte - 9-14 Jahre (Schul-Stufen 4-7); Krankheiten; Körperbewußstsein, Sport, Körpergewicht: Aktivitäten:Nahrungspräferenzen - Obst, Fleisch. Fast-Food u.a.; Ernährung in der Schule)
Broschüre - Unterrichtsmaterial - Ernährung für Kinder (basierend auf Kinderbarometer Erfahrungen)
http://www.prosoz.de/produktbereiche/prokids-institut/downloads-amp-bestellungen.html

Vorher gab es Kinderbarometer für einzelne Bundesländer
Beispiele
Hessen   (2006; Stichworte - Taschengeld, Wohlbefinden, Medien; Fragebogen)
Nordrhein-Westfalen  (2004 - Stichworte - Wohlbefinden, Krankheiten; Aktivitäten, Mediennutzung, soziale Kontakte, Migranten; Taschengeld; Umwelt- und Naturverständnis;Schlafen; Mahlzeiten; 

Deutsches Jugendinstitut - www.dji.de - repräsentativen DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A) - erste Ergebnisse (Nov 2015: download
(idw-Meldung 26.11.2015)

Reportage: Ihr täglich Brot: Was Kinder weltweit essen. GEO-Magazin Nr.02/2018 Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Malaysia, Senegal, Syrien, USA, u.a.

Ausstellung Mahlzeit Frankfurt/M 1997 - Textblatt - Geschmacksentwicklung im Kindesalter / DGE
Geschmackstraining bei Kindern (Österreich )

Gesundheitsverhalten und -zustand österreichischer Schulkinder -  http://lbimgs-archiv.lbg.ac.at/projekte/hbsc99.html
(Bericht 2002 / Bericht 2006_07 /  Pressemeldung Kosten Rauchen, Übergewicht März 2010)

Spezielle Ernährungsanforderungen von sportlich aktien Kindern
EUFIC No.78 (Aug/Sep 2011)

Ernährung+Schule (Broschüre, Österreich)

 Elektronische Briefmarken-Sammlung im Internet
- Kinder - die ersten Zehn Lebensjahre (link)  (128 Blatt) (von Albrecht Zimmermann - Mai 2010)
Familienplanung / Geburt - Säuglingspflege; Baby-u.KinderAusstattung
Ernährung - Stillen - Flaschenfütterung - Kinder in der Familie:Waisenkinder; "Ersatzfamilien" -Gesellschaft: Kinderrechte; Kinderarbeit; Kinder in der Umwelt (Natur/Verkehr, usw)
Kinderbildung - Erziehung, Schule - Kinder in Aktion: Bewegung, Spiele, Musizieren; Theater spielen, Basteln -Kinderkrankheiten - Notlagen - Gefahren -Kinderhilfen - private - staatliche - internationale - u.a. UNICEF

 

"Die Zeit" (8.9.2011): "Die Verkürzung der Kindheit" - Vor lauter Konsum und Kommunikation schrumpft die Zeit für freies Spiel und ungestörte Entfaltung - die Kindheit wird verkürzt.
Methoden des Lockens, mit Handy- und Gewinnspielen, mit Facebook-Kampagnen und viralem Marketing. 900 Werbespots sieht ein Durchschnittskind zwischen 6 und 13 Jahren pro Monat. Sein Zimmer quillt über – mit Fernseher, Handy, Computer und Spielkonsole. Sein Taschengeldkonto ist leer, zwischen 2004 und 2010 hat sich die Zahl der Verschuldeten in Deutschland, die jünger als 20 Jahre sind, auf fast 200.000 vervierfacht. Immer früher dringt die Konsumwelt ins Kinderzimmer und verdrängt dort die Wirklichkeit. Virtuelles löst Reales ab. Markenware wird ein Muss, wenn das hippe Original an die Stelle des Originellen tritt.
Positiv – man traut Kindern mehr zu; Kinder sind neugeierig, auch auf die „Welt“; so auch Print-Medien - Klassiker Geolino; danach „Dein Spiegel“; neu Mare Ahoi, das stern-Jugendmagazin Yuno oder Neo, ein Kinderheft von Spektrum der Wissenschaft. In Rundfunk und Fernsehen gibt es mehr Kindernachrichten als je zuvor. Und nun auch die Zeit.
Kindheit im traditionellen Sinne – mit viel freier Zeit, Nachbarschaftsbanden, Puppen, Rollschuhlaufen, Fußballspielen – endet heute mit spätestens zehn Jahren. Wer in höherem Alter noch mit einem Teddy erwischt wird, kann einpacken.
Das "elektronische moderne"Kind: 90% der 6- bis 13-Jährigen stehen Computer und Internet zur Verfügung, 57 Prozent besitzen eine Spielkonsole. Ein Handy hat jeder dritte Acht- oder Neunjährige, und neun von zehn der 12- bis 13-Jährigen besitzen eines. Der Anteil von Kindern, die Soziale Netzwerke nutzen, hat sich von 16 Prozent im Jahr 2008 auf heute 43 Prozent weit mehr als verdoppelt; bereits jeder dritte 10- bis 11-Jährige hat dort ein eigenes Profil. Das elektronische Leben kostet sie enorm viel Zeit. Laut KidsVerbraucherAnalyse 2010 finden 71 Prozent der 6- bis 13-Jährigen Werbung "sehr gut" oder "gut", 62 Prozent stimmen der Aussage zu: "Werbung macht es mir leicht, meinen Eltern zu erklären, warum ich Sachen will." 1,5 Millionen Werbespots werden jährlich gesendet, gerade im von Kindern bevorzugten Privat-TV konzentrieren sie sich im Umfeld von Kindersendungen. Nur wenige Kinder verstehen die Absicht der Werbung, sie zum Kauf eines Produktes aufzufordern." 20 Milliarden Euro haben die 6- bis 19-Jährigen in Deutschland jährlich zur Verfügung, und sie geben sie aus: die Älteren für Mode, Auto, Elektronik und Ausgehen; die Jüngeren vor allem für Süßigkeiten, Getränke, Fast Food, Spielzeug und Handygebühren.
Werber entkoppeln Eltern und Kinder; sie sprechen nicht von Kinders, sondern von „ Kids", "Pre-Teens", "Teens" und "Tweens". "Kid" klingt gleich so viel weniger hilfs- und anleitungsbedürftig als "Grundschulkind". Bei Marketing bedeutet Medienkompetenz der Kinder – dass sie die Elektronik anwenden können, nicht jedoch, dass sie die Hintergründe verstehen. "Medienkompetenz" im Sprachgebrauch der Vermarkter bedeutet meist nur: die Fähigkeit zur Anwendung.
Marketing muss einschränkende Regeln aufbrechen – so z.B. gegen Eltern/Großeltern – z.B. diese sind nicht „in“, nicht „cool“.
„Die Welt der kinderkulturellen Kommerzprodukte ist eine Welt der Unhöflichkeit, der Frechheit, der Distanzlosigkeit, des Erwachsenen-Bashing; ihre Anti-Figuren fordern zur Nachahmung auf. Das Gegenteil zu den traurigen Erwachsenen sind – logischerweise – die coolen Kids.“ Kind ist dann „cool“, wenn es die richtigen „Produkte“ besitzt. – Eltern, die ihre Kinder lieben, kaufen diese Produkte.
Notwendig gesellschaftlich dieses Marketing zu kontrollieren (gegen „Konsumzwang“). Kinder verbringen immer mehr Zeit – mit „vorgefertigtem“ – Berieselung von Außen; (überbordene Regale mit Spielzeug/ - wieviel Dinge/Spielzeug) braucht ein Kind. Kulturwissenschaftler sehen aber im unstrukturierten Kinderspiel die Vorstufe zu den späteren kulturellen Leistungen Erwachsener: Springen und Herumtoben werden zu Tanz und Sport, aus dem Spiel mit Bauklötzen erwachsen Kunst und Architektur, Rollenspiele sind Vorgänger von Literatur und Theater.
(Quelle: Die Zeit – Susanne Gaschke; 8.9.2011 Buch Die verkaufte Kindheit erschienen (Pantheon-Verlag, 272 Seiten, 14,99 Euro)

Bilder von Kinderzimmer – Fotoprojekt von Jongmee Yoon - (siehe auch Überfluß)

 

NCHS Data Brief No.113: Trends in Intake of Energy and Macro nutrients in children (Feb 2013) (download

Was Kinder essen sollten ?

Für Deutschland wichtigster Ratgeber - Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) - Dortmund

Annette Hilbig - Promotion - Ergebnisse Donald-Studie

„Rolle der Ernährungsindustrie in der präventiven Kinderernährung“ (Kinderernährung im Fokus von Wissenschaft und Wirtschaft)– Tagung des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) Dortmund 10.11.2010 - zusammenfassender Bericht - Vorträge Charts Downloads:
Prof. Dr Mathilde Kersting (FKE)
Harry van Bargen (Ministerium NRW)
Elien Rouw (AFS) (Stillen)
Heike Müller (Milupa)
Dr Regina Berwind (Hipp) (Kleinkinderernährung)
Prof. Dr. H Holzmüller (Dortmund) - Marketing
Prof.Dr. Hildegard Przyrembel (EFSA) -

 

 

 

 

http://www.food-monitor.de/2009/02/was-kinder-essen-und-was-sie-essen-sollten/

Weitere Informationen zum Thema Ernährung für Kinder finden Sie unter: www.schwangerundkind.de

Stiftung Kindergesundheit www.kindergesundheit.de

Donald Studie für die Sicherheit der Kinderernährung in Europa

http://www.food-monitor.de/2009/02/donald-studie-fuer-die-sicherheit-der-kinderernaehrung-in-europa/

 

 

Ratgeber: "Bärenstarke Kinderkost" - 11 Auflage 2009; 240 Seiten

Bestellnummer: 447 7 Preis: 9,90 €

http://www.vzbv.de/ratgeber/baerenstarke_kinderkost.html

Broschüre  - Richtige Ernährung für mein Kind. Bundesministerium für Gesundheit, Wien (2008)