Süßer Geschmack ist der (einzige) Geschmack, der dem Menschen angeboren ist, d.h. bereits Neugeborene können süss (als angenehm) wahrnehmen. Süß ist ein Anzeiger für Zucker (Mono- und Disaccharide), die Energielieferanten sind. (Süß ist mit Sicherheit und angenehmen Gefühlen verbunden - siehe Einstellung - Geschmack).
Das süsse Lebensmittel ist der Zucker und der Zucker des allgemeinen Sprachgebrauchs ist der Rohrzucker (bzw. Rübenzucker). Es gibt viele weitere süßschmeckende Substanzen - Süßungsmittel - will den süßen Geschmack, aber die Energie-sparen.

Die Rezeptoren  für den süssen Geschmack liegen auf der Zunge (Forschung am DIfE - Prof. Dr. Wolfgang Meyerhof - http://www.dife.de/de/index.php?request=/de/forschung/abteilungen/kurzprofil.php?abt=MOGE&kst=KR1101  )

"Für die Wahrnehmung des süßen Geschmacks ist ein heterodimerer Rezeptor verantwortlich, der aus den beiden G-Protein-gekoppelten Rezeptoren T1R2 und T1R3 zusammengesetzt ist. Dieses Heterodimer vermittelt den süßen Geschmack aller für den Menschen süß schmeckender Stoffe, obwohl diese sehr unterschiedliche molekulare Strukturen aufweisen. Die Fähigkeit eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe zu detektieren wird durch den besonders langen extrazellulären N-Terminus der beiden Rezeptoruntereinheiten bewerkstelligt. Zur Bindung der einzelnen Stoffe sind verschiedene Teile des N-Terminus vonnöten. Sämtliche Arten der Familie der Katzen haben eine Mutation im T1R2-Gen, weswegen sie keine Süßwahrnehmung haben" aus http://de.wikipedia.org/wiki/Gustatorische_Wahrnehmung #S.C3.BC.C3.9F.2C_bitter_und_umami  (29.07.2010)

"Die Messung der Süßkraft von Stoffen ist relativ problematisch. Es gibt bisher keine Laborinstrumente, mit denen die Süßkraft gemessen werden könnte. Üblicherweise stellt man eine 10%ige Lösung des Süßstoffes her und bildet einen Mittelwert der subjektiven Einschätzungen einer Reihe von Testpersonen. Die Werte der Süßkraft beziehen sich dabei auf Saccharose, welcher eine Süßkraft von 1 zugeordnet wird"  http://de.wikipedia.org/wiki/S %C3%BC%C3%9Fkraft  (29.07.2010)

Zu den süßesten Früchten zählen Datteln.

Süßes verführt Menschen zu viel zu essen ("Ernährungs-Sünde").

Europäer schmecken Süßes besser

Dank einer bestimmten Genvariante können Europäer offenbar Süßes besser schmecken als Menschen aus Asien oder Afrika. Das entdeckten jetzt Forscher um Alexey Fushan und Dennis Drayna

http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1003759&_z=859070

Genetiker stellt bei Menschen mit einer Herkunft aus höheren Breitengraden erhöhte Sensibilität für Zucker fest 

http://www.derstandard.at/1245820315821/Der-suesse-Zahn-der-Europaeer-ein-Ueberlebensmittel (Artikel 29.6.09 - eingesehen 29.07.2010)

http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822(09)01254-8

Der süße Zahn der Europäer: ein Überlebensmittel

29. Juni 2009, Genetiker stellt bei Menschen mit einer Herkunft aus höheren Breitengraden erhöhte Sensibilität für Zucker fest

Bethseda - Europäer haben aufgrund ihres Erbgutes einen feineren Geschmackssinn für Zuckerhältiges als Menschen aus tropischen Regionen: Das berichten US-amerikanische Wissenschaftler vom National Institute on Deafness and Other Communication Disorders in der Zeitschrift "Current Biology". In einem Experiment mit Menschen aus verschiedenen Erdteilen entschlüsselten sie bei den Vertretern Europas ein Genpaar, das besonders auf Zucker sensibel ist und feinste Spuren davon schmecken lässt. "Bei Menschen in nördlichen Ländern sind diese Gene weit häufiger verbreitet als bei den Bewohnern der Tropen", berichtet der Genetiker Dennis Drayna.

Die Forscher ließen 144 Versuchspersonen aus Europa, Asien und Afrika neun verschiedene Substanzen kosten, die zwischen null und vier Prozent Kristallzucker aufwiesen. "Vierprozentige Saccharose erscheint jedem extrem süß - es ist vergleichbar mit einer widerlichen Nachspeise", so Forschungsleiter Drayna. Aufgrund dieser Beobachtungen wurde jeder Person ein bestimmter Wert von Zucker-Feinfühligkeit beigemessen. Ein Vergleich dieser Werte mit den Unterschieden bei einem auf Zucker empfindlichen Genpaar - TAS1R3 und TAS1R2 - zeigte, dass zwei Varianten des TAS1R3-Gens, die Feinfühligkeit der freiwilligen Testpersonen geradezu vorauszusagen schienen.

Das Ergebnis

Die Europäer - im konkreten Fall Menschen aus Großbritannien, Frankreich, Italien und Russland - hatten die Genexpression dieses Gens besonders stark ausgeprägt. Ähnliches galt für die getesteten Japaner, Han-Chinesen und Menschen aus dem Nahen Osten. Die Angehörigen mehrerer afrikanischer Völker wiesen das geringste Feingefühl für Süßes auf.

Als Ursache für diese erhöhte Sensibilität vermutet Draya den Mangel an Früchten und zuckerhaltigem Gemüse nördlich der Tropen. Europäer brauchten Drayas Vermutung zufolge diese erhöhte Sensibilität, um diejenigen regionalen Nahrungspflanzen aufzufinden, die am meisten energiereiche Kohlehydrate besaßen. "Alle Früchte, die hohen Zuckergehalt haben, wachsen vor allem in den Tropen und nicht in nördlicheren Breiten", so der US-Forscher.

... auf der anderen Seite zeigt dies umso deutlicher, wie sehr sich unsere gegenwärtigen Ernährungsgewohnheiten vom biologisch Sinnvollen entfernt haben: Denn diese ausgeprägte Sensibilität gegenüber der Geschmacksrichtung Süß hält viele Europäer nicht davon ab, viel zu viel zuckerhaltige Nahrung zu sich zu nehmen. - Nur für Kinder gilt dies nur bedingt: Diesen Frühlung wurde eine deutsche Studie veröffentlicht, derzufolge Kinder bis zum achten Jahr noch kein ausreichend entwickeltes Geschmacksempfinden haben, um übermäßig Süßes von maßvoll Süßem zu unterscheiden. (pte/red)

Abstract

Current Biology: "Allelic Polymorphism within the TAS1R3 Promoter Is Associated with Human Taste Sensitivity to Sucrose"