06/20/19

Influencer

Als Influencer (von englisch to influence ‚beeinflussen‘) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen (sogenanntes Influencer-Marketing).
Als Grundlage für die Begriffsbildung gilt der 2001 erschienene populärwissenschaftliche Bestseller Influence: Science and Practice des US-amerikanischen Psychologen und Wirtschaftswissenschaftlers Robert Cialdini. Durch die Verbreitung von werbebasierten Geschäftsmodellen in Formen von großen sozialen Netzwerken wie Facebook, YouTube und Instagram gewannen die Verkaufsthesen Cialdinis weitere Popularität.
Durch das gezielte Ansprechen und Instrumentalisieren mittels einflussreicher Einzelpersonen kann ein breiteres Publikum erreicht werden als mit herkömmlichen weit und beliebig gestreuten Werbemaßnahmen. Nach einer Studie soll es in Deutschland rund 4,6 Mio. Influencer geben. Sie identifizieren sich mit Marken, sind auf sozialen Plattformen besonders aktiv und stark vernetzt sind. In Deutschland erreichen Influencer mehrere Millionen Follower, wie beispielsweise Bianca Heinicke (bibisbeautypalace) mit über 6 Millionen Followern (Januar 2019) oder die Spitzenreiter Lisa und Lena (lisaandlena) mit über 14 Millionen Followern (Januar 2019). Influencer mit weniger als 100.000 Followern zählen als Mikro-Influencer (Stand: 2018).
Gewinnt der Vermarkter einen Menschen, der in mehreren sozialen Netzen hohes Ansehen genießt und dort viele „Freunde“ und „Follower“ hat, verkauft sich das Produkt über den wirksamen Mechanismus der Mundpropaganda. Unternehmen setzen Influencer also gezielt für Marketing- und Kommunikationszwecke ein, um eine bestimmte Zielgruppe großräumig zu erreichen.
Influencer können Politiker, Sportler, Journalisten, Blogger, Youtuber, Prominente und Schauspieler sein, die stark in sozialen Netzwerken tätig sind und eine hohe Anzahl an Followern haben. Das Marketing durch den Einsatz von Influencern nutzt das Vertrauensverhältnis dieser Leitfiguren zu ihrem Massenpublikum aus.
Die About you awards für Influencer werden seit 2017 verliehen.

Die Hauptkritik gegen den Einsatz von Influencern ist die Verbreitung von Schleichwerbung. In Deutschland ist nach § 5a Abs. 6 UWG Schleichwerbung unzulässig, weil jede Werbemaßnahme so beschaffen sein muss, dass ihr werbender Charakter von den Angesprochenen erkannt werden kann. Ende Januar 2019 wurde vor dem Landgericht Karlsruhe eine vom Verband Sozialer Wettbewerb nach § 3a UWG gegen die Influencerin Pamela Reif erhobene Unterlassungsklage wegen des Vorwurfs der Schleichwerbung verhandelt. Dabei wurde entschieden, dass das Verlinken von Hersteller-Accounts mittels Social Tagging in den Instagram-Posts eine „geschäftliche Handlung mit kommerziellem Zweck“ darstelle und daher als Werbung gekennzeichnet werden müsse. Ende April 2019 entschied das Landgericht München im Fall einer Klage des gleichen Vereins gegen Cathy Hummels, dass es sich bei ungekennzeichneten „privaten“ Beiträgen zwar ebenfalls um geschäftliche Handlungen handle, aber wegen fehlender Bezahlung nicht um Schleichwerbung.
Kritisiert wird auch, dass das „echte“ Leben der Influencer von dem in den sozialen Netzwerken wie Instagram dargestellten, schillernden Leben, abweiche, woraus ein Glaubwürdigkeitsproblem resultiere. Influencer haben oft schon Erfolg, ohne einen beruflichen oder schulischen Abschluss zu haben, weshalb deren Professionalität angezweifelt wird, auch angesichts unseriöser Praktiken des Follower- und Likekaufs.
Social Media Marketing 
Virales Marketing -

Informationen
- wikipedia -

YouTuber bestimmen Einkaufsverhalten. BZfE News 25.10.2017
Was befähigt eine Influencerin, Kochbücher zu schreiben? TellerrandBlog 11.06.2019 ⇔ bezug zu: Nena: Warum mich die Influencer-Welt anekelt. Handelsblatt 07.06.2019