03/08/14

Vincent Klink - Koch und Ernährungskulturschaffender

Vincent Klink (*29.01.1949 in Gießen) ist ein deutscher Küchenmeister, Autor, Herausgeber und Verleger von kulinarischer Literatur und ein bekannter Fernsehkoch; und nun auch Musiker (z.B. Auftritte+CD mit Partick Bebelaar).
Vincent Klink wurde als Sohn eines Amtstierarztes geboren und wuchs in Schwäbisch Gmünd auf. Klink ging nach der Mittleren Reife und einem sechsmonatigen Praktikum in einer Metzgerei bei einem Meisterkoch in Baden in die Lehre. Danach verpflichtete er sich für zwei Jahre bei der Bundeswehr, wo er als Koch wie auch als Panzerkommandant eingesetzt wurde.
Von 1971 bis 1972 arbeitete er in Rudolf Katzenbergers Adler in Rastatt und von 1972 bis 1974 im Münchner Restaurant Humplmayr, das nach seinem Bekunden mal „der feudalste Schuppen der klassischen Gourmandise“ in Deutschland war. Nach Ablegung der Meisterprüfung machte sich Klink 1974 mit 25 Jahren selbständig und eröffnete mit seiner Frau Elisabeth sein erstes Restaurant, das Postillon in Schwäbisch Gmünd.
Bereits 1978 hatte Klink einen Michelin-Stern. Klink bekundet, daß er die Freude am Essgenuss und das kulturelle Wissen über gutes Essen von seinem Vater erworben habe. Alle Tätigkeiten übe er in erster Linie um des Genusses willen aus und nicht wegen kommerzieller Gründe.
Seit 1991 betreibt Vincent Klink in Stuttgart-Degerloch das Restaurant Wielandshöhe.1998 wurde auch diese Küche mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Sein Restaurant ist kein ehrfurchtgebietender „Gourmettempel“, sondern als einen Ort zum Entspannen und Sichwohlfühlen.
Klink legt großen Wert auf den ökologischen Anbau von Gemüse und auf artgerechte Tierhaltung. Er gibt an, zunehmend regionale, ökologisch produzierende Bauern und Gärtner zu unterstützen. Sein gastronomisches Angebot wird als „klassisch-moderne Küche mit schwäbischen und mediterranen Einflüssen“ beschrieben; er selbst bezeichnet sie als „Küche der gleichen Klimazone“.

Seine literatische Tätigkeit ist vielfältig und umfangreich. Von 1986 bis 1992 war Vincent Klink Herausgeber und Autor der Zeitschrift Rübe, einem Magazin für kulinarische Literatur im Haffmans Verlag. Danach widmete er sich Cotta's Kulinarischen Almanach, den er zehn Jahre lang bei Klett-Cotta herausgab. Zusammen mit dem Schriftsteller und Polemiker Wiglaf Droste gibt Klink seit Frühjahr 1999 die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Häuptling Eigener Herd heraus. Von 2004 bis 2007 gab Klink halbjährlich das journal culinaire heraus, das zunächst unter dem Titel Campus Culinaire erschien.
Klinks Bibliophilie umfasst auch das Material und die Buchherstellung. So ließ er 1988 bei Franz Greno, dem Mitbegründer der Anderen Bibliothek, einen kostspieligen Rimbaud-Gedichtband im Bleisatz und auf Büttenpapier anfertigen. Ende 2009 veröffentlichte Klink seine Autobiographie (Kindheit und Jugend).
Mittlerweile verfügt Klink über eine große klassische Bibliothek, wie er sie bei seinem Vater und Großvater, einem Altphilologen, kennen- und schätzengelernt hatte.
Er wurde auch selbst zum Gegenstand von Literatur,nämlich als Romanfigur bzw. Gefängniskoch in der Krimi-Satire Der Mullah von Bullerbü von Wiglaf Droste und Gerhard Henschel.
Einem größeren Publikum bekannt wurde Vincent Klink durch die Fernseh-Kochsendungen ARD-Buffet und Koch-Kunst (seit 1997). Einen seiner ersten Filmauftritte hatte er in der Gaunerkomödie c(r)ook von Pepe Danquart, in der er einen Koch spielte. 2002 hatte er eine Gastrolle als Kochjuror in der Schlusssequenz des Tatort-Krimis „Alibi für Amelie“.
Klink ist ein Jazzliebhaber und spielte früher in seiner Freizeit Querflöte. Im Oktober 2005 hatte er einen gemeinsamen Auftritt mit dem Trompeter Till Brönner. Ende 2008 wechselte er zu Bassflügelhorn und Trompete. Seit 2009 tritt Klink mit dem befreundeten Jazz-Pianisten Patrick Bebelaar auf.
Klink beteiligte sich im November 2006 an einer Internet-Initiative gegen Grüne Gentechnik, die auch von Umwelt-, Naturschutz- und kirchlichen Verbänden sowie von Verbraucherschützern unterstützt wurde.
Klink ist seit 2000 Gründungsmitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik, in der man sich auf Symposien und in Seminaren der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Essen und Trinken widmet.
2010 bekam Klink den Internationalen Eckart-Witzigmann-Preis in der Kategorie Wissenschaft und Medien verliehen. Nach Ansicht der Jury verbinde Klink „in herausragender und zugleich wunderbarer Weise das Handwerk des Kochens mit dem Hand- und Mundwerk des Schreibens, des Musizierens und der Fernseh-Unterhaltung“.
(wikipedia)

Publikationen:
Buchautor:
-Al dente. Kulinarische Genüsse trotz Zahnbehandlung. Rezepte, Tips & Ratschläge für kaubehinderte Zahnpatienten. Edition q im Quintessenz Verlag, 1999, 120 S., ISBN 3-86124-354-7
- Koch-Kunst mit Vincent Klink. Braun-Verlag, Karlsruhe 1998, 96 S., gebunden, ISBN 3-765-08194-9
- Meine mediterrane Küche. Gräfe und Unzer, München 2010, ISBN 978-3-8338-1922-3.
- Sitting Küchenbull. Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, gebunden, 219 S., ISBN 978-3-498-03546-4
- Vincent und die Kochlöffelbande. Lecker und gesund; Kochen für Kinder. Esslinger-Verlag, Esslingen 2007, 64 S., gebunden, ISBN 978-3-480-22381-7
- Vom Markt auf den Tisch. Braun-Verlag, Karlsruhe 2000, 96 S., gGebunden, ISBN 3-765-08248-1 (Begleitbuchg zur Sendung)
- Weihnachten. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2007, 175 S., geprägtes Leinen, ISBN 978-3-8321-8037-9 (gemeinsam mit Wiglaf Droste und Nikolaus Heidelbach)
- Wild. DuMont Buchverlag, Köln 2010, ISBN 978-3-8321-9605-9 (gemeinsam mit Wiglaf Droste und Nikolaus Heidelbach)
- Wir schnallen den Gürtel weiter. Eine Essenz aus „Häuptling Eigener Herd“. 3. Aufl. Reclam-Verlag, Ditzingen 2010, 314 S., broschiert, ISBN 978-3-15-020158-9 (gemeinsam mit Wiglaf Droste und F. K. Waechter)
- Wurst. 2. Aufl. DuMont Literatur und Kunst, Köln 2006, 40 S., gebunden, ISBN 978-3-8321-7992-2 (gemeinsam mit Wiglaf Droste und Nikolaus Heidelbach),

Herausgeber
- Gängster Kochbuch.[19] Edition Vincent Klink, Stuttgart 2004, 240 S., 23 s/w Abb., 62 Duoton-Fotos, Spiralbindung, ISBN 3-927350-75-3 (zusammen mit Pepe Danquart)
- Zeitschriften
- Die Rübe. Magazin für kulinarische Literatur. Haffmans, Zürich 1988/92 (zusammen mit Stephan Opitz)
- Cotta's Kulinarischer Almanach. Auf das Jahr .... Bd. 1 (1993) (Bd.2 - 1994 - im Archiv) (1996/97 - im Archiv) (1998/99 - im Archiv) (1999/2000 - im Archiv) (2000/2001 - im Archiv)  - Bd. 8 (2001/2002) (im Archiv)  (danach Herausgeber: Erwin Seitz) No.11 (Frankreich), No.12 (Italien), Nr.13 (Deutschland) - Nr.14 (Thema: Alltag und Feste - im Archiv)
- Häuptling Eigener Herd. Wir schnallen den Gürtel weiter. Das kleine Zwischenhoch; Texte und Bilder zur Kulinarik; Vierteljahreszeitschrift für Literatur. Edition Vincent Klink, Stuttgart 1999 ff (zusammen mit Wiglaf Droste) Heft 24 (im Archiv); Heft 50 (Jazz) (im Archiv)
Campus Culinaire. Internationale Schriften und Bilder zur Kultur des Tafelns. Edition Vincent Klink, Stuttgart 2004 Schwerpunkt-Thema Islam. Küche, Tafel, Tischsitten und Rituale. 2004, ISBN 3-927350-81-8 (zusammen mit Karin Becker und Thomas A. Vilgis)
- journal culinaire. Edition Vincent Klink, Stuttgart 2005 ff[23] (zusammen mit Barbara Häusler und Thomas Vilgis, seit 2007 mit Martin Wurzer-Berger und Thomas Vilgis) Tischsitten. 2005, 112 S./ Essen in der Kunst, 2006, / Globalisierung des Essens. 2007 / Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten. 2007, / Geschmacksbildung. Anwendungen, Forum, Rezensionen. 2007, /  Kochperspektiven. 2008, / Kochen mit Stevia. 2008 / Wein-Kultur. Köcheprojekt, . 2009, / Fleisch. 2009, / Getreide. Forum. 2010 / Fisch. Köcheprojekt. Forum. 2010,

Vincent´s Tagebuch (Internet)

Blog - Nachgesalzen (Die Zeit)
Interview "Fleisch gehört verboten" (Die Welt 26.09.2010)

Nr.8 - Klink, V (Hg). Cotta´s kulanarischer Almanach 2001/2002 (Klett-Cotta - Verlag -link) (google books) (im Archiv)
S.9- 13 : Wagner, Chr.: Kernspaltung auf sterisch. (Kürbis-Kern-Öl)
S.14-26: Hans-Ulrich Grimm: Feuchte Nudel - Wie tolle Tüftler das Essen neu Erfinden. (5-Minuten-Terrine);
S.27-39: Röhrig, Anja: Die Papaya von Pajottenland. Der Chicoree
S.40-44: Mangold, Matthias F.: Die ehrenwerte Trüffelgesellschaft
S.57-62: Müller-Urban, Kristiane: Dröppelminna und Ziegenragout. Ein Ausflug ins Bergische Land.
S.63-69: Matthies, Bernd: Spitzenküche in MeckPomm (google book)
S.70-74 : Sabine Herre: Ein Himmelreich für Pompenbrei. Schlesische Küche im südaustralischen Barossa Valley (Taz-Redakteurin)
S.75-78: Wolf von Homburg: Mons lentium. (Linsensuppe und andere Linsenköstlichkeiten; "Märchen vom Leben am Linsenberg") (Spruch: Suppe war der Anfang. Suppe wird das Ende sein. Eva Demski - Lob der Suppe)
S.90-95: Hans-Ulrich Grimm: Helden der Kulinarik - Fidelisbäck in Wangen (im Allgäu) (Bäckerei)
S.96-103: Nicolai Worm: Hirn macht klug. (Evolution beeinflußt durch Fleisch- und Fettverzehr) (Literaturangaben S.102-3)
S.142-151: James Hamilton-Paterson: Neue Horizonte der Gaumenfreunde  (Beispiele für exotisches Essen)
S.152-156. Vincent Klink: Couscous in der Porvinz
S.157-161: Hellmuth Karasek: Kartoffelbrei

 

Schrot&Korn Juli 2013 - V Klink - Wir müssen bewußter essen.

Kippenberger - Am Tisch - S.155 - Wie Heißhunger zur Lebensphilosophie des Sternekochs Vincent Klink wurde. Darin auch – Überblick über den Schriftsteller – Schreiber – V Klink Anfangs Beiträge in Gerd Haffmans „Raben“ (Magazin für jede Art von Literatur) Dann dort Ausgaben von „Rübe“ (3 jahre – ohne Werbung und Unterstützung der gastronomischen Industrie) (Sponsor: Reemtsma) dann kriselte es bei Hafmanns – nächster Verleger . Michael Klett Cotta´s kulinarischer Almanach (jetzt von Erwin Seitz herausgegeben) dazu dann neue Reihe: Häuptling Eigener Herd (mit Wiglaf Droste) - dazu auch Journal Culinaire (jetzt nicht mehr dabei, durch Wissenschaftler gemacht)

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