Viele Informationen vorhanden (harrt der Aufarbeitung)

(Aus Manukript-OLT _ Ernährungeschichte interdisziplinär)

Die Gesellschaft muss auch die Produktion und Verteilung der Lebensmittel organisieren. Die Struktur des entsprechenden Lebensmittelmarktes ist recht verzweigt und zählt zu dem bedeutendsten Wirtschaftsfaktor (Abb. 97/75), das heißt fast jeder sechste Arbeitsplatz hat mit unserer Ernährung zu tun. Die Umsätze steigen immer noch, wenn auch Sättigungsgrenzen in dem umkämpften Markt sichtbar werden (Abb. 55/39). Die Umsätze des Ernährungsgewerbes haben 1987 einen Wert von 150 Mrd. DM erreicht, das waren 2,8 % weniger. Damit ist der Umsatzwert für Lebensmittel in der Geschichte der Bundesrepublik erstmals deutlich gesunken. Dies war jedoch durch niedrige Preise bedingt, mengenmäßig ist der Absatz nicht gesunken (Abb. 55/38).  Literatur:

(Hrsg.)Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn, Informationen Nr. 14, 05.04.1988 (Lit. 21.348)

Eindeutig ist ein starker Konzentrationstrend. Kleine Betriebe müssen in Landwirtschaft, Nahrungsgewerbe und Handel aufgeben. Es entstehen immer größere Betriebe und auch immer größere Vernetzungen zwischen Produzenten und Händler auf nationaler und internationaler Ebene ("multis, Agro-Business").

 Die Entwicklung der Landwirtschaft, die Freisetzung von immer mehr Arbeitskräften durch den Einsatz von weiteren Mitteln wurde bereits beschrieben (Abb. 54/34). Auch die Verarbeitung des Lebensmittels erfolgt in immer weniger, dafür aber größeren Betrieben. Die Zahl der Betriebe und der Beschäftigten fällt, trotzdem steigt der Umsatz pro Beschäftigten überproportional (Abb. 98/76). Diese Rationalisierung und Konzentration ist in den einzelnen Lebensmittelbranchen unterschiedlich. So gibt es Produktbereiche - wie Margarine, Öle, Pulverkaffee, Fischverarbeitung, Tiefkühlkost, Zucker, Schokolade, Kondensmilch, Eiskrem, Nährmitte und Getränke - bei denen einige wenige Firmen den Markt beherrschen. In anderen schwieriger zu vermarkteten Lebensmittel, bei denen der Frischeaspekt für den Verbraucher wichtig ist, wie z.B. Gemüse, Obst, Fleisch und Brot, da gibt es noch viele Produzenten und Anbieter.

 Am Beispiel des großen multinationalen Konzerns Nestlé soll die ökonomische Macht der modernen Lebensmittelindustrie beispielhaft verdeutlicht werden. Innerhalb von etwas mehr als 100 Jahren entstand ein Konzern der heute in allen Kontinenten Fabriken besitzt (Abb. 99/77). Er hat Umsätze die höher sind als die Haushalte vieler Staaten der Erde. Es gibt eine ganze Reihe großer Lebensmittelkonzerne (Abb. 99/78). Auch in Deutschland ist Nestlé aktiv und unter dem Firmendach befinden sich viele bekannte Lebensmittelmarken. All das begann 1867 als der aus Frankfurt/Main stammende Chemiker Henri Nestlé, in Vevey am Genfer See, eine Firma zur Herstellung des von ihm entwickelten Kindernährmittels aus Milch und Brot, gründete.

 Auch der Lebensmittelhandel zeigt eine immer stärkere Konzentration. Das gilt sowohl hinsichtlich des Welthandels, aber betrifft auch den Einzelhandel. Gab es vor dem Zweiten Weltkrieg noch viele Länder die z.B. Getreide ausführen konnten, sind es heute nur noch die Staaten von Nordamerika, der EG und Australien (Abb. 99/80). Wenige Konzerne bestimmen den Weltmarkt.

 

Betrachtet man den Einzelhandel, sieht man auch hier, dass in fast allen Ländern die große Supermärkte zu den Gewinnern im Marktgeschehen werden und die kleinen "Tante Emma" Läden verschwinden fast (Abb. 99/81). Allerdings könnte einem Teilbereich die Form des Beginn des Handels - der fahrenden Händler - in modernen Gewande wieder aufgenommen werden. Da es in vielen Gemeinden keine Lebensmittelgeschäfte mehr gibt (und da die elektronische "Vernetzung" immer weiter voranschreitet), gibt es Marktlücken für "motorisierte Hausierer", die auf (elektronische) Bestellung hin liefern (s. Szenario, Abb. 91/65).

 Den Handel mit Lebensmittel gibt es schon seit der Antike. Die Städte mussten mit Lebensmittel versorgt werden, das geschah jedoch aus der näheren Umgebung. Die meisten Bewohner lebten bis zur Industrialisierung auf dem Land, so war der Selbstversorgungsanteil recht hoch. Der Lebensmittelhandel war nicht prägend für das tägliche Leben. Nur ein relativ kleiner Anteil wird auf den nahen Wochen- und Jahrmärkten umgesetzt. Es gibt zwar auch schon früh einen "Fernhandel", dieser umfasst jedoch vor allem teurere und haltbare Lebensmittel, das sind Salz und Gewürze, Wein und andere Genussmittel, getrockneter Fisch und Lebendvieh. Es gibt auch einen frühen Getreidehandel.

 Es gibt drei Arten von "frühen Lebensmittelhändlern". Den herumziehenden Hausierer der in seinen "Bauchladen" und einigen Körben neben gewerblichen Haushaltswaren auch einige Lebensmittel hat, wie Branntwein, Kaffee, Tee, Tabak, Zucker, usw. Das Angebot ist unregelmäßig und von geringem Umfang. Das Warengeschäft war zudem von "unredlichen Gewerben" begleitet, von ("Bänkel")-Gesang, ("Klatsch")-Nachrichten, Quacksalberei bis Hehlerei. Dies "fahrende" Volk genoss kein hohes Ansehen. Mit der industriellen Transportrevolution (Eisenbahn und Straßennetz) stirbt dieser Handelszweig fast aus.

Ein anderer Vorläufer stellt der Getreidehändler dar, der einerseits die verschiedenen Soldatenheere beliefert, andererseits auch dann den Landwirten verkaufte, wenn deren Vorrat aus der Selbstversorgung nicht mehr ausreichte. Dabei ließen sich gute Gewinne erzielen. Sie übernahmen auch die Transportfunktionen bei der Versorgung der Städte mit Nahrungsmitteln. Mit der Zeit wurde der Kornhandel ergänzt durch den Handel mit anderen Agrarprodukten wie Flachs, Hopfen, Wein, usw. Man gewährte auch Kredite. Dieser Handel wurde im Mittelalter nicht von den angesehenen Schichten der Gesellschaft ausgeführt. Hier etablierten sich nicht Zünfte, wie sonst bei geschätzten Handwerksberufen. So gab es unter diesen Lebensmittelhändlern viele, die jüdischer Abstammung waren. Aus diesen "Kornjuden" entwickelten sich größere "Viktualien"- und Kolonialwarenhändler, schließlich die Handelshäuser, bzw. die Großhandelsfirmen. Der Handels stellte schon früher eine große Macht dar. Dies ist an Beispielen wie die (Norddeutsche) Hanse oder der Britischen Ostindiengesellschaft, die vor allem durch Handel mit Genussmittel wie Tee und Opium bereits im 19. Jahrhundert zu einem "modernen Multi" wurde.

 Eine dritte Entwicklungslinie sind die festen Lebensmittelgeschäfte am Ort. Sie entwickeln sich aus ergänzenden Tätigkeiten der alten Lebensmittelhandwerker wie Müller und Bäcker, die noch zusätzliche Ware anbieten. Größere Bauern gestalten ihren Marktstand zu einer festen Einrichtung um ("Höker"). Der städtische Kramladen ("Krämer") des Mittelalters erweitert sein Angebot, dabei müssen jedoch die jeweiligen Zunftordnungen angepasst werden.

 Literatur:

Teuteberg, H. H.: Vom Hausierer und Höker zum Lebensmittelkaufmann. In: H. J. Teuteberg, G. Wiegelmann: Unsere tägliche Kost. Studien zur Geschichte des Alltags. Coppenrath, Münster, 1986, 281-289

H. Hobhouse: Fünf Pflanzen verändern die Welt. Klett-Cotta, Stuttgart, 1987 (selbst separat)

Spiekermann, Uwe: Basis der Konsumgesellschaft. Entstehung und Entwicklung des modernen Kleinhandels in Deutschland 1850-1914 (Dissertation Uni Münster - 1996) - als Buch bei Beck, München 1999 -- google book  (Inhaltsverzeichnis) (Besprechung bei www.hsozkult.de )
 

 Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts ist der Lebensmittelhandel noch auf niedrigem Niveau. Doch dann setzt eine stürmische Entwicklung ein. Es beginnt die Industrialisierung. Die Handelsräume werden weiter und umfangreicher. Man kann die Kontinente wirtschaftlich erschließen; es gibt nun Kolonien und Kolonialwaren. Es gibt ein Heer von Industriearbeiter, Städte und Ballungszentren entstehen. Man muss Massen mit Lebensmittel versorgen. Die Lebensmittelwerbung setzt in dieser Zeit ein, exotische Produkte können nun auch an Massen verkauft werden (Abb. 102/82).

 Parallel dazu ist auch die Geschichte der Lebensmittelverarbeitung und Haltbarmachung zu sehen. Eine von Grundtechniken - wie das Mahlen, Backen, das Lufttrocknen, das Einlegen in Salzlösungen, in Essig, usw. - sind schon von den alten Hochkulturen entwickelt worden (S. 17 ff Haupttext). Im Zuge der Industrialisierung war es jedoch notwendig, dass die zeitliche und räumliche Verteilung der Nahrungsproduktion intensiviert werden musste. Grosse Menschenmassen in Ballungsgebieten mussten mit ausreichend Nahrung versorgt werden, damit sie auch arbeiten konnten (S. 89 im Original). Die Grundnahrungsmittel - wie Kartoffel und Getreide - waren in dieser Sicht relativ problemlos. Trotzdem, war es günstig, dass weitere billige Energieträger erzeugt werden konnten. So wurde Zucker zu einem Massenprodukt (die älteste deutsche Zuckerfabrik in Waghäusel bei Karlsruhe 1836 eröffnet - die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation (Zeitungsmeldung, Lit. 20.1988), nachdem der Berliner Chemiker Franz Carl Achard (1753-1821) 1812 aus Zuckerrüben "Rübenzucker" herstellen konnte (Lit. Zucker Report, 5./1984). In Belgien wird 1872 die erste Margarinefabrik eröffnet, die auf die Erfindung des französischen Chemikers Méges-Mouliér im Jahre 1866 zurückgeht. 1885 gibt es in Deutschland bereits 46 Fabriken, die diese billige Ersatzbutter zurückgeht. Zur Versorgung der Arbeiter, die wenig Zeit und Gelegenheit für warme Malzeiten hatten (S. 85 ff im Original), waren lebensmitteltechnologische Entwicklungen, die zu den ersten "Convenience"-Produkten führten, sehr wichtig. So entwickelte Justus von Liebig 1847 seinen Fleischextrakt-Würfel. Mit diesem Verfahren wurde 1864 von dem Hamburger Ingenieur Georg Christian Giesbert in Uruguay eine Fabrik gebaut, die jährlich 150.000 Rinder zu "Würfel" machte. Herman Bahlsen (1859-1919) lernte in England die Vorzüge von Dauerbackwaren kennen und bringt 1891 "Leibniz-Kekse" auf den Markt. 1889 wird von der Firma Knorr die Erbswurst eingeführt, die als bequeme Fertigsuppe ein weltweiter Verkaufsschlager wird. Schokoladenfabriken gibt es war schon zu Ende des 18. Jahrhunderts, doch zu einem Massenprodukt wird sie erst durch das Schweizer-Dreigespann: Daniel Peter, Francois-Louis Calliér und Henri Nesté (Milchschokolodenpatent, 1875) und der Tatsache, dass das britische Militär dies in die Soldatenration aufnimmt.

Sehr wesentliche Veränderungen wurden auf dem Gebiet der Haltbarmachung von nicht so gut lagerfähigen Lebensmitteln - wie Obst, Gemüse, Fleisch, Milch, usw. - erzielt. Deren Produktion musste in der vorindustriellen Zeit in den Städten selbst erfolgen (Stadtgärten, Schrebergärten, aber auch Tierhaltung - vor allem zur Milchgewinnung. So gab es z.B. noch um 1900 in den Hinterhöfen Berlins 11.500 Kühe, Studie Prof. Gisela Reinke, geographisches Institut der FU Berlin, Lit. 15.785) bzw. in der näheren Umgebung, eben soweit, wie aus Gründen der Haltbarkeit, bzw. der Transportfähigkeit gerade möglich war. So sind um städtische Siedlungsgebiete früher Agrarsonderkulturen wirtschaftlich interessant gewesen, während die Grundnahrungsmittel auch in entfernteren landwirtschaftlichen Gebieten angebaut werden konnten. Beispiele sind dafür die Obstanbaugebiete um Hamburg, das alte Land und um Rhein-Main-Gebiet/Bergstraße.

 Für die Haltbarmachung war die Erfindung des Pariser Konditors und Likörfabrikant Francois Appert (1750-1841), der 1804 ein Verfahren der Hitzesterilisation patentieren lässt, von eminenter Bedeutung. Er kochte in Flaschen unter Luftabschluss Lebensmittel ein. Die Flaschen wurden dann mit einem Kork versiegelt. Sein Sohn entwickelt dann Weißblechdosen als die geeigneten Behälter. 1827 werden die ersten Milchkonservendosen bei der französischen Marine erfolgreich getestet. Der Franzose Louis Pasteur entdeckt den Mechanismus dieser Haltbarmachung. Er zeigt, dass durch die Hitze die Keime abgetötet werden .Es gab zwar schon früher in England Blechkonserven (erstes Patent 1691), doch dabei wurde zwar auf den Luftabschluss, nicht jedoch das Erhitzen - eben das Sterilisieren, bzw. Pasteurisieren - geachtet.

 Danach beginnt in Frankreich, England, USA und Deutschland eine stürmische Entwicklung der industriellen Herstellung von Gemüse-, Obst-, Fleisch- und Milchkonserven. Heer und Marine werden auf die neuen haltbaren Lebensmittel aufmerksam. Sie richten 1870 in Berlin-Spandau und Mainz zwei Konservenfabriken ein, die Gemüse, Hülsenfrüchte und Fleisch verarbeiten. 1900 bringt die Firma Weck ihre "Einweckgläser" in die privaten Haushalte. Man kann auch selbst einmachen. Heute werden weltweit jährlich mehr als 150 Milliarden Konservendosen produziert.

 Ein weiterer wichtiger Impuls ergab sich aus der Erfindung der Kühltechnik des deutschen Ingenieurs Carl von Linde (1842-1934). Er entwickelte zwischen 1873-1876 das Prinzip der Kältemaschine mittels der Kompression des Ammoniaks. 1879 gründete er die Firma Linde AG. Die Kühlschränke erobern erst im Laufe dieses Jahrhunderts die Haushalte (Abb. 80/58). Heute ist die Kühlkette ein wichtiger Bestandteil der Lebensmittelversorgung. Der Einfluss der besseren Haltbarkeit der Nahrung hatte auch großen Einfluss auf die Veränderung der Gesundheitssituation der Bevölkerung. Das Risiko der Lebensmittelvergiftungen durch verdorbene Nahrung verminderte sich (S. 35 Original und Abb. 35/23).

 Nachdem sich auch der Lebensmittelsektor immer mehr zu einer industriellen Massenproduktion entwickelt, war es ökonomischer, sich auf wenige Lebensmittel als Ausgangssubstanzen zu konzentrieren (S. 56 Original und Abb. 56/42-44) und Qualitätsmerkmale wie ökonomischer und Handhabungswert (Lagerung, Transport, Verarbeitung) werden gegenüber andren Werten (Abb. 19/13) bevorzugt zu behandeln.

 Literatur:

Teuteberg, H.-J.: Die Begründung der Ernährungsindustrie. In: H.-J. Teuteberg, G. Wiegelmann: Unsere tägliche Kost. Studien zur Geschichte des Alltags. Coppenrath, Münster, 1986, 291-302

Kellenbenz, H.: Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Beck, München, 1981, …S.

H. P. Mollenhauer: Von Omas Küche zur Fertigpackung. Aus der Kinderstube der Lebensmittel-Industrie. C. Katz Verlag, Gernsbach, 1987, ... S.

 Die Produktion, Verarbeitung und Verteilung ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Viel Geld ist im Spiel (S. 97 ff Original, Abb. 97/75); Geld ist Macht. Der Staat muss regulierend eingreifen. Seit Lebensmittel auf den Markt kommen, gibt es auch Hinweise, dass betrogen und gefälscht wird (S. 34 Original). Es gibt schon frühe Berichte über Lebensmittelkontrollen. Mit der Entwicklung der Lebensmittelindustrie steigt auch die Zahl der entsprechenden Gesetze und Verordnungen (Abb. 105/83).

 Der Staat muss sich auch hinsichtlich der Ernährung so organisieren, dass alles richtig funktioniert. Durch zu wenig Nahrung können staatliche Aufgaben nicht richtig erfüllt werden. Jeder Staat achtet darauf, dass seine Streitkräfte bei Kräften bleiben. Zu wenig Nahrung führt häufig ach zu politischen Unruhen. Nahrung kann auch gezielt als politische Waffe eingesetzt werden. Dies wird an anderer Stelle dieses Buches ausführlich geschildert (s. Kapitel Hunger). Hier sollen nur einige Stichworte aus unserer jüngsten Vergangenheit zum Nachdenken anregen. Im Juni 1988 wurde der 40. Jahrestag der Blockade Berlins begangen. Damals wollten die Russen Berlin aushungern, doch die Amerikaner schickten die "Rosinenbomber". Die Hälfte der RAF in Deutschland und der IAR in Irland setzten, das durch Mahatma Gandhi popularisierte Mittel des Hungerstreiks ein, um damit politische Forderungen durchzusetzen (s. auch Fasten, S. 69 Original).

 Der Zeite Weltkrieg musste nicht nur militär-strategisch geplant werden, sondern auch ernährungsstrategisch. Dazu mussten die richtigen Lebensmittelrationen für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse festgelegt werden. Es sollten nicht zu viel sein, damit die Nahrungsreserven möglichst lange reichten und es durfte nicht zu wenig an Nahrung verteilt werden, denn dann gibt es Verluste in der Arbeits- und Kampfkraft. In dieser Rationierungskommission des Deutschen Reiches ging auch der Sachverstand des damaligen Kaiser-Wilhelm-Institutes für Arbeitsphysiologie ein (Leiter Prof. H. Kraut). Der Feind wollte wissen, wie lange können sich die Deutschen noch ernähren, d. h. wie lange können sie noch kämpfen. So finanzierten die Amerikaner entsprechende Studien - in denen amerikanische Studenten auf deutsche Rationen gesetzt wurden. Das Resultat dieses Minnesota-Experiments war allerdings dadurch kriegstrategisch ein Misserfolg, da die Informationen nicht genutzt werden konnten, denn das Experiment berücksichtigte nicht die langsame Anpassung an wenig Nahrung, so wie es in Deutschland durch die langsame Reduzierung der Rationen (Abb. 106/84) geschah. Der schnelle Übergang von normaler Kost auf Kriegsrationskost brachte für die amerikanische Versuchspersonen Anpassungsprobleme, die die weitere Berechnung verfälschten. Für die Ernährungswissenschaft brachte das Minnisota-Experiment jedoch viele wertvolle Erkenntnisse.

 Literatur:

Keys, A. et al.: the biology of human starvation. Minnesota University Press, Minneapolis, Bd. 1,2, 1950, (Lit. 10.600)

 Bücher im Internet zugänglich -

Konsum und Handel: Europa im 19. Und 20. Jahrhundert - von Heinz-Gerhard Haupt - 2003 176 Seiten - als Google-Buch lesbar -

books.google.de/books

 Heinz-Gerhard Haupt (Hg.), Claudius Torp (Hg.) Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990 Ein Handbuch

 Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Konsum in Deutschland zum zentralen gesellschaftlichen Phänomen. Er verwandelte die wirtschaftliche Infrastruktur – von der Ernährung bis zur Freizeit – und war ein Mittel sozialer Distinktion und Gegenstand politischer Regulierung. Mit Recht lässt sich daher von einer deutschen Konsumgesellschaft sprechen. Ihre Entstehung und Ausformung werden in diesem Handbuch entlang der Bereiche Wirtschaft, Politik, soziale Lagen und Identitäten sowie Kultur und Wissenschaft erstmals umfassend dargestellt – ein unverzichtbares Grundlagenwerk für Studium, Forschung und Lehre.

 Mit Artikeln von Hartmut Berghoff, Peter Borscheid, Gunilla Budde, Erica Carter, Belinda Davis, Pascal Eitler, Rainer Gries, Wolfgang König, Kaspar Maase, Ina Merkel, Maren Möhring, Daniela Münkel, Christoph Nonn, Michael Prinz, Roman Rossfeld, Adelheid von Saldern, Axel Schildt, Dominik Schrage, Alexander Schug, Hasso Spode, Jakob Tanner, Ulrike Thoms und Michael Wildt. Herausgeber 

Heinz-Gerhard Haupt Heinz-Gerhard Haupt ist Leiter der Abteilung History and Civilization am Europäischen Hochschulinstitut Florenz. http://www.campus-verlag.de/isbn/3593387379  http://wiwi.uni-goettingen.de/wsg/personen/rossfeld.php

Kulturgeschichte des Einkaufens  Im Wintersemester 2001/2002 fand am Seminar für Volkskunde der Georg-August-Universität Göttingen ein Proseminar mit dem Titel "Kulturgeschichte des Einkaufens" statt. 

http://www.kaee.uni-goettingen.de/projekte/fenske/einkaufen/index.html

 

*Berekoven, Ludwig: Geschichte des deutschen Einzelhandels. Frankfurt a.M. 1986. [UB]

 *Braudel, Fernand: Sozialgeschichte des 15.-18. Jahrhunderts. Der Handel. München 1986. [SB]

*Davis, Dorothy: A History of Shopping. London/Toronto 1966. [Oec]

 Dülmen, Richard van: Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit. 2: Dorf und Stadt 16. - 18. Jahrhundert. München 1992. [SB]

 Filek-Wittinghausen, Werner: Von Hausierern zu Supermärkten. Die Evolution der Nahversorgung. In: Magie der Industrie. Leben und Arbeiten im Industriezeitalter. München 1989, S. 254-261. [Ord]

 *Pfister, Ulrich: Vom Kiepenkerl zu Karstadt. Einzelhandel und Warenkultur im 19. und frühen 20. Jahrhundert. In: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 87 (2000) S. 38-66. [UB]

 Siegrist, Hannes/Kaelble, Hartmut/Kocka, Jürgen (Hgg.): Europäische Konsumgeschichte. Zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Konsums (18. bis 20. Jahrhundert). Frankfurt a.M./New York 1997. [SB]

 Sombart, Werner: Der moderne Kapitalismus 1-3. München / Leipzig 2 1916. [UB]

 *Teuteberg, Hans J.: Vom Hausierer und Höker zum Lebensmittelkaufmann. In: ders./Wiegelmann, Günter (Hgg.): Unsere tägliche Kost. Geschichte und regionale Prägung. Münster 1986 (Studien zur Geschichte des Alltags 6), S. 281-289. [SB]

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Thema:Märkte

 Barth-Scalmani, Gunda: Salzburger Handelsfrauen, Frätschlerinnen, Fragnerinnen - Frauen in der Welt des Handels am Ende des 18. Jahrhunderts. In: L’ Homme 6 (1995) S. 23-45. [Ord]

 Bauche, Uwe: Die Kleidung der ländlichen Händler auf dem Hamburger Markt. Materialien und Gedanken zu Funktionen der Tracht im 18. und 19. Jahrhundert. In: Kaufmann, Gerhard (Hg.): Stadt- Land-Beziehungen. Göttingen 1975, S. 207-220. [SB]

Binder, Beate: „Dort sah ich, dass nicht Mehl verschenkt, sondern rebellt wird“. Struktur und Ablauf des Ulmer Brotkrawalls. In: Lipp, Carola (Hg.): Schimpfende Weiber und patriotische Jungfrauen. Frauen im Vormärz und in der Revolution 1848/49. Moos / Baden-Baden 1986, S. 88-110. [SB]

 Blauert, Andreas: Sackgreifer und Beutelschneider. Die Diebesbande der alten Lisel, ihre Streifzüge um den Bodensee und ihr Prozeß 1732. Konstanz 1993. [MPI]

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 Eibach, Joachim: Stigma Betrug, Delinquenz und Ökonomie im jüdischen Ghetto. In: Kriminalität und abweichendes Verhalten. Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert. Hg. v. Helmut Berding, Diethelm Klippel und Günter Lottes. Göttingen 1999, S. 15-38. [Ord]

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 Hardach, Gerd/Schilling, Gerd: Das Buch vom Markt. Eine Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Luzern/Frankfurt a.M. 1980. [SB]

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 Müller-Harter, Manfred: Ulm 1847. 1. Mai 7.00 Uhr bis 13.00 Uhr. Auf der Suche nach den Hintergründen eines Teuerungstumultes. Tübingen 1993 (Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen 81). [SB]

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 Pauser, Josef: „Verspilen / ist kein Spil / noch schertz“. Geldspiel und POlicey in den österreichischen Ländern der Frühen Neuzeit. In: Policey und frühneuzeitliche Gesellschaft. Hg. v. Karl Härter. Frankfurt a.M. 2000 (Ius Commune, Sonderhefte 129), S. 179-233. [MPI]

 Policey und frühneuzeitliche Gesellschaft. Hg. v. Karl Härter. Frankfurt a.M. 2000 (Ius Commune, Sonderhefte 129). [MPI]

 Probst, Christian: Fahrende Heiler und Heilmittelhändler. Medizin von Marktplatz und Landstraße. Rosenheim 1992. [MPI]

 *Radeff, Anne: Femmes au marché (Suisse occidentale, fin 18e début 20e siècle). In: Head-König, Anne-Lise/Tanner, Albert (Hgg.): Frauen in der Stadt. / Les Femmes dans la ville. Zürich 1993 (Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte 11), S. 61-72. [Ord]

 Randall, A./Charlesworth, A.: Markets, Market Culture and Popular Protest in Eighteenth-Century Britain and Ireland. Liverpool 1996. [UB]

 Rublack, Ulinka: Magd, Metz’ und Mörderin. Frauen vor frühneuzeitliche Gerichten. Frankfurt a.M. 1998. [Ord]

 Scheutz, Martin: Alltag und Kriminalität. Disziplinierungsversuche im steirisch-österreichischen Grenzgebiet. Wien/München 2001 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 38). [Ord/Teilkopie]

 *Thwaites, W.: Women in the Market Place: Oxfordshire c. 1690-1800. In: Midland History 9 (1984) S. 23-42. [Ord]

 *Wiebel, Eva: Die ‚Schleiferbärbel’ und die ‚Schwarze Lis’. Leben und Lebensbeschreibungen zweier berüchtigter Gaunerinnen des 18. Jahrhunderts. In: Blauert, Andreas/Schwerhoff, Gerd (Hgg.): Kriminalitätsgeschichte. Beiträge zur Sozial- und Kulturgeschichte der Vormoderne. Konstanz 2000 (Konflikte und Kultur. Historische Perspektiven 1), S. 759-800. [Ord]

Thema: Ambulanter Handel

 *Der Ausruf in Hamburg. Ländliche Händler auf dem Markt. Hamburg (1973) (Museum für Hamburgische Geschichte 3). [Ord]

 Beall, Karen F.: Kaufrufe und Straßenhändler. Eine Bibliographie. Hamburg o.J. [UB]

 Bumiller, Casimir: Auf der Reise. Skizzen zu einer Geschichte des Hausiererhandels im Killertal. In: Beiträge zur Volkskunde in Baden-Württemberg 5 (1993) S. 7-61. [SB]

 *Fontaine, Laurence: Histoire du colportage en Europe (XVe-XVIIIe siècle). Paris 1993. [Ges]

 *Glass, Christian: Mit Gütern unterwegs. Hausiererhändler im 18. und 19. Jahrhundert. In: Bausinger, Hermann/Breyer, Klaus/Korff, Gottfried (Hgg.): Reisekultur. Von der Pilgerfahrt zum modernen Tourismus. München 1991, S. 62-69. [SB]

 *Glass, Christian: Von Haus zu Haus. Wanderhändler in Württemberg. In: Beiträge zur Volkskunde in Baden-Württemberg 2 (1987) S. 133-162. [SB]

 *Heumann, Georg Daniel: Der Göttingische Ausruff. Hg. von Rolf Wilhelm Brednich. Göttingen 1987. [SB]

 *Hinrichsen Sabine/Hirschbiegel, Sabine: Gewerbe, welche eine herumtreibende Lebensart mit sich führen. Hausierer und Schausteller in Schleswig-Holstein zwischen 1774 und 1846. Neumünster 1999 (Studien zur Volkskunde und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins 39). [SB]

 Höher, Peter: Heimat und Fremde. Wanderhändler des Sauerlandes. Münster 1985 (Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland 41). [SB]

 *Kienitz, Sabine: Hausiererinnen. Einblicke in mobile Lebensformen Anfang des 19. Jahrhunderts. In: L’ Homme 6 (1995) S. 6-22. [Ord]

 Maistre, Chantal/Maistre, Gilbert/Heitz, Georges: Colporteurs et marchands savoyards dans l’europe des XVIIe et XVIIIe siècles. Annecy 1992.

 Massin: Händlerrufe aus europäischen Städten. München 1978. [SB]

 Oberpenning, Hannelore: Pendler zwischen Heimat und Fremde: Zur Lebens- und Arbeitswelt von Wanderhändlern im 18. und frühen 19. Jahrhundert. In: Meiners, Uwe/Reinders-Düsselder, Christoph (Hgg.): Fremde in Deutschland. Deutsche in der Fremde. Schlaglichter von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Cloppenburg 1999, S. 147-155. [Ord]

 Oberpenning, Hannelore: Migration und Fernhandel im ‚Tödden-System’. Wanderhändler aus dem nördlichen Münsterland im mittleren und nördlichen Europa des 18. und 19. Jahrhunderts. Osnabrück 1996 (Studien zur Historischen Migrationsforschung 4) (zugl. Diss. 1996). [Oec]

 Reininghaus, Wilfried: Wanderhandel in Deutschland. Ein Überblick über Geschichte, Erscheinungsformen ud Forschungsprobleme. In: ders. (Hg.): Wanderhandel in Europa. Dortmund 1993 (Untersuchungen zur Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte 11), S. 31-45. [Ord]

 *Schmidt, Michael: Handel und Wandel. Über jüdische Hausierer und die Verbreitung der Taschenuhr im frühen 19. Jahrhundert. In: Zeitschrift für Volkskunde 83 (1987) S. 229-250.

 Thema: Landhökerei und ländliche Kramläden

 Bartelt, Fritz/Brunsiek, Sigrun/Klocke-Daffa, Sabine: Landleben in Lippe 1850-1900, 2. Detmold 1991 (Lippische Studien 11). [SB]

 Schlegel, Birgit: Zwischen Laden und Landwirtschaft: Geschäftsfrauen auf dem Lande. In: Volkskunde in Niedersachsen 18 (2001) S. 27-33. [SB]

 Schümmer, Bettina: Darf’ s ein bisschen mehr sein? Ein Beitrag zur Geschichte ländlicher Kramläden in Hessen. Neu-Anspach 1995. [UB]

 Seidel, Brigitta/Tillmann, Doris: Landhökerei: dörflicher Warenhandel im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel des Kaufladens Peters in Tetenbull, Eiderstedt. Tetenbull 2000 (Kataloge der Museen in Schleswig-Holstein 57). [MPI]

 *Spieker, Ira: Ein Dorf und sein Laden. Warenangebot, Konsumgewohnheiten und soziale Beziehungen um die Jahrhundertwende. Münster u.a. 2000 (Internationale Hochschulschriften 356). [SB]

 Vogeding, Ralf: Von der Theke zum Einkaufskorb. Gemischtwarenhandel auf dem Lande: Beispiele aus dem Landkreis Diepholz. In: Als Tante Emma noch bediente… Zur Geschichte der Gemischtwarenläden in Norddeutschland. Begleitheft zur Ausstellung. Syke 1996, S. 19-42. [Ges]

 Oberpenning, Hannelore: Migration und Fernhandel im ‚Tödden-System’. Wanderhändler aus dem nördlichen Münsterland im mittleren und nördlichen Europa des 18. und 19. Jahrhunderts. Osnabrück 1996 (Studien zur Historischen Migrationsforschung 4) (zugl. Diss. 1996). [Oec]

 Reininghaus, Wilfried: Wanderhandel in Deutschland. Ein Überblick über Geschichte, Erscheinungsformen ud Forschungsprobleme. In: ders. (Hg.): Wanderhandel in Europa. Dortmund 1993 (Untersuchungen zur Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte 11), S. 31-45. [Ord]

 *Schmidt, Michael: Handel und Wandel. Über jüdische Hausierer und die Verbreitung der Taschenuhr im frühen 19. Jahrhundert. In: Zeitschrift für Volkskunde 83 (1987) S. 229-250.

 

Thema: Warenhäuser

 *Crossick, Geoffrey/Jaumain, Serge: The World of the Department Store: Distribution, Culture and Social Change. In: Crossick, Geoffrey/Jaumain, Serge (Hgg.): Cathedrals of Consumption. The European Department Store, 1850-1939. Aldershot u.a. 1999 (The History of Retailing and Consumption), S. 1-45. [UB]

 *Frei, Helmut: Tempel der Kauflust. Eine Geschichte der Warenhauskultur. Leipzig s.a. [Oec]

 *Gerlach, Siegfried: Das Warenhaus in Deutschland, seine Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg in historisch-geographischer Sicht. Stuttgart 1988. [UB]

Homburg, Heidrun: Warenhausunternehmen und ihre Gründer in Frankreich und Deutschland oder: eine diskrete Elite und mancherlei Mythen. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1992, S. 183-219. [UB]

 König, Gudrun M.: Im Bann der Dinge. Geschmackserziehung und Geschlechterpolitik. In: Masse, Kaspar / Kaschuba, Wolfgang (Hgg.): Schund und Schönheit. Populäre Kultur um 1900. Köln u.a. 2001 (Alltag und Kultur 8), S. 343-377. [SB]

 *König, Gudrun: Zum Warenhausdiebstahl um 1900. Über juristische Definitionen, medizinische Interpretamente und die Geschlechterforschung. In: Geschlecht und materielle Kultur. Frauen-Sachen, Männer-Sachen, Sach-Kultur. Hg. von Gabriele Mentges u.a. Münster u.a. 2000 (Münsteraner Schriften zur Volkskunde / Europäische Ethnologie 6), S. 49-67. [SB]

 Ladwig-Winters, Simone: Wertheim. Geschichte eines Warenhauses. Berlin 1997. [Oec]

 Lenz, Rudolf: Karstadt. Ein deutscher Warenhauskonzern 1920-1950. Stuttgart 1995. [Oec]

 Masselink, Thomas: „Der Warenhaustyp hat hier erst in ganz verschwindendem Maße Eingang gefunden“? Berufsausbildung und Verkaufstätigkeit in Kauf- und Warenhäusern des hannoverschen Einzelhandels der zwanziger Jahre. In: Hannoversche Geschichtsblätter 47 (1993) S. 155-194. [UB]

 Mode-Katalog. Warenhaus A. Wertheim Berlin 1903/1904. Hildesheim/New York 1979. [SB]

 Probleme des Warenhauses. Beiträge zur Geschichte und Erkenntnis der Entwicklung des Warenhauses in Deutschland. Berlin 1928. [UB]

 *Spiekermann, Uwe: Theft and Thieves in German Department Stores, 1895-1930: A Discourse on Morality, Crime and Gender. In: Crossick, Geoffrey/Jaumain, Serge (Hgg.): Cathedrals of Consumption. The European Department Store, 1850-1939. Aldershot u.a. 1999 (The History of Retailing and Consumption), S. 135-159. [UB]

 *Strohmeyer, Klaus: Warenhäuser. Geschichte, Blüte und Untergang im Warenmeer. Berlin 1980. [Ord]

Ellmeier, Andrea: Handel mit der Zukunft. Zur Geschlechterpolitik der Konsumgenossenschaften. In: L’ Homme 6 (1995) S. 62-77. [Ord]

 *Huck, Gerhard: Arbeiterkonsumverein und Verbraucherorganisation. Die Entwicklung der Konsumgenossenschaften im Ruhrgebiet 1860-1914. In: Reulecke, Jürgen/Weber, Wolfhard (Hgg.): Fabrik, Familie, Feierabend. Beiträge zur Sozialgeschichte des Alltags im Industriezeitalter. Wuppertal 1978, S. 215-245. [SB]

 *Prinz, Michael: Brot und Dividende. Konsumvereine in Deutschland und England vor 1914. Göttingen 1996 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 112). [UB]

 Prinz, Michael: Das Ende der Konsumvereine in der Bundesrepublik Deutschland. Traditionelle Konsumentenorganisation in der historischen Kontinuität. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1993, S. 159-188. [UB]

 *Spiekermann, Uwe: Medium der Solidarität. Die Werbung der Konsumgenossenschaften 1903-1933. In: Borscheid, Peter/Wischermann, Clemens (Hgg.): Bilderwelt des Alltags. Werbung in der Konsumgesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts. Stuttgart 1995 (Studien zur Geschichte des Alltags 13), S. 150-189. [SB]

Thema: SB-Märkte

 Andersen, Arne: Der Traum vom guten Leben. Alltags- und Konsumgeschichte vom Wirtschaftswunder bis heute. Frankfurt/New York 1997. [SB]

 50 Jahre Selbstbedienung. Köln 1988 (= Dynamik im Handel, Sonderausgabe). [Ord]

 Wildt, Michael: Vom kleinen Wohlstand. Eine Konsumgeschichte der fünfziger Jahre.Frankfurt a.M. 1996. [SB]

 Thema: Versandhandel, E-Commerce, Billigmärkte, Boutiquen, Einkaufszentren

 Kaminsky, Annette: Kaufrausch. Die Geschichte der ostdeutschen Versandhäuser. Berlin 1998. [UB]

 *Keim, Gerhard: Magic Moments. Ethonographische Gänge in die Konsumwelt. Frankfurt a.M./New York 1999. [SB]

 Kleindorfer-Marx, Bärbel/Löffler, Klara (Hgg.): Museum und Kaufhaus. Warenwelt im Vergleich. Regensburg 2000 (Regensburger Schriften zur Volkskunde 15). [UB]

 Liebmann, Hans-Peter: Zur Zukunft des Handels. Erlebnisorientierte Einkaufsstättengestaltung im Einzelhandel. In: Menschen und Münzen und Märkte. Steirische Landesausstellung 1989 Judenburg, 29.April-19. Oktober 1989. Katalog. Hg. Von Gerald Schöpfer. Fohnsdorf 1989, S. 337-340. [Ord]

 *Welz, Gisela (Hg.): Einkaufen. Ethnographische Skizzen. Konsumkulturen in der Region Tübingen. Tübingen 1996 (Studien und Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts 16). [SB]

Colze, Leo: Berliner Warenhäuser. Nachdr. Berlin 1989 (Orig. 1908) (Berliner Texte 4). [Ord]

*Göhre, Paul: Das Warenhaus. Frankfurt a.M. 1907 (Die Gesellschaft 12). [Ord & MPI]

*Möser, Justus: Klage wider die Packenträger. In: ders.: Sämtliche Werke. 4, 2: Patriotische Phantasien 1. Oldenburg / Berlin 1943, S. 183-189. [SB]

http://www.kaee.uni-goettingen.de/projekte/fenske/einkaufen/literaturseite.html

Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie

 

Heinz-Gerhard Haupt. Claudius Torp (hg) Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990, Campus

http://studium.campus.de/geschichte/gesamtdarstellungen/Die +Konsumgesellschaft+in+Deutschland+1890-1990.85740.html

Geschichte der Preise + Hungerkrisen (Download)

 Eckert, Hermann: Die Geschichte des österreichischen Lebensmittelhandels seit 1945.  Institution Universitaet Linz; Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultaet; Institut fuer Sozial- und Wirtschaftsgeschichte; Dissertation, 2004

Docupedia - Konsumgeschichte

Rom – Millionenstadt – bereits vor der Industrialisierung Ausstellung – „Nutrirel´impero“ „Das Ketchup der Kaiser“ – Paul Kreiner – StuttgZtg 10.08.2015  

- Trentmann, Frank: Die Herrschaft der Dinge (Konsumgeschichte). DVA, München, 2017 - Leseprobe ref. Die Zeit 22.06.2017 + Perlentaucherhttps://www.perlentaucher.de/buch/frank-trentmann/herrschaft-der-dinge.html