Nahrungspräferenzen - Speisevorlieben

Die Präferenz (Vorliebe) ist eine persönliche Wertentscheidung (Einstellung) für einen Gegenstand, ein Lebensmittel (Speise) usw, und einen Sachverhalt. Es wird A vor B bevorzugt. Das Gegenstück (Dichotomie) ist die Abneigung (bis hin zur Aversion und Ekel. Präferenzen für Lebensmittel bilden sich aus aufgrund von geschmacklichen (gustatorischen) positiven Erfahrungen. Es bestehen hedonistische Rückkopplungen, die im biopsychosoziokulturellen Zusammenspiel erfolgen (physiologisches Vermögen der Sinneswahrnehmung; die psychologische Bewertung mit der Speise <exposure>; positive Verstärkung durch soziale Umgebung).

Die Nahrungspräferenzen sind sehr wichtig beim Ausbilden der Ernährungsgewohnheiten. Sie werden in den frühen Lebensjahren geprägt (Teil der Sozialisationsprozesses).Nahrungspräferenzen stabilisieren des Verhalten; das Bekannte und Bewährte gibt Sicherheit. Andererseits führen ständige Wiederholungen (Monotonie) (selbst der Lieblingsspeisen) zu Ermüdungseffekten; und man sucht Abwechslung (s. sensorisch spezifische Sättigung). Dazu gibt es die Neugier des Menschen, trotz der Unsicherheit und der Angst vor Neuem (Neophobie), neue Speisem zu probieren. Wenn Menschen dem Neuen ausgesetzt werden (durch Werbung; durch kostenlose Proben) (Mere Exposure-Effect; Logue), dann nutzen sie auch früher oder später (Innovations-Diffusions-Prozesse) die ungewohnte, fremde, exotische Speise.

Die Nahrungspräferenzen ändern sich im Laufe der Biographie des Menschen, mit besonderen Einschnitten in der Pubertät (von „Kinderessen“ zu Erwachsenenspeisen; z.B. Getränke und Genußmittel). Nahrungspräferenzen zeigen ebenso Mode-Trend-Strömungen, obwohl grundlegende Teile (wie Geschmacksrichtungen) sehr stabil sind.

«Fast alle Vorlieben sind erlernt» (Tom Vanderbilt: «You May Also Like: Taste in an Age of Endless Choice» Penguin Random House, 2016) - Bedeutung der kulturellen Anpassung  - «acquired likings», erlernte Vorlieben. (GDI-News )

Die Methoden und Ergebnisse zu den Nahrungspräferenzen in Deutschland hat im herausragenden Umfang – Jörg M Diehl zusammengestellt.

(Nahrungspräferenzen bei Kindern )

Es gibt sehr viele Informationen zu Präferenzen - besonders im Marketingbereich  (Lieblingsspeisen von berühmten Personen) (Satire)

Beliebstesten Fleischsorten - beim Grillen

Liebingspseisen von Kindern (Umfrage der Württembergischen Versicherung 2005)

KIDS-VA 2008 enthält auch solche Informationen

Lieblingsspeisen der Deutschen und ÖSterreicher (Infos)  (Nationalgerichte)
- Fissler "Wohlfühlreport des Kochens" - Pressemeldung, 15.02.2016 #1 Rouladen

Was essen Sie am Allerliebsten ? (Liebingsspeisen) (Kara, St.) Zeit Wissen Nr.4/2016 (Juni/Juli 2016) S.24-39 (Scan im Archiv) - Lieblingsspeisen - Henkersmahlzeiten (S.32)
Dagmar Hoetzel - reiste durch Deutschland - Frage nach : Was essen sie am liebsten? (Buch mit Fotos)
- www.das-isst-deutschland.de  / dazu Bericht in Brigitte (o.J - eingesehen 10.08.2016)

Kantinenspeisen-Hitliste - Apetito Menucharts 2015 - Presseinformation Apetito link 11.05.2016 - (dpa-Meldung: Und immer siegt die Currywurst.  z.B. Münchner Merkur 13.05.2016 -  Rhein-Zeitung 12.05.2016)

(Österreichischer Ernährungsbericht 2008) (Getränkepräferenzen; Obst-Gemuse, ua.)  (LIeblingsspeisen in Österreich 2006 - Studie - Marketagent)

Lieblingsspeisen der Österreicher

- Nur 6 % probieren auf Reisen neue, fremde Gerichte. Gourmet-Report 17.11.2017 (www.opentable.de )

(Liste der Diplomarbeiten OLT / Rosen)  (OLT 087)

Bei Kinder gibt es Phasen in denen (starke) Vorlieben und (starke) Abneigungen vorkommen - extrem wählerisch - (Geschichte des Suppenkaspers) - englisch: "Picky Eater"
Dovey TM et al. Food neophobia and ‚picky/fussy‘ eating in children: a review. Appetite 50: 181–193(2008)  Nicklaus S.: Development of food variety in children. Appetite 52: 253–255 (2009)
Taylor, C.M. et al.: Picky/fussy eating in children: Review of definitions, assessment, prevalence and dietary intakes.  Appetite 95: 349-359 (01.12.2015) doi.org/10.1016/j.appet.2015.07.026
Cano, S.C. et al.: Picky eating: the current state of research. www.co-psychiatry.com Vol.28(6) 448-454 (2015)
Was tun, wenn Kleinkinder beim Essen wählerisch sind? Ern-Umschau 2017, Nr.1, M12
Die Geschichte vom Suppenkasper ist falsch. Die Welt 07.08.2011

Food Craving - wikipedia - heftiges Verlangen nach speziellen Lebensmitteln spezielle Gelüste z.B. in Schwangeschaft), spezifischer Appetit - und dazu ebenso so starke Abneigungen gegenüber anderen.- Silvers, J.A: et a.: Curbing Craving: Behavioral and Brain Evidence That Children Regulate Craving When Instructed to Do So but Have Higher Baseline Craving Than Adults. Psychological Science, 2014; DOI: 10.1177/0956797614546001 - ScienceDaily 08.09.2014

Weitere Hinweise

Literaturliste Präferenz -

Anzman-Frasca, S. et al.: Promoting healthy food preferences from the start: a narrative review of food preference learning from the prenatal period through early childhood. Obesity Reviews, 2017; DOI: 10.1111/obr.12658 ⇔  Science Daily 20.12.2017 -

Busemann, Miriam Einfluss sensorischer Sensitivität und Erfahrungen auf Lebensmittelpräferenzen in den ersten Lebensjahren Diplomarbeit, Magisterarbeit (FH Hamburg) (DOWNLOAD - zugänglich unter

URL: http://opus.haw-hamburg.de/volltexte/2007/321/

http://opus.haw-hamburg.de/volltexte/2007/321/pdf/ern_y_526.pdf

 

In gewisser Weise spiegeln die Kataloge/Angebote von Speisen-Zuliefer-Service mit TK-Lebensmittel (und Fertiggerichten) - z.B. "bofrost" - www.bofrost.de  - mit ihrem breiten Angebot - Katalog - Beliebtheit von Speisen wieder (- z.B. Speisen in Nährwerttabelle 2010 download )