Variablen-Bereiche (z.B. EMSIG-Konstrukt-Variablen-Liste) für das Konstrukt Körperstatus (L) (EMSIG-Modell) (alle Bereiche in den Frageboögen erfasst; zu allen Bereichen - Thesen, Informationen, Literatur - EMSIG-Kartei-Katalog)

Jeder einzelne Mensch muss täglich essen (Alltag); er muss es können (Eigen-Kompetenz) und er muss Zugang dazu haben (Ethik, Menschenrecht, Ernährungssicherheit). 

Bei einem (normalen)  Lebensverlauf wird der Alltag zur Gewohnheit (gilt für alle Bedürfnis und Kompetenzbereiche), die Kompetenzen werden erlernt und eingeübt (Verbrauchererziehung - Ernährungserziehung) (Bildung)
Das (alltägliche) (Ernährungs)Verhalten ist durch die Gewohnheiten geprägt; in immer wiederkehrenden Situationen (Settings) reagieren wir mit gleichmäßigen Handlungen. Sie laufen dann quasi automatisch (stereotyp) ab. Gewohnheiten gibt es für alle Lebensbereiche, sie sind notwendig um die Vielzahl der einströmenden äusseren Reize und die vielzahl von möglichen Reaktionen zu begrenzen. (Kompetenz-Bereiche). Die Gewohnheiten betreffen alle Sinnesbereiche (Herz-Fühlen; Kopf-Denk-Muster; Verhalten-Handlungsmuster) (Essen, Gehen-Mobilität; Sprechen-Kommunikation usw) . Das wird in der Phase der Sozialisation geprägt. Hier ist die Praxis, das Tun, das Einüben wichtig (Frage „Wie komme ich zum Konzertsaal“ – Antwort –Üben, üben, üben) Peter Sloterdijks kulturpsychologische Exkursionen ins unübersichtliche Gelände der «Anthropotechniken»

Gewohnheiten stabilisieren das Leben, geben Sicherheit; der Nachteil ist – sie bremsen Innovationen (Kreativität). Redewendung – die Macht der Gewohnheit "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier (und ein Übungswesen" – ( langer Weg um Gewohnheiten zu ändern; Lorenz spruch) ist jedoch machbar. Sloterdiejk - Gewohnheiten haben Macht. Aber die Menschen haben die Macht, Gewohnheiten zu ändern – durch das Einüben neuer Gewohnheiten in einem Dreizehnkampf, den er als "Allgemeine Disziplinik"; das sind Akrobatik und Ästhetik, Athletik, Rhetorik, medizinischer Therapeutik, Epistemik, Berufe-Kunde, Technik-Kunde, Administrativik, Meditation, Ritualistik, Sexualpraxiskunde, Gastronomik. + eine "offenen Liste kultivierungsfähiger Aktivitäten (für individuelle Eigenheiten)
Die Ernährungserhebungfen werden durch stabile Gewohnheiten erleichtert.

Peter Sloterdijk:Über Religion, Artistik und Anthropotechnik Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009 (Informationsdatei dazu)

Kleeberg, B.: Schlechte Angewohnheiten, Suhrkamp, 2012 (Perlentaucher ) -"schlechte Angewohnheiten" der Markierung von Grenzen: der Willenskraft, der sittlichen Reife, der Klasse oder gar der Zivilisation, legitimiert unter anderem über wissenschaftliche, religiöse oder politische Wahrheitsinstanzen. Texte unter anderem von Montesquieu und Hume, Salzmann und Knigge, Lombroso und Ortiz. http://www.perlentaucher.de/buch/bernhard-kleeberg/schlechte-angewohnheiten.html

Als Gewohnheit (auch Usus, lat. uti „gebrauchen“) wird eine unter gleichartigen Bedingungen entwickelte Reaktionsweise bezeichnet, die durch Wiederholung stereotypisiert wurde und bei gleichartigen Situationsbedingungen wie automatisch nach demselben Reaktionsschema ausgeführt wird, wenn sie nicht bewusst vermieden oder unterdrückt wird. Es gibt Gewohnheiten des Fühlens, Denkens und Verhaltens. In spielerischen Zusammenhängen oder absichtlich, also bewusst gelernte, insbesondere in Schule und Lehre gezielt eingeübte Verhaltensweisen werden dagegen wie alle nützlichen Gewohnheiten (z. B. in der Muttersprache reden zu können) selbst bei größter Routine als Fähigkeiten oder – vor allem bei größerer Geschicklichkeit dabei – auch als Fertigkeit bezeichnet. Die Ausbildung von Gewohnheiten besonders in der Form von Vorlieben und Abneigungen zeigen bereits Einzeller, die konditioniert werden können, also über eine für den Beobachter erkennbare Merkfähigkeit verfügen. Beim Menschen hat sich das Lernvermögen weit darüber hinaus zu einer ausgeprägten und aktiv beeinflussbaren Erinnerungsfähigkeit erweitert, die sich in den ersten Anzeichen allerdings erst im vierten bis fünften Lebensjahr eines Menschen zu zeigen beginnt. Ihre Bezeichnung als „Gedächtnis“ verweist darauf, dass sie Voraussetzung allen Denkens ist, das als Tätigkeit allerdings seinerseits auch leicht zu bloßer Gewohnheit werden kann.
(wikipedia)  (engl. habit)

Charles Duhigg, Die Macht der Gewohnheit Berlin Verlag, Berlin 2012, 416 Seiten, ISBN 978-3-8270-0957-9 (Perlentaucher )  (FAZ 28.09.2012)

Die Gewohnheiten einer Gruppe werden auch als Brauch bezeichnet. ⇒ Tradition
- www.brauchwiki.de -