Variablen-Bereiche (z.B. EMSIG-Konstrukt-Variablen-Liste) für das Konstrukt Einkaufsverhalten (K) (EMSIG-Modell) (alle Bereiche in den Frageboögen erfasst; zu allen Bereichen - Thesen, Informationen, Literatur - EMSIG-Kartei-Katalog)  (POS)

Einkaufsorte

Einkaufsfrequenz

usw
(Markforschungsstudien von GfK, ACNielsen ua.)

Gründe für das Einkausfverhalten - siehe NVS II - Teil 1 Kap. 7.8)

Die Zuständigkeit für den Lebensmitteleinkauf wird stark durch die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern geprägt. Insgesamt übernehmen zu 65,4% die Frauen und zu 28,6% die Männer allein den Einkauf.

Der Supermarkt oder Verbrauchermarkt (z. B. Rewe, Edeka, Spar, Tengelmann, Kaufland, Wal-Mart, Globus, Real) steht mit einer Häufigkeit von 89,6% an erster Stelle der Einkaufsstätten, in denen häufig eingekauft wird. Discounter (z. B. Aldi, Lidl, Penny, Plus, Netto) folgen auf Platz zwei mit 77,4%. Die dritthäufigste Nennung erreichen Lebensmittelfachgeschäfte (z. B. Bäcker, Fleischer, Gemüsehändler, Fischhändler) mit 74,5%. Danach folgt bereits mit einem großen Abstand der viertplazierte „Wochenmarkt, Direktvermarkter, ab Erzeuger“ mit 41,4%. Männer wie Frauen geben Supermärkte und Discounter ohne Unterschiede gleich häufig an, während Frauen das Lebensmittelfachgeschäft und den Wochenmarkt häufiger als Einkaufsstätte nennen.

Familien¬väter verbringen mehr Zeit im Supermarkt. Das ergab eine Studie des Rhei¬nisch-West¬fälischen Instituts für Wirt¬schafts¬forschung und der Bergischen Uni Wuppertal. Mitte der 90er Jahre waren Frauen pro Woche noch 140 Minuten länger im Supermarkt unterwegs als ihre Männer. 2009 betrug die Differenz weniger als 40 Minuten. Die wöchentliche Einkaufs¬zeit von Familien sank von 350 auf 310 Minuten. www.rwi-essen.de/presse/mitteilung/106/ Nr 393 Procher, V. und C. Vance Who Does the Shopping? – German Time-use Evidence, 1996–2009 www.rwi-essen.de/media/content/pages/publikationen/ruhr-economic-papers/REP_13_393.pdf

 Es gibt viele Gründe die das individuelle Einkaufsverhalten beeinflussen. 26 Punkte wurden in der NVS II nach ihrer Bedeutung für die Teilnehmer zur Auswahl vorgegeben.Die wichtigsten Kriterien sind Geschmack mit 97,2% (97,5% Frauen und 96,9% Männer) und Frische mit 96,9% (98,5% bzw. 95,3%), nach denen sich die NVSTeilnehmer beim Einkauf entscheiden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum nimmt mit 86,7% Rang drei ein (89,6% bzw. 83,7%) und die Gesundheit mit 83,0% (89,2% bzw. 76,7%) Rang vier. Die Saisonalität ist für drei Viertel der Teilnehmer (75,8%) ein wichtiges Einkaufsmerkmal. Artgerechte Tierhaltung (69,8%), keine gentechnisch veränderten Lebensmittel (67,7%) und wenig Zusatzstoffe (62,7%) sind für rund zwei Drittel „sehr wichtige“ und „wichtige“ Punkte beim Einkauf. Der geringe Preis liegt mit 55,8% (58,8% bzw. 52,8%) auf Platz 12 im Mittelfeld der Rangliste. Für weniger als ein Drittel sind die Punkte Zusätzliche Anreicherung mit Vitaminen oder Mineralstoffen, geringes Verpackungsgewicht, Spezialitäten anderer Regionen, Markenprodukte, leichtes Öffnen der Verpackung, Fertigprodukte und leichte Erreichbarkeit im Laden/Regal wichtige Kriterien ihrer Einkaufsentscheidung. Ökologische Erzeugung, Bioprodukte und Biosiegel sind für 38,8% (44,0% bzw.33,4%) wichtige Punkte bei der inkaufsentscheidung. Die Frage nach dem tatsächlichen Einkauf von Bioprodukten bestätigten bei einer weiteren Frage 36,4% der Teilnehmer (42,1% Frauen und 30,5% Männer). Im Altersvergleich sind es die 25-64-jährigen Frauen und Männer, die am häufigsten Bioprodukte kaufen. Mit höherem Schulabschluss steigt die Häufigkeit, Bioprodukte zu kaufen deutlich auf 59,6% (Frauen) bzw. 47,7% (Männer) bei Abitur/Fachhochschulreife an, ebenso wie mit steigendem Haushaltseinkommen (für Männer und Frauen).

Informationen sind wichtig für Kaufentscheidungen - hier gibt es unterschiedliche Bereiche der Bewertung von Informationen
-solche die man vor dem Kauf nutzen kann - die Sucheigenschaften (z.B. bei Lebensmitteln - das Erscheinungsbild (frisch aussehend; farbig, usw.
- solche, die man nach dem Kauf erfährt - die Erfahrungseigenschaften (der Geschmack, die Bekömmlichkeit usw);
- solche, die man nicht selbst überprüfen kann, die man glauben, denen man vertrauen muß - Vertrauenseigenschaften (wie Gesundheitswert; ökologische Produktion, usw); die Zusammenwirken (Schema).
  (Tabelle)  (Vertrauenseigenschaften bei LM - Hanf, Kiel)  (Text Wiki)

Welche Aspekte sind beim Einkauf von Lebensmitteln und Getränke wichtig.  GfK Insight 25.10.2017 (Studie in 17 Ländern) (bei Deutschen z.B. Regionalität sehr wichtig)

Kenntnisse (Kompetenz) - zur Erkennung der Qualität der Lebensmittel; sensorisches Erkennen - Farbe - Geruch - Tasten - Geschmack

Hungrig kaufen meisten Menschen mehr ein (als beabsichtigt), scheint auch für Nicht-Lebensmittel zu gelten (Xu,A.J. et al.: Hunger promotes acquisition of nonfood objects. PNAS 112, 16.01.2015)

Amazon nutzt unsere biologischen Schwächen aus. Südd.Ztg. 23.11.2018

(Mindesthaltbarkeit) - Lebensmittel-Kennzeichnung

Größere Angebotsvielfalt bewirkt Trend zu Mehrkonsum/höherem Körpergewicht -  Hardman, C.A. et al.: So Many Brands and Varieties to Choose from: Does This Compromise the Control of Food Intake in Humans?   PLOSone 10(4): e0125869. doi:10.1371/journal.pone.0125869  - ref link im FoodNavigator, 05.05.2015

In Deutschland werden täglich 150 Millionen Kaufentscheidungen getroffen. Immer mehr Menschen berücksichtigen dabei soziale und ökologische Kriterien. (Schrot& Korn Feb 2009)   

Neben den vorherrschenden vielen einzelnen Studien zum Kaufverhaltengibt es auch Versuche zur systematischen - systemischen - Betrachtung des Verhaltens von Menschen am Point of Sale (POS). Sie sind analog den allgemeinen Verhaltensmodellen - und dem das Ernährungsverhaltens - komplexer Natur. In jedem Setting (Einkaufen; Zubereitung der Speisen - Kochen im Haushalt; dem Essen - der Mahlzeit) sind die Dimensionen der (Ernährungs-Verhaltens)Forschung gültig:
- die verschiedenen Lebensmittel
- die verschiedenen Menschen (Käufertypen)
- die verschiedenen Situationen (Umwelten) (Einkaufstätten)
- die verschiedenen Zeiten

Ein solcher komplexer Ansatz mit einem "multiagent system" für das "customer´s shopping behaviour" ist das Simulationsmodel "SimMarket"
Schwaiger, A., Stahmer, B.: SimMarket: Multiagent-Based Customer Simulation and Decision Support for Category Management. DFKI, Saarbrücken, 2003 (download)  (DFKI-Research Report - RR-04-03 - SimMarket - Agentenbasierte Simulation menschlichen Kaufverhaltens) (Bericht im Marketing Archiv)
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz - www.dfki.de
DACOS  - Software-Büro
(zur Simulation Daten zurückliegender Einkäufe genutzt; Kundenkarten - bei dm-Drogerie, Globus; tegut )
(Verbraucher-Profile - wie Sinus-Milieus - www.sociovision.com ; Euro-Socio-Styles - www.europanel.com ; Lebensmittelgruppen-Profile; Situations-Profile - Konkurrenz; Saison-Wetter; usw)

Heuser,U.J.: Datenanalyse - Wir werden vermessen - Die Zeit 12.02.2015

Informationshinweise

Nielsen-Studie. Consumers 2018 (link) (ref. BZfE Newsletter 12.09.2018):
"Im Allgemeinen nehmen sich die Verbraucher weniger Zeit zum Shoppen. Im Jahr 2017 Durchschnitt singen sie alle zwei Tage, also insgesamt rund 209 Mal, einkaufen. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2013 noch 232 Mal. Die Ausgaben pro Einkauf haben sich dagegen kaum geändert: Im Jahr 2013 lag die durchschnittliche Summe des Kassenbons bei 15,56 Euro, im Jahr 2017 bei 15,40 Euro. 55 Prozent der Befragten setzen auf den klassischen Einkaufszettel, um die alltäglichen Besorgungen sorgfältig zu planen. 65 Prozent achten auf wechselnde Sonderangebote, wobei das Internet als Informationsquelle an Bedeutung gewinnt. Rund 44 Prozent haben Preisänderungen bei ihren Lieblingsprodukten im Blick, und 40 Prozent vergleichen verschiedene Erzeugnisse. Nicht nur der Preis muss stimmen, sondern auch der Faktor Zeit ist wichtig. So gehen knapp 60 Prozent dort einkaufen, wo sie ihre Besorgungen möglichst schnell erledigen können. Geschäfte mit einem großen Sortiment sind beliebt. Das spiegelt sich auch in der Handelslandschaft wieder: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl der Supermärkte in Deutschland mehr als halbiert und liegt inzwischen bei rund 6.400. Dafür ist die Zahl der größeren Verbrauchermärkte (größer als 1.000 Quadratmeter) auf mehr als 7.800 gestiegen."

Handelsmarken-Monitor 2018 "Regionalität liegt auch bei Handelsmarken voll im Trend."  link bei www.ipsos.com - (download) (⇒ "Was Verbraucher wollen: Regional und nachhaltig, aber günstig.  BZfE News 19.09.2018)

Nielsen-Studie: Consumers 2017 Deutschland (download) (ref. BZfE Newsletter 06.09.2017)

zum Kaufverhalten (Marketing-Studien) (im Archiv - Ordner - Marketing) - hier einige Beispiele
- GfK - ConsumerScan (z.B. ref. Wöchentlicher Einkauf - aid aktuell, 11.03.2015) (www.consumerscan.eu )

Gottlieb-Duttweiler-Institut (www.gdi.ch ): European Food Trends Report 2013  (aid-Meldung - 18.9.13) (Summary) - Food skills-Ernährungsbewusstsein wird zum Statussymbol; Kinder lernen kochen; - Personalrestaurants als Prestige+Erlebnis - Essen als Lockstoff ("Gastrotempel") für Shopping Center - Mobil-Essen mit mehr Qualität

 Handel- und Konsumtrends in Österreich (Nielsen-Daten) - Übersicht für 2007 / 2008 / 2009 /

10 Dinge übers Einkaufen - http://www.sueddeutsche.de/wissen/788/300786/bilder/

Nielsen ShopperTrends Studie (2009) zeigt Wege der Kundengewinnung auf / Erreichbarkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis sind wichtige Aspekte bei Einkaufsstättenwahl / Eigenmarken des Handels bekommen gute Noten  (CHARTS)-  -   (Nielsen-Website)

 Ansteckende Flaschen - Konsumforschung - 16.06.2009,

Wenn im Supermarkt eine Saftflasche tropft, suchen Sie Ihre Ware am liebsten aus einem weit entfernten Regal, stimmt's? Willkommen in der irrationalen Welt des Konsums. ( Konsumforschung - Süddeutsche Zeitung 16.6.2009)

Nur jeder dritte deutsche Verbraucher hat Spaß am Einkaufen von Lebensmitteln (37 Prozent), steht der aktuellen Nestlé-Studie 2009 „So is(s)t Deutschland" (Pressemeldung 24.6.2009)  Nestlé Studie 2009   -  So is(s)t Deutschland - Ein Spiegel der Gesellschaft
144 Seiten,  Deutscher Fachverlag / Matthaes Verlag ISBN 978-3-87515-099-5

Studie zur Anuga 2009 (Pressemeldung) - Consumer Choices  (BLL - GfK) - Schwerpunkt ist der Aspekt der Sozialen Verantwortung (social responsability; s. auch ErnährungsökologieI; Reaktion darauf durch das business - cooperate responsibility; Messung; Methoden; Einstellungen zu Natur, Nachhaltigkeit, Umwelt; Marken-Produkte; Einkaufstätten; Bio-Produkte
fünf Verbraucher-Typen beschrieben
* Verantwortungsbewusste Engagierte
* Ich-zentrierte Genießer
* Eigenverantwortliche Familienmenschen
* Fortschrittliche Macher
* Kritisch Konsumierende

Lebensmittelspezialitäten Marktchancen - Spiller.Ossena-Projekt-Bericht (Verbraucher-Typen - auch Sinus; Absatzwege - Einzelhandelsstrukturen; Gastronomie / Kaufsituations-(POS)-Typen /  Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall

BLL-Publikationen
fileadmin/user_upload/EDWText/TextElemente/Ernaehrungswissenschaft/LM_Industrie_Publikationen/BLL_Produktvielfalt_2008.pdfSenioren 55+  (Chancen für den Handel) - Europaweit, Deutschland, Verbrauchertypen bei Senioren;Convecience, Kommunikation; altersgerechte Produkte; Review von vielen Marktstudien

Tagung (Bericht) der Plattform Ernährung und Bewegung (peb) - Entwicklungstendenzen - Lebensmitelmarkt, Wandel; Trend in Zukunft; Kaufverhalten; Ernährungsbildung (Methfessel); Gemeinschaftsverpflegung

Konsumenten befür­worten Ernährungsinformationen - Für Nahrungsmitteln mit ausführlichen Ernährungsangaben wird gerne mehr Geld ausgegeben  -  Marke jedoch vor Inhaltsstoffangaben; Forscher der Universität Santiago de Compostela in der Zeitschrift Food Quality and Preference - Gracia, A.et al.:  Consumers' valuation of nutritional information: A choice experiment study. Food Quality and Preference 20(7) 463-471 (2009)

Finland Future Research Centre ( eBooks ) -  www.tse.fi/tutu //- Vol 7 (2009)   /  FUTURE OF THE CONSUMER SOCIETY
Proceedings of the Conference “Future of the Consumer Society” 28–29 May 2009, Tampere, Finland
Environmentally Significant Consumption  - Sustainable Consumption - DowntoEarth Economy - Consumers and Chancing Values - Sustainable Food Consumption - Globalisation of Consumption - Consumers in the Future

Finland Future Research Centre (eBooks)   www.tse.fi/tutuVol. 8 (2009)
DIALOGUES ON SUSTAINABLE PATHS FOR THE FUTURE
Ethics, Welfare and Responsibility
Dialogues on Sustainable Paths for the Future: Summary (Johanna Kohl)
From Sustainable Development to Global Responsibility (Monica MelénPaaso).
Global Ethic – From Brundtland Onwards – Reflections on Immaterial Critical Resources(Reijo E.Heinonen).... 22
Our Common Failure: Why Utilitarian Ethics Fails to Create Sustainable Development (Tarja Ketola)
Social and Cultural Sustainability (Marja Järvelä)
Representation of Welfare and the Challenge of Complexity (Risto Eräsaari)
Aspects on Welfare and Globalization (Jan Otto Andersson)

Gute Gesellschaft Verlag (Hrsg.): Einkaufsführer durch den Lebensmitteldschungel 112 Seiten, 9,90 Euro

http://www.gutegesellschaftverlag.de/publikationen.php?buch_id=10&PHPSESSID=6m0a5atr451qs8famq07fait53 

Koch, SL: A theory of grocery shopping. Food, choice and conflict. Oxford 2012 Bloomsbury -

Die STEIN LEH Studie. Der Lebensmitteleinzelhandel – stark vor Ort, doch die Potentiale liegen brach. (link bei www.stein-agency.com  12.04.2018)  (Cobus Marktanalysen und Trends Nr.3/2018)