Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)

 Auf gesetzlicher Grundlage (link – su. ) werden in Deutschland im Abstand von 5 Jahren Statistischen Bundesamt die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) durchgeführt, zu letzt 1998. Dazu werden ca. 0,3% aller deutschen privaten Haushalte in eine Stichprobe aufgenommen (1998 – waren dies ca. 74.000 Haushalte). Diese Daten sind frühestens Anfang 2001 verfügbar. Die Haushalte schreiben ein Jahr lang Einnahmen und Ausgaben auf. Diese Buchhaltungsmethode beinhaltet sog. Feinanschreibe-Monate in denen jeweils ein 1/12 der Gesamt-Stichprobe übers Jahr verteilt für einen Monat alle Ausgaben „fein“ anschreibt. Dabei werden die Art der Lebensmittel sowie deren Menge und Preis angeschrieben.zu zählen eben auch die Lebensmittel. Der Ausshaus-Verzehr wird nur in monitären Ausgaben notiert.

( weitere Details aus EVS – Frau Münnich / Papastefanou – ZUMA / Buch Ernährungsberichterstattung – S. 99f)- hier auch gesetzliche Grundlage benannt)

Private Konsumausgaben 2018: Haushalte geben die Hälfte für Wohnen, Ernährung und Bekleidung aus. Presse-Mitteilung des Statist.Bundesamts 28.02.2020

300€ pro Monat geben private Haushalte für Ernährung und Tabak aus. Stat. Bundesamt, Pressemeldung 14.06.2016 + link zu Konsumausgaben -
- Knapp 54 % ihrer Konsumausgaben wendeten die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2016 auf, um Ausgaben für Wohnen, Ernährung und Bekleidung zu decken; je Haushalt waren dies durchschnittlich 1 327 Euro im Monat. Rund 14 % (342 Euro) betrugen die Ausgaben für Ernährung; für Wohnen rund 35 % (877 Euro im Monat)  Statist Bundesamt 12.2017

(Private Konsumausgaben 4Q/2011- Fachserie 18 - Stat.Bundesamt - download)  (Lebensunterhalt und Konsum - website) (Konsumausgaben)

(aus OLT125 - - Hertel, J. – Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)

- Münnich, M. – Haushaltsbudget in den neuen Ländern und Berlin-Ost)

Die Untersuchung ist zeit- und kostenaufwendig. Das Verfahren erfasst den Gesamtverbrauch einer Familie, es kann nicht direkt auf den Verzehr der einzelnen Familienmitglieder geschlossen werden. Es gibt Versuche mittels statistischer Verfahren Rückschlüsse auf das individuelle Ernährungsverhalten zu schliessen.(s. Kapitel 1 – EDB 2000)

Diese Verzehrsangaben liegen meist niedriger als die Verbrauchsangaben die aus den agrarstatistichen Daten gewonnen wurden. Da aber auch hier die Nahrungsmittelverluste – die zwischen Kauf und Verzehr eintreten können, nicht erfasst sondern höchstens abgeschätzt werden können, sind solche Buchhaltungs-Verzehrsdaten meist höher als echte Verzehrsdaten (s.Kap. 1.3.1.3). Leider war die Zeitspanne zwischen Erhebung und Zugänglichkeit zu den Daten sehr lange (bis zu 5 Jahren). Jetzt ist eine schnellere Auswertung angestrebt, leider nehmen die Informationslücken zu, so z.B. hinsichtlich des Ausser-Haus-Verzehrs und durch weniger genaue Lebensmittelanschreibungen.

Trotz dieser Einwände sind die EVS Daten sehr gute Datenquellen, vor allem hinsichtlich von Fortschreibungen und internationalem Vergleich, da ähnliche Buchhaltungserhebungen in vielen Staaten der Erde in ähnlicher Weise durchgeführt werden. Durch den grossen Stichprobenumfang sind auch differenzierte Auswertung, wie z.B. nach Haushaltstypen, Regionen und saisonalen Einflüssen möglich.

Stat.Bundesamt: Daten-Report 2016 (download)

(Link: Europäische Daten – DAPHNE – Datenbank / Europäische Bestrebungen zum Monitoring; (link – zu EUROdaten ? / zu einzelnen – Household Budget Datas - ? z.B. England) (link: Weiterführende Literatur – zu Buchhaltungsmethoden (OLT-AGEV-Buch / ...)

(CHART - EVS 1952-1980 - Anteil Ernährung an Ausgaben des Haushaltes)

Europa - Eurostat (2005, Presse)

J Eschenbach - Lebensmittelnachfrage und Privater Verbrauch (EVS 1973) - AID-Verbraucherdienst Jan 1982, S.3-7

Haushaltsausgaben der österreichischen Haushalte (Statistik Austria - Konsumerhebung 2004/05 + Konsumerhebung 2009/2010)

Umfangreiche Bibliographien zur EVS durch ZUMA bzw. Gesis:
Papastefanou, G. u.a. EVS-Bibliografie; ZUMA-Methodenbericht Nr.5 2003 (download)
Bibliographie zur EVS, Gesis-Paper Nr.19,   2015 (Download)

Preuße, H.: Referenzbudgets 2018 für Haushaltstypen mit Altersdifferenzierung. HuW 29.08.2018

wissenschaftliche Zusammenstellung von EVS-Daten z.B. durch das DAPHNE Projekt  (Haushaltserhebungen - analog auch Europäischer Ernährungsbericht (Elmadfa) und viele Informationen in der www.ernaehrungswende.de (Ernährungswende)
Gedrich, Kurt: Monika Albrecht; Materialienband Nr. 3: Datenrecherche der Entwicklung der Haushaltsausgaben für Ernährung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Technische Univ. München, Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Haushalts; Freising-Weihenstephan 2003. Tabellenband zum Materialienband Nr. 3:

Euler,M.: Pro-Kopf-Verbrauch an Nahrungs- und Genußmitteln einst und jetzt. aid-Verbraucherdienst 1978_01; S.9-15  (Zeitspanne 1900 - 1975)

Bramsel, H.: Garantieren die Durchschnittsergebnisse der Erhebung der Wirtschaftsrechnungen, die das Statistische Bundesamt 1958 in Indexfamilien durchgeführt hat, eine vollwertige Ernährung ? Nutr. Dieta 5: 120-132 (1963) (scan im Archiv)
Bramsel,H., Engelbach,E.: Wie war der wünschenswerte Verbrauch an Vitaminen von 132 Indexfamilien gedeckt, die an der Erhebung von Wirtschaftsrechnungen 1958 des Statistischen Bundesamtes teilgenommen haben? Nutr. Dieta 5: 133-148 (1963) (scan im Archiv)

Entwicklungen von Referenzbudgets für Privathaushalte (Fachgespräch an der Universität Münster) HuW Nr.02/2009, S.60-65 (scan im Archiv)