Das Körperfett stellt eine Nahrungsenergie-Reserve dar Ein wichtiger Anteil von Reserve-Fett iliegt unter der Haut; man kann es sehen und fühlen ("historisch" - die Hexe wandte die Methode an - laut Grimm´s Märchen "Hänsel und Gretel").

Das Körperfett ist nicht homogen im Körper verteilt; es ist auch nicht im Verlaufe des Lebens konstant, sondern im Gegenteil ziemlich variabel. Es gibt ebenso wie für die Messung des Körbautypus auch im Bereich der Ermittlung der Verteilung des Körperfettes eine Reihe von Methoden, die meisten sind jedoch für ernährungsepidemiologische Feldstudien nur bedingt geeignet, da sie nur mit großen apparativen Aufwand zu bewältigen sind.

Aus Hautfaltendicken-Messungen (Kaliprometrie) kann auf den Fettgehalt des Körpers geschlossen werden. Zwar ist nur ein Teil des Körperfettes subkutan und dieses auch nicht gleichmäßig am ganzen Körper verteilt, doch die Messungen sind recht praktikabel, so findet sie verbreitet Anwendung. Es gibt eine Fülle von Messstellen; vier häufig benutzte sind - Triceps, subscapular, die an Brust und Bauch (Abb. 49). Sie sind gut zugänglich und sie sind in den letzten Jahren in vielen Feldstudien mit gutem Erfolg angewandt worden.

Abb.49 Lokalisation von Hautfaltenmessstellen (Oltersdorf et al. 1984)  (CHART)

Die Messungen der Haufalten erfolgt mit sog. Kalipern, das sind zangenähnliche Instrumente. Es gibt verschiedene Kaliper - wie die nach LANGE, HARPENDEN, HOLTAIN und USAMRNL - sie geben alle recht ähnliche Messwerte. Auch die Kaliper müssen kontrolliert werden. Die Messungen der Hautfalten erfolgen in aufrechter, entspannter Stellung in der Regel an der rechten Körperhälfte. Die Messung der Hautfalten erfordert gutes Einüben; es kann leicht zu Messfehlern kommen, z. B. indem die Hautfalten falsch gegriffen werden. Probleme entstehen bei zu mageren und zu "fetten" Personen; auch bei stark muskulösen Studienteilnehmern kann es schwierig sein die Hautfalte zu ergreifen. (Anm: bestimmte Flähengröße; 20-40mm2, konstanter Druck: 10g/mm2 _ Druck muss bei jeder Öffnungsstellung des Kalipers gleichmässig sein). (Messung eschrieben in Jelliffe - S75 ;

(Einfaches Meßgerät - billig; "Ersatz" für teuere Kalipers; eine Schablone-Art - Anthrogauge (Bild) (Zerfass - Ped Clin.N.Amer. 24.253 (1977)

Die Bewertung der Hautfalten kann einerseits analog den bisher geschildertem Körpergewicht und Körperhöhe durch das Inbeziehungsetzen mit Referenz-Werten geschehen. Dabei muss beachtet werden, dass die Körperfettwerte sehr variabel sind. Es zeigen sich starke individuelle Differenzen. In letzter Zeit wurde die verschiedenen Fettverteilungen - zentrale (androgenoide) und periphere (gynoide) - mit großem Interesse untersucht, da es wichtige Hinweise gibt, dass dieser Konstitutionsaspekt sich auch in unterschiedlichen physiologischen Reaktionen und Krankheitsrisiko (insbesondere bezüglich dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen) zeigt (Björntorp 1987; Seidell et al. 1987). (Standard s. Jeliffe S.242  )

Standard - Triceps (CHART) children / adults (Jeliffe) / (HANES) (Variation - age children) (Variationen Kind bis Senioren)

Variatioen - verschiedene Hautfalten (CHART - Frauen)  (CHART - Bewertung veschiedene Hautfalten - bezug zum Untersuchungsziel  )  (CHART -  Variationen male/female)

Anthropometric Reference Values VSH_249_2009 / weight / height /sitting height / skinfold / Armumfang / BauchUmfang NCHS/Anthropometrc_Body_Composition_Child_Adult_USA_VHS_250_2010. Ser11/No 250 (April 2010)  (Link ---http://www.cdc.gov/nchs/data/series/sr_11/sr11_250.pdf -- http://www.cdc.gov/nchs/products/series.htm#sr11)

 

 

Durch entsprechende klinische Studien können die Messwerte für Hautfalten mit den tatsächlichem Fettanteil des Körpers in Beziehung gesetzt werden, um daraus Gleichungen zu entwickeln mit denen aus den Hautfalten-Messungen die Fett-Anteile des Körpers berechnet werden können. Die Erfahrungen zeigen, dass dazu eigentlich für die jeweilige Studiengruppe entsprechend individuelle Anpassungen getroffen werden müssen, denn die Fettverteilungen und Hautfaltenbeziehungen sind von vielen Faktoren abhängig (Durnin, Wormersley 1974; Oltersdorf et al. 1984a).

Aus der Kenntnis des Körperfett-Anteils ergibt sich die fettfreie Körpermasse ("lean body mass" = LBM); eine Maßzahl, die z. B. für die Berechnung des Energie-Grundumsatzes wichtig ist. Sie steht ebenfalls in Beziehung zum Körperbautypus. Gedrungener Typus (Pyknomorphie) geht mit Hyperplastizität einher; dagegen haben langestreckte (Leptomorphe) eher weniger Zellen (Hypoplastizität) (Oltersdorf et al. 1984a).(Lohman; T.G. Skinfold and Body Density Human Biology 53(2) 181-185 (1981)

(Notizen: Frauen haben stärkere Hautfalten als Männer; Anstieg nach Pubertät; kältere Lebensumgebung (Arktis) - höhere Hautfaltenstärken (Isolation);

Hautfalten und Armumfang - Berechnung der Muskelmasse 

 

Literatur:
SM Garn et al.: Approaches to the analysis of fatness changes and continuity. Ecol. Food Nutr. 9(1) 59-62 (1980) (Scan im Archiv)
S. M. Garn: Commentary—The measurement of obesity.  Ecology of Food and Nutrition 1 (4) 333-335 (1972) • DOI:10.1080/03670244.1972.9990306 (Scan im Archiv) (Variationen in Triceps - mit Alter, Rasse usw)
SM Garn - wikipedia)
Garn,SM et al: Level of fatness and lipid levels. Ecol Food Nutr 4(4) 235-6 (1976) (Scan im Archiv)
Garn, SM et al.: Effect of parenteral fatness levels on the fatness of biological and adoptive children. Ecol Food Nutr 7:91-93 (1977) (scan im Archiv) (nicht genetische Korrelation größer)
Garn, SM et al: The abdominal and iliac fatfolds in nutrtional asessement. Ecol Food Nutr 6(2) 95-96 (1977) (Scan im archiv)

A. E. Dugdale, G. M. S. May & V. M. O'Hara: Ethnic differences in the distribution of subcutaneous fat. Ecol Food Nutr. 10(1) 19-23 (1980) Scan im Archiv
Cross section anthropometric measurements of 451 Aboriginal and 3970 Caucasian primary school children have shown that the distribution of subcutaneous fat differs between trunk (subscapular) and limbs (triceps). A high subscapular/triceps ratio was associated constantly with low weight‐for‐age and Aboriginal race. It is possible that these two factors are primary determinants of the subscapular/triceps ratio, but other possible causes, such as the growth during early infancy and disease history should be investigated. Significant differences between races could invalidate the estimates of body fat mass based on anthropometric data.

 

Garn,SM et al.: Developmental differences in the triceps and subscapular fatfolds during adolescence in boys and girls. Ecol Food Nutr 11(1) 49-51 (1981) (Scan im Archiv)
As shown in more than 44,000 individuals from three major nutrition surveys in the U.S.A., boys show a complex series of changes in the triceps fatfold during adolescence that is not matched by the subscapular fatfold or either of these two fatfolds in girls. There is a transient and sizeable gain in triceps fatfold thickness in boys during early adolescence, followed by a rapid decrease and then an increase or a “recovery” which necessitates additional developmental information when making nutritional assessments. These findings also indicate problems in calculating and comparing fatfold ratios during the adolescent period in boys (but not in girls) and emphasize the hazards of excessive smoothing in preparing fatfold percentile graphs.
Dugdale, AE, Lovell,S.: The effect of early growth on distribution of subcutaneous fat in aboriginal children. Ecol Food Nutr 11(1) 53-55 (1981) (Scan im Archiv)
Earlier studies have found that Australian Aboriginal children tend to have less subcutaneous fat on their arms and more on the trunk than do Caucasian children. When the ratios of subscapular skinfold thickness to triceps skinfold thickness (SSF/TSF ratio) were analysed, it was found that poor intra‐uterine and toddler growth was associated with a high SSF/TSF ratio. The thin limbs which have been the subject of comment for many years in Aboriginals are, therefore, likely to reflect early nutritional status rather than genetic differences.