Die wichtigste Messung in der Ernährungs-Anthropometrie stellt die des Körpergewichts dar. Sie repräsentiert die Summe aller Körpergewebe Chart). Die Körperzusammensetzung verändert sich im Laufe des Lebenszyklus; dabei sind zwei besonders schnelle Wachstumsphasen bekannt - die vor der Geburt und bis hin zum 6 Lebensmonat und die Phase um die Pubertät; dabei ändern sich sowohl die Körperproportionen, als auch die Zusammensetzung.

(CHART - Veränderung der Körperproportionen - Geburt - Erwachsen)

(CHART _ Körperzusammensetzung - junge Erwachsene - Senioren) (Körperzusammensetzung - normal - adipös )

(Messung der Veränderung - Wachstumskurven - "Wiegekarten als Instrument im Bereich PHN - UFC)

Das Körpergewicht wird durch eine Waage ermittelt; die Art der Waage hängt vom Alter der Studienteilnehmers ab. Säuglinge und Kleinkinder werden auf üblichen Babywaagen; Kinder, die alleine ruhig stehen können, und Erwachsene werden auf Personenwaagen gewogen. Grundsätzlich werden mechanische Balkenwaagen empfohlen; die in regelmäßigen Abständen geeicht werden sollen. Für Feldstudien sind Stabilität und Robustheit, sowie leichte Transportierbarkeit wichtig. Bei einer anderen Form des Wiegens, als die auf Babywaagen, werden Waagen zum Hängen benützt; dabei sitzt das zu wiegende Kind in einer Art Höschen, das an die Waage eingehängt wird.
Die Untersuchten sollten nüchtern und mit "leerer" Blasen- und Darmfüllung gewogen werden; optimale ist es, wenn die Person unbekleidet gewogen werden kann. Für Kleidung müssen Erfahrungskorrekturwerte abgerechnet werden.

Körpergewichtsangaben sind im Rahmen von ernährungsepidemiologischen Studien von jeder Altersklasse prinzipiell von Interesse, doch in Wachstumsphasen (wie bei Kindern) sind sie in der Regel interessanter wie bei Erwachsenen.

In ernährungsepidemiologischen Studien hat man es meist nur mit einmaligen Messungen zu tun; das Gewicht wird mit entsprechenden Referenzwerten verglichen. Bei Kinder ist es dazu notwendig das genaue Alter der Kinder zu kennen. Bei Erwachsenen kann kein altersabhängiges Standardgewicht festgelegt werden. Dazu muss ein weiteres anthropometrisches Maß herangezogen werden, das auch für Messungen an Kindern geeignet ist: die Körperhöhe.

Anmerkungen zur Technik des Wiegens
Bei Kleinkindern können auch Federwagen eingesetzt werden (Hänge-Waagen); besser sind die Balkenwaagen. UNICEF-Waagen; Waagen auf Null zu kalibrieren; regelmäßig eichen (mit Eichgewichgten). nakt wiegen bzw. das Gewicht  der Rest-Kleidung abziehen (empirisch ermitteln); oor einer Mahlzeit wiegen, leere Blase; wenn Kind unruhig ist - dann Mutter+Kind wiegen ; Genauigkeit der Messung bei Säuglingen ca 10g / bei Erwachsenen ca 100g (Anleitungen z.B. in Jelliffe-Buch -S.50f).

Einzelne Bereiche:

Schwangerschafts-Gewichtszuwachs:  normal 10-12kg (oder 15-25% des Ausgangsgewichts der Frau vor der Schwangerschaft) (eher weniger - USA-Zahlen - Nutr. Rev 37(10) 318 (1979) - FAO/WHO-ExpCom 7th Report /
Standards für intrauterines Wachstum) - Fötus; Placednta ( ca 400g / unterernährte Frauen - ca 300g); Fruchtwasser; mütterliches Gewebe nimmt zu (Fettgewebe - Reservenwerden angelegt) /
Größter Zuwachs am letzten Schwangerschaftsdrittel (Trimester) - gut wenn longituidnal zu messen (Verlauf der Schwangerschaft - Gewichtskurven)

Einflussfaktoren: Unterernährung - Daten aus Indien - häufig nur 5-7kg Gewichtszuwachs; manchmal sogar keiner;  die "Natur" schützt das sich entwicklende Kind; (wenn Anpassung - bei Mutterf werden Reserven aufgebraucht - nicht mehr ausreichend ist; eher Fehlgeburt,

CHARTS - Gewichtsentwicklung von Foeten (Normalernährte/unterernährte Mütter) /  Schwangerschaftsgewicht-Zuwachs - Anteile Gewebe / Anteile Energie-Nährstoffe /  Bezug Schwangerschaftsgewichtszuwachs - Geburtstgewicht

Frühgeburten)
andere Faktoren - intrauterien Infektionen; Alkohol, Rauchen
Gesundheitssystem - Hygiene im Haushalt; in der Gemeinde; Vorsorgeuntersuchungen (medizinische Dienste - PHN)

Geburtsgewicht
Problembereich - Schwangerschaftsdauer; Frühgeburt - vs "small-for-date" -  Lee, ACC et al.: National and regional estimates of term and preterm babies born small for gestational age in 138 low-income and middle-income countries in 2010. Lancet Global Health 1(1): e26-e36 (July 2013)

 

Geburtsgewicht - hängt ab von Ernährung der Mutter; Schwangerschaftsverlauf
(Formel = Geburtsgewicht = 5,7% des Gewichts der Mutter vor Schwangerschaft)
Normales Geburtsgewicth - 3300-3500g ( in LDCs - 2600-280g) / Risikogrenze - <2.500g
Geburtsgewicht geht zuerst etwas zurück (in den ersten Tagen) (weiterer Ernährugsindikator - wie schnell wird das Ausgangsgewiht wieder erreicht)

Referenz-Werte  - Harvard-Standard Zahlen (Jelliffe-Buch - S221)  / lokale Standards / Nestle-Gewichts-Karten /
Geburtsgewicht relativ stabil - trotz Unterernährung (eher vorzeitige Geburt)  Informationen aus Hungersnöten (2.ter Weltkrieg; in Holland, Leningrad - St.Petersburg).

(Lit - Dusistsin, N. et al. -  screeningh for low Birth weight (indicator) Am J Publ Htlh 81_1201_1991

(Funktion - Geburtsgewicht - perinatale Sterblichkeit - Scandinavien, 1988) (WHO 1979) (Africa SAREC / alternativ) (USA -Japan - Norwegen NCHS 1988) ( Scotland 1982)  (USA - Rasse - black - White)
(Funktionen - Körpergewicht - Mortalität (Kinder Bangaldesh)    - Mortalität (Krebs - Frauen   - Mortalität (Männer Frauen)

(Proceedings - USDHHS_NCHS: Collab. Efforts on Perinatal and Infant Mortality; Vol.II)

Kuriositäten -  Rekord-Baby - höchstes Geburtsgewicht - Meldungen 23.Sept 2009 - in Indonesien; 8,7 kg; 62cm; Junge -  http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,650820,00.html

schwerster Mann (Infos)

Körpergewichts-Klassifizierungen - siehe auch BMI

Prozent von Standard-Gewicht (CHART)
GOMEZ-Klassifikation (Chart)
+ klinische Mangelzeichen

 

(Lit - Bailey - J.trop,Ped. 10(3) 1964; Graham AJCN 25: 1184 (1972) / J.M.Tanner - Human Growth; Vol.3 Pergamon Press, 1960)

Paciorek,C et al.: Children's height and weight in rural and urban populations in low-income and middle-income countries: a systematic analysis of population-representative data. Lancet Global Health 2013, 1: e300-309

Studien in den USA - Health Characteristics of Adults Aged 55 Years and Over - (U.S.2004-2007)  (Download) 

Health Status / Morbidity / Hypertension / Heart Disease / Diabetes / Hearing Problems / Vision Impairment / Psychological Distress / loss of natural teeth / Difficulties in physical functioning - mobility / difficultires in social functioning /  health care use / doctor visit / health behaviour - physical activities / healthy body weight / smoking / sleep / Methods - definitions - marital status / poverty status / race / health status / hearing impairment /physical functioning / social functioning / vision impairments / psychological distress /  BMI - healthy body weight /  Cigarette-smoking / physical activity / sleep

Verteilungsinformationen - Percentilen (CHART); rein statistische Grenzen - diese werden häufig als erstes Kriterium heran gezogen; die oberste 3-5% (95%- bzw 97% Percentile) bzw die untersten 3% bzw. 5%-Percentile.  (Beispiele - Chart Abb.94  und in Abb.87 - OLT134M)

Einteilung nach 10%-Klassen -Beispiel - Körpergewicht (Broca) (CHART) , aber auch Prozent von einem (Harvard)Standard (CHART); nach Verteilungsbereichen (an Standardgewichtskurven) - (CHART)

 Abb.82 - Korrelation Gewichtsangaben und tatsächlichen Messwerten (EMSIG)

Gewicht von deutschen Erwachsenen - Ernährungsbericht 1972 (Wirths) (24-48J) - 84,8 kg (s.d. - 73-103)
Bundeswehr (1973) 67,3 kg (20jjährige); 76,3 (+-8,9) kh (25-40j.)

Ende der Musterung bei Bundeswehr (Sep 2010)– Ende – longitudinale Reihe – anthropometrische Daten (Gewicht – Größe)

 

Joint FAO/WHO/UNU Expert Consultation on Energy and Protein Requirements - Rome, 5 to 17 October 1981 BODY WEIGHTS AND HEIGHTS BY COUNTRIES (By W.A. Marshall)

http://www.fao.org/docrep/MEETING/004/M2846E/M2846E00.htm#TOC

 

Anthropometric Reference Values VSH_249_2009 / weight / height /sitting height / skinfold / Armumfang / BauchUmfang NCHS/Anthropometrc_Body_Composition_Child_Adult_USA_VHS_250_2010. Ser11/No 250 (April 2010)  (Link ---http://www.cdc.gov/nchs/data/series/sr_11/sr11_250.pdf -- http://www.cdc.gov/nchs/products/series.htm#sr11)

 

Körpergewicht in Deutschland (Mikrozensus 2009; Infos Juni 2010 - auch für BMI).

10% der Deutschen wiegen sich täglich; 14% nie (Forsa-Umfrage für DAK, 2009)

Saisonale Schwankungen von Körpergewicht in Deutschland, Japan, USA. ⇒  Helander,E.E., Wansink,B., Chieh, A.: Weight Gain over the Holidays in Three Countries. New England J Med. 375:1200-1202; 22.09.2016 DOI: 10.1056/NEJMc1602012   (Abb)  ⇔ Spektrum des Wissens 10.10.2016  / MDR-Wissen 17.10.2016 /

Garn, S.M., Pilkington, J.J.: Comparison of three‐year weight and fat change distributions of lean and obese individuals.  Ecol Food Nutr 15(1) 7-12 (1984)

Wenn der Winterspeck wächst. Standard (Wien) 25.01.2010 - http://www.derstandard.at/1263705931194/Gewichtszunahme-Wenn-der-Winterspeck-waechst 

Saisonale Gewichtsschwankungen sind natürlich - Bewegung ist besonders im Winter wichtig
Wien - Mit den Jahreszeiten verändern sich Nahrungsaufnahme und das Ausmaß an körperlicher Aktivität - folglich auch das Körpergewicht. Die gute Nachricht vorweg: Eine leichte Gewichtszunahme während der Wintermonate ist kein Grund, nervös zu werden, denn der Winterspeck ist eine natürliche Antwort auf kurze Tage und Kälte, so das "forum. ernährung heute", der Verein zur Förderung von Ernährungsinformationen, in einer Aussendung. Dennoch soll die saisonale Gewichtsschwankung aber keine Ausrede für Völlerei und Nichtstun im Winter sein.
Saisonales Schwanken
Die Nahrungsaufnahme unterliegt saisonalen Schwankungen: Verglichen mit dem Frühjahr nehmen wir im Herbst und Winter täglich rund 90 bis 200 kcal mehr auf. Doch nicht nur die allgemeine Energieaufnahme variiert mit den Jahreszeiten, sondern auch die Verteilung von Fett und Kohlenhydraten. Während im Herbst und Winter kohlenhydratreiche Lebensmittel am höchsten im Kurs stehen, wird am häufigsten zu Lebensmitteln mit einem hohen Fettanteil gegriffen, wenn die Tage wieder länger werden - also gegen Ende des Winters und im Frühjahr. „Vermutet wird, dass kohlenhydratreiche Speisen den niedrigen Serotoninspiegel an dunklen Tagen ausgleichen und die Stimmung heben sollen", erklärt Marlies Gruber, wissenschaftliche Leiterin des forum. ernährung heute.
Weniger Bewegung im Winter
In den westeuropäischen Ländern schwankt die Energiebilanz hauptsächlich aufgrund des veränderten Bewegungsverhaltens. Der Bewegungsdrang ist im Winter am niedrigsten. Mit dem verminderten Aktivitätslevel sinken die Muskelkraft und -masse, der Anteil an Körperfett, der Blutdruck sowie die Blutfettwerte steigen dagegen an. Obwohl über das Frühjahr bis zum Sommer das Ausmaß an körperlicher Aktivität wieder zunimmt, sind die physiologischen Veränderungen nicht immer vollständig reversibel. Möglich ist daher eine winterbedingte Zunahme des Körperfetts von Jahr zu Jahr, vor allem dann, wenn das durchschnittliche Jahres-Bewegungspensum gering ist. Kommt man mit der Länge der Tage jedoch wieder richtig in Schwung, sollte sich das vorwinterliche Körpergewicht wieder einpendeln.
Mehr Schlaf
Neben dem Appetit steigt im Winter auch das Schlafbedürfnis an. Weil die Uhren wie gewohnt weiterticken, ist das Risiko für Schlafmangel im Winter höher und damit auch jenes für eine Gewichtszunahme. Denn: Die am Hunger- und Sättigungsmechanismus beteiligten Hormone, Ghrelin und Leptin, sind bei Schlafentzug fehlgesteuert. Eine zu kurze Schlafdauer kurbelt daher Hunger und Appetit an, wobei sich der Gusto verstärkt auf kalorienreiche Lebensmittel richtet.
Die naturgegebenen Gewichtsschwankungen im Jahreszyklus halten sich sehr in Grenzen und machen nur etwa ein halbes Kilo aus. Den Herbst und den Winter also als Ausrede für eine wenig aktive, aber übermäßig kalorienreiche Lebensweise zu verwenden, ist nicht angebracht. Schließlich lässt sich ein stolzes Winter-Plus auf der Waage nicht mehr so schnell los bringen. "Gut beraten sind all jene, die kleine, saisonale Gewichtsveränderungen ohne Panikmache zulassen, trotz Schnee und Frost nicht über die Stränge schlagen, regelmäßig aktiv sind und sich ihr Schlafpensum gönnen", empfiehlt Marlies Gruber. (red)

 

Rauchen - beenden - Gefahr Übergewicht

http://www.apotheken-umschau.de/Rauchen/Rauchstopp-So-halten-Sie-Ihr-Gewicht-119391.html

 

Frommeld, D.:  Die Personenwaage. Ein Beitrag zur Geschichte und Soziologie der Selbstvermessung. - transcript-Verlag, Bielefeld 2019  (Leseprobe)  (http://foodfatnessfitness.com )